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Doumy

französische Gemeinde im Département Pyrénées-Atlantiques

GeographieBearbeiten

Doumy liegt ca. 20 km nördlich von Pau in der Region Vic-Bilh in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird Doumy von den Nachbargemeinden:

Lonçon Séby
Viven
Bournos   Argelos
Caubios-Loos Sauvagnon Navailles-Angos

Doumy liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Zufluss des Luy de France, der Balaing, bildet die östliche Grenze zur Nachbargemeinde Argelos. Ein Zufluss des Balaing, der Ruisseau de Saint-Peyrus, entspringt wie auch ein weiterer Zufluss des Luy de France, der Riumayou, im Gebiet der Gemeinde. Ein Nebenfluss des Luy de Béarn, der Aubiosse, bildet die südliche Grenze zur Nachbargemeinde Sauvagnon.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Fund von fünf Hügelgräbern auf dem Gebiet der Gemeinde bezeugt eine frühe Besiedelung. In der Antike führte eine Straße von Atura (Aire-sur-l’Adour) nach Beneharnum (Lescar). Der Grundherr von Doumy wurde 1096 erstmals erwähnt anlässlich der Einberufung des Vicomtes von Béarn und den zwölf wichtigsten Grundherren durch den Herzog der Gascogne, damit diese den Schutz der Abtei von Saint-Pé-de-Bigorre beeiden. Ein anderes Dokument belegt, dass im Jahre 1154 die Barone von Doumy und Gerderest an der Spitze einer Delegation von 120 Bearnern in Canfranc einen Treueeid gegenüber dem König von Aragon Raimund Berengar IV. ablegten.[1] Bei der Volkszählung im Jahre 1385 wurden in Doumy 21 Haushalte gezählt und die Zugehörigkeit zur Bailliage von Pau festgehalten. Zusammen mit der heutigen Nachbargemeinde Bournos bildete Doumy das neuntgrößte Baronat von Béarn. Im heutigen Ortsteil Saint-Peyrus existierte ein Laienkloster, Vasall des Vicomtes von Béarn.[3]

Toponyme und Erwähnungen von Doumy waren:

  • Dumi (1154, Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn),
  • Domii (12. Jahrhundert, Kopialbuch des Bistums Lescar),
  • Domium (1270, Kopialbuch des Schlosses von Pau),
  • Dominium (1286, Register von Bordeaux),
  • Domi (13. Jahrhundert, fors de Béarn, Manuskript des 14. Jahrhunderts),
  • Sent Miguel de Domi (1487, Notare von Larreule) und
  • Domin (1543, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts).[3]

Auf der Karte von Cassini 1750 ist die Gemeinde als Domy, Saint-Peyrus als Saint-Peireux eingetragen. Doumy wurde während der Französischen Revolution 1793 weiterhin als Domy geführt, acht Jahre später während des Französischen Konsulats als Domy und schließlich seitdem als Doumy verwaltet.[4][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach Höchstständen der Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von 350 Einwohnern reduzierte sich die Zahl bei kurzzeitigen Phasen der Erholung bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf 111 Einwohnern oder insgesamt um über zwei Drittel. Seitdem steigt sie wieder an und hat sich seitdem fast verdreifacht.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 123 125 129 152 174 185 234 267 297
 
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2009[6]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche, gewidmet dem Erzengel Michael. Sie wurde im 11. oder 12. Jahrhundert erbaut, und einige Elemente der romanischen Architektur hat sie bis heute behalten. Das Eingangsportal und das Seitenschiff stammen aus dem 16. Jahrhundert, der Glockenturm aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahre 1846 erfolgte ein Umbau. Einrichtungsgegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind als nationale Kulturgüter registriert.[7]
  • Kapelle Sainte-Quitterie, gewidmet der heiligen Quiteria. Mehrere Legenden ranken sich um das Leben der Schutzpatronin. Die westgotische Königstochter soll im 5. Jahrhundert in Toledo geboren und aus ihrem Elternhaus geflohen sein, als ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiraten wollte. Sie hatte die Pyrenäen überquert, als ihre Verfolger in Lescar einen Arm abgeschlagen haben sollen. Am 22. Mai 478 soll sie dann in Doumy auch ihren anderen Arm verloren haben. Seitdem ist dieses Datum ein Gedenktag und die Kapelle ist bis heute das Ziel einer Wallfahrt an diesem Tag. Im Wald an der Grenze zur Nachbargemeinde Sauvignon ist sie zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert möglicherweise an der Stelle einer früheren römischen Kultstätte errichtet worden.[8]
  • Schloss von Doumy. Die ursprüngliche Burg ist wahrscheinlich im 11. Jahrhundert auf einem Erdhügel errichtet worden und war der Adelssitz der ersten Grundherren und Barone der Gemeinde. Die künstliche Erdaufschüttung ist im heutigen Schlosspark unter Sträuchern und Blumen noch zu erkennen. Ihr Höhe beträgt 4 m und Fläche der Plattform misst 4 bis 5 m im Durchmesser. Das Schloss ist zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut worden. Seine Architektur ist gekennzeichnet durch neogotische Lukarne und eine prächtige Inneneinrichtung mit Holztäfelung und Kaminen. Von 1725 bis zum Vorabend der Französischen Revolution war das Schloss im Besitz der Familie Courrège. Zwischen 1923 und 1930 war Étienne Balsan der Besitzer, ein Industrieller, der am Anfang des 20. Jahrhunderts mit Coco Chanel liiert war.[9][10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[11]
Gesamt = 22

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule mit 52 Kindern im Schuljahr 2016/2017.[12]

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist erreichbar über die Routes départementales 40, 206 und 208 und ist über eine Linie des Busnetzes Transports 64 mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Die Autoroute A65, genannt Autoroute de Gascogne, durchquert das Gemeindegebiet, allerdings ohne direkte Ausfahrt zum Ort.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Doumy (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 2. Mai 2017.
  2. Ma commune : Doumy (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  3. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 57, 152. 1863. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  4. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  5. a b Notice Communale Doumy (fr) EHESS. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  6. Populations légales 2014 Commune de Doumy (64203) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  7. Eglise paroissiale Saint-Michel (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  8. Conseil régional d’Aquitaine: Chapelle Sainte-Quitterie de Doumy (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 2. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Motte du château de Doumy (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Februar 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 2. Mai 2017.
  10. Conseil régional d’Aquitaine: Château de Doumy (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 6. Februar 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 2. Mai 2017.
  11. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Doumy (64203) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.insee.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. École maternelle (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 2. Mai 2017.