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Arros-de-Nay ist eine französische Gemeinde mit 795 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Ouzom, Gave et Rives du Neez (bis 2015: Kanton Nay-Ouest).

Arros-de-Nay
Wappen von Arros-de-Nay
Arros-de-Nay (Frankreich)
Arros-de-Nay
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Ouzom, Gave et Rives du Neez
Gemeindeverband Pays de Nay
Koordinaten 43° 12′ N, 0° 17′ WKoordinaten: 43° 12′ N, 0° 17′ W
Höhe 230–421 m
Fläche 13,47 km2
Einwohner 795 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 59 Einw./km2
Postleitzahl 64800
INSEE-Code
Website www.arrosdenay.fr

Rathaus von Arros-de-Nay

Die Einwohner werden Arrosiens oder Arrosiennes genannt.[1] Der Name in der gascognischen Sprache lautet Arròs-de-Nai.[2]

GeographieBearbeiten

Arros-de-Nay liegt zwischen dem linken Ufer des Gave de Pau und bewaldeten Hügeln ca. 15 km südöstlich und damit im näheren Umland von Pau im Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Saint-Abit
Boeil-Bezing
Haut-de-Bosdarros
Bosdarros
  Nay
Bruges-Capbis-Mifaget Asson

Arros-de-Nay liegt im Einzugsgebiet des Adours und wird durchquert vom Canal de l’Escourre im Nordosten, außerdem von einem Zufluss des Gave de Pau, dem Luz und dessen Zuflüssen Luz de Casalis und Petit Béez, der im Ortsgebiet entspringt.[3]

GeschichteBearbeiten

Paul Raymond, Archivar und Historiker des 19. Jahrhunderts, notierte die erstmalige Erwähnung von Arros-de-Nay als Arrosium im Jahre 1100 im Kopialbuch von Mifaget, im 12. Jahrhundert in Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn in den Formen Arrode und Rode. Bei einem Zensus im Jahr 1385 wurden 44 Haushalte gezählt und vermerkt, dass der Ort in der Bailliage von Pau liegt. Arros und Bosdarros (Wald von Arros) bildeten das siebte der zwölf Baronaten des Béarn. 1549 wurden 46 Haushalte gezählt.

Bernard d’Arros ergriff Partei für Jeanne d’Albret, Königin von Navarra, als diese im 16. Jahrhundert zum Protestantismus konvertierte. Als Hauptmann ihrer Armee war er 1569 daran beteiligt, die von gegnerischen Truppen belagerte Zitadelle von Navarrenx zu verteidigen, bis eine protestantische Entsatzarmee eintraf. Die Königin selbst befand sich in Navarennx zu diesem Zeitpunkt.

Der Familienname verschwand, als im Jahre 1589 die Enkelin von Bernard d’Arros Pierre de Gontaut-Biron heiratete. Diese Familie verlor ihren Titel im Jahre 1671 an die Familie Espalungue, die ihn bis zur Französischen Revolution behielt.

1932 beschloss der Präfekt des Départements, den Namen des Hauptsitzes des damaligen Kantons, Nay, an den Ortsnamen hinzuzufügen, um eine Verwechslung mit der Gemeinde Arros, heute Asasp-Arros, im Arrondissement Oloron-Sainte-Marie, auszuschließen.[4][5][6]

WappenBearbeiten

 
Wappen von Arros-de-Nay

Die fünf Rauten repräsentieren die fünf Ortsteile: die Ortsmitte, Moun de Rey, Bois de Bié, Les Labassères, le Petit Hameau.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl von über 1.100 in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat bis zu den 1970er-Jahren stetig abgenommen und ungefähr halbiert. Seitdem hat sie um mehr als 40 % zugenommen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2014
Einwohner 605 582 681 816 817 728 728 766 821
 
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[8] INSEE ab 2009[9]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche Saint-Jacques-le-Majeur
 
