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Westfalenbahn

deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Bielefeld
WestfalenBahn GmbH
Basisinformationen
Unternehmenssitz Bielefeld
Webpräsenz www.westfalenbahn.de
Eigentümer Abellio GmbH
Geschäftsführung Rainer Blüm
Verkehrsverbund Westfalentarif
GVH
VRB
Mitarbeiter 310[1]
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 7
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 5 Stadler FLIRT EMU 5
14 Stadler FLIRT EMU 3
15 Stadler FLIRT-3 EMU 4
13 Stadler KISS-3 EMU 6
Statistik
Fahrgäste 11,0 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 9,4 Mio. km/Jahr
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 900 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 2

Die WestfalenBahn GmbH (WFB) ist ein 2005 gegründetes deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Bielefeld, welches sich vollständig im Besitz der Berliner Abellio GmbH befindet.

Inhaltsverzeichnis

GesellschafterBearbeiten

Am Unternehmen waren bei der Gründung vier Gesellschaften zu je 25 Prozent beteiligt, wobei es sich abgesehen von Abellio bei allen Teilhabern um kommunale Eigenbetriebe handelt.

Am 12. Juli 2017 wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen vollständig von Abellio übernommen wurde, da für die kommunalen Betriebe sonst eine Ausschreibungspflicht für Stadtverkehr bestehen würde.[2] Bei der Gründung der WestfalenBahn 2005 war Abellio noch Tochter der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV), die Westfalenbahn damit ein rein kommunales Unternehmen, das aber im gleichen Jahr teilweise verkauft wurde. [3]

Aktueller BetriebBearbeiten

Linie Name Zuglauf KBS Vertragslaufzeit
RE 15 Emsland-Express Münster – Rheine – Emden 395 Dezember 2015 – Dezember 2030
RE 60 Ems-Leine-Express Rheine – Hannover – Braunschweig Dezember 2015 – Dezember 2030
RE 70 Weser-Leine-Express Bielefeld – Hannover – Braunschweig Dezember 2015 – Dezember 2030
RB 61 Wiehengebirgs-Bahn Bielefeld – Herford – Bünde – Osnabrück – Rheine – Bad Bentheim 375, 386, 370 Dezember 2007 – Dezember 2017
RB 65 Ems-Bahn Münster – Rheine 410 Dezember 2007 – Dezember 2017
RB 66 Teuto-Bahn Münster – Lengerich – Osnabrück 385 Dezember 2007 – Dezember 2017
RB 72 Ostwestfalen-Bahn Herford – Lage – Detmold – Altenbeken – Paderborn 405 Dezember 2007 – Dezember 2017

LiniennetzBearbeiten

 
Netz der Westfalenbahn Stand 2012

Teutoburger Wald-NetzBearbeiten

Die WestfalenBahn betreibt seit dem 9. Dezember 2007 für zehn Jahre den Regionalverkehr zwischen Münster, Osnabrück, Bielefeld und Paderborn mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern und einer Fahrleistung von vier Millionen Zugkilometer pro Jahr.

Die insgesamt vier Millionen Zugkilometer pro Jahr umfassenden Zugleistungen verteilen sich auf zwei Aufgabenträger:

Seit der Übernahme dieser Strecken vom bisherigen Betreiber DB Regio NRW wird im Abendverkehr wieder ein einzelner Zuglauf Paderborn–Herford–Bielefeld und eine durchgehende Verbindung von Osnabrück nach Detmold bzw. an Wochenenden bis Paderborn angeboten. Der ursprünglich für diese Linie vorgesehene Name Der Cherusker (NRW-Takt: RB 62) wurde jedoch bisher nicht wieder eingeführt. Weiterhin gibt es einzelne Züge der Eurobahn-Linie RE 82 (Der Leineweber), die in zeitlichen Randlagen Herford und Bad Salzuflen mitbedienen.

