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Mettmann

Stadt in Nordrhein-Westfalen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mettmann
Mettmann
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mettmann hervorgehoben
Koordinaten: 51° 15′ N, 6° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 42,56 km2
Einwohner: 38.291 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 900 Einwohner je km2
Postleitzahl: 40822
Vorwahl: 02104
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 024
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neanderstraße 85
40822 Mettmann
Webpräsenz: www.mettmann.de
Bürgermeister: Thomas Dinkelmann (parteilos)
Lage der Stadt Mettmann im Kreis Mettmann
DüsseldorfDuisburgEnnepe-Ruhr-KreisEssenKölnLeverkusenMülheim an der RuhrRemscheidRhein-Erft-KreisRhein-Kreis NeussRheinisch-Bergischer KreisSolingenWuppertalErkrathHaanHeiligenhausHildenLangenfeld (Rheinland)MettmannMonheim am RheinRatingenVelbertWülfrathKarte
Über dieses Bild

Mettmann ist die Kreisstadt des Kreises Mettmann im niederbergischen Land. Sie gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Mettmann liegt am Rande des rheinischen Schiefergebirges an einer nicht immer eindeutig zu ziehenden Grenze zwischen Rheinland und Bergischem Land. Aus politischer Sicht betrachtet gehört die Kreisstadt mit dem gesamten Kreis Mettmann zum Rheinland, nach historischen Maßstäben und heutigem Regionalbewusstsein wird sie eher dem Bergischen Land zugerechnet. Der niedrigste Punkt im Stadtgebiet mit 75 m ü. NN befindet sich im Neandertal im Bereich des Museums, der höchste Punkt mit 203 m ü. NN liegt an der Stadtgrenze zu Wülfrath (Kreuzung Meiersberger Str./Mettmanner Str.).

NachbargemeindenBearbeiten

Die Stadt grenzt im Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf. Es folgen im Uhrzeigersinn die Städte Ratingen, Wülfrath, Wuppertal, Haan und Erkrath.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner [2]
1984 35.796
1989 38.014
1994 39.064
1999 38.350
2004 39.481
2009 39.374
2014 37.836
2015 38.291

GeschichteBearbeiten

MittelalterBearbeiten

Der Name „Mettmann“ kommt aus dem Altdeutschen, von „Medamana“, was so viel wie „Am mittelsten Bach“ bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung erfolgte im Jahre 904.

Im Jahre 1363 war Mettmann Sitz der Amtsverwaltung eines von acht Ämtern im Bergischen Land, es sind die acht Ämter, die in der Urkunde zur Übertragung des Landes Blankenberg an Berg genannt sind. Spätestens im 13./14. Jahrhundert erhielt der Ort eine eigene Stadtmauer, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bestand.[3] Im August 1424 erhob Herzog Adolf VII. Mettmann mit der zugehörigen Honschaft zu einer Freiheit. Dies war durch die neu erworbenen Rechten mit erheblichen Steuer- und Marktprivilegien verbunden, die dem Ort zu wirtschaftlicher Blüte verhalfen.[4]

Ab 19. JahrhundertBearbeiten

1806 kam das Herzogtum Berg und mit ihm auch das Amt Mettmann unter Napoleon zum Großherzogtum Berg, 1815 wurde Mettmann Teil von Preußen. Der Kreis Mettmann, bestehend aus den fünf Bürgermeistereien Haan, Hardenberg, Mettmann, Velbert und Wülfrath, entstand.

