Hauptmenü öffnen

Ajat (okzitanisch Ajac d’Auba Ròcha) ist ein Ort und eine aus mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften bestehende Gemeinde mit 327 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im südfranzösischen Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Ajat
Ajac d’Auba Ròcha
Wappen von Ajat
Ajat (Frankreich)
Ajat
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Haut-Périgord Noir
Gemeindeverband Terrassonnais en Périgord Noir Thenon Hautefort
Koordinaten 45° 9′ N, 1° 1′ OKoordinaten: 45° 9′ N, 1° 1′ O
Höhe 148–284 m
Fläche 21,95 km2
Einwohner 327 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 24100
INSEE-Code
Website Ajat

Ajat – Ortsansicht

LageBearbeiten

Ajat liegt knapp 30 Kilometer (Fahrtstrecke) östlich von Périgueux und gut 47 Kilometer westlich von Brive-la-Gaillarde in der historischen Provinz Périgord in einer Höhe von ca. 195 m ü. d. M.[1] Das Klima ist gemäßigt und wird gleichermaßen vom Atlantik und von den Bergen des Zentralmassivs beeinflusst.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2016
Einwohner 766 959 688 368 281 327

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Reblauskrise im Weinbau und die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen.

WirtschaftBearbeiten

Der Ort und seine Umgebung waren jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt; die meisten Menschen lebten als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch Viehzucht und Weinbau wurden betrieben (siehe Ortswappen). Im Ort selbst ließen sich Handwerker, Kleinhändler und Dienstleister aller Art nieder. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Im 11. Jahrhundert existierte eine Burg (château); der Ort selbst wird erstmals im Jahr 1158 unter der alten Bezeichnung Apsacum erwähnt; er befand sich an einer Nebenstrecke des Jakobswegs. Im 13. Jahrhundert gehörte der Ort kurzzeitig dem Templerorden und war von großer regionaler Bedeutung. Während der Französischen Revolution (1793) fusionierten der ehemals selbständige Ort Bauzens sowie andere Weiler in der Umgebung mit der Gemeinde Ajat.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Église Saint-Martin d’Ajat
  • Die in Privatbesitz befindliche Burg (château) des Ortes hat zwei Wohntrakte (corps de logis) und lässt sich in ihrem Ursprung wohl noch auf die Zeit vor der Ankunft der Templer zurückführen. Die ehemalige Burgkapelle bildet heute die Pfarrkirche des Ortes. Der Bau wurde im 16./17. Jahrhundert tiefgreifend verändert und ist seit dem Jahr 1925 als Monument historique anerkannt.[3]
  • Das heute zwei-, ehemals dreijochige Schiff der ehemaligen Burgkirche St-Martin sollte von zwei Kuppeln gedeckt werden, die jedoch nicht vollendet wurden oder einstürzten. Die außen polygonal ummantelte, im Innern aber halbrunde Apsis, über der sich ein wahrscheinlich später hinzugefügter viergeteilter Glockengiebel erhebt, hat drei Fenster, die durch eine auf Säulen ruhenden Blendbogenstellung optisch hervorgehoben werden. Zur Zeit der Templer wurde die Apsis um ein Wehrgeschoss erhöht. Auf der Südseite der Kirche wurden bei Ausgrabungsarbeiten mehrere merowingische Sarkophage freigelegt. Der Kirchenbau wurde im Jahr 1925 als Monument historique anerkannt.[4]
 
Église Saint-Barthélemy de Beauzens
  • Die Kapelle Notre-Dame-de-Pitié wurde 1622 erbaut, jedoch im 19. Jahrhundert umgebaut.
Umgebung
  • Die Pfarrkirche des Weilers Bauzens stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ihre Fassade ist zweigeteilt und zeigt im oberen Teil ein dreiteiliges Triumphbogenschema, wie es bei vielen romanischen Kirchen der Charente üblich ist. Die Einwölbung des wahrscheinlich von Kuppeln überdeckten Kirchenschiffs wurde nie vollendet oder stürzte irgendwann ein. Unmittelbar vor der flachen Apsis ist noch ein Kuppeljoch erhalten. Der Kirchenbau wurde bereits im Jahr 1909 als Monument historique eingestuft.[5]
  • Am Ortsrand von Bauzens steht ein altes Taubenhaus (pigeonnier).

LiteraturBearbeiten

  • Martial Faucon: Ajat en Perigord – petite commune chargée d’histoire. Eigenverlag 2002.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ajat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ajat – Karte mit Höhenangaben
  2. Périgueux/Ajat – Klimatabellen
  3. Ajat – Château in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Ajat – Église Saint-Martin in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Ajat – Église de Bauzens in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)