Woiwodschaft Schlesien

Verwaltungseinheit (Woiwodschaft) in Polen
Flagge Woiwodschaft Schlesien
Woiwodschaft
Schlesien
Karte
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Über dieses Bild
Wappen und Logo
Wappen der Woiwodschaft Schlesien
Logo der Woiwodschaft Schlesien
Basisdaten
Hauptstadt: Katowice
Größte Stadt: Katowice
Woiwode: Jarosław Wieczorek
Woiwodschaftsmarschall: Jakub Chełstowski
ISO 3166-2: PL-24
Einwohner: 4.517.635 (31. Dezember 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 366 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote: 4,7 % (Juli 2020)[2]
Kfz-Kennzeichen: S
Geographie
Fläche: 12.333 km²[3]
– davon Land: 12.145 km²
– davon Wasser: 188 km²
Ausdehnung: Nord-Süd: bis 190 km
West-Ost: bis 138 km[3]
Höchster Punkt: Pilsko, 1534 m[3]
Tiefster Punkt: bei Ruda, 174 m[3]
Landschaftl. Struktur[4]
Wälder: 32,8 %
Landwirtschaft: 48,0 %
Gewässer: 01,5 %
Sonstige: 17,7 %
Verwaltungsgliederung
Kreisfreie Städte: 019
Landkreise: 017
Gemeinden: 166
Städte: 071
Silesian Voivodeship administrative map.svg

Die Woiwodschaft Schlesien (polnisch Województwo śląskie) mit der Hauptstadt Katowice (Kattowitz) ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen.

Entwicklung der Grenzen der Woiwodschaft
Spodek in Katowice
Blick auf die Carsten-Centrum-Grube (Bobrek-Centrum) in Bytom
Bergarbeitersiedlung in Zabrze
Burg in Będzin

Mit über 4,5 Millionen Einwohnern auf 12.333 km² ist Schlesien die am dichtesten besiedelte Woiwodschaft Polens und zudem auch die am stärksten urbanisierte Region des Landes. Das Ballungsgebiet um die Städte Katowice und Gliwice entstand infolge des Steinkohlenbergbaus im 19. Jahrhundert.

Zur Woiwodschaft Schlesien gehören Teile der historischen Regionen Schlesien (preußische Provinz Oberschlesien sowie Teschener Schlesien) und Kleinpolen (und damit Dombrowaer Kohlebeckens und Galiziens).

GeschichteBearbeiten

Die Woiwodschaft Schlesien ging bei der Gebietsreform 1999 aus den Woiwodschaften Katowice, Częstochowa und Bielsko-Biała hervor und nimmt den zentralsüdlichen Teil Polens ein.

Der Name der Woiwodschaft geht zurück auf die Autonome Woiwodschaft Schlesien. Die Autonome Woiwodschaft Schlesien bestand nur aus einem Teil Oberschlesiens (siehe die Karte der Entwicklung der Grenzen der Woiwodschaft Schlesien), wodurch eine Unterscheidung zwischen Oberschlesien und Niederschlesien im Namen nicht nötig war.

WappenBearbeiten

Beschreibung: In Blau ein völlig goldener Adler.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Woiwodschaft Schlesien wird in 17 Landkreise und in 19 kreisfreie Städte unterteilt. Damit ist Schlesien die einzige Woiwodschaft in Polen in der mehr kreisfreie Städte als Landkreise existieren. Einige der kreisfreien Städte bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.

Kreisfreie Städte
  1. Bielsko-Biała (170.663)
  2. Bytom (165.263)
  3. Chorzów (107.807)
  4. Częstochowa (220.433)
  5. Dąbrowa Górnicza (119.373)
  6. Gliwice (178.603)
  1. Jaworzno (91.115)
  2. Jastrzębie-Zdrój (88.743)
  3. Katowice (292.774)
  4. Mysłowice (74.618)
  5. Piekary Śląskie (55.030)
  6. Ruda Śląska (137.360)
  1. Rybnik (138.098)
  2. Siemianowice Śląskie (66.841)
  3. Sosnowiec (199.974)
  4. Świętochłowice (49.557)
  5. Tychy (127.590)
  6. Zabrze (172.360)
  7. Żory (62.472)
Landkreise
  1. Będzin (148.089)
  2. Bielsko-Biała (165.960)
  3. Bieruń/Lędziny (59.776)
  4. Cieszyn (178.191)
  5. Częstochowa (134.555)
  6. Gliwice (115.528)
  1. Kłobuck (84.591)
  2. Lubliniec (76.451)
  3. Myszków (70.880)
  4. Mikołów (98.990)
  5. Pszczyna (111.539)
  6. Racibórz (108.211)
  1. Rybnik (78.213)
  2. Tarnowskie Góry (140.519)
  3. Wodzisław Śląski (157.088)
  4. Zawiercie (117.624)
  5. Żywiec (152.756)

(Einwohner am 31. Dezember 2019)[5]

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Woiwodschaft Schlesien, die in ihren Grenzen nicht mit den geografischen Regionen Schlesien oder der Autonomen Woiwodschaft Schlesien übereinstimmt, nimmt den zentralsüdlichen Teil Polens ein. In ihren oberen Verläufen fließen Oder, Weichsel und Warthe durch diese Woiwodschaft.