Seit 1846 bildete die Bürgermeisterei Mettmann eine Gemeinde gemäß der Gemeinde-Ordnung für die Rheinprovinz vom 23. Juli 1845.[5] Am 23. Oktober 1856 wurde der Gemeinde Mettmann von König Friedrich-Wilhelm IV. von Preußen die Rheinische Städteordnung und damit das Stadtrecht verliehen.[6]

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten diente die Villa Koburg der SA als Sammelstelle und Folterkeller für Verhaftete aus dem Kreis Mettmann.[7] Zum Gedenken an die vielen getöteten und misshandelten Opfer befindet sich am zentralen Lavalplatz in Mettmann ein Denkmal.[8]

Am 29. März 1943 stürzte ein Wellington-Bomber der Royal Air Force in Metzkausen ab. Er hatte die Kennung X3814 und war in dieser Nacht an einem Angriff auf Bochum beteiligt. Die fünf Besatzungsmitglieder, vier Kanadier und ein Engländer, kamen dabei ums Leben. Ehrenamtliche Mitarbeiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege fanden Teile des Bombers im Bereich des Golfplatzes.[9]

Acht Monate später, am 3. Dezember 1943, stürzte ein britischer Halifax-Bomber mit dem Kennzeichen HR876 nach Flakbeschuss am Gut Benninghof ab. Der Bomber befand sich auf dem Rückflug von einem Angriff auf Berlin. Die siebenköpfige Besatzung, die aus zwei Kanadiern und fünf Briten bestand, wurde auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof beerdigt und später umgebettet. Die letzte Ruhestätte fanden sie auf dem Ehrenfriedhof im Klever Reichswald. Im Jahre 2014 haben ehrenamtliche Mitarbeiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege Teile des Bombers geborgen.[10]

Im Laufe der Jahre wechselte der Sitz des Landkreises mehrfach. Neben den Städten Elberfeld und Vohwinkel (heute Teile Wuppertals) war vor allem Düsseldorf lange Zeit Sitz der Kreisverwaltung. Nachdem Mettmann den Zweiten Weltkrieg weitgehend ohne gravierende sichtbare Spuren überstanden hatte, ging der Sitz der Kreisverwaltung 1954 an die Stadt zurück.

In dem an die Stadt Wülfrath angrenzenden Ortsteil Obschwarzbach haben sich nach 1945 bevorzugt Flüchtlinge und Spätaussiedler eine neue Heimat geschaffen.

2004 konnte Mettmann sein 1100-jähriges Bestehen feiern und gehört so zu den ältesten Gemeinden im Bergischen Land.

EingemeindungenBearbeiten

Zur Stadt Mettmann gehört seit dem 1. Januar 1975 Metzkausen, das bis dahin als Sitz der Amtsverwaltung zum Amt Hubbelrath gehörte, das im Zuge der kommunalen Neuordnung zu diesem Tag aufgelöst wurde.[11]

PolitikBearbeiten

Rat der StadtBearbeiten

Kommunalwahl 2014[12]
Wahlbeteiligung: 50,7 % (2009: 53,6 %)
 %
40
30
20
10
0
36,2 %
26,9 %
12,4 %
8,5 %
5,0 %
1,3 %
7,9 %
1,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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  -2
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  -6
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+5,3 %p
-2,1 %p
-5,7 %p
-7,3 %p
-0,4 %p
+7,9 %p
+1,7 %p
Aktuelle Sitzverteilung im Rat der Stadt
        
Insgesamt 44 Sitze

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Rat der Stadt wie folgt zusammen:

Partei / Liste Sitze
CDU 16 (-3)
SPD 12 (+1)
GRÜNE 5 (-3)
FDP 4 (-4)
AfD 3 (+3)
UBWG* 2 (-5)
LINKE 1 (±0)
Piraten 1 (+1)

* Unabhängige Bürger-Wählergemeinschaft

BürgermeisterBearbeiten

 
Bürgermeister Thomas Dinkelmann (2017)

Der Bürgermeister wird seit 2009 für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt.

