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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Obermoschel
Obermoschel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Obermoschel hervorgehoben
Koordinaten: 49° 44′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Alsenz-Obermoschel
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 10,15 km2
Einwohner: 1049 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67823
Vorwahl: 06362
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 054
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 16
67821 Alsenz
Website: www.obermoschel.de
Stadtbürgermeister: Holger Weirich
Lage der Stadt Obermoschel im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Die Wilhelmstraße mit dem Selberg im Hintergrund
Die Kanalstraße mit dem Landsberg im Hintergrund
Marktplatz
Die protestantische Kirche am Kirchenplatz

Obermoschel ist die kleinste Stadt in der Pfalz. Sie liegt zwischen Rockenhausen und Bad Kreuznach im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Alsenz hat. Obermoschel ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Obermoschel liegt im Nordpfälzer Bergland nördlich des Pfälzerwalds. Es wird von den vier Bergen Steinhübel, Selberg, Moschellandsberg (auch Landsberg oder Schloßberg) und Kahlforster Höhe eingerahmt. Auf dem Moschellandsberg liegt auch die Burgruine Landsberg.

Zu Obermoschel gehören auch die Wohnplätze Kahlforsterhof und Gaststätte Waldhaus.[3]

GeschichteBearbeiten

Im Mittelalter gehörten Obermoschel und die Landsburg den Grafen von Veldenz, die beides vom Hochstift Worms zu Lehen trugen. Vermutlich hatten die Veldenzer dieses Lehen im frühen 12. Jh. von ihren Vorfahren, den Emichonen, geerbt.[4] Ein Ort „Moschel“ wird erstmals 1112 erwähnt.[5] Diese Erwähnung bezieht sich aber vermutlich – anders als vielfach angenommen – nicht auf Obermoschel, sondern auf Niedermoschel.[6] Am 7. September 1349 wurde Obermoschel von König Karl IV. zur Stadt erhoben und erhielt Marktrechte.

Text der Urkunde: „die Stat ze Mosscheln under Landspurch mit allen den Rechten, freiheiten und guten gewonheiten, in aller der geschiecht und weyse, als dez Richs Stat ze Lutter (Kaiserslautern) seliger gedechtnüsze von keysern und küngen, sinen voruarn an dem Riche, und ouch von im gefriet ist, und als si die selben Recht, freyung und gewonheit biz her gehabt vnd gebracht hat“.[7]

Nach dem Aussterben der Grafen von Veldenz kamen Obermoschel und die Landsburg im Jahre 1444 an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Seit 1798 gehörte Obermoschel zm Departement Donnersberg und ab 1816 zum Königreich Bayern. In Obermoschel organisierte Victor Schily im Juni 1849 das „erste Bataillon der Pfälzer Volkswehr“.[8]

Die Lokalbahn Alsenz–Obermoschel wurde am 1. Oktober 1903 eröffnet und verband den Ort mit Alsenz und der dortigen Alsenztalbahn. Aufgrund der geringen Nachfrage wurde die Bahnstrecke jedoch bereits 1935 wieder geschlossen.

Im Jahr 1943 wurde das bereits aus dem Mittelalter bekannte Silber-Quecksilber-Erz Moschellandsbergit (früher Hartsilber) nach seinem Fundort Moschellandsberg benannt und anerkannt. In der Grube Backofen am Moschellandsberg wurde 1984 ein unbekanntes Mineral gefunden und 1985 als Moschelit von der IMA anerkannt. Siehe auch: Liste von Bergwerken in der Pfalz.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat in Obermoschel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem. Bei den vorhergehenden Wahlen fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[9]

Wahl CDU WG 1 WG 2 Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 16 Sitze
2009 4 11 1 16 Sitze
2004 4 9 3 16 Sitze

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

WeinbauBearbeiten

Obermoschel besitzt eine lange Weinbautradition und gehört zum Weinbaugebiet Nahe. Heutzutage gibt es aber nur noch wenige Winzer. Die Reben wachsen meist auf schwer zu bewirtschaftenden Steillagen, deren vulkanische Schieferböden zu einem besonderen Charakter der Weine beitragen. Am Selberg gibt es einen Weinlehrpfad.

