Einkünfte aus selbständiger Arbeit (Deutschland)

Einkünfte aus selbständiger Arbeit gehören in Deutschland zu den in § 2 Abs. 1 EStG genannten sieben Einkunftsarten und zählen zu den Gewinneinkünften. Gesetzliche Grundlage der Einkünfte aus selbständiger Arbeit ist § 18 EStG. Die Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind vom Steuerpflichtigen seit dem Veranlagungszeitraum 2008 in der Anlage S (vorher in der Anlage GSE) zur Einkommensteuererklärung zu erklären.

DefinitionBearbeiten

Charakteristisch für selbständige Arbeit ist die eigenverantwortliche, persönliche Arbeitsleistung (in Abgrenzung zum Gewerbebetrieb) und die Übernahme des Unternehmerrisikos (in Abgrenzung zur unselbständigen Arbeit). Sie muss nachhaltig mit Gewinnerzielungsabsicht und unter Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr erfolgen. Eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr liegt bereits dann vor, wenn der Gewerbetreibende für nur einen Auftraggeber tätig wird. Entscheidend ist vor allem, dass der Steuerpflichtige gegenüber dritten in Erscheinung tritt (Unternehmerinitiative).[1]

Zu den Einkünften aus selbständiger Arbeit gehören ausschließlich:

KritikBearbeiten

Gelegentlich wird die Besserstellung gegenüber Einkünften aus Gewerbebetrieb kritisiert. So gibt es keine Gewerbesteuerpflicht (§ 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG). Dies ist jedoch kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG.[3]

Freiberufler können die Art der Gewinnermittlung wählen, entweder die Einnahmenüberschussrechnung gemäß § 4 Abs. 3 EStG oder den Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG ohne allerdings die besonderen Vorschriften des Handelsgesetzbuches beachten zu müssen, da diese nur von Kaufleuten anzuwenden sind. Steuerpflichtige können auch auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sein, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen. Kleingewerbetreibende sind nicht dazu verpflichtet, Bücher zu führen und können ihren Gewinn daher meist per Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermitteln; insofern sind sie den Freiberuflern gleichgestellt.

Demgegenüber gibt es einige Einschränkungen für Freiberufler zum Beispiel durch das Heilmittelwerbegesetz, das für Ärzte und Apotheker gilt. Solche Einschränkungen sind teilweise auch im Standesrecht geregelt, das für Ärzte[4], Psychotherapeuten[5], Zahnärzte[6], Tierärzte[7], Apotheker[8] und Pflegefachberufe gilt.

LiteraturverzeichnisBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfgang Zenthöfer/Dieter Schulz zur Wiesche: Einkommensteuer (Blaue Reihe), S. 463.
  2. BFH, Urteil vom 29. November 2001, Az. IV R 65/00, Volltext = BStBl II 2002, 149.
  3. BVerfG, Beschluss vom 15. Januar 2008, Az. 1 BvL 2/04; BVerfGE 120, 1 - Abfärberegelung.
  4. Muster-Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte – MBO-Ä 1997 – in der Fassung des Beschlusses des 118. Deutschen Ärztetages 2015 in Frankfurt am Main (PDF; 261 kB)
  5. Muster-Berufsordnung für die Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Stand 2007)@1@2Vorlage:Toter Link/www.bptk.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 73 kB)
  6. Muster-Berufsordnung der Bundeszahnärztekammer (Memento vom 24. August 2012 im Internet Archive) (PDF; 165 kB)
  7. Berufsordnung der Tierärzte Niedersachsens
  8. Berufsordnung der Apotheker in Westfalen-Lippe (PDF; 28 kB)