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Stadler Flirt

elektrischer Niederflur-Triebzug
Stadler FLIRT
RABe 523 der Stadtbahn Zug
RABe 523 der Stadtbahn Zug
Nummerierung: CH: RABe 521, 522, 523, 524, 526, 527,
UIC-D: 0426.1, 0427, 0428, 0429, 1429, 2429, 1430
DB: 429, 1428
NSB: Typ 74
PKP: Baureihe EN75
KM: Baureihe ER75
Anzahl: 1694 verkauft, Dez. 2018[1]
Hersteller: Stadler Rail
Baujahr(e): seit 2004
Achsformel: je nach Ausführung
Spurweite: 1435 mm
1520 mm
Länge: je nach Ausführung
Höhe: 4185 mm
4120 mm (Flirt 3)[2]
Breite: 2820 – 2880 mm
3200 mm (NSB)
3480 mm (Flirt G)
Radsatzfahrmasse: bis zu 20,0 t (Triebdrehgestelle)[3]
Höchstgeschwindigkeit: 120–200 km/h je nach Ausführung
Stundenleistung: 1300–5200 kW je nach Ausführung
Dauerleistung: 1000–4000 kW je nach Ausführung
Anfahrzugkraft: 200 kN
175 kN (Flirt 3)[2]
240 kN (NSB)
300 kN (Flirt G)
400 kN (SOB VAE)
Anzahl der Fahrmotoren: je nach Ausführung
Sitzplätze: je nach Ausführung
Fußbodenhöhe: 1120 mm

Der Stadler Flirt (Eigenschreibweise FLIRT für «flinker leichter innovativer Regional-Triebzug») ist ein von dem schweizerischen Eisenbahnhersteller Stadler Rail für den Regional- und S-Bahn-Verkehr konstruierter und hergestellter elektrischer Niederflur-Triebzug. Seit der dritten Generation wird der Flirt auch mit dieselelektrischem und bimodalem Antrieb angeboten. Inzwischen erfolgt der Einsatz nicht nur im Regionalverkehr und der Hersteller erklärt FLIRT mit «flinker leichter Intercity- und Regional-Triebzug»[4].

Die Grundvariante des Flirt wurde für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) entwickelt und trägt die Baureihenbezeichnung RABe 523. Neben den weiteren SBB-Varianten RABe 521, RABe 522 und RABe 524 wurde das Fahrzeug mehrfach in andere Länder und an diverse Bahnunternehmen verkauft, auch in der Variante RABe 526/527.

Die Fahrzeuge weisen geringe Massen sowie hohe Beschleunigungen und Bremsverzögerungen auf. Für Schweizer Verhältnisse ist die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h im Nahverkehrsbereich sehr hoch. Züge bis zu dieser Höchstgeschwindigkeit werden in Deutschland ohne Ausrüstung für Linienzugbeeinflussung zugelassen.

AllgemeinesBearbeiten

TechnikBearbeiten

Grundtyp des Flirt ist die im Auftrag der SBB für die Stadtbahn Zug entwickelte vierteilige Baureihe RABe 523. Die Schwesterbaureihen 521, 522 und 524 unterscheiden sich prinzipiell nur hinsichtlich Traktions­ausrüstung und Zugbeeinflussungssystemen für die Nachbarländer.

Der Flirt sieht den neueren Ausführungen des Gelenktriebwagens GTW nicht nur zum Verwechseln ähnlich, auch die Traktionsausrüstung und der Führerstand des Flirt sind denjenigen der aktuellen, elektrischen GTW-Baureihen sehr ähnlich. Der Hauptantrieb besteht aus einem IGBT-Pulswechselrichter mit 750 Volt Zwischenkreisspannung. Als spezielle Eigenschaft sind die Hilfsbetriebe im Hauptumrichter integriert. Die Umrichteranlage stammt von ABB und wird am Standort Turgi gefertigt.

Zahlreicher sind die Unterschiede des Flirt zum GTW: die redundante Antriebsausrüstung (Transformator, Antriebsstromrichter etc.) befindet sich in den Endwagen, direkt hinter dem Führerstand über dem Triebdrehgestell. Daher kann ein FLIRT auch beim Ausfall eines Antriebteils aus eigener Kraft weiterfahren. Der Stromabnehmer (bei fünfteiligen und Mehrsystemeinheiten zwei Stück) ist auf dem Dach eines der Mittelwagen angebracht und versorgt beide Antriebseinheiten. Der Transformator befindet sich auf dem Dach über dem Führerstand. Die Wagen sind untereinander durch Jakobs-Drehgestelle verbunden. Es ist möglich, den Zug vom vordersten bis zum hintersten Wagen ohne eine Stufe zu durchqueren. Der Flirt wird mit bis zu vier Mittelwagen (sechsteilig) angeboten. Die dieselelektrischen und Zweikrafttriebwagen sind maximal vierteilig erhältlich. Dazu kommt ein Antriebsmodul ähnlich dem der GTW. Dieses Antriebsmodul stützt sich, anders als beim GTW, auf zwei Jakobsdrehgestellen ab. Im Gegensatz zu den GTW sind die Flirt-Wagenkästen in Aluminium-Leichtbauweise gebaut. Eine spezielle Version sind die von Abellio Rail bestellten zweiteiligen Flirt mit nur einem Triebdrehgestell.

Die Dauerleistung am Rad beträgt normalerweise 500 kW je angetriebener Achse.

Technische Veränderungen beim Flirt 3Bearbeiten

Mit der Vorstellung des Flirt 3 setzte Stadler eine Reihe von technischen Weiterentwicklungen im Vergleich zur ursprünglichen Version des Flirt um. Auffallendste Änderung ist die neugestaltete Front, die auf das Inkrafttreten der Crashnorm DIN EN 15227 zurückzuführen ist: Unter der geklebten Front befinden sich nun Deformationselemente, die dem Triebfahrzeugführer bei Kollisionen einen Überlebensraum garantieren sollen. An den Seiten befindet sich ein Aufkletterschutz, auch die Mittelpufferkupplung wurde hinsichtlich Energieaufnahme bei Kollisionen optimiert. Die Führerstände der Flirt 3 verfügen über separate Einstiegstüren, bei den Vorgängern waren sie nur durch den Fahrgastraum erreichbar.

Gegenüber der ersten Generation des Flirt wurden die Triebdrehgestelle verändert: Der Raddurchmesser wurde vergrößert, der Achsstand dagegen verkleinert. Die Triebdrehgestelle sind damit baugleich mit denen der Stadler Kiss. Optimierungen im Brandschutz erlauben nun das Befahren von Tunneln mit einer Länge von bis zu fünf Kilometern. Optional kann eine Sprinkleranlage eingebaut werden, mit der der Flirt 3 Tunnel mit Längen von bis zu 20 Kilometern befahren darf. Die Elektronik wurde ebenfalls aktualisiert, dabei wurde die Ansteuerung der Bremsen überarbeitet und ein Energiesparmodus implementiert, der bei der Abstellung des Fahrzeugs eingeschaltet werden kann.[5]

Verkäufe und Herstellung internationalBearbeiten

Seit dem ersten Zuschlag durch die SBB wurden weitere Fahrzeuge nach Ungarn, an Schweizer Privatbahnen, nach Deutschland, Algerien, Polen, Italien, und Norwegen verkauft. Zudem wurden nach Estland, Finnland und Weißrussland Flirt in Breitspurausführung verkauft. Bis Anfang 2013 wurden 788 Züge verkauft.[6] Im April 2015 hat Stadler Rail einen Auftrag der Niederländischen Staatsbahnen (NS) für 58 Flirt-Züge gewonnen. Die Auslieferung soll bereits Ende 2016 erfolgen.[7] Im August 2015 waren es 1120 verkaufte Triebwagen.[8] 2015 verkaufte Stadler erstmals Flirt-Triebwagen in die USA. Sie werden ab September 2018 auf der Strecke Forth Worth – Dallas/Fort Worth International Airport (DFW) für die Forth Worth Transportation Authority verkehren.[9]

Im Oktober 2016 wurde bekanntgegeben, dass Stadler insgesamt 58 Flirt-Triebzüge (davon 20 elektrische und 38 zweikraftfähige) an Abellio Greater Anglia liefern wird. Diese sollen auf der InterCity-Strecke zwischen London und Norwich, auf dem Stansted Express zum Flughafen Stansted und auf einigen wichtigen regionalen Verbindungen in der Region East Anglia eingesetzt werden.[10][11]

Die Fahrzeuge werden an den Standorten Bussnang (Schweiz), Berlin-Wilhelmsruh (Pankow) und Szolnok (Ungarn) gefertigt, die Endmontage findet bei manchen Aufträgen im Land der Auftragsvergabe statt.

Abgeleitete BauartenBearbeiten

Vom Flirt abgleitet wurde unter dem Begriff „Meterspur-Flirt“ das Konzept der im Jahr 2009 bestellten meterspurigen Be 4/8 der Aare Seeland mobil (ASm), die auch als „Star“ (Schmalspur-Triebzug für attraktiven Regionalverkehr) bezeichnet werden,[12] und die 2007 bestellten ABe 4/8 „Diamant“ (Dynamischer, innovativer, attraktiver, moderner, agiler Nahverkehrstriebzug) der BDWM Transport.[13][14] Die Triebzüge bestehen aus zwei niederflurigen Endteilen mit Traktionsausrüstung und je einem Triebdrehgestell, die auf den nicht angetriebenen Mittelwagen aufgesattelt sind. Die stark redundante elektrische und pneumatische Ausrüstung befindet sich wie beim Flirt auf dem Dach und direkt hinter dem Führerstand über dem Triebdrehgestell. Auf Jakobsdrehgestelle wie bei den Flirt wurde verzichtet, weil damit bei Meterspurfahrzeugen keine niederflurigen Wagenübergänge erreichbar sind.[15] Anders als beim Flirt wurden wegen der kleinen Stückzahl Teile des Wagenkastens verschraubt.[12] Ähnlich wie Star und Diamant weisen auch die Westschweizer Meterspurzüge konzeptionelle Gemeinsamkeiten mit dem Flirt auf.[15]

Die Rhätische Bahn hat 2007 insgesamt 20 Triebzüge des Typs «Allegra» bestellt, davon 15 in einer Zweisystemvariante (ABe 8/12), die ab Frühjahr 2010 auf der Bernina-Strecke eingesetzt werden. Weitere fünf werden seit 2011 in der Einsystemvariante (ABe 4/16) für den Agglomerationsverkehr eingesetzt.[16] Auch diese Züge haben mechanisch kaum Gemeinsamkeiten mit den Flirt.[17] Der Zweispannungs-ABe 8/12 hat zwar dieselbe Leistung wie ein Standard-Flirt, jedoch verteilt auf doppelt so viele Achsen.

Bei den Stadler GTW der ab 2006 ausgelieferten vierten Generation wurde die Frontstruktur und die Seitenwände der Wagenkästen vom Flirt übernommen. Damit wird eine höhere Stabilität der Rohbaustruktur erreicht, was zur Einhaltung der verschärften Crashnormen notwendig ist.[18]

Flirt AkkuBearbeiten

Im Oktober 2018 stellte Stadler den Prototyp eines Akkutriebwagens auf Basis des Flirt vor. Der dreiteilige Triebzug erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h.[19] Er kann sowohl aus der Oberleitung Strom beziehen als auch auf unelektrifizierten Strecken verkehren. Geladen werden die Batterien auf elektrifizierten Teilstrecken aus der Fahrleitung oder im Stand über Ladestationen. Die Reichweite im Batteriebetrieb liegt bei bis zu 150 km. 2019 orderte das Land Schleswig-Holstein als erster Kunde 55 zweiteilige Einheiten dieser Bauart.[20]

Baureihen im EinsatzBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

Die ersten Flirt in Deutschland waren die in der Schweiz immatrikulierten Triebzüge RABe 521 der SBB (bzw. EuroThurbo) auf der Wiesentalbahn und auf dem Seehas (siehe unten). Am 21. Dezember 2005 erteilte das Eisenbahn-Bundesamt die Genehmigung für den Betrieb in Doppeltraktion.[21]

Für die cantus Verkehrsgesellschaft, die seit Dezember 2006 das Nord-Ost-Hessen-Netz betreibt, haben deren Muttergesellschaften Hamburger Hochbahn (ab 2007 BeNEX) und Hessische Landesbahn beide je sieben drei- und drei vierteilige Flirt-Züge beschafft. Die 20 Fahrzeuge, die angelehnt an die Baureihenbezeichnungen der DB mit 427 (dreiteilig) bzw. 428 (vierteilig) nummeriert wurden, verkehren auf den Strecken Göttingen – Eichenberg – Kassel, Kassel – Bebra – Fulda, Göttingen – Eschwege – Bebra und Bebra – Eisenach. Da die Fahrzeuge schon Anfang November geliefert wurden, verkehrten sie bis zum Dezember auf der Bahnstrecke Friedberg–Hanau (betrieben von der Hessischen Landesbahn) und auf der KBS 209.60 im Bereich Berlin – Eberswalde (betrieben von der Ostdeutschen Eisenbahn, an der die Hamburger Hochbahn zu 50 % beteiligt ist).

Die Abellio Rail NRW betreibt seit Dezember 2007 mit neun dreiteiligen und acht zweiteiligen Flirt-Triebzüge den Regionalverkehr zwischen den Städten Essen, Hagen, Iserlohn und Siegen. Die erstmals bestellte zweiteilige Variante besitzt im Unterschied zu den anderen Varianten nur ein angetriebenes Drehgestell und ist nur für 140 km/h zugelassen. Erste Probeeinsätze erfolgten ab Juli 2007 auf der RB 40 Ruhr-Lenne-Bahn und der ebenfalls von Abellio betriebenen RB 46 Glückauf-Bahn, die werktags planmäßig mit Dieseltriebwagen befahren wird. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 übernahmen die Triebwagen die Leistungen auf den Linien RE 16 Ruhr-Sieg-Express und RB 91 Ruhr-Sieg-Bahn. Die Züge gehören der Leasinggesellschaft CB Rail.

Anfang 2006 hat DB Regio fünf fünfteilige Flirt-Triebzüge für den Verkehr an der Ostseeküste bestellt, die auf den Strecken Rostock – Stralsund – Lietzow – Sassnitz (Hanse-Express), Sassnitz – Stralsund sowie Binz – Lietzow zum Einsatz kommen. Die Instandhaltung erfolgt im DB-Regio-Werk Rostock. Die Fahrzeuge wurden im August 2007 als Baureihe 427/827 geliefert und sind seit dem 9. Dezember 2007 im Einsatz. Anfang 2009 wurden die Flirt der DB in die Baureihe 429 umgezeichnet.[22]

Den bisher größten Auftrag in Deutschland erhielt Stadler im Oktober 2006 von der Angel Trains Europa für Keolis. 25 vierteilige Flirt werden seit Ende 2008 von der Eurobahn auf dem Hellweg-Netz in Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Das Auftragsvolumen umfasste mehr als 100 Millionen Euro.

Weitere 4 vierteilige und 14 fünfteilige Flirt bestellte Angel Trains im November 2007 bei Stadler. Geleast werden diese Fahrzeuge wiederum von Keolis (Eurobahn) für den Betrieb der in einer Ausschreibung gewonnenen Linien RE 3 Rhein-Emscher-Express und RE 13 Maas-Wupper-Express.[23] Da das Eisenbahnbundesamt den hier eingeplanten Garnituren jedoch die Freigabe zunächst verwehrte, konnte der planmäßige Einsatz ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 zunächst nicht in vollem Umfang beginnen.

Seit dem 9. Dezember 2007 bedient die Westfalenbahn das Teutoburger-Wald-Netz mit Flirt-Triebzügen, hierbei handelt es sich um 14 drei- und 5 fünfteilige Züge.

Auf der InnoTrans 2008 in Berlin gab die Vias offiziell die Bestellung von 19 Flirt für das gewonnene Rheingaunetz (RMV-Linie 10) bekannt. Seit Dezember 2010 sind 14 vier- und 5 dreiteilige Fahrzeuge auf der rechtsrheinischen Strecke von Frankfurt über Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz nach Neuwied im Einsatz.[24] Die Hessische Landesbahn setzt auf der RMV-Linie 40 (Frankfurt – Gießen – Siegen) seit 2010 ebenfalls FLIRT-Züge ein.[25] Sechs fünf- und drei dreiteilige Züge wurden im Jahr 2008 für diesen Auftrag bestellt.[26]

Für den Einsatz auf der Strecke Freilassing – Berchtesgaden ab Dezember 2009 hatte Alpha Trains fünf dreiteilige Flirt bestellt. Geleast und betrieben werden diese Triebwagen von der Berchtesgadener Land Bahn, einem Konsortium nach deutschem Recht aus der Regentalbahn und der Salzburg AG.[27]

Am 7. März 2011 gab Stadler die Bestellung von 7 drei- und 28 sechsteiligen Flirt-Zügen für das E-Netz Rosenheim durch Veolia Verkehr bekannt. Dies sind die ersten in Serie gefertigten Fahrzeuge des Typs Flirt 3.[28] Die ersten sechsteiligen Flirts der Baureihe 1430 wurden im März 2013 nach Velten überführt.[29] Seit Dezember 2013 werden die Züge durch die Bayerische Oberlandbahn (BOB) unter dem Markennamen Meridian zwischen München, Rosenheim, Salzburg und Kufstein eingesetzt.[30] Aufgrund von Problemen mit der Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt standen jedoch zum Betriebsbeginn nicht alle Fahrzeuge zur Verfügung.[31]

Am 1. August 2014 übernahm Alpha Trains die Züge im Rahmen einer „Sale and Lease Back Transaktion“.[32]

Am 5. Juli 2011 gab der „Zweckverband SPNV Nord Rheinland-Pfalz“ bekannt, dass die DB Regio Südwest die europaweite Ausschreibung für das „RE-Netz Südwest E-Traktion“ gewonnen habe. Ab Dezember 2014 sollten auf den Strecken RE 1 (Koblenz – Trier (– Luxembourg /) – Saarbrücken – Ludwigshafen – Mannheim), RE 2 (Koblenz – Frankfurt), RE 4 (Mainz – Ludwigshafen – Karlsruhe), RE 14 (Mainz – Ludwigshafen – Mannheim) 28 fünfteilige Flirt eingesetzt werden. Zwischen Koblenz und Trier (RE 1) sollten die Flirts gemeinsam mit dem Kiss der CFL gekuppelt verkehren. Der Einsatz geschah nur verzögert.

Seit dem 14. Dezember 2014 werden die FLIRT-Züge planmäßig auf allen Strecken des SÜWEX (Südwest-Express) eingesetzt.

Am 2. November 2011 verkündete DB Regio ein Rahmenabkommen mit Stadler, Alstom Transport Deutschland und CAF über die Lieferung von bis zu 400 Elektrotriebzügen.[33] Aus diesem Rahmenvertrag wurden 14 vierteilige Flirts zum Einsatz auf der Regionalbahnlinie RE 42 zwischen Münster, Essen und Mönchengladbach im VRR abgerufen.[34] Seit dem 9. Februar 2015 sind die ersten, als Baureihe 1428 bezeichneten, Triebwagen im Planeinsatz.[35]

Am 11. April 2012 erhielt die Nordbahn Eisenbahngesellschaft den Zuschlag für den Betrieb des Regionalnetzes Mitte in Schleswig-Holstein.[36] Hier werden sieben fünf- und acht sechsteilige Flirts eingesetzt.[37] Es standen zum Betriebsstart am 14. Dezember 2014 nur zehn Triebzüge zur Verfügung.

Die Westfalenbahn setzt seit Dezember 2015 fünfzehn vierteilige Flirt auf der Emslandlinie Münster–Rheine–Emden ein, welche von Alpha Trains angemietet wurden.[38][39]

Am 12. Juni 2013 wurde bekannt, dass Abellio 20 fünfteilige FLIRT-3-Triebzüge bestellt hat.[40] Die 13 Ein- und 7 Mehrsystemzüge (15 kV, 16,7 Hz / 25 kV, 50 Hz / 1,5 kV Gleichspannung) verkehren seit 2016 auf dem Niederrhein-Netz (Düsseldorf–Arnhem und Wesel–Mönchengladbach).[41]

Für den Betrieb der S-Bahn-Linien S 2, S 3, S 9 und S 28 der S-Bahn Rhein-Ruhr, sowie der nordrhein-westfälischen Regionalbahnlinien RB 32, RB 40 und RE 49 ab Dezember 2019 wird Stadler 41 Triebwagen des Typs Flirt 3 XL bauen, die vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an den Betreiber dieser Linien, Abellio Rail NRW, vermietet werden (wobei die Linie S 28 weiterhin von ihrem derzeitigen Betreiber Regiobahn GmbH betrieben wird).[42]

Für den Betrieb der Lose 2 und 3 der Stuttgarter Netze bestellte die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland insgesamt 45 Flirt 3, davon 11 drei- und 15 fünfteilige für das Los 2 sowie 9 vier- und 10 sechsteilige für das Los 3.[43] Im November 2018 wurde der erste Triebzug ET 4.02 (1428 016) der Öffentlichkeit vorgestellt.[44]

Ende Mai 2017 erhielt die Keolis-Deutschland-Tochter eurobahn den ersten von acht bestellten fünfteilige Flirt-3-Triebzügen für den Verkehr auf der Strecke Bielefeld–Bad Bentheim–Hengelo. Er bekam die Betriebsnummer ET 4.01 und wird als 2429 011 geführt.[45]

SchweizBearbeiten

Schweizerische BundesbahnenBearbeiten

 
SBB RABe 521 in Basel Badischer Bahnhof
 
Zwei SBB RABe 522 Flirt France am Bahnhof Delémont
 
Innenraum eines SBB RABe 521 auf der Wiesentalbahn

Das erste Fahrzeug wurde am 4. Juni 2004 offiziell vorgestellt.[46]

Die Initialbestellung der SBB umfasste 73 vierteilige Fahrzeuge in vier Varianten. Ausgeliefert wurden ab Ende 2004 zwölf Fahrzeuge der «helvetischen» Reihe RABe 523 für die Stadtbahn Zug; die parallel entwickelte, deutschlandtaugliche Reihe RABe 521 für die S-Bahn Basel wurde ab Mitte 2005 ausgeliefert. Von diesen 30 Fahrzeugen, sind rechnerisch zehn Stück für die deutsche Tochter SBB GmbH (Betriebsteil Lörrach, Wiesentalbahn). Auch die Ablieferung der neun Fahrzeuge für den Seehas im ersten Halbjahr 2006 (siehe unten) fiel in dieses Bau-Los, während die letzten Fahrzeuge Ende 2006 übernommen wurden.

Zulassungsbedingt länger benötigten die Mehrsystemzüge, die ab Anfang 2007 ausgeliefert wurden. Die italientauglichen RABe 524 für das Tochterunternehmen TILO (S-Bahn Tessin) (19 Stück) durchliefen das Zulassungsverfahren in Italien und wurden bis Mitte 2008 ausgeliefert. Die frankreichtauglichen RABe 522 (12 Stück) wurden im zweiten Halbjahr 2008 fertiggestellt, konnten aber aufgrund geänderter Anforderungen in Frankreich die Zulassung nicht mehr erlangen. Geplant als Ersatz der mit RBDe 562 gebildeten Pendelzüge der S1, der S-Bahn Basel, wurde die S1 ab Dezember 2008 in Basel wieder gebrochen; mangels Gleichstrom-Teil kam auch ein Einsatz auf der Strecke Genf–La Plaine (–Bellegarde) nicht in Frage. Stattdessen wurden die ursprünglichen RABe 522 «FLIRT Alsace» für eine Folgebestellung der SBB zu RABe 523 «helvetisiert».

Eine funktionsfähige Zweifrequenzausführung (RABe 522) wurde bereits durch die provisorische Umrüstung (Hochspannungskabel, Primärspannungswandler, Überspannungsableiter, Umschaltapparate) eines Fahrzeugs der Baureihe RABe 521 (Nummer 011) getestet, das zu Demonstrationszwecken nach Ungarn überführt wurde. Aufgrund von provisorischen Bewilligungen seitens Österreichs und Ungarns konnte die gesamte Überführung aus eigener Kraft erfolgen.[47]

Anfang Oktober 2007 wurde der Kauf weiterer zwölf FLIRT (RABe 523) für rund 116 Millionen CHF durch die SBB bekanntgegeben.[48] Bestimmt sind acht Fahrzeuge für den Regionalverkehr über die Aargauische Südbahn (Aarau–Rotkreuz), eines für den Ausbau der S2 der Stadtbahn Zug und drei für die S8 der S-Bahn Luzern. Für den «Bau» dieser Fahrzeuge wurden die faktisch fertiggestellten RABe 522 verwendet, welche schließlich als RABe 523 032–043 neu zugelassen wurden. Implizit wurde damit die Neukonstruktion der bestellten zwölf frankreichtauglichen FLIRT ausgelöst.[49]

Im August 2008 gaben die SBB die Bestellung von 19 FLIRT (RABe 523) für den RER Vaudois, zwei zusätzlichen frankreichtauglichen FLIRT (RABe 522) für die S-Bahn Basel und elf sechsteiligen FLIRT für TILO (RABe 524 101–111) bekannt. Die Auslieferung der RABe 523 013–031 erfolgte ab Mitte 2009 bis Oktober 2010, gefolgt von ersten fünf sechsteiligen FLIRT. Von April bis Ende 2011 wurden die übrigen sechsteiligen FLIRT und 12 der bestellten 14 «FLIRT France» (RABe 522 201–214) ausgeliefert, während zwei für Zulassungsfahrten bei Stadler verblieben und erst Ende 2012 von den SBB übernommen wurden.

Im Gegensatz zu den «FLIRT Alsace» erlangten die «FLIRT France» bis Dezember 2012 eine Zulassung in Frankreich. Allerdings zeigte sich TER Alsace entgegen einer 2004 unterzeichneten Absichtserklärung nicht gewillt, die für 15 kV mit 16,7 Hz und für 25 kV mit 50 Hz gebauten und zugelassenen Zweisystem-FLIRT für den Betrieb des Abschnitts Basel–Mulhouse der Basler S1 von den SBB zu mieten.[50]

Anfänglich nur im Binnenverkehr eingesetzt, kamen die Züge ab August 2014 auf dem neu mit 25 kV und 50 Hz elektrifizierten Abschnitt Genf–La Plaine (–Bellegarde) im Raum Genf zum Einsatz. Per 9. Dezember 2017 erfolgte die Wiederinbetriebnahme der Strecke Delle–Belfort mit 25 kV und 50 Hz, wodurch die neuen durchgehenden Züge zwischen Biel/Bienne und Meroux TGV, von den SBB ebenfalls mit RABe 522 gefahren werden.

 
RABe 523 076 in transN-Lackierung

Folgebestellungen aus dem ursprünglichen Rahmenvertrag erfolgten in den folgenden Jahren nach Bedarf. Von Ende 2012 bis Ende 2013 wurden 13 FLIRT (RABe 523 044–056) für den Großraum Olten («RegiOlten») ausgeliefert. Im Laufe des Jahres 2014 wurden weitere 6 sechsteilige FLIRT für TILO (RABe 524 112–117), sowie 4 vierteilige an die FMN/Trenord ausgeliefert, welche ebenfalls für TILO (RABe 524 201–204) bestimmt sind. Zwischen Ende 2015 und Ende 2016 kamen weitere 10 FLIRT (RABe 523 057–066) zur Ablieferung, die der «RegiOlten»-Version entsprechen. Ab Mitte 2017 wurden nochmals 7 FLIRT (RABe 523 067–073) als «RegiOlten» abgeliefert; vier Züge (074–077) wurden im transN-Design geliefert.

Für den Ausbau des Genfer S-Bahn-Netzes (Neubaustrecke CEVA), unter dem aktualisierten Namen «Léman Express» wurden weitere 18 «FLIRT France LEX» (RABe 522 215–232) bestellt; von Ende 2017 bis Mitte 2018 wurden 9 Stück abgeliefert, die übrigen 9 wurden von Ende 2018 bis Mitte 2019 abgeliefert.

Im Frühjahr 2017 wurden 14 vierteilige Flirt «neue Generation» im Wert von 125 Mio. Fr. für die S-Bahn Waadt bestellt.[51] Sie sollen im Jahr 2021 geliefert werden und erhalten die Nummern 523 101–114.[52] Gleichzeitig haben die SBB die schon früher angekündigte Bestellung von fünf sechsteiligen Zweisystem-Flirt für die Tessiner Tochter TILO ausgelöst. Diese Züge werden bei der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnel Ende 2020 benötigt.[53] Sie erhalten die Nummern 524 301–305.[54]

Nach Ablauf der Rekursfrist, wurde am 20. Dezember 2018 die Bestellung von 7 vierteiligen FLIRT 3 in Fernverkehrsausführung, mittels freihändiger Vergabe bekanntgegeben. Die von den SBB «Mouette» (franz. Möwe) getauften Fahrzeuge, sollen ab Dezember 2020 auf der InterRegio-Linie Bern–Neuchâtel–La-Chaux-de-Fonds (IR 66) zum Einsatz kommen, die derzeit von der BLS als RegioExpress (RE) geführt wird. Die Beschaffung umfasst eine Option über sieben weitere Fahrzeuge.[55] Sie sollen bis 2021 geliefert werden und die Nummern 523 501–507 erhalten.[56]

  • SBB RABe 521 001–030 (CH/DE)
  • SBB RABe 521 201–209 (CH/DE)
  • SBB RABe 522 201–232 (CH/FR)
  • SBB RABe 523 001–073 (CH)
  • TRN RABe 523 074–077 (CH)
  • SBB RABe 524 001–019 (CH/IT)
  • SBB RABe 524 101–117 (CH/IT)
  • SBB RABe 524 201–204 (CH/IT)
 
RABe 521 017 mit Werbung für die FHNW

Am 1. November 2017 wurde erstmals ein Flirt der SBB mit einer Ganzwerbung vorgestellt. Der RABe 521 017 trägt Werbung für die Fachhochschule Nordwestschweiz und wurde gleichzeitig auf den Namen Muttenz getauft.[57]

PrivatbahnenBearbeiten

 
Flirt im Design der Südostbahn
 
SOB RABe 526 105 Traverso / Stadler Flirt III

Die Triebzüge des FLIRT-Konzeptes wurden auch von verschiedenen Privatbahnen bestellt. Die Schweizerische Südostbahn (SOB) hat elf Triebzüge für den Betrieb der S-Bahn Zürich (S13, S40) und der S-Bahn St. Gallen (S3, S4, S9) bestellt. An diese Bestellung angeschlossen hat sich die Transports Régionaux Neuchâtelois (TRN) mit einem Triebzug. Die zwölf Fahrzeuge wurden von Stadler Altenrhein gefertigt und ab Februar 2007 in Dienst gestellt. Zwei weitere Flirt wurden 2008 durch die TRN bestellt. Im Jahr 2010 wurden aufgrund der Erweiterung der S-Bahn St. Gallen weitere zwölf SOB-FLIRT bestellt, die im Laufe des Jahres 2013 abgeliefert wurden. Für das neu strukturierte Verkehrsangebot Fribourg–Bulle wurden von den Transports Publics Fribourgeois (TPF) acht FLIRT desselben Typs bestellt.

Um das gegenwärtige Rollmaterial des Voralpen-Express per Ende 2019 zu ersetzen, bestellte die SOB im Juni 2016 sechs achtteilige FLIRT 3 für den Fernverkehr; aufgrund des Streckenprofils mit Neigungen bis 50 ‰, wird das Fahrzeug nicht als achtteiliger 4/18-Ganzzug hergestellt, sondern besteht – ähnlich wie der NSB-FLIRT – aus zwei kurzgekuppelten vierteiligen 4/10-Halbzügen. Um sich von den FLIRT abzuheben wurde das Fahrzeug von den SOB «Traverso» getauft. Zeitgleich wurden fünf weitere vierteilige FLIRT für den Betrieb der S-Bahn bestellt.[58] Für die zukünftigen Gotthard-Bergstreckenzüge in Zusammenarbeit mit den SBB, löste die SOB im Dezember 2017 eine Option über elf weitere «Traverso» ein. Im Dezember 2018 löste die SOB eine zweite Option ein: sieben zusätzliche «Traverso» für die Fernverkehrslinie Chur–Zürich–Bern, die ab Dezember 2021 mit den SBB zusammen betrieben werden soll, sowie weitere fünf vierteilige FLIRT.

