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Sabine Bätzing-Lichtenthäler

deutsche Politikerin

Leben und BerufBearbeiten

Nach dem Abitur 1994 am Westerwald-Gymnasium in Altenkirchen absolvierte Bätzing-Lichtenthäler eine Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Dienst bei der Verbandsgemeinde Altenkirchen, die sie 1997 als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) beendete. Anschließend war sie als Sachbearbeiterin zunächst im Sozialamt und ab 2001 im Bereich EDV/Organisation bei der Verbandsgemeinde Altenkirchen tätig.

Bätzing-Lichtenthäler ist römisch-katholisch. Sie wurde 2009 geschieden[2] und ist seit 2010 in zweiter Ehe verheiratet. Im August 2010 bekam sie eine Tochter[3] und im März 2014 wurde ein Sohn geboren.[4] Sie ist Cousine[5] des Bischofs von Limburg, Georg Bätzing.

Politische LaufbahnBearbeiten

Seit 1994 ist Bätzing-Lichtenthäler Mitglied der SPD. Seit 1996 gehört sie dem SPD-Kreisvorstand Altenkirchen an. 1999 wurde Bätzing in den Kreistag des Landkreises Altenkirchen gewählt und ist dort seit den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014 stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Seit 2001 ist sie stellvertretende Kreisvorsitzende ihrer Partei und gehört darüber hinaus seit 2004 dem Landesvorstand und seit 2006 auch dem Präsidium der SPD in Rheinland-Pfalz an.

Mitglied des Deutschen Bundestages (2002–2014)Bearbeiten

Ab 2002 war Bätzing-Lichtenthäler Mitglied des Deutschen Bundestages und war hier von 2002 bis 2005 Sprecherin der Jungen Gruppe in der SPD-Bundestagsfraktion („Youngsters“). Sie war Mitglied im reformorientierten Netzwerk Berlin und dort seit der 17. Wahlperiode des Bundestages im Vorstand aktiv.[6]

Bätzing-Lichtenthäler zog 2002 und 2005 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Neuwied in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte sie hier 44,3 % der abgegebenen Erststimmen. Bei den nachfolgenden Bundestagswahlen 2009 und 2013 unterlag sie mit 36,4 % bzw. 37,3 % gegen den CDU-Kandidaten Erwin Rüddel, zog jedoch beide Male über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag ein.

In der 17. Wahlperiode des Bundestags (2009–2013) war sie Mitglied im Finanzausschuss und im Sportausschuss des Deutschen Bundestages.[7] Im 18. Bundestag gehörte sie dem Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union und dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe an.[8]

Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2005–2009)Bearbeiten

Im Dezember 2005 wurde Bätzing-Lichtenthäler von der Bundesregierung der zweiten Großen Koalition (2005–2009) zur Drogenbeauftragten der Bundesregierung berufen. Dieses Amt hatte sie bis Oktober 2009 inne; sie engagierte sich unter anderem gegen Alkohol[9] und für den Nichtraucherschutz.

Im November 2008 setzte sie sich für Steuererhöhungen bei Wein und Bier ein, um einen „unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen auszuüben“.[10] Die (1902 zur Finanzierung der Kaiserlichen Marine eingeführte) Sektsteuer sollte dagegen nicht erhöht werden.

Im Dezember 2008 bewirkte sie das kurzfristige Verbot der synthetischen Modedroge Spice.

Im Januar 2009 forderte sie (zusammen mit dem Drogen- und Suchtrat[11]) die 0,3-Blutalkoholkonzentration-Grenze im Straßenverkehr; dies wurde vom damaligen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee abgelehnt.[12]

Nach der Bundestagswahl 2009 schied Bätzing-Lichtenthäler aus ihrem Amt als Drogenbeauftragte aus. Am 19. November 2009 wurde Mechthild Dyckmans (FDP) zu ihrer Nachfolgerin ernannt.

Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz (seit 2014)Bearbeiten

 
Ministerin Bätzing-Lichtenthäler am 17. November 2016 im Plenum des rheinland-pfälzischen Landtages in Mainz

Seit dem 12. November 2014 gehört Sabine Bätzing-Lichtenthäler als Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz dem Kabinett von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an, zuerst im rot-grünen Kabinett Dreyer I[13] und nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2016 dem von einer Ampel-Koalition getragenen Kabinett Dreyer II.

Landtagsabgeordnete (seit 2016)Bearbeiten

Bei der Landtagswahl 2016 kandidierte Bätzing-Lichtenthäler für den Wahlkreis 1 Betzdorf-Kirchen. Jedoch unterlag sie bei der Wahl dem CDU-Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach. Sie zog aber über die Landesliste (Platz 7) in den rheinland-pfälzischen Landtag ein.[14]

SonstigesBearbeiten

Bätzing-Lichtenthäler war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Sie war Mitglied des Stiftungsrats des Europa-Hauses Marienberg.[15] Am 10. September 2009 wurde ihr der Kurt-Graulich-Stiftungspreis verliehen.[16] Im August 2011 wurde sie Co-Vorsitzende des Tibet-Gesprächskreises im Deutschen Bundestag.

Am 1. September 2008 hatte Bätzing-Lichtenthäler in ihrer Funktion als Drogenbeauftragte einen Auftritt in der Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten.[17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/altenkirchen-betzdorf_artikel,-Sabine-Baetzing-Lichtenthaeler-wird-Sozialministerin-_arid,1228857.html
  2. SPD-Bundestagsabgeordnete Bätzing wird Mutter, rhein-zeitung.de vom 23. Februar 2010
  3. Bundestagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Mutterglück rhein-zeitung.de vom 15. August 2010
  4. Bätzing-Lichtenthäler zum zweiten Mal Mutter, Siegener Zeitung vom 28. März 2014
  5. Westerwälder SPD-Frau mit langem Atem und ohne Angst. In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund, 4. November 2014, abgerufen am 19. November 2014.
  6. Netzwerk Berlin (Memento des Originals vom 26. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.netzwerkberlin.de
  7. Tätigkeit als Abgeordnete (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive)
  8. SPD-Fraktion: Abgeordnete Bätzing-Lichtenthäler
  9. zeit.de 24. Februar 2017: Saufen bis zum Darmkrebs
  10. Drogenbeauftragte will es so nicht gemeint haben, welt.de
  11. Bundesministerium für Gesundheit – Pressemitteilungen der Drogenbeauftragten
  12. Leipziger Volkszeitung zum Drogenbericht (Memento des Originals vom 24. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.blogspan.net, Leipziger Volkszeitung
  13. Kurzvorstellung auf der Website des Bundesrates.
  14. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdL und Staatsministerin in Rheinland-Pfalz: Home - SABINE BÄTZING-LICHTENTHÄLER – Ihre Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Betzdorf/Kirchen. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  15. Stiftungsrat auf der Website Europa-Hauses, abgerufen am 4. November 2014
  16. www.kurt-graulich-stiftung.de/stiftungspreis
  17. Drogenaufklärung: Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit Gastrolle bei GZSZ, stern.de