Transdev GmbH

Bahn- und Busunternehmen in Deutschland
(Weitergeleitet von Veolia Verkehr)

Transdev GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1898 (DEAG)
2000 (Connex Verkehr GmbH)
2006 (Veolia Verkehr GmbH)
2015 (Transdev GmbH)
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Sprecher der Geschäftsführung COO: Tobias Heinemann
Geschäftsführung Finanzen CFO:
Younés Rouisse
Chief Development Officer: Henrik Behrens[1]
Mitarbeiterzahl rund 7.350 (2019)[2]
Umsatz mehr als 1 Mrd. Euro (2019)[2]
Branche Personentransport
Website www.transdev.de

Die Transdev GmbH[3] (bis zum 16. März 2015 Veolia Verkehr GmbH, davor bis 2006 Connex Verkehr GmbH)[4] mit Sitz in Berlin ist das zweitgrößte in Deutschland aktive Eisenbahn- und Busunternehmen. Die Transdev GmbH ist das deutsche Tochterunternehmen der französischen Transdev Group, die bis März 2013 als Veolia Transdev firmierte.

GeschichteBearbeiten

 
Logo der ehemaligen Marke Connex (2000–06)

Die bereits 1898 gegründete Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft (DEG bzw. DEGV) beteiligte sich ab der Marktöffnung und Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Deutschland 1996 an Streckenausschreibungen. Sie erhielt 1997 – zusammen mit der Bayerischen Zugspitzbahn AG – den Zuschlag für das Netz der Bayerischen Oberlandbahn. Noch im selben Jahr wurde die DEGV mehrheitlich von der französischen Compagnie générale d'entreprises automobiles (CGEA) – einer Vorläuferin von Veolia – übernommen. Einen Minderheitsanteil von 40 % hielt zunächst noch EnBW Energie Baden-Württemberg. Diesen Anteil übernahm zum 1. Januar 2000 auch die CGEA.[5]

 
Connex-Personenzug im Leipziger Hauptbahnhof (2005)

Die nun hundertprozentige Muttergesellschaft ging im selben Jahr im Vivendi-Konzern auf. Dessen Verkehrssparte firmierte in Frankreich als Connex. Folglich wurde auch die deutsche Tochter DEGV im August 2000 in Connex Verkehr GmbH umbenannt. In den folgenden Jahren bot Connex Regional-, Stadt- und Güterverkehr in Deutschland an. Am 1. März 2002 startete Connex sein Fernverkehrsangebot unter dem Namen InterConnex. Dieser war der erste privatwirtschaftliche Fernzug Deutschlands, er fuhr von Leipzig über Berlin nach Rostock-Warnemünde. 2003 benannte sich die französische Konzernmutter Vivendi Environnement in Veolia um. Die Verkehrssparte und die deutsche Tochter hieß jedoch zunächst weiterhin Connex. Zum 1. Januar 2004 wurde das Unternehmen neu organisiert. An die Stelle von Connex Regiobahn und Connex Stadtverkehr traten neue Regionalbereiche (Nord-West, Süd-West, Süd und Ost (und ursprünglich auch Nord)). Die Unternehmenszentrale von Connex Verkehr zog im selben Jahr von Frankfurt am Main nach Berlin um.[5]

 
Logo der ehemaligen Veolia Verkehr (2006–15)

Die Connex Verkehr GmbH firmierte im Mai 2006 zur Veolia Verkehr GmbH um, damit sollte die Zugehörigkeit zum Mutterkonzern erkennbarer werden. Der Namensbestandteil Connex hielt sich nur beim Fernzug InterConnex, den es noch bis Ende 2014 gab. Das auf Industriekunden ausgerichtete Gütertransportgeschäft war in der Veolia Cargo Deutschland gebündelt und wurde 2009 an die französische Staatsbahn Société nationale des chemins de fer français (SNCF) verkauft, es firmiert seitdem unter der Bezeichnung Captrain Deutschland.

Im März 2011 fusionierte die Verkehrssparte von Veolia (Veolia Transport) mit der ehemaligen Transdev. Der dadurch entstandene Konzern hieß zunächst Veolia Transdev und gehörte zu gleichen Teilen Veolia und der staatlichen französischen Bank Caisse des Dépôts (CDC). Die deutsche Tochter hieß zunächst weiter Veolia Verkehr, zu ihr gehörten nun auch die zuvor von Transdev betriebenen Busnetze in Deutschland. Ab März 2013 zog sich Veolia schrittweise aus dem Gemeinschaftsunternehmen Veolia Transdev zurück, der Mutterkonzern heißt seitdem nur noch Transdev. Infolgedessen firmierte zum 16. März 2015 auch die deutsche Veolia Verkehr GmbH zur Transdev GmbH um.[5] Im Januar 2019 erwarb die Rethmann-Gruppe 34 Prozent der Kapitalanteile an der Konzernmutter Transdev Group. Im Zuge dessen brachte ihrerseits die Rethmann-Gruppe ihre Bus- und Bahntochter Rhenus Veniro in die Transdev-Gruppe ein.[6]

Kennzahlen und TätigkeitsbereicheBearbeiten

Unter dem Dach von Transdev wird das auf die Personenbeförderung ausgerichtete Geschäft von den beiden Geschäftsbereichen Bahn und Bus betreut. Daneben ist Transdev in Deutschland zweitgrößter Dienstleister beim Vertrieb von Fahrkarten. Mit rund 7.350 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro ist die Transdev GmbH der größte private Mobilitätsanbieter in Deutschland. Die Transdev-Tochtergesellschaften befördern jährlich rund 270 Millionen Fahrgäste. Das Unternehmen ist tätig im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im städtischen und regionalen Linienverkehr mit mehr als 3.200 Omnibussen, die jährlich rund 135 Millionen Buskilometer zurücklegen. Mit seinen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erbringt Transdev mit 415 Triebwagen, 22 Wagenzügen und 7 Lokomotiven insgesamt mehr als 45 Millionen Zugkilometer jährlich.[7] Ab 2002 war das Unternehmen mit dem Interconnex im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) tätig, dieser wurde 2014 eingestellt. Transdev stellte von März 2012 bis Dezember 2015 den Betrieb des HKX als Dienstleister sicher.[8][9]