Partnerstädte, Patenschaften und FreundschaftenBearbeiten

Partnerstadt:

Zusammenarbeit:

Patenschaft:

Freundschaften:

Namenspatenschaft:

Bearbeiten

Die Kreisstadt Mettmann führt ein Stadtwappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel sowie ein Signet (Logo).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau zwei durch einen Torbau mit goldenem (gelbem) Tor verbundene goldene (gelbe) Kirchen, die rechte mit Spitzdach, die linke mit Doppelzwiebel, auf den mit schwarzen Wetterhähnen bekrönten Türmen; dazwischen schwebend eine goldene (gelbe) Krone, ein waagerechtes goldenes (gelbes) Zepter und eine goldene (gelbe) Zunftlade.“

Im Gegensatz zum Kreiswappen und den Wappen der meisten Städte im bergischen Land fehlt der bergische Löwe im Wappen der Kreisstadt. Stattdessen zeigt sie die durch ein Stadttor miteinander verbundene Evangelische Kirche und die Katholische Lambertuskirche sowie eine Krone, ein Zepter und eine Zunftlade zwischen beiden Kirchtürmen. Das Wappen entstammt einem Zunftabzeichen der "Fabricanten und Handwerker der Freiheit Mettmann" von 1778. Es wurde Stadtwappen vom 19. Jahrhundert bis 1938 und erneut seit 1946. 1966 wurde es geringfügig in die heutige Form verändert.[13][14]

FlaggeBearbeiten

„Die Farben der Kreisstadt sind blauweiß.“[15] Beschreibung der Flagge: „Die Stadtflagge führt die Farben blau-weiß-blau quergestreift, im Verhältnis 1:5:1 mit dem Stadtwappen in der Mitte des weißen Feldes.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturBearbeiten

 
Stadtansicht mit kath. St.-Lambertus-Kirche
 
Mettmann, Johannes-Flintrop-Straße mit Kirchturm
 
Kirchenensemble: Christliche Versammlung, evang. Kirche, kath. Kirche
 
Goldberger Mühle am Goldberger Teich
 
Sitz der Kreispolizeibehörde Mettmann
 
evangelische Kirche Freiheitstraße
 
Das Weltspiegel-Kinocenter

Mettmann ist Sitz des für den Kreis Mettmann sendenden Lokalradios Radio Neandertal. Bekanntheit erlangte Mettmann auch durch den im Januar 2004 erschienenen Kinofilm Samba in Mettmann von und mit Hape Kerkeling. Das 1907 in der Düsseldorfer Straße eröffnete „Weltspiegel-Kinocenter“ zählt heute zu den ältesten Lichtspielhäusern Deutschlands. Es wurde bis 2016 in der dritten Generation geführt.[16]

Neben der Stadthalle, in der auch die Stadtbibliothek untergebracht ist und in der in losen Abständen Veranstaltungen stattfinden, ist für das Kulturangebot von Bedeutung, dass Mettmann zum Einzugsbereich von fünf Großstädten (Düsseldorf, Köln, Duisburg, Essen und Wuppertal) gehört.

Ein seit 1861 bestehender Verein ist der Gesellschaft Verein zu Mettmann, eine klassische Sozietät.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Alljährlich an einem Sonntag Im Frühsommer findet in der Innenstadt die „Mettmanner Kunstmeile“ statt. Hier haben lokale und regionale Künstler die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen.
  • Im August findet das jährliche Heimatfest rund um den historischen Marktplatz mit anschließendem sonntäglichem Trödelmarkt statt.
  • In der Vorweihnachtszeit findet auf dem Marktplatz der rund 2 Wochen dauernde „Blotschenmarkt“ statt (von „Blotschen“, mundartlich für Holzschuh).

NeandertalBearbeiten

Das Neandertal (auch: Neanderthal) gehört teilweise zu Mettmann. Es ist nach dem evangelischen Liederdichter Joachim Neander, der dort seine Spaziergänge zu machen pflegte, benannt. Hier wurden beim Kalksteinabbau die Überreste des nach seinem Fundort Neandertal 1 benannten Neandertalers gefunden. Heute ist das Neandertal ein beliebter Ausflugsort; das Neanderthal-Museum an der Stadtgrenze zu Erkrath hat den berühmten Fund und die menschliche Urgeschichte zum Thema.

