Hauptmenü öffnen

Serpil Midyatli

deutsche Politikerin (SPD), MdL
Serpil Midyatli (2017)

Serpil Midyatli (geb. Alkan; * 8. August 1975 in Kiel) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit 2009 Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtags und bekleidet dort seit 2010 das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Seit 2017 engagiert sie sich im SPD-Parteivorstand auf bundespolitischer Ebene. Sie ist seit März 2019 Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein. Seit dem 6. Dezember 2019 ist sie stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei.

Ausbildung, Beruf und PrivatesBearbeiten

Midyatli wurde als Tochter türkischer Einwanderer in Kiel geboren und wuchs im Stadtteil Gaarden auf. Nach dem Realschulabschluss wechselte sie 1992 auf ein Wirtschaftsgymnasium, brach die schulische Ausbildung jedoch ab, um 1994 die Leitung eines von ihrer Familie betriebenen Restaurants zu übernehmen. 2004 gründete sie zusammen mit ihrem Ehemann einen Kultur- und Veranstaltungsservice und betrieb mit diesem eine Konzerthalle. Zudem führte sie von 2007 bis 2009 einen Catering-Service.

Midyatli ist islamischen Glaubens, verheiratet und hat zwei Kinder.[1][2][3]

2015 wurde sie in das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes aufgenommen[3], dem sie derzeit als 3. Stellvertreterin des Präsidenten angehört.[4]

PolitikBearbeiten

Im Jahr 2000 trat Serpil Midyatli in die SPD ein. Zunächst engagierte sie sich in der Kommunalpolitik. Von 2003 bis 2009 war sie Mitglied im Ortsbeirat Kiel-Gaarden und von 2008 bis 2009 Mitglied im Wirtschaftsausschuss der Stadt Kiel. Nachdem sie von 2003 bis 2007 im Kreisvorstand der AWO Kiel aktiv war, wurde sie 2011 Mitglied des Vorstandes der AWO Schleswig-Holstein.

Bei der Landtagswahl am 27. September 2009 kandidierte sie erstmals für den schleswig-holsteinischen Landtag und trat im Wahlkreis Eckernförde an. Sie verfehlte den direkten Einzug, konnte aber über Platz 13 der SPD-Landesliste ein Listenmandat erzielen.[5][6][7] Sie gehörte dem Innen- und Rechtsausschuss an. Midyatli war die erste muslimische Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtages.

Bei der vorgezogenen Landtagswahl am 6. Mai 2012 trat sie erneut im Wahlkreis Eckernförde an und unterlag mit einem Erststimmenanteil von 33,3 % knapp dem CDU-Mitbewerber Daniel Günther (35,7 %).[8] Listenplatz 2 der SPD-Landesliste verhalf ihr zum erneuten Einzug den Landtag. Sie wurde zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt und war Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Für ihre Fraktion übernahm sie das Amt der Sprecherin für Wohnungsbau, Integration und Migration.

Auch bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 zog sie über Listenplatz 2 in den Landtag ein und fungiert dort als Fraktionssprecherin für Familienpolitik, Gleichstellung, Integration und Kinderbetreuung. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende wurde sie im Amt bestätigt.[9] Auf dem SPD-Bundesparteitag vom 7. bis 9. Dezember 2017 wurde sie erstmals in den SPD-Parteivorstand gewählt, nachdem die Arbeitsgemeinschaft für Migration und Vielfalt sie nominiert hatte.

Am 30. März 2019 wurde sie zur Landesvorsitzenden der SPD Schleswig-Holstein gewählt. Vor der Stichwahl des Mitgliederentscheids zur Wahl zum SPD-Vorsitz 2019 sprach Midyatli sich öffentlich für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans aus.[10]

Auf dem Parteitag am 6. Dezember 2019 wurde der neue SPD-Bundesvorstand gewählt. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wurden dort zu den neuen Vorsitzenden der SPD gewählt. Serpil Midyatli wurde von den beiden als stellvertretende Bundesvorsitzende vorgeschlagen und dann von dem Parteitag in das Amt gewählt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Serpil Midyatli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thomas Hahn: Serpil Midyatli: Nordisch by Nature. In: sueddeutsche.de. 5. September 2018, abgerufen am 6. September 2018.
  2. https://www.serpil-midyatli.de/mein-weg/, abgerufen 9. September 2018
  3. a b Annette Bruhns: Stegners politische Ziehtochter übernimmt. Spiegel Online, 9. September 2018
  4. https://www.heimatbund.de/ueber-uns/praesidium.html
  5. Endgültiges Ergebnis der Wahl zum Schleswig-Holsteinischen Landtag vom 27. September 2009 - Bekanntmachung der Landeswahlleiterin vom 16. Oktober 2009 – s. hier: In den Wahlkreisen gewählte Bewerberinnen und Bewerber + Aus den Landeslisten gewählte Bewerberinnen und Bewerber
  6. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein – Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 27. September 2009 – Endgültiges Ergebnis. – s. hier 1.6: Aus den Landeslisten gewählte Bewerberinnen und Bewerber
  7. Siehe auch Liste der Mitglieder des Landtages Schleswig-Holstein (17. Wahlperiode).
  8. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein – Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai 2012: Gebiet: 09 Eckernförde – Erststimmen
  9. Personen. SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein, abgerufen am 6. September 2018.
  10. SPD-Vorsitzende Midyatli für Walter-Borjans/Esken. Abgerufen am 6. Dezember 2019.