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

In Obermoschel stehen den Einwohnern diverse Sportanlagen zu Verfügung. Dazu gehören ein Sportplatz, ein Schützenhaus, mehrere Tennisplätze sowie Hallenbad und Sauna im Burg-Hotel Kreis. Um die Stadt herum sind diverse Wander- und Nordic-Walking Strecken ausgeschildert. Am Landsberg befindet sich der Geo-Kulturpfad. Hinzu kommt noch ein Windlehrpfad, ebenso verläuft der prämierte Pfälzer-Höhenweg durch Obermoschel. In der Talaue Richtung Sitters befindet sich das große Mehrgenerationengelände.

BauwerkeBearbeiten

Auf dem Moschellandsberg befindet sich die Burgruine Landsberg. In der Stadt sind mehrere alte Gebäude erhalten. Dazu gehören das um 1510 erbaute Rathaus, ebenso wie das alte Gefängnis und das ehemalige Amtsgericht. Neben dem Rathaus befindet sich die Gaststätte Ratskeller, das älteste Wirtshaus in der Nordpfalz. Ein klassisches Baudenkmal der Renaissance ist das Schuck'sches Haus, eines der ältesten Häuser in Rheinland-Pfalz. Von der alten Stadtmauer ist nur das Peterstürmchen aus dem 14./15. Jahrhundert erhalten.

Die protestantische Kirche wurde von 1785 bis 1789 erbaut. Die Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt stammt aus dem Jahr 1866. Am Kirchplatz sind die Portalsteine der 1844 erbauten und 1938 zerstörten Synagoge ausgestellt. Die umfangreichen Anlagen der Erzaufbereitung sind alle bis auf die Fundamente abgetragen. Nur das Bet- und Zechenhaus der „Combinierten Landsberger Quecksilberwerke“ aus dem Jahr 1758 ist erhalten.

Kultur- und NaturdenkmaleBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Auf der Burg findet jedes Jahr am 1. Mai das Wanderfest und am 1. Wochenende im Juni ein großer Mittelaltermarkt statt. Die Kerwe ist immer am 2. Wochenende im August und das Weinfest auf dem historischen Marktplatz am 1. Wochenende im September. Der große Herbstmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag findet am zweiten Sonntag im Oktober statt. Rund um den Marktplatz wird am 1. Advent (Samstag und Sonntag) der Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die B 420 (NiersteinOttweiler) verbindet Obermoschel mit dem überregionalen Straßennetz.

Obermoschel besitzt eine Grundschule und einen Kindergarten.

Der Landesverband Rheinland-Pfalz der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betreibt hier eine Umweltakademie.[10]

Nächstgelegener Bahnhof ist in Alsenz an der Alsenztalbahn. Die meterspurige Lokalbahn Alsenz–Obermoschel wurde mangels Nachfrage bereits 1935 eingestellt.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 89 (PDF; 2,2 MB).
  4. Werner Vogt: Untersuchungen zur Geschichte der Stadt Kreuznach und der benachbarten Territorien im frühen und hohen Mittelalter. Düsseldorf 1956, S. 163, 196 ff.
  5. Eckhard Braun, Jürgen Keddigkeit, Michael Münch: Die Moschellandsburg. 650 Jahre Obermoschel 1349–1999. Hrsg.: Rainer Schlundt. Otterbach 1999, S. 52–60, darin S. 52 u. 59.
  6. Elfriede Salden-Lunkenheimer: Die Besitzungen des Erzbistums Mainz im Naheraum (= Heimatkundliche Schriftenreihe des Landkreises Bad Kreuznach. Band 1). 2. ergänzte Auflage. Bad Kreuznach 1981, S. 67–69 u. 217.
  7. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Deutsche Stadtrechte des Mittelalters, 1866, Seite 330
  8. Johann Philipp Becker, Christian Esselen: Geschichte der süddeutschen Mairevolution des Jahres 1849. Genf 1849. S. 306. Digitalisat
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Webseite der UmweltAkademie Rheinland-Pfalz SDW