Weitere SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • historische Altstadt mit dem Marktplatz und den typisch bergischen Häusern mit schwarzer Schieferverkleidung und den meist grünen Schlagläden
  • die katholische St.-Lambertus-Kirche
  • die ehemals reformierte evangelische Kirche aus grauen Feldsteinen
  • die restaurierte Wassermühle am Goldberger Teich
  • die alte Bürgermeisterei im Haus Mittelstraße 10 beherbergt ein kleines Heimatmuseum
  • die katholische Kirche St. Judas Thaddäus von 1907 im Ortsteil Obschwarzbach

Bis 2012 war in der Mettmanner Innenstadt eine historische Straßenbahn der Kreis Mettmanner Straßenbahn zur Besichtigung aufgestellt. Ein weiteres Beispiel für eine Wandlung in der Stadt ist der Jubiläumsplatz im Stadtzentrum von Mettmann, der vor allem in den vergangenen Jahrzehnten vielen Veränderungen unterlag. Hier wurden ab Mitte der 1960er Jahre viele historische Fachwerkhäuser durch damals moderne Bauten (zum Beispiel das Gebäude der Kreissparkasse) ersetzt. Die letzte Änderung kam Anfang dieses Jahrhunderts im Vorlauf der Feierlichkeiten zum 1100-jährigen Bestehen der Stadt. Der Jubiläumsplatz bekam einen neuen Bodenbelag, weg von den Platten und wieder hin zum Kopfsteinpflaster. Das Kunstwerk „Erdstrahlen“ wurde 2006 aufgestellt.

Im August 2005 wurde am westlichen Ortseingang von Mettmann mit der Kreispolizeibehörde eines der modernsten Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen fertiggestellt.

ReligionBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Bereits im 19. Jahrhundert etablierte sich Mettmann als Standort für die Besteckindustrie. Vor allem Besteck der 1895 gegründeten Firma Seibel konnte sich über die Grenzen Deutschlands einen Namen machen. Heute führt die Firma Seibel Designpartner GmbH, ansässig im Gewerbegebiet Mettmann Ost, die Tradition fort und stellt dort unter anderem die Besteckserie mono-a her.

Die Georg Fischer GmbH produziert am Standort Mettmann seit 1907 Gussteile aus Kugelgraphitguss (Sphäroguss) für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Sie ist damit die letzte metallverarbeitende Zulieferfirma für verschiedene Automobilhersteller, die vor Ort tätig ist. GF beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und hat zurzeit eine Versandmenge von ca. 190.000 Tonnen pro Jahr. Die Firma Meckenstock, die sich ebenfalls auf Zieh-, Press- und Stanzteilproduktion spezialisiert hatte, beschäftigte bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch 250 Mitarbeiter. Im Jahr 2000 wurde Insolvenz angemeldet. Die Gebäude unweit der Regiobahn-Haltestelle Mettmann-Stadtwald stehen seitdem leer.

Weitere bekannte Firmen mit Sitz in Mettmann sind der Tiefkühlkost-Hersteller und -Vertrieb Eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH sowie das besonders durch seine Schuhpflegeprodukte bekannt gewordene Unternehmen Centralin. Mettmann ist auch Sitz des Verkehrsunternehmens Regiobahn GmbH, das die hier endende S-Bahn-Linie (S 28) betreibt.

Mit dem im Jahr 2006 eingerichteten, etwa 10 Hektar großen Innovationspark Mettmann West versucht die Stadt höherwertiges Gewerbe, bevorzugt aus dem Technologiesektor, anzusiedeln. Als erstes Unternehmen wechselte im Jahr 2006 die Firma Bode Timm & Partner GmbH, ein Vermarkter von Anzeigenblättern, von Düsseldorf dorthin. Dort befindet sich unter anderem seit 2008 die MAG-Autowelt (Opel, Honda, Chevrolet).

Am 14. März 2013 wurde auf dem Gelände des früheren Karstadt- bzw. Hertie-Komplexes ein Einkaufszentrum unter dem Namen Königshof-Galerie eröffnet.

VerkehrBearbeiten

 
historisches Bahnhofsgebäude
 
auf der alten Rheinischen Strecke fährt heute die Regiobahn

Durch Mettmann führt die Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd. In Mettmann Stadtwald endet die Regiobahn-Linie S 28 (Mettmann–Erkrath–Düsseldorf–Neuss-Kaarst), welche werktags alle 20 Minuten und am Wochenende alle 30 Minuten verkehrt. Sie bedient drei Haltestellen in Mettmann: Mettmann Stadtwald, Mettmann Zentrum und Neanderthal. Die Wiederbelebung der alten rheinischen Strecke in den neunziger Jahren wurde maßgeblich vom ehemaligen Stadtrat Paul-Heinz Schuh initiiert. Die Linie wird gegenwärtig über die bestehende Strecke zum Bahnhof Dornap-Hahnenfurth und weiter über eine neu zu bauende Abzweigung nach Wuppertal-Vohwinkel ausgebaut werden. Des Weiteren ist eine Verlängerung der Linie im Westen über Viersen nach Venlo im Gespräch.

Von 1930 bis 1952 verkehrte zwischen Mettmann und Gruiten der Fahrdrahtbus Mettmann–Gruiten, dies war der erste neuzeitliche Oberleitungsbus Deutschlands. Er wurde von Gustav Kemmann entwickelt. Kemmann stammte aus Mettmann und suchte die anspruchsvolle Strecke im Bergischen Land als Teststrecke aus.

Zwischen dem 19. Juli 1909 und dem 17. Mai 1952 verkehrten in Mettmann zudem die Straßenbahnen der Kreis Mettmanner Straßenbahn GmbH.

Der übrige öffentliche Nahverkehr in Mettmann wird durch die Rheinbahn betrieben. Sie betreibt dort 13 Buslinien.

Mit dem Auto ist Mettmann über die A 3 (Anschlussstelle Mettmann), A 46/A 535 (Anschlussstelle Wuppertal-Dornap), A 44 (Anschlussstelle Ratingen-Schwarzbach) und die B 7 (aus Richtung Düsseldorf/Wuppertal) erreichbar. Der Düsseldorfer Flughafen ist 20 Kilometer entfernt, der Flughafen Köln/Bonn 50 Kilometer.

GesundheitswesenBearbeiten

Mettmann besitzt mit dem evangelischen Krankenhaus in der Gartenstraße ein modernes Krankenhaus mit 237 Betten, das in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Die Gründung dieses Hauses geht auf das Jahr 1877 zurück.

BildungBearbeiten

Für seine Einwohner hält Mettmann eine große Anzahl verschiedener Schulformen sowie eine eigene Musikschule, eine Volkshochschule, eine Stadtbibliothek, sowie ein umfangreiches Stadtarchiv vor. Seit Oktober 2009 ist Mettmann mit der Eröffnung der FHDW (Fachhochschule der Wirtschaft) Hochschulstandort.

SchulenBearbeiten

 
Die fertiggestellte Fachhochschule der Wirtschaft

Grundschulen

  • Katholische Grundschule Neanderstraße
  • Otfried-Preußler-Schule
  • Städtische Gemeinschaftsgrundschule „Am Neandertal“
  • Städtische Gemeinschaftsgrundschule Herrenhauser Straße
  • Astrid-Lindgren-Schule

Sekundarstufe I

Sekundarstufe II

Förderschulen

  • Förderschule für Sprachbehinderte
  • Erich-Kästner-Schule
  • Hans-Helmich-Schule für geistig und körperlich Behinderte (in Trägerschaft der Stiftung Hephata)

Berufsschulen

Volkshochschule

  • Volkshochschule Mettmann-Wülfrath

Hochschule

SportBearbeiten

Ralph Roese wurde in den Jahren 1931 und 1932 Deutscher Motorrad-Straßenmeister in der Klasse bis 1000 cm³. Anschließend wechselte er zum Automobilrennsport und errang 1938 einen beachtenswerten dritten Platz beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. 1939 wurde er deutscher Sportwagenmeister in der Klasse bis 1,5 Liter Hubraum. Der dritte Gesamtrang bei der Mille Miglia 1940 gilt als sein international größter Erfolg. Alle Rennen bestritt er als Werks- und Privatfahrer auf Fahrzeugen von BMW.

Der Verein Mettmanner TV spielte von 1969 bis 1974 fünf Jahre lang in der Tischtennis-Bundesliga. 1971/72 wurde er Deutscher Meister.

Der Hockey- und Tennisclub Mettmanner THC (früher THC Mettmann) ist 2011 entstanden aus der Fusion der beiden Clubs THC Mettmann und MTC 80. Das Hockeyteam spielte in der Oberliga (damals höchste Spielklasse), das Tennisteam in der Regionalliga (damals zweite Liga). Heute spielt die 1. Herren-Mannschaft im Hockey in der 1. Verbandsliga, auf dem Feld wie auch in der Halle. Das Damen-Team spielt in der 2. Verbandsliga. Eine 1. Herren- und 1. Damen-Mannschaft im Tennis existiert zur Zeit nicht, dafür aber gibt es eine Vielzahl von Mannschaften in verschiedenen Altersgruppen. Der MTHC verfügt über 12 Außenplätze, sowie 4 Hallenplätze. Als Clubhaus dient das erweiterte Clubhaus des früheren MTC 80.

 
Naturfreibad Mettmann

Der zurzeit mitgliederstärkste Sportverein (über 5000 Mitglieder) ist Mettmann-Sport e. V. Er wurde am 17. Januar 2005 in das Vereinsregister aufgenommen und trat die Nachfolge dreier alteingesessener Mettmanner Vereine (MTV, MSC, TSV Metzkausen) an. Das Herrenteam der Handball-Abteilung spielt derzeit in der Oberliga, die Damen in der Regionalliga.

2011 hat die Stadt Mettmann an der Hasseler Straße in Metzkausen bestehende Sportplätze, die für Fußball und Leichtathletik genutzt wurden, zum zentralen Sportzentrum „Am Pfennig“ zusammengefasst. Grund dieser Maßnahme war die Umwidmung des Sportgeländes „Am Stadtwald“ zu einem Wohngebiet. Die Sportanlage des Heinrich-Heine-Gymnasiums wurde saniert, die bestehende Tennisanlage des fusionierten Tennis- und Hockeyclubs erweitert, zwei Fußballspielfelder sowie Trainingsplätze neu angelegt und ein Funktionsgebäude errichtet.

2004 wurde das Mettmanner Freibad zu einem Naturfreibad mit Strandbereichen, Strandkörben, Matschspielplatz und Wasserrutsche umgebaut.

Am 2. Juli 2017 hat die 2. Etappe der Tour de France (Radsport) auf ihrem Weg von Düsseldorf nach Lüttich unter anderem durch Mettmann geführt.

KlimaBearbeiten

Das Klima in Mettmann ist gemäßigt, aber warm. Durch die Lage zwischen Rheinland und Bergischem Land sind die Winter relativ mild und die Sommer mäßig warm. Der wärmste Monat ist mit 18,0 °C Durchschnittstemperatur der Juli, am kältesten ist es mit 1,5 °C im Januar. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,7 °C. Die Niederschläge verteilen sich gleichmäßig über das ganze Jahr mit einem Maximum im Juni mit 88 und einem Minimum im Februar mit 55 Millimetern. Pro Jahr fallen im Durchschnitt 856 Millimeter Niederschlag.

