Lübz

Gemeinde in Deutschland

Lübz ist eine an der Müritz-Elde-Wasserstraße gelegene Kleinstadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des Amtes Eldenburg Lübz. Der Ort ist ein Grundzentrum.[2]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lübz
Lübz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lübz hervorgehoben

Koordinaten: 53° 28′ N, 12° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Eldenburg Lübz
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 74,49 km2
Einwohner: 6239 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19386
Vorwahl: 038731
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 089
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 22
19386 Lübz
Website: www.luebz.de
Bürgermeisterin: Astrid Becker
Lage der Stadt Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim
BrandenburgNiedersachsenSchleswig-HolsteinSchwerinLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis RostockLandkreis NordwestmecklenburgBanzkowPlatePlateSukowBengerstorfBesitz (Mecklenburg)BrahlstorfDersenowGresseGreven (Mecklenburg)Neu GülzeNostorfSchwanheideTeldauTessin b. BoizenburgBarninBülow (bei Crivitz)CrivitzCrivitzDemenFriedrichsruheTramm (Mecklenburg)ZapelDömitzGrebs-NiendorfKarenz (Mecklenburg)Malk GöhrenMallißNeu KalißVielankGallin-KuppentinGehlsbach (Gemeinde)Gehlsbach (Gemeinde)GranzinKreienKritzowLübzObere WarnowPassow (Mecklenburg)Ruher BergeSiggelkowWerder (bei Lübz)Goldberg (Mecklenburg)DobbertinGoldberg (Mecklenburg)MestlinNeu PoserinTechentinGoldberg (Mecklenburg)BalowBrunowDambeckEldenaGorlosenGrabow (Elde)Karstädt (Mecklenburg)KremminMilow (bei Grabow)Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim)MuchowPrislichGrabow (Elde)ZierzowAlt ZachunBandenitzBelschBobzinBresegard bei PicherGammelinGroß KramsHoortHülseburgKirch JesarKuhstorfMoraasPätow-SteegenPicherPritzierRedefinStrohkirchenToddinWarlitzAlt KrenzlinBresegard bei EldenaGöhlenGöhlenGroß LaaschLübesseLüblowRastowSülstorfUelitzWarlowWöbbelinBlievenstorfBrenz (Mecklenburg)Neustadt-GleweNeustadt-GleweCambsDobin am SeeGnevenPinnow (bei Schwerin)Langen BrützLeezen (Mecklenburg)Pinnow (bei Schwerin)Raben SteinfeldDomsühlDomsühlObere WarnowGroß GodemsZölkowKarrenzinLewitzrandRom (Mecklenburg)SpornitzStolpe (Mecklenburg)ZiegendorfZölkowBarkhagenGanzlinGanzlinGanzlinPlau am SeeBlankenbergBorkowBrüelDabelHohen PritzKobrowKuhlen-WendorfKloster TempzinMustin (Mecklenburg)SternbergSternbergWeitendorf (bei Brüel)WitzinDümmer (Gemeinde)HolthusenKlein RogahnKlein RogahnPampowSchossinStralendorfWarsowWittenfördenZülowWittenburgWittenburgWittenburgWittendörpGallinKogelLüttow-ValluhnVellahnZarrentin am SchaalseeBoizenburg/ElbeLudwigslustLübtheenParchimParchimParchimHagenowKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die Stadt liegt in den Niederungen beidseits der Müritz-Elde-Wasserstraße. Während es im Stadtgebiet selbst keine größeren Seen gibt, grenzt es im Norden an den Passower See. Die im Osten des Stadtgebietes befindlichen Höhen liegen etwa vierzig Meter über der Stadt bei 103,5 m ü. NHN. Hier befindet sich auch das Waldgebiet Bobziner Tannen östlich von Riederfelde. Östlich von Lübz liegt das bewaldete Naturschutzgebiet Im neuen Teich und im Norden das Naturschutzgebiet Alte Elde bei Kuppentin.

Lübz liegt etwa 15 Kilometer östlich von Parchim und zirka 15 Kilometer westlich von Plau am See.

StadtgliederungBearbeiten

Zu Lübz gehören folgende Ortsteile:[3]

  • Riederfelde
  • Ruthen
  • Wessentin

GeschichteBearbeiten

 
Amtsturm und Museum in der Altstadt

NameBearbeiten

1224 hieß der Ort Lubicz. Der Name veränderte sich in Louize (1274), Lubicz (1317), Lubitze (1328) und Lubisse (1377), danach verkürzt Lubcze (1322) und Luptz (1342) und im 16. Jahrhundert dann Lübz. Der altpolabische Name der Stadt leitet sich vom Personennamen Lubec (Ort des Lubec), dem slawischen Ortsgründer, ab. Da L'uby „geliebt“ heißt, bedeutet Lübz „geliebte Stadt“.[4]

MittelalterBearbeiten

Im Jahr 1224 wurde Lübz erstmals urkundlich erwähnt. Fünf Jahre später fällt die „Landschaft Ture“, also die Region um das heutige Lübz, bei der ersten mecklenburgischen Hauptlandesteilung an die Herrschaft Parchim-Richenberg. Nach der Entmachtung von Pribislaw I. und der Aufteilung der Herrschaft gelangte Nikolaus I. von Werle in den Besitz der Region. Mit Beginn des Norddeutschen Markgrafenkrieges im Jahr 1308 wurde die Region von den brandenburgischen Markgrafen besetzt. Die brandenburgischen Markgrafen Otto IV. mit dem Pfeil (Stendaler Linie) und Hermann der Lange (Salzwedeler Linie), Sohn Ottos V. des Langen, bauten bei der Siedlung Lübz die Eldenburg. In der lübischen Detmar-Chronik heißt es dazu: Des sulven jares weren de marcgreven wol mit ver dusent groten rossen unde mit vele anderen volke in deme lande to wenden unde bueden dat vaste hus de eldeneborch, dat oc lubyze is gheheten.... Währenddessen starb Hermann. Die Brandenburger mussten die Eldenburg Ende des Krieges wieder räumen. Seit 1328 gehört Lübz zum Fürstentum Mecklenburg, dies wurde 1348 von Kaiser Karl IV. bestätigt. 1352 wurde der Ort bei der Landesteilung Mecklenburg-Stargard zugeschlagen.[5] Bereits 1471 starb die Linie aus, und die Stadt kam zum Herzogtum Mecklenburg. Nach 1456 erhielt Lübz das Stadtrecht. Lübz wurde eine Landstadt in Mecklenburg und war bis 1918 als Teil der Städte des Mecklenburgischen Kreises auf Landtagen vertreten.

16. bis 19. JahrhundertBearbeiten

 
Grossherzogliche Siegelmarke

Die Eldenburg wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut und bis 1634 als ein Witwensitz der herzoglichen Familie genutzt. Hier lebte u. a. Herzogin Sophie, die mit den Bürgern gegen Wallenstein Widerstand geleistet hatte. 1633 stiftete sie das später nach ihr benannte Sophienstift als Wohnstift für Witwen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Lübz 1637 von kaiserlichen Truppen geplündert. Die Stadt wurde immer wieder von Bränden heimgesucht.

Das leerstehende und verfallene Schloss wurde bis auf den Amtsturm ab 1691 abgerissen. Seit dem 17. Oktober 1976 beherbergt der letzte Turm der einstigen Eldenburg das Stadtmuseum.[6] Auf den Gewölben des alten Schlosses wurde ab 1759 ein herzogliches Amtshaus errichtet. 1774 erfolgte der Bau einer Brücke und einer Schleuse.

1836 wurde die Elde zum Schifffahrtsweg ausgebaut, und 1846 entstand die Fangschleuse. In diese Zeit fällt ebenfalls der Bau der Chausseen nach Parchim (1845–1847), Plau (1853–1854) und Goldberg (1860–1862). 1877 entstand die Brauerei. 1883 wurde ein Krankenhaus gebaut. Einen Bahnanschluss erhielt die Stadt 1885, im Jahr 1889 dann eine Molkerei und 1894 die Zuckerfabrik. Aus der Ackerbürgerstadt wurde eine kleine Industriestadt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen noch ein Elektrizitätswerk (1904) und ein Wasserwerk (1913) dazu.

Neuere GeschichteBearbeiten

 
Russischer Wegweiser nach Plau und Parchim an der Post (2015)

1911 wurde die Freiwillige Feuerwehr Lübz gegründet. Sie besteht noch heute. Das einstige Großherzogliche Amt (ab 1815), seit 1919 Amt Lübz-Marnitz, wurde 1925 aufgelöst und in das Gebiet des Amtes Parchim einbezogen. 1934 wurde der Hafen gebaut. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 52 Frauen aus der Sowjetunion bei der Verlegung von Bahngleisen sowie weitere Zwangsarbeiter in den Heinkel-Flugzeugwerken Zwangsarbeit verrichten. Geplant war gegen Ende des Krieges auch der Aufbau eines KZ-Außenlagers, wofür bereits erste Baracken am Neuen Teich errichtet wurden. Ein Erinnerungszeichen an diese Lager gibt es nicht.