FlüsseBearbeiten

NachbarwoiwodschaftenBearbeiten

Woiwodschaft Łódź Woiwodschaft Heiligkreuz
Woiwodschaft Opole   Woiwodschaft Kleinpolen
Moravskoslezský kraj
Tschechien
Žilinský kraj
Slowakei

BevölkerungBearbeiten

Am 31. Dezember 2019 waren 4.517.635 Einwohner in der Woiwodschaft Schlesien gemeldet, davon sind 2.177.295 Männer (48,2 %) und 2.340.340 Frauen (51,8 %). Rund 77 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten.[1] Die Bevölkerungsdichte liegt mit 366 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich über dem polnischen Landesdurchschnitt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl Schlesiens sinkt seit vielen Jahren. Seit 1995 ist ein Rückgang von rund 390.000 Personen zu verzeichnen.[6]

Jahr Einwohnerzahl
1995 4.907.930
2000 4.758.944
2005 4.685.775
2010 4.635.882
2015 4.570.849
2019 4.517.635

Größte StädteBearbeiten

In der Woiwodschaft Schlesien gibt es 71 Städte, wovon 12 die Einwohnerzahl von 100.000 überschreiten und somit als Großstadt gelten. Insgesamt 37 Städte überschreiten die Marke von 20.000 Einwohnern:

Stadt Deutscher Name Einwohner
30. Juni 2019
  Katowice Kattowitz 293.636
  Częstochowa Tschenstochau 221.252
  Sosnowiec Sosnowitz 201.121
  Gliwice Gleiwitz 179.154
  Zabrze Hindenburg O.S. 172.806
  Bielsko-Biała Bielitz-Biala 170.953
  Bytom Beuthen O.S. 165.975
  Rybnik Rybnik 138.319
  Ruda Śląska Ruda O.S. 137.624
  Tychy Tichau 127.664
  Dąbrowa Górnicza Dombrowa 119.800
  Chorzów Königshütte 107.963
  Jaworzno Jaworzno 91.263
  Jastrzębie-Zdrój Bad Königsdorff-Jastrzemb 88.808
  Mysłowice Myslowitz 74.515
  Siemianowice Śląskie Laurahütte (Siemianowitz) 66.963
  Żory Sohrau 62.462
  Tarnowskie Góry Tarnowitz 61.422
  Będzin Bendzin 56.624
  Piekary Śląskie Deutsch Piekar 55.088
  Racibórz Ratibor 54.778
  Świętochłowice Schwientochlowitz 49.762
  Zawiercie Zawiercie 49.334
  Wodzisław Śląski Loslau 47.992
  Mikołów Nikolai 40.898
  Knurów Knurow 38.310
  Czechowice-Dziedzice Czechowitz-Dzieditz 35.926
  Cieszyn Teschen 34.513
  Myszków Mischkau 31.650
  Czeladź - 31.545
  Żywiec Saybusch 31.194
  Czerwionka-Leszczyny Czerwionka-Leschczin 28.156
  Pszczyna Pless 25.823
  Lubliniec Lublinitz 23.784
  Łaziska Górne Ober Lazisk 22.298
  Rydułtowy Rydultau 21.616
  Orzesze Orzesche 21.043

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Im Vergleich mit dem BIP der EU, gemessen am Kaufkraftstandard, erreichte die Woiwodschaft 2018 einen Index von 74 (EU-28 = 100).[7]

Mit einem Wert von 0,866 erreicht Schlesien Platz 6 unter den 16 Woiwodschaften Polens im Index der menschlichen Entwicklung.[8]

ArbeitsmarktBearbeiten

Im Zuge des Strukturwandels und dem Niedergang der Schwerindustrie stieg die Zahl der Arbeitslosen vor allem im Sekundärsektor stark an. Es konnten aber in den letzten Jahren in anderen Wirtschaftsbereichen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, weshalb die Arbeitslosenquote deutlich zurückging. Nach den Woiwodschaften Masowien und Großpolen hat sie die geringste Arbeitslosenquote Polens (Stand Dezember 2009).

  • 16,9 % (31. Dezember 2004)
  • 15,2 % (30. April 2006)
  • 11,7 % (30. April 2007)
  • 8,2 % (30. April 2008)[9]
  • 9,2 % (Dezember 2009)[10]
  • 11,3 % (Dezember 2013)
  • 8,2 % (Dezember 2015)[11]

Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote (laut Eurostat-Definition) 3,9 %.[12]

IndustrieBearbeiten

Steinkohlebergbau, Eisen- und Schwermetallhütten, Elektroindustrie, Maschinenbau und Automobilindustrie bilden die Hauptzweige der hier ansässigen Industrie. Die Woiwodschaft Schlesien ist der am stärksten industrialisierte Teil Polens.

