Robert Habeck

deutscher Politiker, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, MdL

Robert Habeck (* 2. September 1969 in Lübeck) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Schriftsteller. Seit dem 27. Januar 2018 ist er gemeinsam mit Annalena Baerbock Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen.[1] Seit Juni 2021 sind Baerbock und er das Spitzenduo der Grünen für die Bundestagswahl 2021, wobei Baerbock Kanzlerkandidatin ist.

Robert Habeck, 2018

2009 zog Habeck über die Landesliste der Grünen erstmals in den Schleswig-Holsteinischen Landtag ein und wurde Fraktionsvorsitzender. Bei der vorgezogenen Neuwahl 2012 trat er als Spitzenkandidat seiner Partei an. Nach dieser Wahl amtierte Habeck bis 2017 als stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume im Kabinett Albig. Nach der Landtagswahl 2017 wurde er am 28. Juni 2017 wieder zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung im Kabinett Günther ernannt. Dieses Ministeramt führte er nach der Wahl zum Bundesvorsitzenden seiner Partei im Januar 2018 nur noch übergangsweise bis zum August 2018 aus.[2] Habeck wird dem „Realo“-Flügel der Partei zugeordnet.[3]

Schulbildung, Studium und Privates

Habeck legte sein Abitur 1989 an der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf im Kreis Plön ab. Nach dem Zivildienst beim damaligen Hamburger Spastikerverein (heute Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein) begann er zum Sommersemester 1991 ein Magisterstudium mit der Fächerkombination Philosophie, Germanistik und Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau[4] und besuchte nach der Zwischenprüfung im Wintersemester 1992/93 die Universität Roskilde in Dänemark.

Im Jahre 1996 erhielt Robert Habeck einen Magisterabschluss an der Universität Hamburg mit einer Abhandlung zu den Gedichten von Casimir Ulrich Boehlendorff (1775–1825),[5] über die er ein Jahr später auch ein Buch veröffentlichte.[6] Von 1996 bis 1998 absolvierte Habeck ein Promotionsstudium der Universität Hamburg und wurde 2000 zum Doktor der Philosophie mit einer Arbeit über literarische Ästhetizität promoviert.[7]

Habeck heiratete 1996 die Schriftstellerin Andrea Paluch, die er beim Studium kennengelernt hatte. Mit ihr hat er vier inzwischen erwachsene Söhne.[8] 1999 zog die Familie nach Lüneburg und 2001 nach Flensburg. Habeck spricht fließend Dänisch.[9]

Robert Habeck ist in einer christlichen Familie aufgewachsen, aber gehört selbst keiner Kirche an[10] und bezeichnet sich als „säkularer Christ“.[11]

Schriftsteller

Seit 1999 arbeiten Robert Habeck und Andrea Paluch als freie Schriftsteller und veröffentlichen gemeinsam.[12] In Interviews betonen sie, dass ihre doppelte Autorenschaft eine bewusste Entscheidung für einen gemeinsamen Lebensentwurf sei. Neben Kinderbüchern und Übersetzungen englischer Lyrik veröffentlichte Robert Habeck (mit Andrea Paluch) die Romane Hauke Haiens Tod (2001), Der Schrei der Hyänen (2004), Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf (2005), Zwei Wege in den Sommer (2006), Unter dem Gully liegt das Meer (2007) und SommerGIG (2009).

In den Romanen Habecks, die er mit Andrea Paluch verfasste, erkennt man deutlich skandinavischen und englischen Literatureinfluss. Wiederkehrendes Motiv in den Romanen ist die Frage nach den Einflüssen, die einen Menschen prägen, und dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Determination. Im Dezember 2008 wurde das erste Theaterstück der beiden mit dem Titel Neunzehnachtzehn über den Matrosenaufstand im Kieler Theater uraufgeführt. 2008 wurde der Roman Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf verfilmt.[13]

Politische Tätigkeit

 
Robert Habeck, 2005

Anfänge in der Kommunal- und Landespolitik

2002 wurde Habeck Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Von 2002 bis 2004 war er Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg, 2004 wurde er Vorsitzender des Landesverbandes Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein und bekleidete dieses Amt bis 2009.[1] 2006 kandidierte Habeck als Beisitzer für den Bundesvorstand, unterlag aber. Bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein 2008 war er Spitzenkandidat für die Grünen im Kreis Schleswig-Flensburg und wurde im August Fraktionsvorsitzender im Kreistag Schleswig-Flensburg.

Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen 2009 und 2012

2009 wurden Habeck und Monika Heinold zu Spitzenkandidaten bei der schleswig-holsteinischen Landtagswahl gewählt. Nach der Wahl wurde Habeck Fraktionsvorsitzender im Landtag. Die Landtagsfraktionen der Grünen und des SSW klagten gegen das Wahlergebnis vor dem Landesverfassungsgericht und bekamen im August 2010 schließlich Recht.[14] Bei der vorgezogenen Landtagswahl 2012 wurde Habeck erneut als Spitzenkandidat aufgestellt.

Landesminister in Schleswig-Holstein (2012–2018)

 
Robert Habeck, 2012

Nach der Wahl 2012 wurde Habeck zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ernannt. Ein Hauptaugenmerk legte Habeck auf die Energiewende. Die in Schleswig-Holstein installierte Leistung an erneuerbaren Energien steigerte sich in Habecks erster Amtszeit von 5,3 Gigawatt im Jahr 2012 auf 10,1 Gigawatt im Jahr 2016.[15] Außerdem wurde aufgrund der Ablehnung der Landesregierung der Bau des geplanten Kohlekraftwerks Brunsbüttel gestoppt.[16][17]

Im Mai 2015 nahm die Europäische Kommission das Landesprogramm ländlicher Raum 2014 bis 2020 an, das unter Habeck erarbeitet wurde.[18] Es sieht Fördermittel für Landwirte vor, die ökologische Landwirtschaft betreiben oder auf diese umstellen wollen. Die ökologische bewirtschaftete Fläche in Schleswig-Holstein wuchs von 2014 bis 2017 um 50 Prozent.[19]

Ein weiterer politischer Erfolg war im Juli 2015 der sogenannte „Muschelfrieden“, eine Vereinbarung für eine naturverträgliche Miesmuschelkulturwirtschaft.[20]

Nach Bildung einer Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 wurde Robert Habeck am 28. Juni 2017 im Kabinett Günther zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt Natur und Digitalisierung ernannt.[21] Auch in seiner zweiten Amtszeit setzte er sich immer wieder für den Ausbau der erneuerbaren Energien ein.[22][23]

Urwahl für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl 2017

Im Mai 2015 erklärte Habeck, bei einer Urwahl der Grünen für die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl zu kandidieren.[24] Eine Bewerbungsrede für die Kandidatur um einen Sitz in der Doppelspitze des Bundesvorstands hielt er auf dem Landesparteitag der Grünen in Neumünster im April 2016.[25] Bei der Wahl galt er zunächst in den Medien als Außenseiter, erhielt jedoch 35,74 % der Stimmen und unterlag damit nur knapp Cem Özdemir, der sich mit 35,96 % als männlicher Teil der Doppelspitze durchsetzte; an dritter Stelle war Anton Hofreiter mit 26,19 % – weil eine Stichwahl nicht vorgesehen war, reichte die einfache Mehrheit.[26] Er kandidierte dann bei der Bundestagswahl nicht.

Nach der Bundestagswahl 2017 war er einer der grünen Unterhändler während der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition, die nach der Ablehnung durch die FDP beendet wurden.[27][28]

Bundesvorsitzender der Grünen (seit 2018)

Am 27. Januar 2018 wurden Habeck und Annalena Baerbock zu den Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt.[29] Im Mai 2018 reichte Habeck seinen Rücktritt vom Ministeramt in Schleswig-Holstein ein, da nach den Parteistatuten von Bündnis 90/Die Grünen eine Mitgliedschaft im Bundesvorstand unvereinbar ist mit einem Ministeramt.[30] Dieser Punkt der Satzung wurde auf einem Parteitag der Grünen im Januar 2018 entschärft, um Habeck eine Übergangszeit von bis zu acht Monaten zu ermöglichen.[31] Am 31. August 2018 schied Habeck aus dem Kabinett in Schleswig-Holstein aus,[32] sein Nachfolger wurde Jan Philipp Albrecht. Aus dem Landtag ist er ebenfalls ausgeschieden.

