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Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) ist eine internationale Missionsgemeinschaft von 38 Mitgliedskirchen unterschiedlicher Traditionen in Afrika, Asien und Deutschland sowie der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.[1] Die Zusammenarbeit der Mitglieder soll auf Gleichberechtigung basieren, sodass die Partnerschaft alle Richtungen umfasst: Nord-Süd, Süd-Nord und auch Süd-Süd. Auf dieser Grundlage umfasst die Arbeit der VEM den Austausch von Personal und die Gewährung finanzieller Hilfen, mit dem Ziel, die Programme der Partner zu stärken, Verantwortung und Erfahrungen zu teilen und in Not- und Konfliktsituationen Hilfe zu leisten.[1]

VEM-Logo

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Die Vereinte Evangelische Mission in Wuppertal

Die VEM entstand aus der Rheinischen Mission, die 1828 durch den Zusammenschluss der evangelischen Missionsvereine aus Elberfeld, Barmen und Köln entstand. 1971 schlossen sich die 1886 gegründete Bethel Mission und die Rheinische Mission zur VEM zusammen,[2] 1979 kam die Zaire-Mission hinzu.[3] Maßgeblich geprägt wurde die VEM von Peter Sandner (1927–2017), der sie von 1974 bis 1990 als Direktor leitete.[4]

Seit 1996 ist die VEM eine internationale Kirchengemeinschaft mit gleichberechtigten Mitgliedern aus Afrika, Asien und Deutschland.[1]

OrganisationBearbeiten

MitgliederBearbeiten

Folgende Kirchen sind Mitglieder der VEM[5]:

AfrikaBearbeiten

Botswana

Demokratische Republik Kongo

Kamerun

Namibia

Ruanda

Südafrika

Tansania

AsienBearbeiten

China

Indonesien

Philippinen

Sri Lanka

Deutschland

StrukturBearbeiten

Seit der Gründung der internationalen VEM als Gemeinschaft von protestantischen Kirchen aus Afrika, Asien und Deutschland (einschließlich der von Bodelschwinghschen Stiftungen) im Jahre 1996 werden Finanzmittel, Aufsicht und Verantwortung unter den 39 Mitgliedern solidarisch und gleichberechtigt geteilt. Die Zusammenarbeit mit der Altreformierten Kirche in Deutschland und dem Dachverband der evangelischen Kirchen in Indonesien (PGI) ist in einem Assoziierungsvertrag geregelt. Die Legislaturperiode umfasst sechs Jahre und die Vollversammlung der VEM trifft sich alle drei Jahre abwechselnd in einer der drei VEM-Regionen Afrika, Asien und Deutschland. Hier entscheiden die Delegierten aus allen drei Regionen gemeinschaftlich über die Verwendung der Haushaltsmittel, obgleich die größten Spenden immer noch aus Deutschland stammen. Der Tatsache, dass im Zuge der ökonomischen Globalisierung einige VEM-Mitglieder aus dem Süden zunehmende finanzielle Potenz erlangt haben, wird mit der Kampagne „United Action“ Rechnung getragen. Hierbei handelt es sich um eine Fundraising-Aktion, mit der zahlreiche afrikanische und asiatische Geberkirchen bestimmte Projekte beispielsweise für Kinder in Not regionsübergreifend finanzieren. Die trilaterale Verflechtung zwischen den Mitgliedern in allen drei Regionen ist kennzeichnend für die Arbeit der VEM. Der Austausch von Mitarbeitern und jungen Freiwilligen erfolgt nicht nur in Nord-Süd-, sondern auch in Süd-Nord- und Süd-Süd-Richtung. Der mit Vertretern aus allen drei Regionen paritätisch besetzte Rat übt die Aufsichtsfunktion aus und trifft Entscheidungen von organisationspolitischer Bedeutung. Der Aufsichtsratsvorsitzende bzw. Moderator der VEM ist seit 2016 der indonesische Theologe Willem Simarmata. Das Amt der Moderatorin/des Moderators wird abwechselnd mit einem Repräsentanten aus Afrika, Asien und Deutschland von der Vollversammlung neu besetzt. Das operative Geschäft führt der ebenfalls international zusammengesetzte Vorstand. Die Mitarbeitenden in den VEM-Regionalbüros in Dar-es-Salaam (Tansania), Medan (Indonesien) und Wuppertal sind für die Implementierung der Programme in den Regionen zuständig. Die Regionen Afrika, Asien und Deutschland verwalten sich über einen Regionalvorstand selbst und halten regelmäßig Regionalversammlungen ab.

Im Jahre 2008 hat sich die VEM ein Leitbild gegeben, das auf den fünf Säulen:

  1. Advocacy
  2. Diakonie
  3. Evangelisation
  4. Partnerschaften sowie
  5. Training & Empowerment beruht.

Hierunter werden zahlreiche und vielfältige Programme und Projekte in allen drei Regionen geplant, koordiniert und durchgeführt. Deutschlandweit werden Beziehungen zu anderen Missionswerken wie zum Evangelische Mission in Solidarität und zur Norddeutschen Mission, aber auch zu Partnern im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit wie Brot für die Welt gepflegt und ausgebaut. Die VEM ist Mitglied im Dachverband des Evangelischen Missionswerks in Deutschland (EMW). Auf internationaler Ebene kooperiert die VEM mit ökumenischen Organisationen wie dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), Lutherischen Weltbund (LWB), Forum Menschenrechte, Westpapua-Netzwerk sowie mit internationalen Missionswerken wie Cevaa und dem Council of World Mission (CWM). Die VEM ist Vollmitglied von ACT Alliance und Vorstandsmitglied der Klima-Kollekte.

Die Geschäftsstelle ist in Wuppertal.[6] Generalsekretär der VEM ist seit dem 1. Februar 2016 der Theologe Volker Martin Dally, vormaliger Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerks Leipzig. Stellvertretende Generalsekretäre sind Timo Pauler (Geschäftsführung) und Jochen Motte (Abteilungsleitung – Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung). Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Dyah Krismawati (Abteilungsleitung Asien), John Wesley Kabango (Abteilungsleitung Afrika), Angelika Veddeler (Abteilungsleitung Deutschland), Andar Parlindungan (Abteilungsleitung Training & Empowerment) und Claudia Währisch-Oblau (Abteilungsleitung Evangelisation).

MissionsverständnisBearbeiten

Die VEM verfolgt seit ihren Anfängen ein ganzheitliches Missionsverständnis. Das heißt, neben der Verkündigung des Evangeliums möchte sie die schulischen, diakonischen und medizinischen Bedingungen der Menschen verbessern sowie für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eintreten.[1]

Archiv und MuseumsstiftungBearbeiten

In Wuppertal werden in den Häusern der Mission in der Rudolfstraße durch die VEM im Archiv und in der Museumsstiftung die Geschichte und die Tradition der beteiligten evangelischen Missionsgesellschaften dokumentiert und gepflegt. Die von den Missionaren zusammengetragenen Kulturgüter der Missionierten sind in dem „Museum auf der Hardt“ in Wuppertal der Öffentlichkeit zugänglich. Die Stiftung vergibt einen Studien- (500 €) und einen Forschungspreis (1000 €) für akademische Abschlussarbeiten aus der interkulturellen Forschung.

VEM-StiftungBearbeiten

2004 wurde mit 200.000 € zur Förderung der Arbeit der VEM eine Stiftung gegründet. Diese ist durch Zustiftungen, Schenkungen, Erbschaften und Vermächtnisse bis heute auf etwa 5 Millionen Euro angewachsen. Nur die durch ethische Anlage erwirtschaften Zinserträge dürfen verwendet werden.

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Apelt: Kurze Geschichte der Vereinten Evangelischen Mission / Short history of the United Evangelical Mission (= Mission und Gegenwart. Bd. 3). Köppe, Köln 2008, ISBN 978-3-89645-753-0

WeblinksBearbeiten

  Commons: Vereinte Evangelische Mission – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d VEM: [1], zuletzt vom 3. Februar 2015.
  2. Klaus Koch: Wuppertaler Spitznamen: Lustwandeln auf dem Heiligen Berg. Westdeutsche Zeitung (online) vom 29. Januar 2010 (abgerufen: 22. Februar 2016)
  3. Missionar Kurt Bonk. Abstract zur Handakte 7NL 033 im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (abgerufen: 22. Februar 2016)
  4. Ehrendoktor für Peter Sandner, abgerufen am 19. März 2019.
  5. VEM: Mitgliedskirchen (Memento des Originals vom 3. November 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vemission.org, gesehen 28. Oktober 2009.
  6. EKD: Menschenrechte aktuell, Info-Dienst Dezember 2003@1@2Vorlage:Toter Link/www.ekd.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., gesehen 28. Oktober 2009.