Mettmann
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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23
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10
 
 
66
 
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7
 
 
71
 
8
3
 
 
81
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: http://de.climate-data.org/location/23149/
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mettmann
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,0 5,0 9,3 13,6 18,3 21,3 22,8 22,5 19,2 14,0 8,4 5,1 Ø 13,7
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,8 1,6 4,3 8,1 11,1 13,2 12,8 10,1 6,5 3,1 0,4 Ø 5,8
Temperatur (°C) 1,5 2,1 5,4 8,9 13,2 16,2 18,0 17,6 14,6 10,2 5,7 2,7 Ø 9,7
Niederschlag (mm) 72 55 65 58 72 88 82 78 68 66 71 81 Σ 856
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,0
-1,0
5,0
-0,8
9,3
1,6
13,6
4,3
18,3
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21,3
11,1
22,8
13,2
22,5
12,8
19,2
10,1
14,0
6,5
8,4
3,1
5,1
0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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l
a
g
72
55
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72
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

PersönlichkeitenBearbeiten

In Mettmann geborenBearbeiten

Mit Mettmann verbundenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Thiel : "1050 Jahre Mettmann" Aloys Henn Verlag Ratingen 1954.
  • Gudrun Wolfertz und Thomas Wolfertz: Mettmann 1950 bis 1980, Sutton Verlag, 2014, ISBN 978-3954003556.
  • Gudrun Wolfertz: Mettmann, Sutton Verlag, 2008, ISBN 978-3866803367.
  • Marcel Lesaar: Bomber-Absturz in Mettmann-Metzkausen, Books On Demand, Norderstedt, 2017, ISBN 978-3741281396

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mettmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Mettmann – Reiseführer
  • Mettmann.de Offizieller Internetauftritt
  • Mettmanner Bilder Mettmann – Damals und Heute – Historische Bilder, aktuellen Bildern gegenübergestellt von Marcel Lesaar
  • Metzkausen-Buch Online-Version des 2002 erschienenen Mettmann-Metzkausen-Buchs von Peter H. Dehnen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW); abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungsentwicklung Mettmann, Stadt. Abgerufen am 27. August 2016.
  3. Tünde Kaszab-Olschewski: Nicht nur Neandertaler-Fundplatz: Mettmanns mittelalterliche Stadtmauer entdeckt. In: LVR Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland/Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln (Hrsg.): Archäologie im Rheinland 2015. Bonn 2016, S. 191–192.
  4. Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 156, 1858, Teil 4, S. [202]176. Online-Ausgabe 2009[1]
  5. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1846, S. 553
  6. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1856, S. 839
  7. Zeitspurensuche: Mettmann. zeitspurensuche.de. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  8. Das Koburg-Mahnmal. mettmann.de. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  9. Marcel Lesaar: Bomber-Absturz in Mettmann-Metzkausen, Books On Demand, Norderstedt, 2017, ISBN 9783741281396
  10. Dr. Helmut Grau, Marcel Lesaar, Jürgen Lohbeck, Sven Polkläser: Abgestürzt – Die Geschichte von fünf im 2. Weltkrieg in Langenberg, Neviges, Mettmann und Wuppertal abgestürzten Halifax-Bombern und deren Besatzungen. Scala Verlag, Velbert 2014, S. 76–123. ISBN 9783981636222
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293.
  12. https://www.mettmann.de/wahlen/wahlinfo/wahlen.php?site=left/gebiete&wahl=365#index.php?site=right/ergebnis&wahl=365&gebiet=1&typ=3&stimme=1
  13. Nagel, Rolf, Rheinisches Wappenbuch, Köln 1986, S. 78, ISBN 3-7927-0816-7
  14. Siegel und Wappen von Mettmann. mettmann.de. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  15. Hauptsatzung der Kreisstadt Mettmann (PDF; 34 kB)
  16. David Denk: Der letzte Abspann. 109 Jahre lang hat eine Familie eines der ältesten Kinos in Deutschland geführt. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Juni 2016, S. 54.
  17. http://www.katholisches-mettmann.de/lambertus.php