  • SOB RABe 526 041–063 (23 Stück)
  • SOB RABe 526 001–010 (10 Stück bestellt, ab 2019)
  • SOB «Traverso» 101/201–124/224 (24 Stück bestellt, ab 2019)
  • TRN RABe 527 331–333 (3 Stück)
  • TPF RABe 527 191–198 (8 Stück)

Ursprünglich von der «Euro Thurbo» für den Seehas bestellt wurden neun Triebzüge, die ab Anfang 2006 ausgeliefert wurden und ab 1. Mai 2006 bis Mitte Juli 2006 in den Regelbetrieb gingen. Wie alle «Euro-Thurbo»-Fahrzeuge hatten sie eine Baureihenbezeichnung im Nummernbereich der Muttergesellschaft Thurbo erhalten, bevor die «Euro-Thurbo» 2005 mit der deutschen SBB GmbH fusioniert wurde. In der Folge gingen die Fahrzeuge ins Eigentum der SBB über und sind dauerhaft an die SBB GmbH vermietet, behielten jedoch zunächst die zugeteilten Betriebsnummern. Ab 2011 erhielten die Fahrzeuge zusammen mit den TSI-Nummern die neue Bezeichnung 521 201 bis 209.

AlgerienBearbeiten

Im März 2006 erhielt Stadler Rail den Zuschlag für die Lieferung von 64 vierteiligen FLIRT an die Algerische Staatsbahn (SNTF), die sie im S-Bahn-Netz Algier seit dem 3. Mai 2009 fahrplanmäßig einsetzt. Das gesamte Auftragsvolumen belief sich auf rund 600 Millionen Schweizer Franken und umfasste neben der Herstellung (komplette Fertigung in Bussnang) die Wartung und die Lieferung von Ersatzteilen. Die Ablieferung der Fahrzeuge begann Mitte 2008 und dauerte bis Ende 2010.[59] Dabei wurden die Fahrzeuge mit RoRo-Schiffen von Savona nach Algier trajektiert.[60] Da mit einem hohen Verkehrsaufkommen gerechnet wurde, ist der vierteilige Triebzug mit bis zu 1000 Stehplätzen und acht Türen je Fahrzeugseite speziell dafür ausgerüstet. Außerdem können bis zu vier Einheiten gekuppelt werden.[61][62]

EstlandBearbeiten

 
zwei FLIRT-ET im Balti jaam in Tallinn

Zwischen 2013 und Sommer 2014 lieferte Stadler 18 elektrische (für circa 80 Millionen Euro) und 20 dieselelektrische Triebzüge mit einer Spurweite von 1520 mm an die estnische Eisenbahn (Markenname: Elron).[63][64] Die elektrischen Triebwagen sind für Gleichspannung von 3 kV ausgelegt. Sie haben sämtliche bisherige Triebwageneinheiten, die noch aus der Sowjetära stammten, ersetzt und dem Tallinner Nahverkehr (eine Art S-Bahn-System) ein neues Gesicht verliehen. Die baugleichen Dieseltriebzüge haben auf den übrigen inländischen Strecken alle bisherigen Personenzüge ersetzt.

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Auf Grund ihrer orangen Farbe werden die Züge in Estland im Volksmund auch "Möhren" genannt.

FinnlandBearbeiten

 
Sm5 in Helsinki

Für den Schienennahverkehr in der Region Helsinki hat die finnische Leasinggesellschaft für Schienenfahrzeuge Pääkaupunkiseudun Junakalusto (JKOY), die unter anderem von der Finnischen Staatsbahn VR mitgetragen wird, als Ergebnis einer Ausschreibung, über die am 31. August 2006 entschieden wurde, auf dem FLIRT basierende S-Bahn-Züge (Bezeichnung Sm5) bei Stadler bestellt. Das Auftragsvolumen liegt bei 190 Millionen Euro und umfasst die Lieferung von 32 vierteiligen Triebzügen (25 Kilovolt bei 50 Hertz) ab 2009, die erstmals in einer 1520-mm-Breitspurausführung gebaut werden. Im März 2012 wurden die zwölf in Betrieb befindlichen Züge für eine Woche abgestellt, nachdem Korrosion am Hauptschalter in drei Zügen Kurzschlüsse verursacht hatte.[65]

GroßbritannienBearbeiten

Für den Betrieb des „East Anglia“-Netzes im Osten und Nordostens Londons bestellte Abellio Greater Anglia 20 zwölfteilige Flirt UK der Klasse 745 für Intercity-Züge und für den Verkehr zum Flughafen Stansted. Dazu kamen 14 dreiteilige und 24 vierteilige Flirt UK der Klasse 755 mit bimodalem Antrieb, die mit 25 kV Oberleitungsspannung oder mit Dieselantrieb verkehren können.[66]

 
Dreiteiliger Flirt UK Klasse 755

ItalienBearbeiten

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FLIRT der Südtirol Bahn auf Testfahrt in der Schweiz

Für den Regionalverkehr auf der Strecke Venezia Mestre – Adria unterzeichnete Stadler am 26. September 2006 mit Sistemi Territoriali einen Auftrag für die Lieferung von zwei elektrischen FLIRT in vierteiliger Ausführung. Diese wurden 2010 ausgeliefert und als ETR 340 (ETR: Elettrotreno) bezeichnet. Sie verkehren im Rahmen des Sistema Ferroviario Metropolitano Regionale zwischen Mira Buse und Venezia Santa Lucia auf der neu elektrifizierten Strecke. Zudem wurde eine weitere Ausschreibung für drei dreiteilige FLIRT bei der Ferrovie del Gargano für die Region Apulien gewonnen.[67] Diese Triebzüge werden als ETR 330 bezeichnet.

Ausgehend von einer Ausschreibung der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) im März 2007, wurden am 27. Juni 2007 Verträge über acht FLIRT und zwei passende Steuerwagen im Gesamtwert von knapp 60 Millionen Euro unterzeichnet. Eine allfällige Folgebeschaffung wird mittels einer nicht näher bezifferten Optionsvereinbarung offen gehalten. Die acht Triebzüge für den Regionalverkehr in der Provinz Bozen sind seit Dezember 2008 im Einsatz. Sie bestehen aus vier vierteiligen (ETR 155-001 bis 004, TSI-Nummern je Kastenelement 94 83 4 155 001–016) und vier sechsteiligen (ETR 170-001 bis 004, 94 83 4 170 001–024) FLIRT mit Zweispannungsausrüstung für den Betrieb unter 3 Kilovolt Gleich- und 15 Kilovolt Wechselspannung mit 16,7 Hertz. Seit Dezember 2008 sind die Triebzüge als Verdichtungen zu den FS-Zügen auf dem Südtiroler Streckennetz Meran–Bozen, Bozen–Franzensfeste und Franzensfeste–Innichen (Pustertalbahn) im Einsatz. Mit der Zulassung für Österreich werden durchgehende Fahrten durchs Pustertal bis nach Lienz respektive über die Brennerbahn bis nach Innsbruck realisiert. Äußerlich entsprechen die FLIRT den bestehenden Diesel-GTW der Vinschgerbahn (Meran–Mals).[68] Ende 2011 wurde die Option über den Ankauf von weiteren acht FLIRTs gezogen. Außerdem sollen die vier bereits verkehrenden vierteiligen Triebwagen durch jeweils zwei Erweiterungsmodule verlängert werden. Die Lieferung und Inbetriebnahme dieser zweiten Bestellung begann Mitte 2013, die ersten Einsätze nach Innsbruck starteten zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013.[69][70], nach Lienz zum Fahrplanwechsel Dezember 2014[71]

Seit September 2009 kommen in Apulien täglich jeweils zweimal fünf Doppelwagen vom Typ FLIRT zum Einsatz, die für die private Gesellschaft Ferrotramviaria die Strecken Bari–Lecce und Bari–Barletta befahren. Eine Million Bahnkilometer sollen so jährlich zurückgelegt werden. Die Züge tragen die Bezeichnung ETR340. Im Jahre 2013 wurde der Flughafen Bari Palese angeschlossen.

Die ersten Zweikraft-Flirt wurden im Mai 2015 von der Region Aostatal bestellt. Fünf dreiteilige Züge mit einer Antriebsleistung von 2600 Kilowatt (im Fahrleitungsbetrieb mit 3 Kilovolt) bzw. 700 Kilowatt (mit Dieselantrieb) werden ab 2018 ausgeliefert. Im Dieselbetrieb beträgt die Höchstgeschwindigkeit 140 km/h. Optional sind fünf weitere Züge und eine Verlängerung der Wartung um drei auf acht Jahre vereinbart worden.[72]

NiederlandeBearbeiten

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Arriva RE 18-Mehrsystem­trieb­wagen des Typs Stadler Flirt 3 in Aachen Hauptbahnhof nach Maastricht.

Die Nederlandse Spoorwegen (NS), die ehemalige Niederländische Staatsbahn, gaben am 23. April 2015 bekannt, bei Stadler 58 Triebzugeinheiten des Typs Flirt in Auftrag gegeben zu haben. Es handelt sich dabei um 33 drei- und 24 vierteilige Züge. Der Kontraktwert dieser Bestellung beträgt insgesamt etwa 280 Millionen Euro. Die NS-Flirts sowie die von Arriva Nederland werden seit Ende 2016 als sogenannte Sprinter-Züge, vergleichbar mit den hiesigen Regionalbahnen (Stoptrein) sowie Regionalexpress (Sneltrein), eingesetzt und sind mit USB-Anschlüssen, Steckdosen, einem Reisenden-Informationssystem und mit der ERTMS-Zugbeeinflussung ausgestattet.[73]

Im März 2016 wurde bekannt, dass Stadler weitere 16 Züge des Typs Flirt an die niederländischen Betreibergesellschaften Syntus BV und Keolis verkauft hat. Die neun dreiteiligen und sieben vierteiligen Züge zum Gesamtpreis von 125 Millionen Euro sollen ab Ende 2017 die Linien ZwolleKampen und Zwolle–Enschede bedienen.[74]

NorwegenBearbeiten

 
FLIRT der NSB

Am 19. August 2008 erhielt Stadler von den Norges Statsbaner (NSB), seit April 2019 Vy, den Auftrag für die Lieferung von 50 fünfteiligen Triebzügen mit einer Option für 100 weitere Einheiten. Die Züge sollen im S-Bahn-Verkehr im Großraum Oslo sowie für mittellange Strecken im gesamten südlichen Norwegen eingesetzt werden. Die Fahrzeuge sind eine für die klimatischen Bedingungen in Norwegen konzipierte Weiterentwicklung des FLIRT mit abweichendem Kopfdesign. Der fünfteilige Zug besteht im Prinzip aus einem Zweiteiler (2’2’Bo’) und einem Dreiteiler (Bo‘2‘2’Bo’), verfügt also über eine dritte Antriebseinheit im Mittelteil des Zuges.[75] Das Fahrzeugkonzept ist auf eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt. Das Auftragsvolumen beträgt rund 640 Millionen Schweizer Franken.

Die ersten zehn gelieferten Züge sollten nach ausgiebigen Test- und Einweisungsfahrten am 29. Februar 2012 den regulären Verkehr aufnehmen. Nachdem am 15. Februar 2012 ein Flirt-Testzug auf der Vestfoldbanen zwischen Tønsberg und Holmestrand bei Nykirke entgleiste, wurde die Einführung aufgeschoben, bis technische Gründe als Unfallursache ausgeschlossen werden konnten. Der erste fahrplanmäßige Einsatz erfolgte schließlich am 2. Mai 2012 auf der Vestfoldbahnstrecke von Oslo nach Skien, dem Standort des Wartungszentrums für den Zugtyp.[76][77]

Bei dem Unfall vom 15. Februar 2012 wurden fünf Personen (keine Reisenden) verletzt, der Zug durch seitlichen Kontakt mit Felsen schwer beschädigt.[78] Die Auswertung des Fahrtenschreibers durch die norwegische Havariekommission ergab, dass die Bremse bei einer Geschwindigkeit von 135 km/h betätigt wurde, obwohl auf dem Streckenabschnitt nur eine Geschwindigkeit von 70 km/h zulässig ist. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung wurde nur durch eine Signaltafel statt mit zweien signalisiert.[79][80] Die weitere Untersuchung ergab, dass der Triebwagenführer durch ein Telefongespräch abgelenkt wurde und den Zug mit hoher Geschwindigkeit in einen engen Bogen fahren ließ. Technische Mängel an der Strecke oder der Zugeinheit wurden nicht festgestellt.[76]

Anfang 2013 haben die NSB bekannt gegeben, eine Option über 16 weitere Züge einzulösen. Diese sollen vom Frühling 2014 bis Anfang 2015 ausgeliefert werden und entsprechen den bisher gelieferten Zügen. Bis Mai 2017 wurden 37 Züge der Baureihe BM74 und 48 Züge der Baureihe BM75 an die NSB ausgeliefert.[81][82][83]

Für den Betrieb auf der norwegischen ETCS-Pilotstrecke Østfoldbanen wurden neun Triebzüge mit ETCS Level 2 ausgerüstet.[84]

PolenBearbeiten

 
Flirt (ER75, 214) der Koleje Mazowieckie (KM)
 
Flirt 3 als Baureihe ED160 von PKP Intercity
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Als Resultat einer Ausschreibung in Polen konnten Ende Juni 2006 die Verträge für 14 vierteilige FLIRT für den Verkehr in den Regionen Masowien (zehn Einheiten) und Schlesien (vier Einheiten) in Polen unterzeichnet werden. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 100 Millionen Schweizer Franken und umfasst auch Serviceleistungen und die Schulung des Personals. Die Ablieferung der Fahrzeuge ist zwischen Herbst 2007 und Ende 2008 vorgesehen.

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Mit dem Gewinn der Ausschreibung einher geht der Entscheid der Stadler Rail Group, in Polen eine weitere Tochtergesellschaft für die Endmontage der Züge zu gründen. Einerseits wird dadurch versucht, sich auf dem polnischen Markt zu etablieren und weitere Fahrzeuge zu verkaufen, andererseits ist es damit möglich, die Kosten gegenüber einer vollständigen Fertigung in der Schweiz und in Deutschland zu senken. Ab Frühling 2014 werden 20 zweiteilige Flirt 3 für den Verkehr im Großraum Łódź (Łódzka Kolej Aglomeracyjna, ŁKA) geliefert. Diese Züge erreichen 160 km/h. Die Unterhaltung während 15 Jahren ist in der 180 Millionen Franken teuren Bestellung mitinbegriffen.[6]

Der Hersteller gab im August 2013 bekannt 20 Züge (Flirt 3) mit jeweils acht Wagen inklusive Wartungsvertrag über 15 Jahre an PKP Intercity zu liefern. Ausgestattet mit erster und zweiter Klasse sowie einem Speisewagen sind die Züge für den Fernverkehr Polens vorgesehen. Die Montage erfolgt im Werk in Siedlce und bei Newag. Einzelne Bauteile wie Drehgestelle und Antriebskomponenten werden in der Schweiz gefertigt.[85]

SchwedenBearbeiten

 
MTR Express FLIRT

Die private Bahngesellschaft MTR Express, eine Tochter der Hongkonger MTR Corporation, betreibt auf der Strecke Stockholm – Göteborg seit März 2015 ein Fernverkehrsangebot in Konkurrenz zu den Schwedischen Staatsbahnen (SJ).[86] Dafür wurden im November 2013 sechs fünfteilige Flirt-Züge im Wert von rund 85 Millionen CHF bestellt. Die Züge sind für eine Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt und auf die schwedischen Winterbedingungen abgestimmt.[87] Die Übergabe der Züge erfolgte seit Oktober 2014.[88] Die in Schweden als Baureihe MTR X74[89] geführten Züge haben nur eine Wagenklasse[86] und bieten Internetzugang per WLAN an allen Plätzen.[90]