Am 16. November 2019 wurden Habeck und Baerbock für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt.[33]

Bundestagswahl 2021

Im Juli 2020 kündigte Habeck an, bei der Bundestagswahl 2021 als Direktkandidat für den Wahlkreis Schleswig – Flensburg anzutreten.[34] Von den Grünen im Wahlkreis wurde er im April 2021 für diese Kandidatur gewählt.[35]

Auf Vorschlag von ihm und Annalena Baerbock beschloss der Bundesvorstand der Grünen im April 2021, dass Baerbock die Kanzlerkandidatin der Grünen zur Bundestagswahl 2021 sein soll.[36] Habeck verzichtete damit auf eine Kanzlerkandidatur. Er bildet aber zusammen mit Baerbock das Spitzenduo für den Wahlkampf, was der Parteitag am 12. Juni 2021 bestätigte.[37]

Politische Positionen

 
Robert Habeck (2018)

Energie- und Umweltpolitik

2013 erklärte Habeck, Schleswig-Holstein sei bereit, Castoren aus dem britischen Sellafield in Brunsbüttel zwischenzulagern, eine Meinung, die nicht alle Mitglieder der Landesregierung teilten.[38] Von 2014 bis 2016 war er als Mitglied der Landesregierung auch Ordentliches Kommissionsmitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz.[39] Bezüglich eines atomaren Endlagers in Deutschland vertrat Habeck die Ansicht, ein Standort in Gorleben könne „nicht aus politischen Gründen“ ausgeschlossen werden, und erklärte: „Die [Endlager-]Kommission wurde unter dieser Bedingung eingesetzt.“[40] Damit unterstützte er den umstrittenen Beschluss der Grünen Bundesdelegierten-Konferenz (BDK) von 2012, bei dem sich der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin durchsetzte.[41]

Naturschutz- und Agrarpolitik

Bei der Debatte um den Konflikt zwischen Weidetierhaltern und den gesetzlich geschützten Wolfspopulationen in Deutschland hat Habeck langjährige Erfahrung. Bereits 2001 kam Jagd auf den Wolf, ein Jugendbuch von ihm und seiner Frau Andrea Paluch zum Themengebiet heraus, das überarbeitet 2019 als Ruf der Wölfe eine Neuauflage erlebte.[42] Als Landesminister in Schleswig-Holstein musste er den Interessenausgleich zwischen Naturschutz und Landwirtschaft organisieren. Im Dezember 2018 dokumentierte die Presse seine Stellungnahme zu dem Konflikt. Einen erleichterten Abschuss von einzelnen Wölfen, die sich nachweislich „nicht artgerecht“ verhielten, fand er vorstellbar. Nichts dagegen hielt er von den geforderten Obergrenzen oder systematischen Abschuss der Tiere zum Schutz der Nutztierhalter. Bei dem teilweise erbitterten Streit um den Wolf „gehe es nur ums Gewinnen, nicht um einen Konsens“, er wolle da einen anderen Politikstil.[43]

Habeck betonte wiederholt die Notwendigkeit, durch konsequente Jagd die Bestände von Reh, Wildschwein und anderem Schalenwild zu regulieren, um die Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft auf einem hinnehmbaren Niveau zu halten.[44][45][46][47]

Im April 2016 äußerte Habeck die Ansicht, dass der Art der modernen Tierhaltung und der damit verbundenen Tötung von Nutztieren für Nahrungsmittelzwecke durch das Vorhandensein reichlicher Lebensmittelalternativen eine wichtige Begründung fehle.[48]

Innenpolitik

Habeck sprach sich wiederholt dafür aus, die Geflüchteten aus den Lagern auf den griechischen Inseln zu evakuieren.[49][50]

Im November 2020 stellte Habeck einen 11-Punkte-Aktionsplan gegen islamistische Gefährder vor, den er gemeinsam mit den beiden grünen Innenpolitikern Konstantin von Notz und Irene Mihalic erarbeitet hatte. Das Papier sieht unter anderem mehr Personal in den Behörden vor, um eine engmaschigere Überwachung zu ermöglichen und eventuell bestehende Haftbefehle konsequenter vollstrecken zu können. Auch ein Verbot einschlägiger salafistischer Vereine gehörte zu den Forderungen.[51]

In einem Interview im Jahr 2018 wandte sich Habeck gegen einen ethnischen Volksbegriff, den er deutlich vom völkerrechtlichen Begriff des Staatsvolks abgrenzte.[52]

Wirtschafts- und Sozialpolitik

Im Februar 2019 stellte Habeck gemeinsam mit Sven Giegold das Konzept eines Bürgerfonds vor, um die Altersvorsorge in Deutschland zu verbessern. Ein Teil des Bruttolohns soll automatisch in einen Fonds fließen. Es soll auch möglich sein, dem zu widersprechen oder freiwillig mehr einzuzahlen. Investiert werden soll ausschließlich in ethisch, sozial und ökologisch unbedenkliche Projekte. Im Rentenalter wird das angesparte Geld dann zusätzlich zur gesetzlichen Rente ausgezahlt. Ein ähnliches Modell gibt es beispielsweise in Schweden.[53][54]

Habeck ist ein Befürworter des Berliner Mietendeckels, den er als Überbrückungsinstrument bis zum Bau einer ausreichenden Zahl an Wohnungen sieht.[55] Im Zuge der durch Volksbegehren ausgelösten Debatte zur Enteignung privater Wohnungsgesellschaften sprach Habeck zudem davon, dass für den Fall, dass andere Maßnahmen keine hinreichende Wirkung entfalteten, "notfalls die Enteignung folgen" müsse.[56] Diese Position wurde medial wie auch politisch intensiv diskutiert aber auch kritisiert. So sprachen sich neben verschiedenen Politikern Habecks eigener Partei und politischer Kontrahenten von CDU/CSU, FDP und SPD auch der deutsche Städte- und Gemeindebund vehement dagegen aus und bezeichnete bereits die Debatte über Enteignungen als schädlich.[57][58]

In der Diskussion um die Schuldenbremse Ende 2019 forderte Habeck eine Reform, die höhere Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz ermöglichen soll.[59] Im April 2020 schlug er mit Blick auf die ökonomischen Folgen der COVID-19-Pandemie ein 500-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm für einen Zeitraum von zehn Jahren vor, „um die Wirtschaft wieder aufzubauen und krisenfest zu machen“. Das Ziel des Programmes müsse sein, die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft klimaneutral zu machen.[60]

Anlässlich des Wirecard-Skandals sprach Habeck sich für strengere Regeln für Wirtschaftsprüfer und eine Neuaufstellung der Finanzaufsicht aus und forderte die Aufstellung einer zentralen "Finanzpolizei" des Bundes.[61]

Corona-Krise

In einem Interview mit dem Tagesspiegel Ende Mai 2020 erwägt Habeck anlässlich der Corona-Krise, dass Gesundheitsvorsorge „vielleicht zum ersten Mal“ wichtiger gewesen sei als Gewinninteressen und Wirtschaftswachstum. „Die Lehre daraus ist, dass wir unsere Wirtschaft so gestalten, dass sie den gemeinsamen Interessen dient und krisenfest wird.“ Umwelt- und Klimaschutz seien Teil der Gesundheitsvorsorge. „Die Zeit der kleinen Kompromisse ist vorbei. Alle Parteien können viel größer denken.“ Mit dem zur Krisenbewältigung mobilisierten Geld müssten sowohl Wirtschafts- als auch Klimakrise bekämpft werden. Der frühere Einwand, ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde die Freiheit einschränken, wirke nach den Entscheidungen in der Corona-Krise geradezu lächerlich. „Wenn man mutig agiert, kann man die Bereitschaft zur Veränderung breit verankern. Ehrgeizige Politik hat eine zweite Luft bekommen.“[62]

Am 6. Mai 2021 forderte er von der Bundesregierung die Patentaussetzung für Corona-Impfstoffe.[63]

Ukraine-Konflikt

Bei einem offiziellen Besuch in der Ukraine auf Einladung des Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj im Mai 2021 befürwortete Habeck in einem Interview mit dem Deutschlandfunk mit Bezug auf den Ostukraine-Konflikt deutsche Exporte von Defensivwaffen zur Selbstverteidigung (Medivacs, Nachtsichtgeräte, Kampfmittelbeseitigung) an die Ukraine und löste damit auch bei einem Teil der eigenen Partei Irritationen aus.[64]