BodenschätzeBearbeiten

  • Steinkohle
  • Eisen-, Zink- und Bleierze

TourismusBearbeiten

Ein großer Teil der Woiwodschaft hat Anteil an Mittelgebirgen, wobei das hügelige Terrain im Süden in die Beskiden übergeht, einer touristischen Region mit Wintersportorten wie Szczyrk, Ustroń, Wisła. Beliebt unter Wanderern und Kletterern ist auch das Bergland des Krakau-Tschenstochauer Jura, das aber auch für seine historischen Burgruinen aus dem 14. und 15. Jahrhundert bekannt ist, die durch den Szlak Orlich Gniazd (die Adlerhorstroute) touristisch erschlossen sind.

Das industrielle Erbe der Region wird mehr und mehr touristisch erschlossen. Die Route technischer Kulturdenkmäler führt zu interessanten Industriedenkmalen.

InfrastrukturBearbeiten

StraßeBearbeiten

Quer durch die Woiwodschaft Schlesien, von West nach Ost, verläuft die A4 oder E40 (Wrocław – Katowice – Kraków) und von Norden nach Süden die Autobahn A1 bzw. E75 (Łódź – Częstochowa – Gliwice – Ostrava).

Das befestigte Straßennetz der Region hatte im Jahr 2018 eine Gesamtlänge von rund 21.807 Kilometern.[13]

EisenbahnBearbeiten

Der Betreiber des Schienennetzes in Schlesien ist, wie in ganz Polen, die PKP S.A. (Polnische Staatliche Eisenbahn AG). Der größte Schienenverkehrsknoten der Region befindet sich in Katowice.

Der Regionalverkehr wird in der Woiwodschaft Schlesien fast ausschließlich durch die regionale Eisenbahngesellschaft Koleje Śląskie betrieben. Ausgenommen davon sind nur einige Verbindungen in andere Woiwodschaften, die teilweise von Polregio betrieben werden. Den Fernverkehr organisiert PKP Intercity.

Das Eisenbahnnetz der Region hatte im Jahr 2018 eine Gesamtlänge von 1.943 Kilometern. Gegenüber 2000 erfolgte eine leichte Zunahme von vormals 1.918 Kilometern.[13]

LuftfahrtBearbeiten

Rund 30 Kilometer nördlich der Woiwodschaftshauptstadt befindet sich der internationale Flughafen Katowice, welcher der viertgrößte Flughafen Polens ist.

PolitikBearbeiten

In der Woiwodschaft Schlesien gibt es einen gewählten Woiwodschaftssejmik und Woiwodschaftsmarschall sowie einen von der Regierung ernannten Woiwoden.

WoiwodschaftssejmikBearbeiten

Seit der Wahl 2018 setzt sich der Woiwodschaftssejmik folgendermaßen zusammen:

Woiwodschaftssejmik Schlesien[14]
Wahlkomitee Mandate
Recht und Gerechtigkeit (PiS)
22/45
Bürgerplattform (PO)
20/45
Polnische Volkspartei (PSL)
1/45
Bewegung für die Autonomie Schlesiens (RAŚ)
0/45
Bund der Demokratischen Linken (SLD)
1/45

WoiwodschaftsmarschallBearbeiten

Woiwodschaftsmarschall ist seit 2018 Jakub Chełstowski (PiS).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Silesian Voivodeship – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31. Dezember 2019 – Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  2. Arbeitsmarkt in der Woiwodschaft Schlesien im Jahr 2020, Stand 30.11.2020 – Regionales Arbeitsamt in Katowice, Wojewódzki Urząd Pracy w Katowicach, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  3. a b c d Geographie - Regionales Statistikamt in Katowice, Urząd Statystyczny w Katowicach, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  4. Landflächennutzung - Regionales Statistikamt in Katowice, Urząd Statystyczny w Katowicach, abgerufen am 10. Januar 2021
  5. Bevölkerung nach Landkreisen am 31. Dezember 2019 – Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  6. Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 29. Dezember 2020.
  7. Eurostat. Abgerufen am 29. Dezember 2020.
  8. Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (englisch).
  9. Polnisches Statistisches Amt (Memento vom 27. Juni 2008 im Internet Archive) (PDF)
  10. Zentrales Statistikamt Polens (GUS), Bezrobotni oraz stopa bezrobocia wg województw, grudzień 2009, 3. Febr. 2010 (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  11. Zentrales Statistikamt Polens (GUS)
  12. Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. Abgerufen am 5. November 2018.
  13. a b Hauptinformationen zur Woiwodschaft Schlesien - Regionales Statistikamt in Katowice, Urząd Statystyczny w Katowicach, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  14. bip.slaskie.pl

Koordinaten: 50° 20′ N, 19° 0′ O