SerbienBearbeiten

 
Flirt für die Železnice Srbije auf der Innotrans 2014

Die Serbischen Eisenbahnen (ŽS) haben 21 vierteilige „Flirt 3“ Züge bestellt. Stadler setzte sich gegen die Konkurrenten Alstom und Siemens durch und erhielt im März 2013 den Auftrag im Wert von rund 100 Millionen Euro. Die in den Jahren 2015 und 2016 gelieferten Einheiten werden im Regionalverkehr eingesetzt. In jedem Wagenkasten gibt es eine Tür pro Seite, eine vierteilige Einheit weist 234 Sitzplätze auf. Die Züge wurden mit dem in Serbien üblichen punktförmigen Zugbeeinflussungssystem Indusi geliefert, wobei eine Nachrüstung auf ETCS möglich ist.[91]

TschechienBearbeiten

Im September 2010 unterschrieb das Unternehmen Leo Express einen Vertrag über die Lieferung von fünf fünfteiligen Flirt-Triebzügen (160 km/h, 2000 kW, 3 kV Gleichspannung). Diese Züge werden auf der Strecke PragOstrava eingesetzt. Der Betrieb wurde im Dezember 2012 aufgenommen. Jeder Zug bietet 237 Sitzplätze in drei Wagenklassen (6 Premium, 19 Business, 212 Economy) und einen rollstuhlgerechten Bereich, Mahlzeiten werden am Platz serviert. Im Unterschied zu den Nahverkehrsvarianten gibt es nur vier einfachbreite Einstiegtüren auf jeder Seite.[92][93]

UngarnBearbeiten

 
MÁV 5341 in Székesfehérvár

MÁV

Für den Regionalverkehr der MÁV-START um Budapest erhielt Stadler Rail nach langem juristischem Auseinandersetzungen 2006 den Zuschlag für die Lieferung und den Unterhalt von 30 vierteiligen Zügen. Die kanadische Firma Bombardier Transportation hatte dreimal Einspruch gegen die Vergabe erhoben, unterlag jedoch dreimal vor Gericht. Der Auftrag beinhaltete eine Option auf 30 weitere Züge, und hätte ursprünglich mit dem ungarischen Partner Ganz Transelektro ausgeführt werden sollen. Aufgrund von internen Veränderungen bei Ganz konnte dieses Vorhaben nicht umgesetzt werden. Stattdessen übernahm die eigens dafür gegründete Tochtergesellschaft Stadler Ungarn die Umsetzung des Auftrags.

Die Option wurde 2007 eingelöst, und die letzten der sechzig Triebzüge wurden im Februar 2010 ausgeliefert.[94] Zudem ermöglichte dies den Aufbau des Stadler-Werkes Szolnok in Ungarn, das 2009 in Betrieb ging und die letzten sieben Triebzüge endmontierte.

Die Fahrzeuge trugen in Ungarn die MÁV-Bezeichnung BVpmot-BDpx-Bpx-BVpmot (alte Bezeichnungschema, nur an den Seiten angeschrieben) 5341 001–5341 060 (neue Bezeichnungschema bis 2014/2015). Seit der Umnummerierung 2014/2015 sind die Triebwagen als Baureihe 415 geführt (415 001 ff, A-D-C-B-Teile: 1415 001, 4415 001, 3415 001, 2415 001[95]). Ihre Wartung erfolgt im Stadler-Werk in Pusztaszabolcs.

GySEV

Als zweiter Kunde in Ungarn bestellte im Oktober 2012 die ungarisch-österreichische Privatbahn GySEV vier Flirt-Triebzüge, die im ersten Halbjahr 2014 abgeliefert werden sollen.[96] Zwei dieser Züge nahmen bereits am 15. Dezember 2013 den Verkehr auf der Bahnstrecke Sopron–Szentgotthárd auf.[97]

GySEV und MÁV

Einen weiteren Auftrag über sechs Triebzüge erteilte die GySEV im Februar 2013 zusammen mit der MÁV, welche 42 Züge orderte. Die Auslieferung erfolgt im Wochentakt ab Herbst 2014 bis Spätsommer 2015. Alle 48 Flirt-Triebzüge werden mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ausgerüstet. Für den Bau der Aluminium-Wagenkästen wird seit 2012 das Werk in Szolnok ausgebaut. Hernach wird Stadler in Ungarn 600 Mitarbeiter beschäftigen.[98] Ausgeliefert werden sollen die Triebzüge ab Herbst 2014 bis Spätsommer 2015 im Wochentakt.

MÁV

Am 23. Juni 2015 wurden von der MÁV in einem weiteren Auftrag 21 Triebzüge nachbestellt.[99] Insgesamt wurden nach Ungarn 133 Züge verkauft. Die allgemeine Wartung der GYSEV-Züge (Nummerierung: 415 500 – 509[100][101]) findet in Sopron statt, ihr Spitzname ist "Sport szelet" nach der Ähnlichkeit der Farbgestaltung mit der Verpackung des Schokoriegels. Die neueren Zügen (Nummerierung: 415 061 – 123[102]) der MÁV-START sind im Betriebswerk Istvántelek beheimatet[103].

GySEV

Die GySEV bestellte im September 2016 10 „Flirt 3“, deren Auslieferung von März 2018 bis Januar 2019 erfolgen soll. Die vierteiligen Einheiten können auch mit den bereits vorhandenen Flirt in Traktion verkehren.[104]

WeißrusslandBearbeiten

 
Weißrussischer EPM-002-Triebzug (Stadler G)
Weißrussischer EPG-001-Triebzug

2010 gewann Stadler die Ausschreibung von zehn vierteiligen Triebzügen (25 kV, 50 Hz) für die weißrussische Belaruskaja tschyhunka (BC).[105] Die Züge haben mit 1520 mm dieselbe Spurweite wie die finnischen Triebzüge und weisen ebenfalls ein größeres Lichtraumprofil auf. Sechs Züge wurden für den S-Bahn-Verkehr der Hauptstadt Minsk ausgestattet, die anderen vier Züge wurden mit komfortablerer Ausstattung geliefert und im Interregio-Verkehr zwischen großen Städten eingesetzt. Die Auslieferung erfolgte zwischen 2010 und 2011.

Im Dezember 2012 bestellte die BC sechs fünfteilige Triebzüge für lange Regionalstrecken, mit höherem Komfort als die S-Bahn-Züge und mehr Stauraum für Gepäck. Die Züge wurden zwischen 2013 und 2014 ausgeliefert.[106]

2015 und 2016 wurden zwei Prototypen eines komplett neuen Modells für die BC gefertigt. Diese als Flirt G (Eigenschreibweise: FlirtG) bezeichneten Fahrzeuge sind mit 3480 mm Wagenkastenbreite breiter als bisherige Breitspurvarianten mit 3200 mm, die erste realisierte siebenteilige Variante und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Das Design des Frontmoduls wurde überarbeitet.[107][108]

Am 17. Januar 2019 gab Stadler die Bestellung von 10 fünfteiligen Flirt bekannt. Diese werden auf den Flirt G mit breitem Wagenkasten basieren, werden allerdings nur auf 160 km/h Höchstgeschwindigkeit ausgelegt. Vorgesehen sind der Einbau von WiFi und Mobilfunkverstärkern, sowie Verpflegungsautomaten. Jede 93 Meter lange Einheit wird 16 Plätze erster Klasse und 244 Plätze zweiter Klasse (in 3+2-Bestuhlung) anbieten; geplant sind drei Toiletten, davon eine rollstuhlgängig.[109] Die Ablieferung ist ab 2020 vorgesehen.

VariantenübersichtBearbeiten

Stadler bezeichnet nach dem Vorbild der Schweizer Serienbezeichnungen die verschiedenen Varianten mit einem x/y, wobei x die Anzahl der angetriebenen Achsen angibt und y die Anzahl der Achsen insgesamt. Als Gliedertriebzug hat der FLIRT immer ein Drehgestell mit je zwei Achsen mehr, als er aus Wageneinheiten besteht. Ein Typ 4/12 ist also ein Fünfteiler mit vier angetriebenen Achsen, ein 3/8 ein Dreiteiler mit drei angetriebenen Achsen.

Die für die jüngsten Bestellungen vorgesehenen Fahrzeuge (DB Regio, nordbahn und Veolia) werden von Stadler als „Flirt 3“ bezeichnet.[110] Diese unterscheiden sich von der ursprünglichen Variante vor allem dadurch, dass in dem „Flirt 3“ eine entsprechend der EN 15227 gestaltete crashoptimierte Front verbaut ist. Da künftig vermehrt Bauteile auch in anderen Baureihen aus dem Hause Stadler verwendet werden können sollen, orientiert sich diese eher am Stadler KISS und dem „NSB-Flirt“ als an dem „Flirt France“, dessen Front ebenfalls schon crashoptimiert ist. Das bei den nun angebotenen dieselelektrischen und Zweikraftversionen eingefügte Antriebsmodul mit dem Dieselmotor sitzt auf zwei Jakobsdrehgestellen.

Die technischen Daten der individuellen Baureihen können von den hier gemachten technischen Angaben abweichen, abhängig von der Fahrzeugausstattung. Die folgenden Angaben basieren auf Datenblättern des Herstellers.

Fahrzeugdaten
zweiteilig dreiteilig vierteilig fünfteilig sechsteilig siebenteilig achtteilig
Be­zeich­nung 0426.1
Abellio: ET 22
ŁKA: 2140
0427
Cantus: 427/827
Abellio: ET 23
eurobahn: ET 8.xx
BLB: ET 130 ff
HLB: 427
VIAS: 301 ff
Veolia: ET 351 ff
SBB: RABe 521–524
SOB: RABe 526
TPF/TRN: RABe 527
MÁV: 5341
0428
Cantus: 428/828
eurobahn: ET/EM 5.XX/6.XX
VIAS: 401 ff
STA: ETR-155
JKOY: Sm5
KM: ER75
: EN75
ŽS: 413
DB: 1428/1828

SOB: Voralpen-Express (VAE)

0429
DB: 429
eurobahn: ET/EM 7.xx/9.xx
HLB: 429
1429
Nordbahn: ET 5.01–07
Abellio: ET 25 22xx

2429
eurobahn: ET 4.xx
Abellio: ET 25 23xx

3429
Abellio

1430
Veolia: ET 301 ff
SBB: RABe 524L
Nordbahn ET 6.01–08
NSB: Typ 74
BC: Flirt G PKP IC: ED160

SOB: Voralpen-Express (VAE)

Bau­jahr ab 2006 ab 2004 ab 2004 ab 2007 ab 2008 2015 – 2016 ab 2014
Achs­folge Bo’2’2’
ŁKA: Bo‘2‘Bo‘
Bo’2’2’Bo’
HLB/VIAS/Veolia: Bo’2’2’(1A)
Bo’2’2’2’Bo’ Bo’2’2’2’2’Bo’
NSB: Bo’2’2’ + Bo’2’2’Bo’
Bo’2’2’2’2’2’Bo’ Bo’2’2’2’Bo+
'2’2'2’Bo’
Bo’2’2’2’2’+
2’2’2’2’Bo’
SOB: Bo’2’2’2’Bo’+
Bo’2’2’2’Bo’
Leer­masse 76 t
ŁKA:90 t
100 t 120 t
131 t[111]
JKOY: 132 t
145 t (Nordbahn: 156 t) 170 t (Nordbahn: 179 t) 270 t PKP: 257 t
Länge 42.066 mm
ŁKA: 45.700 mm
58.166 mm
58.600 mm (Flirt 3)
74.266 mm
JKOY: 75.200 mm
ŽS: 77.100 mm
90.378 mm 106.278 mm
106.900 mm (Flirt 3)
134.500 mm PKP: 152.900 mm (Flirt 3)
SOB: 150.200 mm (Flirt 3)
Breite 2880 mm
JKOY/NSB: 3200 mm
ŁKA/ŽS: 2820 mm
3480 mm 2820 mm
Höhe 4185 mm
JKOY: 4400 mm
4600 mm 4120 mm
Fußboden­höhe Hochflur: 1120 mm, Niederflur: siehe Einstiegshöhe 700/900/1240 mm 1180 mm
Einstiegs­höhe 580 mm bzw. 780 mm
JKOY: 600 mm
600 mm 1180 mm

SOB: 780 mm

Sitz­platz­anzahl circa 116 circa 181 circa 219 circa 274–300
DB 429/829: 274
circa 333 382 PKP: 354
SOB: 361
Sitzplatzanzahl kann je nach Bestellung um ±20 Plätze variieren
Höchst­ge­schwin­digkeit 140 km/h
ŁKA: 160 km/h
160 km/h 160 km/h
SNTF: 120 km/h
160 km/h
NSB: 200 km/h
160 km/h 200 km/h 160 km/h
Dauer­leistung am Rad 1000 kW
ŁKA: 1400 kW
2000 kW
HLB/VIAS/Veolia: 1500 kW
2000 kW 2000 kW
NSB: 3000 kW
2000 kW 3000 kW 2000 kW
SOB: 4000 kW
Max. Leistung am Rad 1300 kW
ŁKA: 1800 kW
2600 kW
HLB/VIAS: 1950 kW
2600 kW 2600 kW
NSB: 4500 kW
2600 kW 3900 kW 3000 kW
SOB: 5200 kW
Anfahr­be­schleu­ni­gung 0,83 m/s²
ŁKA: 1,1 m/s²
1,19 m/s²
1,2 m/s²
HLB/VIAS: 1,01 m/s²
1,00 m/s²
1,2 m/s²
0,87 m/s² 0,80 m/s²[112] 0,9 m/s² 0,6 m/s²

SOB: 1,1 m/s²

Quellen [113][114][115][116][117][118][119][120][121][122][123][124]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • «Flirt» für Stadtbahn Zug und S-Bahn Basel. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 11/2002, ISSN 1421-2811, S. 506–509.
  • Gelenktriebwagen RABe 526 für die Regionalverkehr Mittelland AG. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 11/2003, ISSN 1421-2811, S. 498–503.
  • Sven Klein: Der «flinke, leichte, innovative Regional-Triebzug» für die SBB. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 1/2005, ISSN 1421-2811, S. 18–26.
  • Michael Wiegleb, Kuno Schmid, Edgar Keller, Peter Daehler: Stadtlers Mehrsystem-Triebzug Flirt für die TILO. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 10, 2006, ISSN 1421-2811, S. 490–497.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thomas Griesser Kym: Stadler in Zahlen: Vom KMU zum Weltkonzern mit 8000 Mitarbeitern. In: St. Galler Tagblatt (Online) vom 7. Dezember 2018.
  2. a b Stadler Rail (2012): Datenblatt des Flirt 3 für die DB Regio AG Rheinland-Pfalz (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 961 KiB).
  3. lokifahrer.ch
  4. Stadler Produkte: FLIRT 160
  5. Katrin Goullon: Auf der Schiene des Erfolgs – Der Flirt in 3. Generation. In: Eisenbahntechnische Rundschau 1+2/2015, S. 46–52.
  6. a b Zweiteilige Flirt für Polen. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 2, 2013, S. 85.
  7. Stadler gewinnt in den Niederlanden. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadler, 23. April 2015, archiviert vom Original am 8. Mai 2015; abgerufen am 26. April 2015 (Pressemitteilung).
  8. Start in das neue Ausbildungsjahr beim Schienenfahrzeughersteller Stadler Pankow. (Memento vom 5. September 2015 im Internet Archive) 5. September 2015; Stadler Pankow GmbH
  9. eisenbahn-magazin. Nr. 8, 2015, ISSN 0342-1902, S. 22.
  10. Stadler signs largest UK order with Abellio East Anglia and Rock Rail. 5. Oktober 2016, abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
  11. Transforming your railway with new trains. 3. April 2017, abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
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