Am 2. Mai 1945 kamen 90 Soldaten der US-Armee nach Lübz. Am nächsten Tag folgte die Rote Armee. Das Gebäude der früheren Kreissparkasse (früher Rathaus, bis 2019 Lebensmittelmarkt) war Sitz der sowjetischen Kommandantur. Bürgermeister war 1945 Paul Koch, ihm folgte bis 1950 Paul Graepp. Ende 1945 begann die erste Bodenreform in der SBZ. 23 Neubauern wurden auf der Gemarkung des Bauhofes angesiedelt. 1952 wurde dann die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet. 1960 wurde ein Milchzuckerwerk (Molkerei, Käserei), 1964 das Gemüsekombinat, 1968 der VEB Getreidewirtschaft errichtet, 1972 das Agrochemische Zentrum (ACZ) und 1984 die Mineralwollewerke (nach 1990 zu ISOVER gehörend) gegründet. In den 1960er bis 1980er Jahren wurde ein Neubaugebiet („Alaska“) mit 885 Wohnungen in Plattenbauweise errichtet.

Innenstadt und Amtshaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundhaft erneuert (Brücken, Freiraum Burghügel, Markt). Die Molkerei stellte 1990, die Zuckerfabrik 1992 ihren Betrieb ein. Das Krankenhaus wurde am 30. September 1995 geschlossen. Die Ruine ist noch nicht abgetragen.[7]

Von 1952 bis 1994 war Lübz Kreisstadt des gleichnamigen Kreises (bis 1990 im DDR-Bezirk Schwerin, danach im Land Mecklenburg-Vorpommern). 1994 wurde die Stadt in den Landkreis Parchim eingegliedert. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

EingemeindungenBearbeiten

  • Ruthen zum 1. Januar 1966
  • Bobzin und Riederfelde 1978
  • Broock mit Broock und Wessentin zum 1. Januar 2009[8]
  • Lutheran zum 25. Mai 2014[9]
  • Gischow mit Gischow und Burow zum 26. Mai 2019[10].

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1990 7869
1995 7188
2000 6786
2005 6201
2010 6152
Jahr Einwohner
2015 6281
2016 6197
2017 6134
2018 6342
2019 6239

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[11]

PolitikBearbeiten

StadtvertretungBearbeiten

Die Stadtvertretung von Lübz besteht aus 21 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Seit der Wahl am 26. Mai 2019 setzt sie sich wie folgt zusammen[12]:

Partei / Liste Sitze
CDU 9
Die Linke 7
SPD 3
Wählergemeinschaft Gischow-Burow 1
Wählergemeinschaft Broock/Wessentin 1

BürgermeisterBearbeiten

  • 1991–2019: Gudrun Stein (CDU)[13]
  • seit 2019: Astrid Becker

Becker wurde als gemeinsame Kandidatin der Linken und der SPD in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 53 Prozent der gültigen Stimmen gewählt.[14]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold ein hersehender, golden gekrönter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, in sieben Spitzen abgerissenem Halsfell und silbernen Hörnern; begleitet beiderseits von einem facettierten roten Stern.“[15]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin festgelegt, 1992 neu gezeichnet und unter der Nr. 58 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das nach dem Siegelbild das SIGILLVM CIVITATIS LEVPTZ – als Abdruck erstmals 1670 überliefert – gestaltete Wappen zeigt den Stierkopf als kleines landesherrliche Symbol des mecklenburgischen Herrscherhauses und kennzeichnet damit die Zugehörigkeit der Stadt zum Herzogtum, ab 1815 Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Die aus dem Siegel übernommenen Sterne wurden 1857/58 zwar als Füllbilder angesehen, aber zur Unterscheidung vom Wappenbild der Stadt Rehna beibehalten.

FlaggeBearbeiten

Die Stadt verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.[16]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der Umschrift „STADT LÜBZ“.[16]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Lübz unterhält Städtepartnerschaften zu Halstenbek in Schleswig-Holstein, Hartkirchen in Österreich und Oyama in Japan. Zudem bestehen freundschaftliche Beziehungen zu Valga in Estland.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Amtsturm
 
Waschhaussteg
 
Marktplatz
 
Brunnen „Schirmkinder“ (von Christian Genschow) und Amtsturm
  • Historischer Stadtkern, wurde nach 1991 saniert, dazu gehören Marktplatz, Ziegenmarkt, Amtshaus, Rosengarten und die Eldebrücken
  • Stadtkirche Lübz, lang gestreckter Backsteinbau mit einem Feldsteinsockel, der um 1570 in der Spätgotik entstand. Die schlichte Kirche, mit viergeteilten spitzbogigen Fenstern zwischen den Strebepfeilern, hat einen Westturm mit sparsamen Schmuckformen im Stil der Renaissance. Innen ist der Saal durch eine flache Holztonne überwölbt. An der Ostwand befinden sich u. a. die Grabmale der Herzogin Sophia († 1634) mit ihrer Tochter Anna († 1600) und ihrer Enkelin Hedwig († 1631) sowie die Wappenbilder ihrer Adelshäuser. Die hölzerne Fünte ist von 1605.
  • Amtsturm von 1308 (spätromanisch, 23,70 Meter hoch und 2,20 Meter dicke Mauern.[17]), einziger Rest der Eldenburg, die erstmals 1308 erwähnt wurde. Seit 1976 Stadtmuseum.[18]
  • Herzogliches (1815 großherzogliches) barockes Amtshaus, 1759 auf den Fundamenten der mittelalterlichen Eldenburg (später Schloss) errichtet. 1879 erfolgte im Winkel zum Amtshaus ein Anbau. Von 1994 bis 1999 wurden die Gebäude (Architektinnen Bauer & Eifler) und das Umfeld mit Burghügel, Nebengebäude und Treppenturmrampe (Architekt Brendle) saniert und erneuert.
  • Mühlenbrücke über die Elde
  • Waschhaussteg von 1995/96 (Architekt Klaus Brendle) über die Elde
  • Schifffahrtsschleuse der Elde
  • Historische Wassermühle mit ihrer Mühlentechnik im 1999 sanierten Gebäude Mühlenstraße 26 (Sparkasse). Das Fachwerk-Wohnhaus stammt von 1759, das Mühlengebäude ist von 1850. Das eingeschossige Lagerhaus von 1827 war ab 1919 eine Ölmühle.
  • Fachwerkhäuser Mühlenstraße 6, 22, 23, 23a; Am Markt 8, 14, 15; Ziegenmarkt 1, 2, 6, 7; Stiftstraße 11; Kreiener Straße 3, 5; Sägemühlenbrücke 1 und die Gründerzeithäuser Am Markt 10/11, 12, 19; Ziegenmarkt 10, Stiftstraße 3/4
  • Sophienstift mit der Stiftskirche
  • Wasserturm (37 Meter hoch) aus den Jahren 1912/13 mit Aussichtspunkt, dessen Wasserbehälter 150 m³ fasst.[19]
  • Planetarium
  • Brunnen Schirmkinder im Burggarten von Christian Genschow
  • Kriegerdenkmal 1870/71 (geweiht 1885) für den Amtsgerichtsbezirk Lübz mit Reliefs von Wilhelm I. und Friedrich Franz II. von Bildhauer Ludwig Brunow
  • Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (geweiht 1924) im Naherholungsgebiet Neuer Teich, der Adler des Denkmals ist seit 1945 verschollen
  • Gemeinschaftsgrabanlage auf dem Friedhof mit Gedenkstein für 44 namentlich genannte Zwangsarbeiter aus mehreren Ländern, die dabei ihr Leben verloren
  • Ehrengrab mit Einzelgräbern für Opfer des Faschismus auf dem Friedhof
  • Jüdischer Friedhof in der Schützenstraße

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Lübz ist vor allem durch die Mecklenburgische Brauerei Lübz bekannt, in der das überregional verbreitete Lübzer Pils gebraut wird. Auf den Höhen um die Stadt vor allem im Nordwesten wurden zahlreiche Windkraftanlagen errichtet.

VerkehrBearbeiten

Durch die Stadt Lübz verlaufen die Bundesstraße B 191 zwischen Parchim und Plau am See und die Landesstraße L 17 zwischen Goldberg und Bad Stuer. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Parchim an der A 24 (Hamburg–Berlin).

Der Bahnhof Lübz liegt an der Bahnstrecke Parchim–Neubrandenburg (Mecklenburgische Südbahn), auf der der reguläre Personenverkehr 2015 eingestellt wurde. Seitdem verkehren hier Züge nur noch zu bestimmten Anlässen. Vom 20. Mai bis zum 30. August 2020 betreibt die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) an Wochenenden die Saisonlinie RB19 zwischen Parchim und Plau am See mit täglich drei Verbindungen[20].

Im Nahverkehr bestehen tägliche Verbindungen mit den Bussen der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP).

Der Mecklenburgische Seen-Radweg führt durch Lübz.

Die Stadt liegt an der als Müritz-Elde-Wasserstraße staugeregelten Elde.

BildungBearbeiten

In Lübz gibt es folgende Schulen:

  • Grundschule Lübz, Schützenstraße 35
  • Regionale Schule Lübz, Schützenstraße 35
  • Eldenburg-Gymnasium, Blücherstraße 22a
  • Schule am Neuen Teich (Förderschule), Neuer Teich 1

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1909, 15. August: Rudolf Gesellius (1833–1912), Geheimer Sanitätsrat, Verleihung anlässlich seines 50-jährigen Arztjubiläums
  • 1912, 5. Oktober: Adolph Grimm (1842–1923), Ökonomierat, Verleihung anlässlich seines 70. Geburtstages
  • 1913, 26. Oktober: Carl Glantz (1843–1920), Rittergutsbesitzer, Verleihung anlässlich seines 70. Geburtstages
  • 1926, 13. Mai: Paul Warncke (1866–1933), Bildhauer und Schriftsteller, Verleihung anlässlich seines 60. Geburtstages
  • 1927, 1. April: Rudolf Westphal (1855–1942), Bürgermeister, Verleihung anlässlich seines Ausscheidens nach 37 Dienstjahren

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

 
Johan Ludvig von Holstein

Seit Schließung des Krankenhauses 1995 wurden in der Stadt keine Kinder mehr geboren.

Mit Lübz verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Boldt: Geschichte der Stadt Lübz – Lübz einst und jetzt, Magdeburg 1934.
  • Autorenkollektiv: Lübz Beiträge zur Geschichte der Stadt, Lübz 1989.
  • Walter Kintzel: Stadt Lübz und Amt Ture im historischen Spiegel des Jahres, Lübz 2000.
  • Willi Möller: Lübz in alten Ansichten, Zaltbommel 1993, ISBN 90-288-5569-6.
  • Ilona Paschke: Lübz in Bildern von gestern, Horb am Neckar 2012, ISBN 978-3-86595-476-3.
  • Stadt Lübz, Bauamt: Stadterneuerung Lübz, 1991–2002., Heft 1, Lübz 2002.
  • Stadt Lübz, Bauamt: Das ehemalige Amtshaus Lübz Sanierung 1993 - 2002, Heft 2, Lübz 2002.
  • Reno Stutz: Lübzer Strom-, Wasser-, Wärme- und Gasversorgung, Lübz 2001.
  • Reno Stutz: Brauen in Mecklenburg, Rostock 2002, ISBN 3-356-00955-9.
  • Dieter Vierus: Lübz – Geschichte und Erinnerungen, Lübz 2007.

WeblinksBearbeiten

Commons: Lübz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. § 2 der Hauptsatzung der Stadt (PDF; 46 kB)
  4. Ernst Eichler, Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  5. Daniel Zander: Stoff zur Landeskunde von Mecklenburg-Strelitz, Bd. 1: Grenze, Bodeninhalt, Kulturpflanzen, Verkehrsstraßen und Geschichte des Herzogtums. Barnewitz, Neustrelitz 1889, S. 31.
  6. Die offizielle Website der Stadt charakterisiert den Amtsturm als einen der am besten erhaltenden Wehrtürme in Deutschland. Die neueste Ausgabe des Handbuchs der deutschen Kunstdenkmäler (Dehio) für Mecklenburg-Vorpommern (ISBN 3-422-03081-6, S. 327f.) weiß nichts von einem solchen Superlativ.
  7. SVZ Im Artikel steht fälschlicherweise "Das Erdgeschoss ist das Urgebäude der 1883 gebauten Klinik". Vom Originalbau ist nach mehreren Umbauten jedoch nichts mehr erhalten.
  8. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  9. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Gebietsänderungen
  10. Bekanntmachung des Ministeriums für Inneres und Europa vom 16. Januar 2019, AmtsBl. M-V, S. 254
  11. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  12. Stadtvertretung Lübz, abgerufen am 11. November 2019
  13. Bürgermeister von Lübz auf luebz-online.de
  14. Farbenwechsel im Lübzer Rathaus. In: Schweriner Volkszeitung, 27. Mai 2019.
  15. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 200/201.
  16. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  17. Broschüre der Stadt Lübz von 2002/2003, S. 6
  18. Katja Haescher: Der Letzte einer ganzen Burg. JOURNAL eins, Juni 2018, S. 32.
  19. Verein Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Technische Denkmale und Sehenswürdigkeiten in Westmecklenburg. Schwerin 2002.
  20. Fahrplan Saisonlinie RB19