Im Bereich des Charterverkehrs fährt Transdev seit März 2008 für die BwFuhrpark-Service GmbH, ein Tochterunternehmen der Bundeswehr, dabei werden bundesweit kurzfristige Charteraufträge auf Anweisungen der Bundeswehr ausgeführt.[10] Zusätzlich bietet Transdev Shuttle individualisierte Kleinverkehre für Privat- und Geschäftskunden in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern an.[11]

Mit Transdev Vertrieb bietet die Transdev-Gruppe gesonderte Vertriebsleistungen im ÖPNV an. In Wettbewerbsausschreibungen konnte sich Transdev Vertrieb die Lose für den stationären Fahrkartenverkauf und die Abonnementverwaltung im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sichern.[12][13] Die Fahrkartenautomaten wurden im Mai 2018 flächendeckend eingeführt.[14] Dabei kam es zunächst zu erheblichen technischen Problemen,[15] welche auch ein Jahr danach noch nicht umfassend gelöst waren.[16] Seit dem 15. Dezember 2019 betreibt die Transdev Vertrieb GmbH auch die gesamten Vertriebsdienstleistungen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.[17][18] Ab Dezember 2017 übernahm Transdev den Vertrieb von Fahrkarten für die Erfurter Bahn und die Süd-Thüringen-Bahn.[19]

Unternehmen BahnBearbeiten

 
Integral der BOB in Mittersendling (2006)
 
Siemens Desiro Classic der Lausitzbahn (2002–2008) im Bahnhof Spremberg

Unternehmen BusBearbeiten

Bereich NordostBearbeiten

 
Straßenbahn der Verkehrsgesellschaft Görlitz (2015)

Bereich SüdwestBearbeiten

 
Mercedes-Benz Citaro G von PalatinaBus (2016)

Bereich Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft mbHBearbeiten

Unternehmen Vertrieb und ServiceBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Veolia Verkehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschäftsführung. Transdev GmbH, abgerufen am 19. Dezember 2018.
  2. a b Zahlen, Faken, Entwicklung. Transdev GmbH, 31. Dezember 2017, abgerufen am 19. Juli 2019.
  3. Transdev: Veolia Verkehr heißt ab dem 16. März 2015 Transdev und ist Teil eines weltweiten Netzwerkes innovativer Verkehrsunternehmen, 16. März 2015
  4. Meldung Aus Connex wird Veolia. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 5/2006, ISSN 1421-2811, S. 213
  5. a b c Geschichte, Transdev GmbH, abgerufen am 15. November 2018.
  6. Closing der Übernahme von 34% der Anteile an Transdev durch die Rethmann-Gruppe, Rethmann-Gruppe, abgerufen am 16. März 2019.
  7. Zahlen, Fakten & Entwicklung. Unternehmensprofil. Transdev GmbH, 31. Dezember 2018, abgerufen am 6. Februar 2020.
  8. Veolia-Verkehrstochter fährt Züge für HKX. Handelsblatt, 12. März 2012, abgerufen am 6. Februar 2020.
  9. BTE BahnTouristikExpress fährt für HKX, Eisenbahnkurier, 16. November 2015, abgerufen am 23. April 2016.
  10. Transdev verteidigt wichtigen Mobilitätsauftrag für die Bundeswehr – täglich bis zu 100 Fahrten auf Bestellung. Transdev GmbH, 30. Mai 2018, abgerufen am 6. Februar 2020.
  11. Buslogistik. Fahrzeuge, Personal und Management – alles aus einer Hand. Transdev GmbH, abgerufen am 6. Februar 2020.
  12. RMV setzt auch im Vertrieb auf Wettbewerb. (Nicht mehr online verfügbar.) Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH, 26. April 2016, archiviert vom Original am 21. Juni 2017; abgerufen am 20. April 2017.
  13. Transdev GmbH bezieht Ticketautomaten der neuesten Generation bei ICA. Transdev GmbH, 12. September 2016, abgerufen am 6. Februar 2020.
  14. Neue Fahrkartenautomaten für S-Bahn- und Regionalzughalte. ÖPNV online Frankfurt am Main, 16. Januar 2018, abgerufen am 6. Februar 2020.
  15. Jutta Rippegather: Ärger mit neuen RMV-Automaten. Frankfurter Rundschau, 11. Juni 2018, abgerufen am 6. Februar 2020.
  16. David Schahinian: Frankfurt Hauptbahnhof (DB): Ärger mit RMV-Automat - Service gibt falschen Tipp. Frankfurter Neue Presse, 19. Dezember 2018, abgerufen am 6. Februar 2020.
  17. Stefan Hennigfeld: VRR: Vertriebsvergabe rechtskräftig. 20. März 2017, abgerufen am 20. April 2017.
  18. Wibke Hinz: Transdev übernimmt Ticketvertrieb an Bahnhöfen und SPNV-Haltepunkte. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, 12. November 2019, abgerufen am 6. Februar 2020.
  19. Transdev übernimmt Vertriebsdienstleistungen für Erfurter Bahn und Süd-Thüringen-Bahn. Transdev GmbH, 26. Juli 2017, abgerufen am 11. August 2017.