Dannenfels

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dannenfels
Dannenfels
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dannenfels hervorgehoben

Koordinaten: 49° 38′ N, 7° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Kirchheimbolanden
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 15,79 km2
Einwohner: 842 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67814
Vorwahl: 06357
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 013
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Allee 2
67292 Kirchheimbolanden
Website: www.dannenfels.de
Ortsbürgermeister: Ernst-Ludwig Huy
Lage der Ortsgemeinde Dannenfels im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Dannenfels am Fuße des Donnersbergs. Im Vordergrund der Flugplatz

Dannenfels ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an. Dannenfels ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Dannenfels liegt im Nordpfälzer Bergland am Osthang des Donnersberges in etwa 400 Metern Höhe. Zur Gemarkung gehört ein großer Teil des Donnersbergmassivs einschließlich des Gipfels selbst. Während das Donnersbergmassiv bewaldet ist, werden die Felder im geschützten Bergschatten unterhalb des Ortes zum Anbau von Obstkulturen genutzt.

Die exponierte Lage des Ortes bietet einen Fernblick über die gesamte Rheinebene bis zum Kraichgau.

GemeindegliederungBearbeiten

Zu Dannenfels gehören auch die Wohnplätze Bastenhaus, Dannenfelsermühle (Gaststätte) und Haus Donnersberg.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Nachbarorte sind – im Uhrzeigersinn – die Gemeinden Bolanden, Bennhausen, Jakobsweiler und Steinbach am Donnersberg, sowie die Städte Rockenhausen und Kirchheimbolanden.[3]

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 808 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 65 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im September. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1331 wurde Dannenfels auf Initiative des Grafen Philipp von Sponheim-Bolanden zur Stadt erklärt. Bereits der Sohn dieses Grafen, Heinrich II. von Sponheim-Bolanden, verlegte aber um 1370 seinen Wohnsitz nach Kirchheimbolanden.[4] Nach dessen Tod (1393) erbte über seine Enkelin deren Ehemann Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken die Herrschaft Kirchheim und Stauf. Deshalb befindet sich der Nassauer Löwe im Ortswappen.[5]

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde anschließend zu Nassau-Weilburg und unterstand dort dem Oberamt Kirchheim.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Mörsfeld in den Kanton Kirchheim im Departement Donnersberg eingegliedert und war Sitz einer eigenen Mairie.[6] 1815 wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Ramsen dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchhheimbolanden an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchhheimbolanden hervor.

Am 11. Juni 1922 wurde Fritz Heß Bürgermeister der Gemeinde und damit wohl der erste nationalsozialistische Bürgermeister Deutschlands.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Mörsfeld innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Dannenfels1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden eingegliedert.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dannenfels; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[7]

Jahr Einwohner
1815 114
1835 617
1871 635
1905 693
1939 799
1950 940
1961 925
Jahr Einwohner
1970 887
1987 880
1997 946
2005 963
2011 865
2017 850
2018 842[1]

ReligionBearbeiten

Auf der Gemarkung von Dannenfels befindet sich das Kloster Gethsemani.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Wahl zum Gemeinderat Dannenfels 2019
Beteiligung: 56,9 % (+2,9 %p)
 %
40
30
20
10
0
11,4
33,8
16,4
38,4
FBD
WGHe
WGHo
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 40
 35
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
+11,4
+33,8
+16,4
+38,4
FBD
WGHe
WGHo

Der Gemeinderat in Dannenfels besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD FBD WG WGHe WGHo Gesamt
2019[8] 1 4 2 5 12 Sitze
2014[9] per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 4 3 5 12 Sitze
2004 4 3 5 12 Sitze
  • FBD = Wählergruppe Freie Bürger Dannenfels 1991 e. V.
  • WGHe = Wählergruppe Heckmann
  • WGHof = Wählergruppe Hofmeister

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Ernst-Ludwig Huy. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 54,51 % in seinem Amt bestätigt.[10]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Blau und Silber gespalten, rechts in von goldenen Schindeln bestreutem Feld ein linkshingewendeter rotbezungter und -bewehrter goldener Löwe, links eine bewurzelte grüne Tanne.“[5]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1925 durch das bayerische Innenministerium verliehen und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1658.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Dannenfels unterhält seit 2002 eine Partnerschaft mit dem ungarischen Abaliget.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

Die oberhalb des Ortes liegende Burgruine Tannenfels sowie die Ruine der Burg Wildenstein sind als Denkmalzonen ausgewiesen.

Hinzu kommen insgesamt acht Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen:

Das Donnersberghaus wurde 1825 als Schulhaus erbaut; seit 1991 ist es ein Museum und Informationszentrum. Das Dorfmuseum befindet sich in einem um 1830 errichteten Fachwerkbau; es zeigt land- und hauswirtschaftliche Geräte. Vom mittelalterlichen Klosters St. Jakob ist ein gotisches Sakramentshaus aus der Konventskirche als Spolie übrig geblieben. Ebenfalls denkmalgeschützt ist der Ludwigsturm.

Sonstige BauwerkeBearbeiten

Vor Ort befindet sich außerdem der Sender Donnersberg.

Naturdenkmäler und NaturschutzBearbeiten

 
Edelkastanienbaum Dannenfels, Naturdenkmal

Im Gebiet der Gemeinde gibt es drei Naturdenkmäler. Das bekannteste, weil direkt im Ort stehend ist die

Dicke KeschdeBearbeiten

(ND-7333-030) Örtlich auch der „altne Keschdebaam“ genannt ist ein alter Edelkastanienbaum (Castanea sativa) in der Ortsdurchfahrt von Dannenfels. In der Naturdenkmalliste des Donnersbergkreises wird sein Alter mit 650 Jahren angegeben. Andere Quellen bescheinigen der Dicken Keschde lediglich ein Alter von 400–600 Jahren.[11] Nachweislich jedoch ist sie die dickste Edelkastanie nördlich der Alpen.[12] Am 25. April 2012 kürten die Deutsche Dendrologische Gesellschaft und die Gesellschaft Deutsches Arboretum sie zum bundesweiten Champion Tree 2012.[13]

Im Jahr 1860 setzte ein Wirbelsturm der Primärkrone der „Dicken Kescht“ ein jähes Ende, vermerkten die Brüder Kühn in ihrem Buch Deutschlands alte Bäume. Die komplette Baumkrone ging dabei zugrunde. Geblieben ist der untere Teil des Stammes, trägt aber nur noch einem einzelnen intakten Seitentrieb. Dennoch hat der heute noch erhaltene Stammrest einen im Jahr 2014 gemessenen Umfang von 9 m.[14]

Schutzgebiete und natürliche BesonderheitenBearbeiten

  • Im Nordwesten der Gemarkung erstreckt sich das Naturschutzgebiet Eschdell.
  • Auf dem Donnersberg befindet sich mit dem Königsstuhl eine Felsformation.

ArchäologieBearbeiten

Auf dem Gemeindegebiet befindet sich der Menhir von Dannenfels.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

In naher Entfernung befindet sich südöstlich die A 63 (KaiserslauternMainz). In Kirchheimbolanden ist ein Haltepunkt der Donnersbergbahn.

BildungBearbeiten

In Dannenfels befindet sich eine Grundschule. Sie ist zusätzlich für die umliegenden Orte Bennhausen, Jakobsweiler, Ruppertsecken und Marienthal zuständig.

TourismusBearbeiten

Im Westen der Gemeindegemarkung befindet sich die im Eigentum der Ortsgruppe Kirchheimbolanden des Pfälzerwald-Vereins stehende Keltenhütte. Zur Dorfgemarkung gehört zusätzlich die Gaststätte Waldhaus auf dem Donnersberg, die an der Stelle des mittelalterlichen Klosters St. Jakob steht. Sie gilt als höchstgelegenes Gasthaus der Pfalz.

Durch Dannenfels verlaufen der Prädikatswanderweg Pfälzer Höhenweg und der mit einem blauen Balken markierte Fernwanderweg Staudernheim-Soultz-sous-Forêts.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Erich Spickschen (1897–1957), NS-Landesbauernführer, pachtete vor Ort im November 1950 eine Gastwirtschaft
  • Moritz Anton Konerding (1960–2015), Anatom-Wissenschaftler, starb bei einem Flugzeugabsturz auf dem Gemeindegebiet

LiteraturBearbeiten

  • Landesvermessungsamt Rheinland-Pfalz: Der Donnersberg und Umgebung, Topographische Karte 1:25000, 4. Auflage 1998, ISBN 3-89637-278-5
  • Stefan Kühn, Bernd Ullrich und Uwe Kühn: Deutschlands Alte Bäume. Eine Bildreise zu den sagenhaften Baumgestalten zwischen Küste und Alpen. BLV, München, Wien und Zürich 2002, ISBN 3-405-16107-X

WeblinksBearbeiten

Commons: Dannenfels – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 142 (PDF; 3 MB).
  3. Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise) Gemeindegrenzen zuschaltbar.
  4. Gemeinde Dannenfels. Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, abgerufen am 23. November 2017.
  5. a b Wappenbeschreibung auf der Homepage der Ortsgemeinde
  6. Statistisches Jahrbuch für das Departement von Donnersberg. 1811, S. 278 (Google Books).
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 2. Februar 2020.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Dannenfels. Abgerufen am 31. August 2019.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 31. August 2019 (siehe Kirchheimbolanden, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile).
  11. „Edelkastanie Bennhauser Strasse in Dannenfels“ in Monumentale Bäume bei monumentaltrees.com
  12. „Rekordbaum 2012 – Die dickste Kastanie nördlich der Alpen“ in Tourismus Dannenfels bei www.dannenfels.de
  13. Castanea sativa (ID 350). In: Rekordbäume. Deutsche Dendrologische Gesellschaft, 25. April 2012, abgerufen am 23. November 2017.
  14. „Dicke Edelkastanie von Dannenfels“ im Baumregister bei www.baumkunde.de