Schloss, Lithographie von René Ancely (1926)
  • Kirche Saint-Jacques-le-Majeur, gewidmet Jakobus dem Älteren. Die ursprüngliche Kirche befand sich im Schlosspark. Die heutige Kirche ist 1835 an einer anderen Stelle zu einer Zeit gebaut worden, als Frankreich eine Welle des Baus oder Wiederaufbaus von Gotteshäusern erfuhr. 1863 wurde die Ausstattung der heutigen Kirche realisiert, um 1900 und 1958 Glasfenster eingearbeitet. Im Chor des dreischiffigen Kirchengebäudes sind zwei Gemälde angebracht, die das Abendmahl Jesu und die Kreuzabnahme darstellen. Es handelt sich um Werke des lokalen Künstlers Léon Subercaze aus dem 19. Jahrhundert.[10][6]
  • Schloss von Arros. Das Schloss befindet sich inmitten eines Parks, der vom Luz durchströmt wird. Der Haupttrakt datiert vom 16. Jahrhundert. Er wird flankiert von zwei Seitenflügeln, eines aus dem 18. Jahrhundert, eingerahmt von zwei kleinen Türmen auf den Resten des ersten Schlosses und eines aus dem 18. Jahrhundert abgeschlossen mit einem weiteren Turm. Das dreigeschossige Hauptgebäude ist aus Steinen des örtlichen Steinbruchs erbaut und ist durch ein hohes, steil abfallendes Schieferdach gedeckt. Auf dem Innenhof befindet sich der Taubenschlag. Der Besitz eines solchen Bauwerks war generell ein äußerliches Zeichen der Privilegien eines Lehnsherren. Dieser Taubenschlag ist der größte im Béarn mit einem Durchmesser von 8 m und mehr als 880 Nistlöchern. Die Anzahl der Nistlöcher repräsentierte stets die Größe des Besitzes.[6]
  • Quelle der Feen. Zahlreiche Dörfer im Béarn bewahren „Wunderquellen“, deren Wasser nach Volksglauben heilende Kräfte besitzt. Die Wunderquelle von Arros-de-Nay wird „Quelle der Feen“ genannt und ist bekannt als Mittel gegen Keuchhusten. Der Zeitpunkt der Errichtung des kreisrunden Steinbeckens ist im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Schwerpunkt der Wirtschaft von Arros-de-Nay ist der Handels- und Dienstleistungssektor.

Der traditionelle Agrarsektor ist allerdings weiter vertreten. Arros-de-Nay liegt in der Zone AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch.[12]

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[13]
Gesamt = 77

VerkehrBearbeiten

Arros-de-Nay ist angeschlossen an die Routes départementales 37, 287, 288, 387, 388 und 936 (ehemalige Route nationale 636) und über eine Linie des Busnetzes Transports 64 mit Pau und anderen Gemeinden des Départements verbunden.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  2. Arros-de-Nay (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  3. Ma commune : Arros-de-Nay (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 13. 1863. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  5. Conseil régional d’Aquitaine: Arros-de-Nay (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 25. Januar 2017. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  6. a b c Histoire d'Arros-de-Nay (fr) Gemeinde Arros-de-Nay. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  7. 64 054 - ARROS DE NAY (Pyrénées Atlantiques) (fr) L’armorial des villes et des villages de France. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  8. Notice Communale Arros-de-Nay (fr) EHESS. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  9. Populations légales 2014 Commune d’Arros-de-Nay (64054) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  10. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Jacques-le-Majeur (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 25. Januar 2017. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  11. Conseil régional d’Aquitaine: Fontaine des fées (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 25. Januar 2017. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  12. http://www2.inao.gouv.fr/public/home.php?pageFromIndex=produits%2Fcommune_index.php~mnu%3D348 (Link nicht abrufbar)
  13. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune d’Arros-de-Nay (64054) (fr) INSEE. Archiviert vom Original am 5. Februar 2017. Abgerufen am 25. Januar 2017.