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GeographieBearbeiten

Lalonquette liegt ca. 25 km nördlich von Pau am nordöstlichen Rand des Départements in der gascognischen Region Vic-Bilh in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Garlède-Mondebat
Thèze   Claracq
Miossens-Lanusse

Lalonquette liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Einer seiner Zuflüsse, der Gabas, durchströmt zusammen mit dem Tauzia, einem seiner Nebenflüsse, das Gebiet der Gemeinde.[1]

GeschichteBearbeiten

Am Ufer des Gabas an der nördlichen Ecke des Gemeindegebiets wurden 1843 die Reste einer gallorömischen Villa entdeckt, bei der Münzen mit Bildnissen verschiedener römischer Kaiser gefunden wurden. Eine romanische Kirche und ein Flurkreuz wurden im 11. Jahrhundert in der Gemeinde errichtet. Bei der Volkszählung im Béarn im Jahr 1385 wurden in Lalonquette dreizehn Haushalte verzeichnet, darunter der eines Priesters, und vermerkt, dass der Ort zur Bailliage von Pau gehörte. 1658 gehörte die Gemeinde zum Baronat von Mondebat.[2][3][4]

Toponyme und Erwähnungen von Lalonquette waren:

  • Laalonquette (1376, Manuskript von 1376),
  • Lane-Lonquette (1385, Volkszählung),
  • Naulonquette (1538, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts),
  • La Lonquette (1750, Karte von Cassini),
  • Lalonquette (1793, Notice Communale),
  • Lalonguette (1801, Bulletin des lois) und
  • Lalonquette (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées).[4][5][6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 350 in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1980er Jahren um insgesamt über die Hälfte. Anschließend setzte ein starkes Wachstum auf ein Niveau von rund 275 Einwohnern ein.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 186 168 157 158 210 225 265 279 280
 
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche, geweiht dem heiligen Julien I., dem ersten Bischof von Lescar. Er christianisierte im 5. Jahrhundert den Landstrich rund um das Oppidum Beneharnum, woraus sich später die Gemeinde Lescar entwickelte. Die Kirche ist im 11. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet worden. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurden das Seitenschiff und die Sakristei hinzugefügt. Die Jahreszahl 1830, die über dem Eingangsportal eingraviert ist, weist auf eine Restaurierung in dieser Zeit hin, in der auch der für die Region typische Glockengiebel gebaut wurde. Viele Einrichtungsgegenstände der Kirche stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[8][9]
  • Ausgrabungsstätte der gallorömischen Villa. Die Entdeckungen der Villa sind am 13. September 1843 in einer Zeitschrift offiziell vorgestellt worden, gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist die Ausgrabungsstätte freigelegt worden. Eine extensive archäologische Untersuchung erfolgt zwischen 1959 und 1972 unter der Leitung des Archäologen Jean Lauffray. 1967 und 1968 wurden 66 Münzen mit verschiedenen Bildnissen römischer Kaiser geborgen, ein Jahr später wurden 46 Münzen aus der Zeit Konstantins des Großen sichergestellt. Eine weitere Phase der Untersuchung fand zwischen 1994 und 2005 durch die archäologische Forschungsgruppe der Universität Pau statt, durch die weitere Erkenntnisse über Funktion des Landguts, Baufortschritte und Lebensweise gewonnen werden konnten. Die Villa war vom Beginn unserer Zeitrechnung bis zum 5. Jahrhundert bewohnt, wobei der Wohnbereich sich wahrscheinlich über zwei Hektar erstreckte. Sie war ein Zentrum von Ackerbau und Viehzucht unweit der Römerstraße von Burdigala (Bordeaux) nach Caesaraugusta (Saragossa), was zur Vermutung führt, dass auch Durchreisende sich dort aufgehalten haben könnten. Es wird vermutet, dass im zweiten Jahrhundert die Bauten einen ausgedehnten Wohnkomplex rund im einen großen Innenhof ergaben. Mit dem 4. Jahrhundert wuchs das Bedürfnis nach Verschönerungen im Form von Mosaiken. Im Mittelalter verlor der Standort seine Funktion als Wohnsitz Reicher oder Adeliger. Die Identifizierung eines Friedhoffeldes mit rund 40 Gräbern und einem kleinen Gebäude mit eckiger Apsis lässt den Schluss zu, dass der Ort dann nur noch eine religiöse Funktion hatte. Artefakte der Ausgrabungsstätte werden in dem gallorömisches Museum der Nachbargemeinde Claracq ausgetellt.[10][11]
  • Taubenschlag von Lalonquette. Der Besitz eines Taubenschlags getrennt vom Wohngebäude war ein Privileg des Grundherrn zu Zeiten des Ancien Régimes und seine Größe war proportional zur Bedeutung des Besitzers. Der ursprüngliche Bau dieses Taubenschlags in Lalonquette, der heute im Privatbesitz ist, datiert vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Er steht auf einem quadratischen Grundriss und besitzt ein mit Flachziegeln gedecktes Zeltdach.[12]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Landwirtschaft ist traditionell ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[13]
Gesamt = 29

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule.[14]

VerkehrBearbeiten

Lalonquette ist angeschlossen an die Routes départementales 44, 219, 236 und 834, der ehemaligen Route nationale 134.

Eine Buslinie des TER Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, verbindet die Gemeinde mit Pau und Mont-de-Marsan über Aire-sur-l’Adour, eine weitere Buslinie des TER Aquitaine verbindet die Gemeinde mit Pau und Agen über Aire-sur-l’Adour.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ma commune : Lalonquette (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  2. Conseil régional d’Aquitaine: Lalonquette (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 8. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Villa de l’„Arribèra deus Gleisiars“ de Lalonquette (fr) Gallorömisches Museum Claracq. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  4. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 91. 1863. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  6. a b Notice Communale Lalonquette (fr) EHESS. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Lalonquette (64308) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  8. Eglise paroissiale Saint-Julien-de-Lescar (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  9. Eglise Saint-Julien-de-Lescar (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 8. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. La villa et son sentier (fr) Gallorömisches Museum Claracq. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  11. Vestiges d’une villa gallo-romaine (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 8. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. Pigeonnier de Lalonquette (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 8. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Lalonquette (64308) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  14. École maternelle (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 8. Juli 2017.