Ferrovie dello Stato Italiane

staatliche Eisenbahngesellschaft von Italien
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Die Ferrovie dello Stato Italiane (FS) (deutsch Italienische Staatseisenbahnen) sind die staatliche Eisenbahngesellschaft Italiens mit Sitz in Rom.

Ferrovie dello Stato Italiane S.p.A.

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Rechtsform Società per azioni
Gründung 22. April 1905
Sitz Rom, ItalienItalien Italien
Leitung
  • Luigi Ferraris, CEO
Mitarbeiterzahl 81.409[2]
Umsatz 10,84 Mrd. EUR[2]
Branche Verkehr, Logistik
Website www.fsitaliane.it
Stand: 31. Dezember 2020

GeschichteBearbeiten

 
Sitz der Ferrovie dello Stato Italiane in Rom

Die Ferrovie dello Stato entstanden mit dem Gesetz Nr. 137 vom 22. April 1905. Damit übernahm der italienische Staat die drei größten Eisenbahngesellschaften des Landes und die öffentliche Hand erhielt die Direktive für die Teile der italienischen Eisenbahnen, welche noch nicht an private Gesellschaften überlassen wurden. Am 15. Juni desselben Jahres wurden per Dekret die Ferrovie dello Stato ins Leben gerufen, die ihrerseits der Verwaltung durch das Ministerium für öffentliche Arbeiten unterstellt wurde.

Die neu gegründeten FS wurden am 1. Juli 1905 operativ. Ihnen wurden alle Eisenbahngesellschaften unterstellt, die sich nicht in privatem Besitz befanden. Dazu gehörten im Besonderen:

  • Società Italiana per le strade ferrate meridionali (SFM), Betreiber der Rete Adriatica (RA), mit zuletzt 5895 km Strecken[3] in der Lombardei, Venetien und dem Bereich der Adria-Küste
  • Società per le Strade Ferrate del Mediterraneo, Betreiber der Rete Mediterranea (RM), mit zuletzt 3528 km Strecken[3] in Piemont und der Südwestküste
  • Società per le Strade Ferrate della Sicilia, Betreiber der Rete Sicula (RS), mit zuletzt 1093 km Strecken auf Sizilien.

Das Streckennetz war bei Übernahme ungefähr 13.000 km lang, wovon lediglich 1917 km zweigleisig waren. Die Infrastruktur war auch auf Hauptstrecken veraltet, ein Drittel der Lokomotiven war älter 30 Jahre. Die FS beschloss deshalb umgehend ein großes Neubauprogramm für vereinheitlichte Dampflokomotiven, mit dem auch die Baureihenvielfalt des bestehenden Maschinenparks bereinigt werden konnte.[3]

1906 verkauften die FS das private Netz der SFM (Adriabahn mit mehreren Zweiglinien).

Anfang 1998 gründeten die FS mit Italiana Transporti Ferroviaria ein Tochterunternehmen für den IC- und Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die Staatsbahn hielt dabei einen Anteil von 51 Prozent an der Gesellschaft, die übrigen 49 Prozent ein Konsortium von acht Banken.[4]

Ein Konsortium von FS und des französisch-luxemburgischen Finanzinvestors Cube Infrastructure kaufte Anfang Dezember 2010 von der Deutschen Bahn die Arriva Deutschland,[5] die anschließend den Namen Netinera erhielt.

Wegen der Behinderung des Marktzugangs des Konkurrenten Arenaways verurteilte die italienische Kartellbehörde am 25. Juli 2012 die für den Verkehr verantwortliche FS-Tochtergesellschaft Trenitalia und die für die Infrastruktur zuständige Rete Ferroviaria Italiana zu Geldstrafen.[6]

Am 18. Januar 2017 wurde die griechische Staatseisenbahn TrainOSE für 45 Mio. Euro an die italienische Staatsbahn Ferrovie dello Stato Italiane verkauft. Der Eigentumsübergang erfolgte zum 14. September 2017.[7]

StrukturBearbeiten

Im Jahr 2000 erfolgte eine Aufteilung in einzelne Betriebsgesellschaften. Die Ferrovie dello Stato Italiane haben heute die folgenden Tochtergesellschaften:

  • Fercredit: Finanzdienstleistungen
  • Busitalia betreibt unter anderem das überregionale Autobus-Netz SITA.
  • Netinera, früher Arriva Deutschland, ist nach der Deutschen Bahn und der Transdev GmbH das drittgrößte Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland.
  • TrainOSE, griechisches Eisenbahnverkehrsunternehmen

Corporate IdentityBearbeiten

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Die Italienische Staatsbahn verwendete im Laufe der Zeit mehrere verschiedene Logos: anfangs wurde Monogramme verwendet, in den 1960er Jahren erschien eine Variante mit Flügeln. Ab 1966 wurden die beiden Buchstaben FS in eine Kartusche gesetzt, die dem Bildschirm eines alten Fernsehgerätes glich, weshalb diese Variante als Logo Televisore bezeichnet wird. In den 1980er wurde eine rautenförmige Kartusche verwendet, die an eine Lutschtablette erinnert, das Losanga-Logo bezeichnet wurde.[8]

Ende 1994 wurde das Logo im Einklang mit der Änderung der Corporate Identity des Konzerns erneut umgestaltet und folgte dem XMPR-Farbschema, das der Konzern bereits für die Lackierungen seiner Fahrzeuge übernommen hatte. Im Jahr 2000 wurde das Logo von 1994 in Details an den Kanten neu gestaltet, während die Hauptform und die Farben unverändert blieben. 2008 wurde ein neues Logo der Öffentlichkeit vorgestellt, das die Form des alten Logos übernahm, aber die Farben denen der italienischen Flagge integrierte. Ab 2011 wurde der ursprüngliche Firmenname Ferrovie dello Stato um den Zusatz Italiane ergänzt und dieses Adjektiv auch in das Logo integriert.[9]

Farbgebung der FahrzeugeBearbeiten

In den Anfängen der FS trugen die Reisezugwagen einen grünen Anstrich, bis in den 1930er Jahren das braune Farbschema Castano-Isabella eingeführt wurde. Ab den 1960er Jahren kamen bei den Reisezugwagen verschiedene Farbschemen auf, die stets Schiefergrau (italienisch grigio ardesia) enthielten. Erst in den 1980er Jahren wurde mit den MDVC- und MDVE-Wagen das bunte Navetta-Design eingeführt, das aus Rohweiß kombiniert mit orangen und violetten Streifen bestand. Mit neuen Fahrzeugserien folgten meist weitere bunte nicht einheitliche Farbschemen. Erst Mitte der 1990er Jahre wurde mit der XMPR-Farbgebung ein einheitliches Schema für die gesamte Flotte eingeführt,[10] womit auch die letzten Fahrzeuge im Castano-Isabella-Design verschwanden. Mit der Einführung der Hochgeschwindigkeitszüge in den 2000er Jahren wurde die einheitliche Farbgebung wieder verlassen, denn die Züge erhielten die grün-graue Eurostar-Farbgebung. Mit der Einführung der Frecce (Pfeile) wurde Rot für die 350 km/h schnellen Frecciarossa-Züge, Silber für die 250 km/h schnellen Frecciargento-Züge und Weiß für die Freccebiance-Züge, die auf den konventionellen Strecken verkehren, festgelegt.[11]

Die von der FS verwendeten Farben waren bis in die 1970er Jahre nach dem Katalog des Lackherstellers Lechler in Como definiert. Ab den 1970er Jahren wurden auch RAL-Farben verwendet, das XMPR-Design verwendete erstmals Farben nach Pantone.[12]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Ferrovie dello Stato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. fsitaliane.it – Organi sociali
  2. a b fsitaliane.it - 2020 Annual Report
  3. a b c Gr.470 - 471 - 472 FS. Märklinfan Club Italia -, abgerufen am 28. November 2021 (italienisch).
  4. Meldung Italiana Transporti Ferroviaria. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4, 1998, ISSN 1421-2811, S. 157
  5. Arriva Deutschland-Gruppe fristgerecht verkauft. Deutsche Bahn, 8. Dezember 2010, abgerufen am 14. April 2011.
  6. Trasporto ferroviario: gruppo FS ha abusato della propria posizione dominante per ostacolare l’ingresso della società Arenaways nel trasporto ferroviario passeggeri. (Nicht mehr online verfügbar.) L'Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato, 9. August 2012, archiviert vom Original am 18. April 2015; abgerufen am 12. August 2012 (italienisch).
  7. Privatisierung: Italiener kaufen griechische Staatsbahn Meldung vom 18. Januar 2017 auf Handelsblatt-online, abgerufen am 26. Mai 2019
  8. Fondazione FS Home FS Shop. Abgerufen am 25. Mai 2021 (italienisch, Abschnitt Scopri gli stemmi più iconici della storia FS).
  9. Evoluzione del logo. Abgerufen am 25. Mai 2021 (italienisch).
  10. Italien - FS Reisezugwagen Farbgebung und Logo. Abgerufen am 25. Mai 2021.
  11. Trenitalia Frecce: Frecciarossa, Frecciargento e Frecciabianca. Abgerufen am 25. Mai 2021 (italienisch).
  12. I colori dei rotabili delle Ferrovie dello Stato e di Trenitalia – parte 1. In: scalaeNNe. 19. April 2014, abgerufen am 25. Mai 2021 (it-IT).