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Rolf Mützenich

Deutscher Politiker (SPD), MdB
Rolf Mützenich (2017)

Rolf Mützenich (* 25. Juni 1959 in Köln) ist ein deutscher Politiker (SPD). Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles übernahm er zunächst als dienstältester Stellvertreter am 4. Juni 2019 kommissarisch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion, bis er am 24. September zum Vorsitzenden gewählt wurde.[1]

Herkunft, Studium und PrivatesBearbeiten

Mützenich, Sohn einer Arbeiterfamilie, begann nach dem Abitur 1978 im Jahr 1979 ein Studium der Politikwissenschaft, der Geschichte und der Wirtschaftswissenschaft, das er 1990 als Diplom-Politologe beendete. 1991 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität Bremen mit der Arbeit Atomwaffenfreie Zonen und internationale Politik – historische Erfahrungen, Rahmenbedingungen, Perspektiven.

Rolf Mützenich ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Politische LaufbahnBearbeiten

Landespolitik (1993 bis 2002)Bearbeiten

Nach seiner Promotion trat Mützenich als Referent in den Dienst des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Ab 1993 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der SPD-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen tätig, bis er 1998 als Leiter des Referates „Grundsatzfragen der Landessozialpolitik“ in das nordrhein-westfälische Sozialministerium zurückkehrte. Von 2001 bis 2002 war er schließlich Leiter des Büros des Präsidenten des nordrhein-westfälischen Landtages.

Mitglied des Bundestages (seit 2002) und Fraktionschef (seit 2019)Bearbeiten

Seit 2002 ist Mützenich Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Januar bis November 2005 Sprecher der Arbeitsgruppe „Abrüstung und Rüstungskontrolle“ der SPD-Bundestagsfraktion. In der Fraktion gehört er der Parlamentarischen Linken an.[2] Von 2009 bis 2013 war er außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, seit Dezember 2013 ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender für den Bereich Außen-, Verteidigungs- und Menschenrechtspolitik. Mützenich übernahm am 4. Juni 2019 kommissarisch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion für die zurückgetretene Andrea Nahles.[3][4] Am 9. August 2019 erklärte er, dass er diesen Posten dauerhaft übernehmen wolle. Er wurde am 24. September mit 97,7 % zum Vorsitzenden gewählt.

Von November 2005 bis November 2009 war Mützenich Vorsitzender der Deutsch-Iranischen Parlamentariergruppe und Sprecher des SPD-Fraktionsgesprächskreises „Naher und Mittlerer Osten“. Seit 2009 ist er Vorsitzender der Deutsch-Japanischen Parlamentariergruppe.[3][5] Außerdem ist er ehrenamtliches Mitglied im Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung, im Stiftungsrat der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin und Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln.[6]

Rolf Mützenich ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Köln III in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte er hier 35,9 % der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2013 39,32 %[7] und bei der Bundestagswahl 2017 32,3 %.[8]

ParteiBearbeiten

Schon als Schüler wurde Mützenich 1975 Mitglied der SPD.[9] Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und war zuletzt deren stellvertretender Vorsitzender im Unterbezirk Köln. Von 1989 bis 1993 gehörte Mützenich der sicherheitspolitischen Kommission des SPD-Bundesvorstandes und von 2001 bis 2005 der Bundeskontrollkommission der SJD – Die Falken an.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressemitteilung: Rolf Mützenich zum Vorsitzenden gewählt. SPD Bundestagsfraktion, 24. September 2019, abgerufen am 24. September 2019.
  2. Mitglieder der Parlamentarischen Linken. Abgerufen am 9. Juni 2018.
  3. a b Mützenich, Dr. Rolf. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 14. November 2016]).
  4. Fraktionsvorstand. In: SPD-Bundestagsfraktion. 12. Januar 2012 (spdfraktion.de [abgerufen am 14. November 2016]).
  5. Deutsch-Japanische Parlamentariergruppe (Memento vom 2. November 2013 im Internet Archive)
  6. Rolf Mützenich Website
  7. Stadt Köln: Bundestagswahl 2013 (Memento vom 5. Januar 2014 im Internet Archive)
  8. Internetauftritt des Bundeswahlleiters (Memento vom 26. September 2017 im Internet Archive)
  9. werk21: Beruflicher und politischer Werdegang. 22. September 2016, abgerufen am 9. August 2019.