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Lage und KlimaBearbeiten

Tursac liegt am Fluss Vézère im waldreichen Périgord noir in einer Höhe von ca. 80 m. Die Stadt Périgueux befindet sich ca. 35 km (Fahrtstrecke) nordwestlich; Sarlat-la-Canéda liegt ca. 25 km südöstlich. Das Klima ist gemäßigt; Regen (ca. 850 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[1]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2016
Einwohner 730 789 505 293 340 347

Die Reblauskrise im Weinbau, die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe haben im 20. Jahrhundert zu einem Mangel an Arbeitsplätzen geführt, was wiederum die Abwanderung mehrerer Familien in die Städte zur Folge hatte (Landflucht).

WirtschaftBearbeiten

Über Jahrhunderte lebten die Menschen als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der in hohem Maße auch die Viehzucht gehörte. Eines der wenigen handelbaren Güter war Holzkohle. Seit den 1960er Jahren spielt auch der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unwichtige Rolle für die Einnahmen der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Das Umland von Tursac wurde schon von prähistorischen Jägern und Sammlern aufgesucht, die unter den zahlreichen Felsklippen (abris) im Tal der Vézère Schutz fanden; einer dieser abris wurde sogar noch vom 10. bis ins 17. Jahrhundert und vor allem in der Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) als wehrhafter Siedlungsplatz genutzt. Auch das im 16. Jahrhundert erbaute Maison forte de Reignac nutzt einen hochgelegenen Felsüberhang als natürliches Bollwerk. Der Name Tursac stammt wahrscheinlich aus gallorömischer Zeit; urkundlich belegt ist er seit dem 13. Jahrhundert.[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Wisentfigürchen aus dem Abri de la Madeleine (heute im Musée National de Préhistoire in Les Eyzies)[3]

Tursac liegt im Zentrum der prähistorischen Fundstätten des Vézère-Tales, die alle als Monuments historiques registriert sind; mit Ausnahme des Abri de la Madeleine sind die meisten jedoch nicht zu besichtigen:

  • Abri de la Madeleine
  • Abri Cellier au Ruth
  • Abri Ruth
  • Abri du Facteur
  • Gisement Liveyre
  • Roc du Barbeau
  • Grotte de la Forêt

Aber auch weitere Baudenkmäler aus anderen Zeitepochen sind auf dem Gemeindegebiet zu finden:

  • Die Église Saint-Julien (manchmal auch als Église Notre-Dame tituliert) stammt aus dem 12./13. Jahrhundert; während des Hundertjährigen Krieges wurde das Kirchenschiff erhöht um einen Flucht- oder Schutzraum für die Bewohner des Ortes zu schaffen.[4] Die Kirche ist seit dem Jahr 1927 als Monument historique anerkannt.[5]
  • Das Château de Marzac wird schon im 13. Jahrhundert erwähnt; der heutige Bau stammt jedoch aus dem 15. Jahrhundert.[6] Das Bauwerk ist seit dem Jahr 1963 als Monument historique anerkannt.[7]
  • Das Maison forte de Reignac entstand im 16. Jahrhundert unter einer Felsklippe (abri) und war bis 20. Jahrhundert hinein bewohnt. Mittlerweilen ist es zu einem Museum umgestaltet worden.[8] Das Bauensemble ist seit dem Jahr 1964 als Monument historique anerkannt.[9]
  • Nicht uninteressant für Jung und Alt ist der in der Nähe von Reignac gelegene Préhistoparc, der mögliche Szenerien aus dem Leben des Neanderthalers und des Cro-Magnon-Menschen präsentiert.[10]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tursac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tursac – Klimatabellen
  2. Tursac – Geschichte
  3. Les Eyzies – Nationalmuseum
  4. Tursac – Kirche
  5. Tursac – Église Saint-Julien in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Tursac – Château de Marzac
  7. Tursac – Château de Marzac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Tursac – Maison forte de Reignac
  9. Tursac – Maison forte de Reignac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  10. Tursac – Préhistoparc