Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kerzenheim
Kerzenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kerzenheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 35′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Eisenberg (Pfalz)
Höhe: 201 m ü. NHN
Fläche: 17,88 km2
Einwohner: 2117 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67304
Vorwahl: 06351
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 86
67304 Eisenberg (Pfalz)
Website: Ortsgemeinde Kerzenheim
Ortsbürgermeister: Andrea Schmitt (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kerzenheim im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Kerzenheim ist gemessen an der Einwohnerzahl die siebtgrößte Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) an, innerhalb derer sei gemessen an der Fläche die kleinste Ortsgemeinde darstellt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

 
Das „Göllheimer Häuschen“ auf der Kerzenheimer Gemarkung

Kerzenheim liegt am nördlichen Rand des Pfälzerwalds und dessen Teilbereich Stumpfwald. Unmittelbar nördlich und östlich schließt sich bereits das zum Alzeyer Hügelland gehörende Eisenberger Becken an.

Im Westen liegt der nach dem Kloster Rosenthal benannte Ortsbezirk Rosenthal,[2] der sich in die Ortschaften Göllheimer Häuschen, Grauwald-Siedlung, Kerzweilerhof, Rosenthalerhof und Steinäcker-Siedlung gliedert. Zu Kerzenheim gehören zusätzlich die Wohnplätze Arles-Siedlung und Haus Dietrich.[3]

Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Göllheim, Lautersheim, Ebertsheim, Eisenberg, Ramsen, Enkenbach-Alsenborn, Sippersfeld und Breunigweiler.

ErhebungenBearbeiten

Im Südwesten der Gemarkung an der Grenze zu Sippersfeld erhebt sich der 377,1 Meter hohe Pfrimmerberg. An der Grenze zu Eisenberg erstreckt sich der 366 Meter hohe Kühberg. Im Gemarkungsdreieck zu Enkenbach-Alsenborn und Ramsen befindet sich der 353 m ü. NHN hohe Salweidenkopf.

GewässerBearbeiten

Der in West-Ost-Richtung verlaufende Rodenbach entspringt beim Rosenthalerhof und durchfließt den Rosenthaler Weiher; danach verläuft er südlich des Siedlungsgebiets der Kerngemeinde. Mitten durch letztere fließt der Kerzenheimer Bach, der danach von links in den Rodenbach mündet.

GeschichteBearbeiten

 
Dianarelief aus Kerzenheim aus der Zeit um 200 nach Christus, inzwischen im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt

Die Ortsgemarkung scheint bereits in römischer Zeit besiedelt gewesen zu sein. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde neben der Landstraße in Richtung Göllheim ein Dianarelief aus der Zeit um 200 nach Christus aufgefunden, Teil eines Viergöttersteins, vom Sockel einer Jupitergigantensäule. Es kam 1875 ins Historische Museum der Pfalz, zu Speyer und wird dort in der römischen Sammlung gezeigt.[4]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als Kentzenheim erfolgte 1143, in den Jahren 1194 und 1198 wurde er Chercenheim genannt. Der Ortsname ist möglicherweise von einem Personennamen Kernzo hergeleitet.[5] Bis Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zum Besitz des Klosters Höningen.

Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zu Nassau-Weilburg; dort unterstand er der 1388 gegründeten Herrschaft Kirchheim und Stauf. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Kertzenheim – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Göllheim eingegliedert und war Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Rodenbach und Lautersheim umfasste. 1815 wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Kerzenheim dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchhheimbolanden – an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchhheimbolanden hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kerzenheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Kerzenheim 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) eingegliedert.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Kerzenheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][6]

Jahr Einwohner
1815 653
1835 1.092
1871 1.002
1905 1.262
1939 1.398
1950 1.495
Jahr Einwohner
1961 1.932
1970 1.950
1987 1.905
1997 2.239
2005 2.282
2018 2.117

ReligionBearbeiten

Im Bereich des Ortsteils Rosenthal existierte einst das Kloster St. Remigius. Vor Ort gab es einst eine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder in Göllheim beigesetzt wurden. Zudem war Kerzenheim Standort einer neuapostolischen Kirche, die 2014 entwidmet wurde.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Kerzenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2019 8 3 1 4 16 Sitze
2014 10 1 1 4 16 Sitze
2009 11 1 4 16 Sitze
2004 10 2 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) e. V.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau. Rechts über einem grünen Berg im Schildfuß eine rote Kirche mit gotischem Glockenturm begleitet von einem schwebenden blauen Schild, darin eine silberne Rose. Links der silberne Buchstabe K.“
Wappenbegründung: Die Kirche im Wappen sowie die Rose verweisen auf das im Gemeindegebiet befindliche Kloster Rosenthal

KulturBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Die von Johann Georg Christian Hess errichtete Pfarrkirche Kerzenheim

Die Ebertsheimer Straße, die Göllheimer Straße und das im Westen der Gemarkung liegende ehemalige Kloster Rosenthal im Ortsteil Rosenthalerhof sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Die beiden erstgenannten umfassen mehrere Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Das Kloster wurde 1241 durch Graf Eberhard II. von Eberstein gestiftet.

Hinzu kommen insgesamt 13 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das frühere Rat- und Schulhaus und die Hofanlage mit der Anschrift Eisenberger Straße 3. 1783 wurde eine neue lutherische Pfarrkirche erbaut, ein bedeutsamer lutherischer Zentralraumkirchenbau von Johann Georg Christian Hess, einem Vertreter des Klassizismus.

NaturBearbeiten

Einziges Naturdenkmal vor Ort ist ein Baumensemble am Rosenthalerhof.

BrauchtumBearbeiten

Vor Ort existiert unter anderem ein Kleingärtner-Verein. Am Sonntag vor Frühlingsanfang veranstaltet dieser jährlich den Stabaus.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Am westlichen Siedlungsrand befanden sich zu spätrömischer Zeit Gruben, in denen Eisen abgebaut wurde. Vor Ort existierte zudem die 1997 geschlossene Regency Net Communications Facility Kerzenheim der US Army. Im Nordosten der Gemeinde liegt der im Zeitraum von 1999 bis 2015 in Betrieb genommene Windpark Kerzenheim, der teilweise bereits auf der Gemarkung von Göllheim befindet.

VerkehrBearbeiten

Kerzenheim liegt an der B 47, von der die Landesstraße 449, die über Göllheim bis nach Marnheim verläuft, abzweigt. Die Landesstraße 452 führt nach Ebertsheim. Die im Westen der Gemarkung verlaufende Landesstraße 396 passiert den Weiler Göllheimer Häuschen. Die Kreisstraße 76 stellt eine Verbindung nach Steinborn her. Die Kreisstraße 78 verbindet den Ortsbezirk Rosenthal mit dem Straßennetz.

In kurzer Entfernung befinden sich die A 63 im Norden und die A 6 im Süden. Die nächstgelegene Bahnstation ist der Bahnhof Eisenberg (Pfalz).

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Barbara von Heppenheim genannt vom Saal. Sie regierte 32 Jahre lang als Zisterzienser-Äbtissin in Rosenthal, starb dort und ihr Epitaph ist in der Kirchenruine erhalten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Anton Foohs (1871–1940), Prälat, bayerischer Divisionspfarrer im Ersten Weltkrieg, Begründer des Pfälzer Katholikentags in Johanniskreuz
  • Forbesia Erhard (1892–1963), von 1929 bis 1936 als Kindergärtnerin, Krankenschwester und Altenpflegerin in Astheim tätig
  • Leonhard Wüchner (1895–nach 1938), Politiker (NSDAP)

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kerzenheim – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Ortsgemeinde Kerzenheim (Memento des Originals vom 20. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vg-eisenberg.ionas3.de (PDF; 28 kB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 89 (PDF; 1,9 MB).
  4. Digitalscan zum Fund, aus Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, 1876
  5. Rheinische Vierteljahrsblätter, Band 65, Röhrscheid, 2001, S. 177 (Google Books)
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen