Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Hubertus Heil

deutscher Politiker (SPD), MdB
Hubertus Heil, 2013
Unterschrift Hubertus Heils

Wolfgang-Hubertus Heil[1] (* 3. November 1972 in Hildesheim) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er ist seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit dem 2. Juni 2017 Nachfolger von Katarina Barley im Amt des SPD-Generalsekretärs.[2]

Inhaltsverzeichnis

Herkunft, Studium und berufliche TätigkeitBearbeiten

Heil wurde 1972 als Sohn einer Studienrätin in Hildesheim geboren. Nach dem Abitur 1992 am Gymnasium am Silberkamp in Peine leistete Heil zunächst seinen Zivildienst ab und begann 1995 ein Studium der Politikwissenschaft und der Soziologie an der Universität Potsdam, das er 2006 an der FernUniversität Hagen abschloss.[3] Er war von Anfang 1995 bis Ende 1997 Mitarbeiter der brandenburgischen Landtagsabgeordneten Heidrun Förster und 1998 noch kurzzeitig Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Eva Folta. Gleichzeitig war Heil von 1995 bis 1997 Geschäftsführer bei der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD-Landesverband Brandenburg.

Hubertus Heil ist evangelisch. Er ist mit Solveig Orlowski[4] verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.[5]

SPD-Politiker seit 1988Bearbeiten

 
Hubertus Heil (links) 2015 auf dem Bundesparteitag der SPD

Hubertus Heil trat als 16-jähriger Gymnasiast in die SPD ein. Er engagierte sich zunächst bei den Jusos, deren Bezirksvorsitzender in Braunschweig er von 1991 bis 1995 war. Heil war Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Peine und ist seit Dezember 2009 Vorsitzender des SPD-Bezirks Braunschweig.[6]

Bundestagsabgeordneter (1998 bis heute)Bearbeiten

Seit 1998 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er gehörte von Oktober 2002 bis November 2005 dem Vorstand der SPD-Landesgruppe Niedersachsen und von Oktober 2002 bis November 2004 dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an. Heil war von April 2003 bis Oktober 2005 Vorsitzender der Fraktionsarbeitsgruppe Telekommunikation und Post. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerkes Berlin, deren Sprecher er von 2003 bis 2005 war. Hubertus Heil gehört als beratendes Mitglied der Grundwertekommission der SPD an. Heil ist gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen.[7]

Heil ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Gifhorn – Peine in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erzielte er hier 43,2 Prozent der Erststimmen. Bei der vorhergehenden Bundestagswahl 2009 waren es nur 40,5 Prozent. Sein Vorsprung gegenüber der CDU verringerte sich allerdings auf 1,1 Prozentpunkte.[8]

SPD-Generalsekretär (2005 bis 2009 und 2017)Bearbeiten

Nachdem der vom damaligen SPD-Parteichef Franz Müntefering als Generalsekretär vorgeschlagene Kajo Wasserhövel im SPD-Bundesvorstand gegen Andrea Nahles unterlegen war, verkündete Müntefering seinen Rücktritt vom Parteivorsitz; Nahles verzichtete auf eine Generalsekretärs-Kandidatur. Der designierte Parteivorsitzende Matthias Platzeck schlug dem Vorstand daraufhin den noch recht unbekannten Abgeordneten Heil für die Nominierung zum Generalsekretär vor. Am 15. November 2005 wurde Heil mit 61,7 Prozent der Delegiertenstimmen zum SPD-Generalsekretär und Nachfolger von Klaus Uwe Benneter gewählt. In dieser Funktion war er mitverantwortlich für den SPD-Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009, bei der die SPD mit 23 Prozent ihr bis dato schlechtestes Ergebnis überhaupt bei einer Bundestagswahl erzielte.

Am 30. Mai 2017 gab der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz bekannt, Heil ab Juni 2017 erneut zum Generalsekretär zu berufen. Heil trat damit die Nachfolge Katarina Barleys an, die als Bundesfamilienministerin ins Kabinett wechselte.[9] Für die Bundestagswahl 2017 fungierte er erneut als SPD-Wahlkampfmanager; mit 20,5 Prozent unterboten die Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis der Nachkriegsgeschichte von 2009. Kurz nach der Bundestagswahl kündigte Heil an, für den Posten des Generalsekretärs nicht mehr zur Verfügung zu stehen.[10]

Weitere TätigkeitenBearbeiten

2017 wurde er in den Aufsichtsrat der Bundesgesellschaft für Endlagerung berufen.[11]

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Hubertus Heil (Hrsg.): Jugend und Gewalt – über den Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen. Schüren Verlag, Marburg 1993, ISBN 3-89472-075-1
  • Hubertus Heil, Armin Steinbach: Damit Deutschland vorankommt: Kompass für eine progressive Wirtschaftspolitik. Vorwärts Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86602-351-0
  • Hubertus Heil, Juliane Seifert (Hrsg.): Soziales Deutschland – für eine neue Gerechtigkeitspolitik. VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14798-6

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hubertus Heil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien