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GeographieBearbeiten

Balansun liegt ca. 8 km östlich von Orthez und ca. 45 km nordwestlich von Pau im Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Sallespisse
Sault-de-Navailles
Orthez   Mesplède
Castétis Argagnon Arthez-de-Béarn

Balansun liegt im Einzugsgebiet des Adours. Ein Zufluss des Gave de Pau, der Ruisseau de Clamondé, fließt an der südlichen Gemeindegrenze entlang.[2]

GeschichteBearbeiten

Behauene Feuersteine, polierte Steine und zwei Steinvasen aus der frühen Bronzezeit wurden in einem Hügelgrab gefunden und sind Zeugen für Besiedelung in der Urgeschichte. Wie in allen anderen Gemeinden im wasserreichen Einzugsgebiet des Adours begannen die Menschen in Balansun früh mit der Landwirtschaft.[3]

1205 wurde Balansun mit dem heutigen Namen in den Büchern von Navarrenx erwähnt, im 13. Jahrhundert als Balensun in den fors de Béarn, einer Sammlung von amtlichen Texten der Vizegrafschaft von Béarn. Weitere Formen des Ortsnamens in den Schriften waren in der Folge: Balensu (Notar von Pardies, 1343), Valenssun (Volkszählung im Béarn, 1385), Valencin (4. Buch von Jean Froissart, 14. Jahrhundert), Balanssun (Reformation von Béarn, 1536). Auf der Karte von Cassini 1750 ist die Gemeinde als Balensun eingetragen, während der Französischen Revolution 1793 als Balenzun, 1801 dann als Balensun oder Balansun geführt.[4][5][6]

Das Dorf war im Mittelalter eine Etappe für Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela und besaß eine Pilgerherberge, genannt Notre-Dame-de-Chaustins. Die Gemeinde hatte eine besondere Verbindung zu Spanien. Im Mittelalter diente einer der Nachkommen der Lehnsherren von Balansun dem König von Kastilien. Ein anderes Mal in einer anderen Zeit fand der in den Hugenottenkriegen verfolgte Jan de Balansun Zuflucht in Spanien.

Der Salzweg führte durch die Gemeinde und gab der Wirtschaft einen Schub. Eine Blütezeit erlebte sie besonders im 17. Jahrhundert mit der Ansiedlung von Töpfern und Glasbläsern. Im 18. Jahrhundert zeichnete sich die Gemeinde dadurch aus, dass Friquet de Balansun, Lehnsherr des kleinsten Lehens im Lande, den Zutritt für die Kammern von Béarn erwarb.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach dem Höhepunkt von 613 Einwohnern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis auf ungefähr ein Drittel des Maximums gesunken. Es gab allein zwischen 1846 und 1851 einen Rückgang von mehr als 34 %. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts stabilisierte sich die Bevölkerung, bis sie seitdem wieder stark ansteigt.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 177 202 206 215 209 207 223 241 287
 
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die Kirche Assomption-de-Notre-Dame (Mariä Himmelfahrt) wurde 1850 errichtet. Der Kirchturm über dem Eingang besitzt eine besondere Ausschmückung seines polygonalen Turmhelms. An jeder Kante der Dachflächen ist eine Reihe von weißen Steinen angebracht.[8][9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Schwerpunkt der Wirtschaft liegt auf der Landwirtschaft.[3]

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[10]
Gesamt = 31

BildungBearbeiten

Balansun verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 22 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[11]

VerkehrBearbeiten

Balansun wird durchquert von der Route départementale 946 (ehemalige Route nationale 646).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Balansun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  2. Ma commune : Balansun (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  3. a b c Balansun (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 11. Februar 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 10. Februar 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 19,20. 1863. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  5. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  6. a b Notice Communale Baigts-de-Béarn (fr) EHESS. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Balansun (64088) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  8. Église de l’Assomption-de-Notre-Dame (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 11. Februar 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 10. Februar 2017.
  9. Clocher-porche de l’église de l’Assomption-de-Notre-Dame (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 11. Februar 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 10. Februar 2017.
  10. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Balansun (64088) (fr) INSEE. Archiviert vom Original am 11. Februar 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insee.fr Abgerufen am 10. Februar 2017.
  11. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 16. September 2017.