Am 6. November 2014 verkündeten der NWL, der ZVM sowie Regio Twente, dass die Eurobahn ab Dezember 2017 den SPNV auf dem sogenannten Teutoburger Wald-Netz von der Westfalenbahn und DB Regio für 15 Jahre, sofern kein unterlegener Bieter Einspruch einlegt, übernimmt.[4] Am 13. Januar 2015 wurde von verschiedenen Zeitungen berichtet, dass die WestfalenBahn gegen diese Vergabeentscheidung Einspruch eingelegt hat.[5] Diesem Widerspruch wurde am 25. Februar 2015 stattgegeben.[6] Nach interner Neubewertung der Lage hat die Westfalenbahn am 30. Juni 2015 ihren Nachprüfungsantrag allerdings zurückgezogen.[7]

Emsland-ExpressBearbeiten

Im Dezember 2015 übernahm die Westfalenbahn für fünfzehn Jahre den zuvor von der DB Regio betriebenen Regional-Express auf der Emslandstrecke zwischen Emden und Münster.[8] Eingesetzt werden fünfzehn Flirt, die von der Stadler Pankow GmbH gefertigt wurden[9]

Linie Name Zuglauf Vertragslaufzeit
RE 15 Emsland-Express Emden – Leer – Papenburg – Lingen – Rheine – Münster Dezember 2015 – Dezember 2030

MittellandBearbeiten

Ebenfalls übernahm die Westfalenbahn für fünfzehn Jahre im Dezember 2015 die Regional-Express-Züge von Braunschweig über Hannover nach Rheine und Bielefeld, die zuvor von der DB Regio betrieben wurden.[10] Eingesetzt werden dreizehn sechsteilige Doppelstocktriebzüge, die von der Stadler Pankow GmbH gefertigt wurden.[9]

Linie Name Zuglauf Vertragslaufzeit
RE 60 Ems-Leine-Express Braunschweig – Peine – Lehrte – Hannover – Minden – Löhne – Osnabrück – Rheine Dezember 2015 – Dezember 2030
RE 70 Weser-Leine-Express Braunschweig – Peine – Lehrte – Hannover – Minden – Löhne – Herford – Bielefeld Dezember 2015 – Dezember 2030

FahrzeugeBearbeiten

 
Triebzug ET 005 der Westfalenbahn
 
Triebzug ET 607 der Westfalenbahn

Auf dem 300 Kilometer langen Streckennetz werden 14 drei- und 5 fünfteilige elektrische Triebwagen des Typs „Flirt“ des Schweizer Herstellers Stadler Rail eingesetzt. Die Züge sind zu einem großen Teil niederflurig, verfügen über 181 bzw. 300 Sitzplätze und sind videoüberwacht. Sie erreichen auf den Strecken Osnabrück – Münster und Herford – Bielefeld ihre Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, auf den restlichen Strecken wird mit maximal 140 km/h gefahren.

Die dreiteiligen Fahrzeuggarnituren sind mit jeweils drei Türen ausgestattet. An allen Eingängen sind Plätze mit Klappsitzen für Reisende mit viel Gepäck, Kinderwagen, Fahrrädern oder einem Rollstuhl vorhanden. In der Zugmitte befindet sich ein großes WC und an der mittleren Eingangstür ein Großraum für Fahrräder, Rollstühle etc. Alle Türen tragen das Symbol für Fahrräder und Kinderwagen. Die fünfteiligen Fahrzeuge verfügen entsprechend über fünf Türen und zwei WCs.