Kritik

Im Januar 2019 geriet Habeck in die Kritik, nachdem er auf Twitter ein Video veröffentlicht hatte, in dem er ankündigte, die Grünen würden bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 dafür sorgen, dass Thüringen ein „offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird“. Diese Aussage wurde ihm von manchen Beobachtern so ausgelegt, als sei Thüringen nach Habecks Ansicht kein solches Land. Ähnlich hatte er sich bereits vor der Landtagswahl in Bayern 2018 geäußert, wo er die Bayern aufforderte, „die Alleinherrschaft der CSU zu beenden, damit endlich wieder Demokratie herrsche im Freistaat“. Habeck gestand daraufhin seinen Fehler ein und schrieb in einer Stellungnahme, er habe es „anders gesagt“ als gemeint – „‚wird‘ statt ‚bleibt‘, ein kleines Wort, ein echter Fehler“. Diesen Vorfall nahm er zusammen mit dem zuvor bekannt gewordenen Diebstahl von persönlichen Daten durch einen Hacker zum Anlass, seine Accounts bei Twitter und Facebook zu löschen.[65] Er begründete seine Entscheidung auch damit, dass Twitter sich „von einem Instrument der Demokratisierung eher zu einem Instrument der Spaltung entwickelt“ habe und „kein Medium des echten Dialogs“ sei. Das Gespräch zu anderen würde er in Zukunft lieber im direkten Gespräch oder „langsamer digitaler Kommunikation“ suchen.[66]

Schriften

  • Das Land in mir. Gedichte. Mit Photographien von Jens Gedamke. R. Habeck, Heikendorf 1990, ohne ISBN.
  • Traumblind. Ein Gefühl wie Freiheit. SOLDI-Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-928028-04-9.
  • Casimir Ulrich Boehlendorffs Gedichte: eine stilkritische Untersuchung, Königshausen und Neumann, Würzburg 1997, ISBN 9783826012808.
  • mit Andrea Paluch: Hauke Haiens Tod. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-059010-4. Taschenbuchausgabe: Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15976-8, Neuauflage Taschenbuch: Piper, München 2006, ISBN 3-492-24699-0.
  • Die Natur der Literatur. Zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität, Verlag Königshausen&Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2066-9. (= Univ. Hamburg, Diss. 2000)
  • mit Andrea Paluch: Jagd auf den Wolf. Piper, München 2001, überarbeitete Neuausgabe: Ruf der Wölfe, Edel Kids Books, Hamburg 2019, 158 S., ISBN 978-3-96129-092-5.
  • mit Andrea Paluch: Der Schrei der Hyänen. Piper, München 2004, ISBN 3-492-04611-8. Taschenbuchausgabe: Piper, München 2005, ISBN 3-492-24381-9.
  • mit Andrea Paluch: Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf. Piper, München 2005, ISBN 3-492-04706-8.
  • mit Andrea Paluch: Zwei Wege in den Sommer. Patmos, Düsseldorf 2006, ISBN 3-7941-8046-1.
  • mit Andrea Paluch: Unter dem Gully liegt das Meer. Patmos, Düsseldorf 2007, ISBN 3-7941-8071-2.
  • Verwirrte Väter – oder: Wann ist der Mann ein Mann. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-06989-0.
  • mit Andrea Paluch: 1918 – Revolution in Kiel: Mit dem Schauspiel „Neunzehnachtzehn“. Boyens, Heide 2008, ISBN 978-3-8042-1264-0.
  • mit Andrea Paluch: SommerGIG. Patmos, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-7941-7075-3.
  • mit Steen W. Pedersen: Logo! Tekstbog, Gyldendal Uddannelse, København 2009, ISBN 978-87-02-06648-7.
  • Patriotismus: ein linkes Plädoyer. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 1. Aufl., 2010, ISBN 978-3-579-06874-9.
  • Wer wagt, beginnt. Die Politik und ich. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, ISBN 978-3-462-04949-7.
  • Wer wir sein könnten. Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2018, ISBN 978-3-462-05307-4.
  • Von hier an anders. Eine politische Skizze. 2. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021, ISBN 978-3-462-05219-0.

Auszeichnungen

Rezeption

Radio-Feature

Literatur

  • Claudia Reshöft: Robert Habeck. Eine exklusive Biographie. FinanzBuch Verlag, München 2020, ISBN 978-3-95972-291-9.

Dokumentarfilm

Weblinks

Commons: Robert Habeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Robert Habeck. Bündnis 90/Die Grünen, archiviert vom Original am 29. Dezember 2020; abgerufen am 4. Februar 2021.
  2. Grüne ändern für Robert Habeck ihre Satzung. In: spiegel.de. 26. Januar 2018, abgerufen am 21. April 2021.
  3. Baerbock und Habeck: Umbruch bei den Grünen mit Realo-Doppelspitze. In: Zeit Online. 27. Januar 2018, abgerufen am 3. Juni 2019.
  4. Habeck: Literat, Politiker und Familienvater. In: Norddeutscher Rundfunk. 28. August 2018, abgerufen am 29. März 2021.
  5. Robert Habeck: Die Natur der Literatur: zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität. Dissertation Universität Hamburg 2000, Königshausen und Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2066-9, S. 7.
  6. Robert Habeck: Casimir Ulrich Boehlendorffs Gedichte: eine stilkritische Untersuchung. Königshausen und Neumann, Würzburg 1997, ISBN 978-3-8260-1280-8.
  7. Robert Habeck: Die Natur der Literatur: zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität. Dissertation Universität Hamburg 2000, Königshausen und Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2066-9.
  8. Antje Lang-Lendorff: Buchautorin Andrea Paluch im Gespräch: „Es war plötzlich einsam bei uns“. In: taz.de. Die Tageszeitung, 26. März 2021, abgerufen am 28. März 2021.
  9. Merlin Christophersen, Anna-Lise Bjerager: „Ich bin nicht nur da zuhause, wo meine Muttersprache gesprochen wird“. In: Der Nordschleswiger. Bund Deutscher Nordschleswiger, 15. September 2018, abgerufen am 23. Juni 2019.
  10. Die neue Vorsitzende Baerbock ist Protestantin. In: glaube.at. 29. Januar 2018, abgerufen am 19. April 2021.
  11. Robert Habeck bezeichnet sich als "säkularen Christ". In: evangelisch.de. 18. Juni 2019, abgerufen am 19. April 2021.
  12. Robert Habeck: Wer wagt, beginnt. Gegen eine verzagte Demokratie – wir müssen für unsere Republik streiten! Neuauflage 2018 mit einem 50-seitigen aktuellen Nachwort über das politische Jahr 2017, über persönliche Erfahrungen in den Jamaika-Sondierungen – und über Robert Habecks Vorstellungen einer anderen Politik. www.kiwi-verlag.de, 2018, abgerufen am 29. April 2018: „Seit 1999 arbeitete er mit seiner Frau Andrea Paluch als Schriftsteller. Sie veröffentlichten gemeinsam zahlreiche Romane und Kinderbücher (u. a. »Hauke Haiens Tod« und »Der Schrei der Hyänen«).“
  13. Eikon (Produktionsgesellschaft): Informationen zum Film „Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf“.
  14. Verfassungsgericht verlangt Neuwahlen im Norden. In: Süddeutsche Zeitung. 30. August 2010, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  15. Tabellen und Abbildungen zum Energiewende- und Klimaschutzbericht der Landesregierung; Abbildung 10. Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein; Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 19. Juni 2018, abgerufen am 11. Februar 2019.
  16. SWS baut kein Kohlekraftwerk in Brunsbüttel. In: Shz.de. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 20. Juli 2012, abgerufen am 19. Dezember 2020.
  17. SüdWestStrom baut kein Kohlekraftwerk in Brunsbüttel. SüdWestStrom, 19. Juli 2012, abgerufen am 11. Februar 2019.
  18. Annahme von weiteren 24 Entwicklungsprogrammen für den ländlichen Raum zur Dynamisierung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums inder EU. (PDF) Europäische Kommission, 26. Mai 2015, abgerufen am 2. Januar 2021.
  19. Ökologischer Landbau gewinnt an Bedeutung. Schleswig-Holstein, abgerufen am 2. Januar 2021.
  20. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/V/Presse/PI/2015/0715/MELUR_150713_muschelfischerei.html.
  21. Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung. Landesportal Schleswig-Holstein, 28. Juni 2017, abgerufen am 28. Juni 2017.
  22. Habeck fordert mehr Tempo bei Energiewende. WELT, 19. April 2018, abgerufen am 11. Februar 2019.
  23. Forderung an neue Bundesregierung: Habeck will mehr Windenergie zulassen. sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG, 11. September 2017, abgerufen am 11. Februar 2019.
  24. Peter Unfried: Kommentar Spitzen-Kandidat Habeck: Mutig und angstfrei. In: Die Tageszeitung (taz). 5. Mai 2015, abgerufen am 29. März 2021.
  25. GrueneSH: Robert Habeck Bewerbungsrede für ein Votum zu Urwahl zur Bundestagswahl 2017. YouTube.
  26. Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir gewinnen die Urwahl. Bündnis 90/Die Grünen. 18. Januar 2017. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2018. Abgerufen am 6. Juni 2019.
  27. Jesse Klaver und Robert Habeck im Interview mit Peter Unfried: Grün, grüner, am grünsten. Gehört Grünlinks die Zukunft? Und wie lässt sich eine Gesellschaft wirklich verändern? Zum ersten Mal haben sich die grünen Parteichefs der Niederlande und Deutschlands getroffen: Jesse Klaver und Robert Habeck im Gespräch. Die Tageszeitung (taz), 28. April 2018, abgerufen am 29. April 2018.
  28. Grüne über Koalitionsverhandlungen: „Wir sollten das Neuwahl-Gerede endlich einstellen“. Die Grünen grübeln über das Gelingen einer Jamaika-Koalition. Der grüne Jamaika-Unterhändler Robert Habeck hofft darauf, dass sich CDU, CSU, FDP und Grüne doch noch auf einander zubewegen. www.handelsblatt.com, 5. November 2017, abgerufen am 29. April 2018.
  29. Baerbock und Habeck sind neue Grünen-Vorsitzende. www.sueddeutsche.de, 27. Januar 2018, abgerufen am 29. April 2018.
  30. § 16 Abs. 5 der Satzung des Bundesverbands der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
  31. Robert Habeck: Grüne lockern Trennung von Partei- und Regierungsamt.
  32. Sven-Michael Veit: Robert Habeck über grüne Leitlinien: „Wir müssen radikaler werden“. In: Die Tageszeitung: taz. 17. Juli 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  33. Baerbock und Habeck als Grünen-Spitzenduo wiedergewählt - mit starken Ergebnissen. Spiegel Online, 16. November 2019, abgerufen am 18. November 2019.
  34. Robert Habeck tritt als Direktkandidat zur Bundestagswahl an. In: Die Welt. 6. Juli 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  35. Robert Habeck jetzt Direktkandidat für den Bundestag. In: abendblatt.de. 17. April 2021, abgerufen am 19. April 2021.
  36. Baerbock soll Kanzlerkandidatin der Grünen werden. In: spiegel.de. Abgerufen am 19. April 2021.
  37. Grüne machen Baerbock zur Kanzlerkandidatin. In: tagesschau.de. 12. Juni 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.
  38. Gorleben wird noch nicht ganz dichtgemacht. Vor dem Endlagergipfel in Berlin. In: Hannoversche Allgemeine. 7. April 2013, abgerufen am 17. Januar 2021.
  39. Abschlussbericht der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe, Seite 550.
  40. Gorleben: Ballast im Schacht In: Süddeutsche Zeitung, 5. Mai 2016.
  41. Grüne: Gorleben ist ungeeignet und geologisch verbrannt. Blog vom 19. November 2012.
  42. Kinderbuch „Ruf der Wölfe“: Was Robert Habeck Kindern erzählt. Der Tagesspiegel vom 4. Juli 2019, abgerufen selbigen Datums.
  43. Brandenburg: Robert Habeck und der Wolf. Der Tagesspiegel vom 13. Dezember 2018, abgerufen am 4. Juli 2019.
  44. Lukas Dörrie: Afrikanische Schweinepest in Deutschland: Wild Wild Schwein. In: Die Tageszeitung: taz. 21. Dezember 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. Dezember 2019]).
  45. Angst vor Schweinepest: Dänemark will Grenzzaun zu Deutschland bauen. In: Spiegel Online. 22. März 2018, abgerufen am 9. Dezember 2019.
  46. Nicola Kabel: Umweltminister Robert Habeck stellt Jagd- und Artenschutzbericht 2012 vor:. In: Landesportal Schleswig-Holstein. 7. Dezember 2012, abgerufen am 9. Dezember 2019.
  47. Seeadler und Kraniche breiten sich aus. In: Kieler Nachrichten. 2. Dezember 2013, abgerufen am 9. Dezember 2019.
  48. Habeck: Tötung von Nutztieren ist nicht mehr zu rechtfertigen. 6. August 2018.
  49. Robert Habeck möchte Migranten aus Griechenland holen. In: tagesspiegel.de. 21. Dezember 2019, abgerufen am 4. Februar 2021.
  50. Grünenchef Habeck fordert Evakuierung griechischer Camps. In: spiegel.de. 29. März 2020, abgerufen am 4. Februar 2021.
  51. Null-Toleranz-Strategie gegen islamistische Gefährder – 11-Punkte-Plan gegen islamistischen Terrorismus. In: robert-habeck.de, abgerufen 23. März 2021.
  52. „Es gibt kein Volk“: Habeck wehrt sich gegen Angriffe. dpa–Newskanal, In: sueddeutsche.de, 8. Mai 2018.
  53. Grüne fordern Bürgerfonds zur Altersvorsorge. In: Süddeutsche Zeitung. 21. Februar 2019, abgerufen am 19. Januar 2021.
  54. Robert Habeck, Sven Giegold: Ein Bürgerfonds für die Altersvorsorge. Bündnis 90/Die Grünen, 21. Februar 2019, abgerufen am 19. Januar 2021.
  55. Christine Richter: Habeck verteidigt den Mietendeckel beim VBKI. In: Morgenpost.de. 30. Oktober 2019, abgerufen am 29. November 2019.
  56. Immobilien: Grünenchef Robert Habeck sieht Enteignungen als Option. In: Die Zeit. 7. April 2019, abgerufen am 24. Mai 2021.
  57. DER SPIEGEL: Nietdebatte: Grünen-Chef Robert Habeck hält Enteignungen für denkbar. Abgerufen am 24. Mai 2021.
  58. Süddeutsche Zeitung: Enteignung - Scharfe Kritik an Robert Habeck. Abgerufen am 24. Mai 2021.
  59. Habeck will Schuldenbremse reformieren. In: Wirtschaftswoche. 9. Dezember 2019, abgerufen am 19. Januar 2021.
  60. Habeck fordert Investitionsprogramm von 500 Milliarden Euro. In: RP Online. 5. April 2020, abgerufen am 4. Februar 2021.
  61. Martin Greive: Habeck fordert wegen Wirecard-Skandal mehr Kompetenzen für Aufseher. In: Handelsblatt. 14. Juli 2020, abgerufen am 20. Januar 2021.
  62. „Die Zeit der kleinen Kompromisse ist vorbei.“ Grünen-Chef Robert Habeck über Konjunkturpaket, Kanzlerin und Kurzstreckenflüge. In: Der Tagesspiegel, 31. Mai 2020, S. 3. (Onlinefassung unter geändertem Titel; abgerufen am 31. Mai 2020.)
  63. jos: Grünenchef Habeck fordert Patent-Aussetzung für Coronaimpfstoffe. In: Spiegel. 6. Mai 2021, abgerufen am 6. Mai 2021.
  64. „Die Ukraine fühlt sich sicherheitspolitisch alleingelassen“ – Interview mit Robert Habeck im Deutschlandfunk, 26. Mai 2021.
  65. Philipp Saul: Habeck will seine Accounts bei Facebook und Twitter löschen. In: SZ.de. 7. Januar 2019, abgerufen am 16. Juni 2019.
  66. Habeck: Twitter ist ein Instrument der Spaltung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. Januar 2019, abgerufen am 29. Januar 2021.