Steinbach am Donnersberg

Gemeinde in Deutschland

Steinbach am Donnersberg ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört zur Verbandsgemeinde Winnweiler.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Steinbach am Donnersberg
Steinbach am Donnersberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Steinbach am Donnersberg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 7° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Winnweiler
Höhe: 274 m ü. NHN
Fläche: 4,43 km2
Einwohner: 733 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67808
Vorwahl: 06357
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 075
Adresse der Verbandsverwaltung: Jakobstraße 29
67722 Winnweiler
Website: steinbach-donnersberg.de
Ortsbürgermeisterin: Susanne Röß
Lage der Ortsgemeinde Steinbach am Donnersberg im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Ortsbild von Steinbach am Donnersberg
Schrägluftbild von Steinbach

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt im Nordpfälzer Bergland zwischen dem Donnersberg im Nordwesten und dem Pfälzerwald im Süden. Mitten durch die Gemeinde fließt der Wildensteiner Bach, der zudem von rechts den Laubbach aufnimmt.

Zu Steinbach am Donnersberg gehören die Wohnplätze Haus Kaiserbusch, Haus Voigtland, Obere Mühle, Rotenbusch und Untere Mühle.[2]

GeschichteBearbeiten

OrtsgeschichteBearbeiten

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Steinbach zu einem Viertel der Herrschaft Kirchheim und Stauf des Hauses Nassau und zu drei Viertel zu Leiningen-Heidesheim.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in das französische Département Donnersberg und in den Kanton Winnweiler eingegliedert. Infolge des Wiener Kongresses gehörte der Ort 1815 zunächst zu Osterreich. Ein Jahr später wurde er Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 war Steinbach Bestandteil des Landkommissariats Kaiserslautern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen.

Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der Französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1961 hatte die Gemeinde insgesamt 892 Einwohner. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Steinbach am 7. Juni 1969 zusammen mit den meisten anderen Orten des Kreises in den neu geschaffenen Donnersbergkreis. Drei Jahre später wurde der Ort Teil der Verbandsgemeinde Winnweiler.

Herkunft des NamensBearbeiten

Der Name des Ortes Steinbach, von der einheimischen Bevölkerung auch „Schdoabach“ genannt, kann wie bei über 100 gleichen Ortsnamen im deutschsprachigen Raum von einem Gewässer dieses Namens hergeleitet werden. Der namengebende Bach von Steinbach am Donnersberg kommt aus einem felsigen Tal des Donnersberges. Laut einer Literaturangabe von 1887 wird der Bach aus dem Wildensteinertal „die Steinbach“ genannt. Die in früher Zeit enge Verbindung zwischen Steinbach und Standenbühl zeigt auch im Namen eine Verwandtschaft. So hieß es 1787 „Standenböhl“, 1662 „steindte bohell“, 1447 „Steintenbohel“, 1355 „Steinachtenbuel“ und 1293 „Steinechtenbohl“. Dies deutet nach Ansicht von Heimatforschern darauf hin, dass das Dorf anfänglich landschaftlich betrachtet „Bohele“ hieß, was so viel wie Bühel oder Hügel bedeutet, und später den Beinamen des Baches Stan- oder Steinbach Stan- oder Steintebohl trug. Seit 1907 ist die offizielle Schreibweise „Steinbach am Donnersberg“ gebräuchlich. Eine Urkunde darüber trägt das Datum vom 15. August 1957. Aus einem Schreiben des Staatsarchivrates von Jan vom 15. August 1957 an die Bezirksregierung der Pfalz in Neustadt geht hervor, dass der Steinbach als Flüsschen aus einem Tal des Donnersberges kommt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Steinbach am Donnersberg besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[3]

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeisterin ist Susanne Röß. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 74,35 % gewählt und folgte damit Reiner Bauer, der nach 10 Jahren Amtszeit nicht mehr für diese Aufgabe kandidiert hatte.[4][5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau auf grünem Grund, linkshin sitzend, Johannes der Evangelist in silbernem Mantel und rotem Unterkleid, sein Evangelium in ein rotgebundenes silbernes Buch schreibend, rechts hinter ihm stehend ein schwarzer Adler.“
Wappenbegründung: Es wurde 1950 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium verliehen und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1777.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

Der jüdische Friedhof ist als Denkmalzone ausgewiesen. Hinzu kommen insgesamt fünf Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die protestantische Kirche.

NaturBearbeiten

Vor Ort existieren insgesamt zwei Naturdenkmale.

KeltendorfBearbeiten

 
Keltendorf am Donnersberg

Südwestlich des Siedlungsgebiets befindet sich das Keltendorf am Donnersberg. Die in traditioneller Bauweise errichtete Hofsiedlung zeigt Handwerkstechniken, die die Kelten zum Hausbau einsetzten. Zudem gibt es einen etwa 12 Meter hohem Aussichtsturm, den sogenannten „Keltenturm“, der teilweise von Wanderarbeitern ohne elektrische Geräte erbaut wurde.

NABU-KeltengartenBearbeiten

Der 6,4 Hektar große Keltengarten in Steinbach zeigt Leben, Arbeitswelt, Kultur und Naturraum zur Zeit der Kelten. Für Kinder gibt es einen Triskel-Spielplatz. Schautafeln informieren über Vorkommen und Bedeutung der Tier- und Pflanzenwelt der Donnersberg-Region, aber auch über Landwirtschaft und Kultur der Kelten.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Direkt südöstlich von Steinbach verlaufen die A 63 (KaiserslauternMainz) und die alte Kaiserstraße.

Der nahegelegene Bahnhof Göllheim-Dreisen befindet sich an der Zellertalbahn, die 1983 den Personenverkehr einbüßte und von 2001 bis 2016 ausschließlich im Ausflugsverkehr angefahren wurde. In Winnweiler und Münchweiler an der Alsenz befinden sich Bahnhöfe der Alsenztalbahn. Die Alsenztalbahn wird im Stundentakt bedient; im Kursbuch ist sie als KBS 672 verzeichnet.

TourismusBearbeiten

 
Steinbacher Hütte am Donnersberg

Auf Gemarkung der Gemeinde befindet sich die Steinbacher Hütte am Donnersberg.

Durch den Ort verlaufen die Europäische Keltenroute, der mit einem blauen Balken markierte Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts sowie ein Wanderweg, der mit einem blau-roten Balken markiert ist und der von Kirchheimbolanden bis nach Pirmasens führt. Durch den Westen der Gemarkung führt außerdem der Pfälzer Höhenweg.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Samuel Köster (1742–1829), evangelischer Pfarrer und Jakobiner, war von 1769 bis 1780 vor Ort Pfarrer
  • Gustav Adolf Bernd (1869–1942), Bildhauer und Steinmetz, schuf das örtliche Kriegerdenkmal

LiteraturBearbeiten

  • C. E. Gross: Der Donnersberg. 1887.
  • Michael März: Heimatbuch von 1990 zur 800 Jahrfeier Steinbach am Donnersberg.

WeblinksBearbeiten

Commons: Steinbach am Donnersberg – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 145 (PDF; 3 MB).
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Steinbach. Abgerufen am 2. September 2019.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 2. September 2019 (siehe Winnweiler, Verbandsgemeinde, elfte Ergebniszeile).
  5. Winnweiler Rundschau, Amtsblatt der Verbandsgemeinde: Reiner Bauer und Michael März geehrt. Ausgabe 26/2019, amtlicher Teil. Abgerufen am 2. September 2019.