Auf der ab Ende 2015 bedienten Strecke Münster – Emden setzt die Westfalenbahn 15 vierteilige FLIRT und auf der Strecke Bielefeld bzw. Rheine – Braunschweig 13 sechsteilige Doppelstocktriebzüge ein.[9]

Verbünde / TarifeBearbeiten

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Fahrkartenautomat der Westfalenbahn

Die WestfalenBahn bedient vier Tarifräume. Angewendet werden die jeweiligen Verbundtarife (Münsterlandtarif, VVOWL „Der Sechser“, NPH „Hochstifttarif“), außerdem der NRW-Landestarif (NRW-Tarif) und der Nahverkehrstarif der Deutschen Bahn. Die heute bestehende Tarifsituation bedeutet für die RB 61 „Wiehengebirgsbahn“ eine Zerstückelung in vier Bereiche:

  1. Bad Bentheim – Rheine: Niedersachsen bzw. DB-Tarif
  2. Rheine – Osnabrück: Münsterlandtarif
  3. Osnabrück − Bünde: Niedersachsen bzw. DB-Tarif und Pauschalpreise NRW-Tarif
  4. Bünde – Bielefeld: „Der Sechser“

Eine Vergrößerung des VVOWL-Bereiches als Übergangstarif auf den Bereich Bünde–Osnabrück würde die Situation erheblich verbessern. Vorbild könnte der bestehende Übergangstarif VOS-plus auf der Strecke Haller Willem (Bielefeld – Dissen – Bad Rothenfelde Osnabrück) sein. Eine Besonderheit ist derzeit der Bahnhof Bruchmühlen, direkt an der Landesgrenze im geteilten Ort Bruchmühlen (Stadt Melle und Gemeinde Rödinghausen). Da er im Stadtgebiet von Melle liegt, gilt der VVOWL-Tarif hier nicht, Fahrgäste aus dem NRW-Ortsteil (VVOWL-Tarifbereich) müssen zum DB-Tarif reisen. Die WestfalenBahn ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE). Das Schöner-Tag-NRW-Ticket sowie das Niedersachsen-Ticket und das Niedersachsen-Ticket+Groningen sind auch bei der WestfalenBahn gültig, ebenso das Quer-durchs-Land-Ticket und das Schönes-Wochenende-Ticket.

BetriebshöfeBearbeiten

Das Bahnbetriebswerk (Bw) der Westfalenbahn befindet sich in Rheine auf dem Gelände der Firma Windhoff. Die Halle wurde von Windhoff gebaut und für zehn Jahre an die Westfalenbahn vermietet.

Für die Verkehre der Mittelland-Linie von Braunschweig nach Rheine und Bielefeld errichtete der Westfalenbahn-Gesellschafter Mindener Kreisbahnen eine Wartungshalle in Minden. Die nicht mehr benötigte Stückguthalle wurde verlängert und ausgebaut, so dass eine 173 m lange Halle mit zwei Gleisen entstand. Diese als „Bahnbetriebswerk Minden II“ benannte Halle wird von den Mindener Kreisbahnen betrieben und an die Westfalenbahn vermietet und kostete rund 10 Millionen Euro. Seit Ende 2015 erfolgt hier die Wartung der 13 neuen sechsteiligen Doppelstocktriebwagen der Bauart KISS des Herstellers Stadler Pankow GmbH.[11][12]

Abgestellt werden die Fahrzeuge zudem auch in Bielefeld, Braunschweig, Detmold, Emden, Hannover, Meppen, Minden(Westf), Münster(Westf), Osnabrück, Paderborn und Rheine.

WissenswertesBearbeiten

Logo

Das im Logo der Westfalenbahn und auf den Fahrzeugen erscheinende stilisierte Pferd soll vermutlich das Westfalenpferd darstellen, ähnelt aber aufgrund des gesenkten Schweifs eher dem Niedersachsenross.

Zwischenfälle

Am 16. Mai 2015 ereignete sich in Ibbenbüren-Laggenbeck das schlimmste Unglück in der Geschichte der Westfalenbahn. Ein Traktor hatte seinen Gülleanhänger auf einem Bahnübergang verloren. Die sich nähernde Westfalenbahn konnte nicht ausreichend zeitig bremsen und rammte den Anhänger. Bei dem Unglück kamen zwei Menschen ums Leben: der Triebfahrzeugführer und eine 18-jährige Reisende.

WeblinksBearbeiten

  Commons: WestfalenBahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten