Siggelkow

Gemeinde in Deutschland

Siggelkow ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Eldenburg Lübz mit Sitz in der Stadt Lübz verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Siggelkow
Siggelkow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Siggelkow hervorgehoben

Koordinaten: 53° 23′ N, 11° 56′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Eldenburg Lübz
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 54,97 km2
Einwohner: 845 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19376
Vorwahl: 038724
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 125
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ringstraße 1
19376 Marnitz
Außenstelle
Website: www.gemeinde-siggelkow.de
Bürgermeisterin: Sigrid Mohr
Lage der Gemeinde Siggelkow im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Über dieses Bild

Geografie und VerkehrBearbeiten

 
Der Moosterbach bei Groß Pankow

Die Gemeinde liegt in den Niederungen der Elde, etwa acht Kilometer südöstlich von Parchim und zirka zehn Kilometer südlich von Lübz. An der Nordgrenze des Gemeindegebiets fließen die Müritz-Elde-Wasserstraße und ein Altarm der Elde, in die der Gehlsbach und der Moosterbach münden. Stehende Gewässer sind der Sabelsee und der Blanksee. Siggelkow ist reich an Naturschutzgebieten, so die Naturschutzgebiete Wüstemoor am Blanksee, das Naturschutzgebiet Gehlsbachtal bei Klein Pankow und das Naturschutzgebiet Sabelsee bei Groß Pankow. Größere Waldgebiete im Gemeindegebiet sind die Siggelkower Tannen im Westen, die Pankower Tannen im Süden und das kleine Waldgebiet um den höchsten Punkt der Gemeinde, den Heideberg mit 77,3 m ü. NHN, bei Redlin.

Südlich des Gemeindegebietes verläuft die Bundesautobahn 24, welche über den Anschluss Suckow erreichbar ist.

OrtsteileBearbeiten

Ortsteile der Gemeinde sind Groß Pankow, Klein Pankow, Neuburg, Redlin und Siggelkow.[2]

GeschichteBearbeiten

Die Ortsteile der Gemeinde sind slawischen Ursprungs. Im Jahr 1235 wird Siggelkow erstmals als Siklecowe urkundlich erwähnt. Es folgen Redlin 1307, Klein Pankow 1364, Groß Pankow 1396 und Neuburg 1451. Das Gebiet lag immer im Grenzgebiet zwischen Mecklenburg und Brandenburg. Seit dem 13. Jahrhundert bis 1452 gehörte die Gegend erst zum Kloster Dünamünde (heute Daugavgriva) in Lettland und dann zum Kloster Templin. Danach gehört das Land bis auf Redlin zu Mecklenburg-Schwerin. Nach dem Zweiten Weltkrieg und Gründung der DDR kommt Siggelkow und das Dorf Redlin erst zum Land Mecklenburg und dann zum Bezirk Schwerin.

Am 1. Januar 1951 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Groß Pankow eingegliedert.

Seit der Wende 1990 gehört Siggelkow zum Land Mecklenburg-Vorpommern und ab dem 1. Juli 2004 zum Amt Eldenburg Lübz.

Der Name von Siggelkow stammt vom altslawischen žih ab und deutet auf den slawischen Lokator hin, also Ort des Žichlik.[3]

Auch Pankow wurde nach dem Lokator benannt, Ort des Pąk.[4]

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold eine schräglinke blaue Wellenleiste, begleitet: oben von einer auf einem schwarzen Ast sitzenden roten Eule; unten von einer in der bauchigen Mitte profilierten roten Urne mit zwei Henkeln.“[5]

Das Wappen und die Flagge wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet. Es wurde am 2. März 2001 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 238 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: In dem Wappen symbolisiert die Wellenleiste den durch die Gemeindeflur fließenden Moosterbach. Mit der Eule soll der Bezug zum Naturschutz, insbesondere die Bedeutung einer intakten Natur, als Wirtschaftsfaktor – den Tourismus – für die Gemeinde herausgestellt werden. Die Urne verweist auf die zahlreichen vor- und frühgeschichtlichen Grabungsfunde in der Gemeindeflur.

FlaggeBearbeiten

 
  Flagge der Gemeinde Siggelkow

Die Flagge wurde am 24. Oktober 2001 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist längs gestreift von Blau, Gelb und Blau. Die blauen Streifen nehmen je vier Neuntel, der gelbe Streifen nimmt ein Neuntel der Höhe des Flaggentuchs ein. In der Mitte des gelben Streifens liegt, auf jeweils fünf Achtel der Höhe der beiden blauen Streifen übergreifend, das Gemeindewappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.[6]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE SIGGELKOW“.[6]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Siggelkow

  • neugotische Kirche in Redlin von 1876
  • Dorfkirche in Groß Pankow von 1705; schlichter einschiffiger Fachwerkbau mit verbrettertem Westturm; der kleine Flügelaltar ist spätgotisch mit Schrein von nach 1530/40
  • Fachwerkkirche in Siggelkow vom wohl 18. Jahrhundert mit niedrigem, verbrettertem Westturm
  • Fachwerkkirche in Klein Pankow von 1650
  • Gedenkstein von 1950 hinter der Eldebrücke in Richtung Parchim zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches der Häftlinge des KZ Sachsenhausen und des KZ-Außenlagers Heinkel-Werk, dazu seit 1976 eine Gedenktafel
  • Gedenkstein aus dem Beginn der 1950er Jahre an der Meyenburger Straße des Ortsteiles Redlin zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches
  • Gedenkstein von 1950 in der Dorfmitte des Ortsteiles Siggelkow an die KZ-Häftlinge des Todesmarsches, dazu Informationstafel von 1976

WeblinksBearbeiten

Commons: Siggelkow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 2 der Hauptsatzung (PDF; 20 kB) der Gemeinde
  3. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 134.
  4. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, S. 3–168, hier S. 102.
  5. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 207/208.
  6. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).