Neu Gülze

Gemeinde in Deutschland

Neu Gülze ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Boizenburg-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Boizenburg/Elbe verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
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Neu Gülze
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neu Gülze hervorgehoben

Koordinaten: 53° 23′ N, 10° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Boizenburg-Land
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 13,07 km2
Einwohner: 769 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19258
Vorwahlen: 038844, 038847
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 102
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Fritz-Reuter-Str. 3
19258 Boizenburg/Elbe
Website: Neu Gülze auf amtboizenburgland.de
Bürgermeister: Frank Ahlers
Lage der Gemeinde Neu Gülze im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Neu Gülze liegt östlich der Stadt Boizenburg, ihr südlicher Teil gehört zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern. An der östlichen Gemeindegrenze fließt die Schaale südlich in Richtung Sude. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 5 und die Bahnstrecke Berlin–Hamburg, an der die Gemeinde jedoch keinen Haltepunkt besitzt.

Umgeben wird Neu Gülze von den Nachbargemeinden Bengerstorf im Norden, Tessin b. Boizenburg im Osten, Besitz im Südosten, Teldau im Süden, Boizenburg/Elbe im Westen sowie Gresse im Nordwesten.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Neu Gülze und Zahrensdorf.[2] Die Siedlungen Hühnerbusch, Rubeck und die Neu Gülzer Gamm gehören zum Ortsteil Neu Gülze. Die Siedlung Kiekut gehört zum Ortsteil Zahrendorf.

GeschichteBearbeiten

Die urkundliche Ersterwähnung Zahrensdorfs stammt aus dem Jahr 1230 und findet sich im Ratzeburger Zehntregister. Der damalige Name lautete Tsarnekestorp[3] und bedeutet Dorf des Čarnek[4]

Das ländlich geprägte Zahrensdorf war eine Ortschaft mit Rittergut. Wesentliche Teile der Gutsgeschichte bezieht sich auf die Familie von Lücken. Mit Leopold von Lücken (1798–1853), verheiratet mit Ida von Kleist, beginnt eine längere Phase der Konstanz.[5] Um 1864 betreute der Herr von Lücken-Zahrensdorf für den Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg - Schwerin dessen Gestüt.[6] Schon im zeitlichen Vorfeld gab es gute Kontakte zum Landesherrn.[7] Das Dorf hatte nach dem 1928 letztmals amtlich publizierten Güter-Adressbuch Mecklenburg das traditionsreiche Rittergut der Familie von Lücken. Es war ein freies Allodialgut mit einer Fläche von 473 ha. Seitens des Eigentümer Achim von Lücken, der parallel Standesbeamter war,[8] wurde eine mittelgroße Landwirtschaft betrieben. Im Ort bestanden vier Bauernwirtschaften der Familien W. Michaelis, H. Hagemann, H. Kahl sowie W. Piper. Des Weiteren besaß die Pfarre einen 29 ha-Hof.[9] Der hochdekorierte Offizier Theodor von Lücken (1914–1986),[10] zuletzt Oberstleutnant der Bundeswehr, stammt aus Zahrensdorf.

Bei einer Regulierung der Gülzer Feldmark entsteht 1833 die selbständige Dorfschaft Neu Gülze als sich dreizehn Gülzer Hauswirte als Erbpächter und 5 Büdner im nördlichen Teil der Feldmark ansiedeln. Am 1. Juli 1950 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Zahrensdorf eingegliedert.

PolitikBearbeiten

Gemeindevertretung und BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeister) aus 8 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende Ergebnisse[11]:

Partei/Bewerber Prozent Sitze
Wählergruppe Demokratie-Soziale Gerechtigkeit 73,78 6
Einzelbewerber Michalska 13,53 1
CDU 7,12 1

Bürgermeister der Gemeinde ist Frank Ahlers, er wurde mit 70,02 % der Stimmen gewählt.[12]

DienstsiegelBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE NEU GÜLZE • LANDKREIS LUDWIGSLUST-PARCHIM“.[13]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Frühgotische Feldsteinkirche aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Zahrensdorf: Die Spitzbögen der schmalen Fenster und des ehemaligen Nordeingangs sind mit Backstein gefasst. Der Backsteinchor, gewölbt und mit dem Schiff durch einen spitzen Triumphbogen verbunden, hat Rundbogenfenster und wird auf jünger eingeschätzt, der Holzturm mit Flesteinunterbau auf das 15. Jahrhundert.[14]
  • Neogotische Grabkapelle, erbaut 1894, Zahrensdorfer Friedhof

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Neu Gülze

LiteraturBearbeiten

  • Gülze. In: Dieter Greve: Flurnamenatlas für das südliche Westmecklenburg, Bd. 2: Dörfer des Amtes Boizenburg-Land. Zweiter Teil. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2011, ISBN 978-3-940207-26-5, S. 178–190.
  • Neu Gülze mit Hühnerbusch. In: Dieter Greve: Flurnamenatlas für das südliche Westmecklenburg, Bd. 2: Dörfer des Amtes Boizenburg-Land. Zweiter Teil. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2011, S. 191–195.

WeblinksBearbeiten

Commons: Neu Gülze – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2020 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 3,5 MB) der Gemeinde.
  3. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Meklenburger Landes. 1843. Band 2, Wendischer Kreis. Amt Boizenburg. Hinstorff`sche Hofbuchhandlung, Parchim, Ludwigslust 1843, S. 319–320 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  4. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 163.
  5. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. In: "Der Gotha". Siebenter Jahrgang Auflage. Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung., Lücken. II. Linie. Justus Perthes, Gotha 4. November 1905, S. 460–461 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  6. Ludwig von Hirschfeld: Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, und seine Vorgänger. Nach Staatsakten, Tagebüchern und Korrespondenzen. Band 2. Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 148–149 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  7. Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin: Vormärz und Revolution. Die Tagebücher des Großherzogs Franz Friedrich II. von Mecklenburg-Schwerin 1841-1854. In: René Wiese (Hrsg.): Quellen und Studien aus den Landesarchiven Mecklenburg-Vorpommerns. Online-Ressourcen Auflage. Band 16. Böhlau, Köln, Wien 2014, ISBN 978-3-412-21695-5, S. 241–242 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  8. Großherzogliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Groszherzoglich Mecklenburg-Schwerinsches Staatskalender. 1916. 140. Auflage. Bärensprung`sche Hofbuchdruckerei, Schwerin 1916, S. 585 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  9. Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Niekammer`s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Band IV. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe von Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit Unterstützung vieler Behörden und der Landbünde zu Güstrow und Neubrandenburg (Hrsg.): 4. Letzte Ausgabe. 4. Auflage. IV Reihe Paul Niekammer. Verlag von Niekammer`s Adreßbüchern G.m.b.H., Leipzig 1928, S. 78 (g-h-h.de [abgerufen am 30. Januar 2022]).
  10. Stephan Sehlke: Das geistige Boizenburg. Bildung und Gebildete im und aus dem Raum Boizenburg vom 13. Jahrhundert bis 1945. Online-Ressource Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8448-0423-2, S. 286 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  11. Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)
  12. Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)
  13. Hauptsatzung § 2 Abs.3
  14. Dehio Mecklenburg-Vorpommern. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-422-03128-9, S. 790/791.