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Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein

Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein
Bündnis 90 - Die Grünen Logo.svg
Vorsitzende Ann-Kathrin Tranziska
Steffen Regis
Schatz­meister Anna Louisa Rogge
Geschäfts­führerin Isabel Sadewasser
Gründungs­datum 1980
Hauptsitz Alter Markt 9
24103 Kiel
Landtagsmandate
10/73
Mitglieder­zahl 3.442 (Stand: 25. Feb. 2019)[1]
Website www.sh-gruene.de

Der Landesverband Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein der Partei Bündnis 90/Die Grünen besteht seit 1980. Seit 1996 sind Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein durchgehend im Landtag Kiel vertreten.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

Die Grüne Liste Schleswig-Holstein (GLSH) wurde im Mai 1978 in Rendsburg als Landesverband selbstständiger Kreiswählergemeinschaften gegründet. Inhaltlicher Konsens der Wählergemeinschaft war die Ablehnung der Kernenergienutzung und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage. Im Dezember desselben Jahres erfolgte die Neugründung der GLSH als Partei. 1979 trat die Grüne Liste erstmals zu den schleswig-holsteinischen Landtagswahlen an, scheiterte aber mit einem Stimmenanteil von 2,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. 1980 gründete sich der Landesverband der Grünen in Schleswig-Holstein, die GLSH blieb zunächst als eigenständige Partei neben den Grünen bestehen und fusionierte erst 1982 mit dieser. Die Grünen scheiterten in den folgenden fünf Landtagswahlgängen erneut an der Fünf-Prozent-Hürde (1983: 3,7 %, 1987: 3,9 %, 1988: 2,9 %, 1992: 4,97 %).

1996: Einzug in den Landtag und die RegierungBearbeiten

In der 14. Wahlperiode vom 22. Mai 1996 bis zum 28. März 2000 waren die Grünen mit sechs Abgeordneten erstmals im Landtag vertreten, nachdem sie bei der Wahl 8,1 Prozent der Stimmen erhalten hatten.

Gleichzeitig konnten sie in der Koalition mit der SPD in die Regierungsverantwortung gelangen und stellten mit Rainder Steenblock den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Natur, Umwelt und Forsten. Angelika Birk wurde als zweite Grüne Ministerin für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau.

15. Legislaturperiode (2000–2005)Bearbeiten

Die Landtagswahl 2000 führte zu starken Verlusten der Grünen, die nur noch auf 6,2 Prozent der Stimmen kamen. Dennoch verblieben die Grünen in der Wahlperiode vom 28. März 2000 bis 17. März 2005 in der Regierungsverantwortung. Stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Justiz, Frauen, Jugend und Familie wurde Annemarie Lütkes und Klaus Müller wurde Minister für Umwelt, Natur und Forsten (ab dem 1. März 2003 Minister für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft).

16. Legislaturperiode (2005–2009)Bearbeiten

Bei der Landtagswahl am 27. April 2005 erreichten die Grünen 6,2 Prozent und stellten vier Abgeordnete im Landtag. Der Versuch, eine rot-grüne Landesregierung unter Heide Simonis mit Unterstützung des SSW zu bilden, scheiterte an einer Gegenstimme aus den eigenen Reihen (siehe Wahl des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein 2005). In der Folge wurde eine Große Koalition gebildet und die Grünen gingen in die Opposition.

17. Legislaturperiode (2009–2012)Bearbeiten

Bei der Landtagswahl im September 2009 verdoppelten die Grünen ihren Stimmenanteil auf 12,4 Prozent und zogen mit zwölf Abgeordneten wieder in den Landtag ein. Zum Fraktionsvorsitzenden wurde der Spitzenkandidat des Wahlkampfes, Robert Habeck, gewählt. Da jedoch eine schwarz-gelbe Koalition eine Mehrheit erreichte, blieben die Grünen in der Opposition.

18. Legislaturperiode (2012–2017)Bearbeiten

Auf einem Parteitag in Neumünster bestimmten die Delegierten im November 2011 den Fraktionsvorsitzenden Robert Habeck zum (erstmals) alleinigen Spitzenkandidaten für die vorgezogene Landtagswahl 2012. Bei dieser erzielten die Grünen am 6. Mai 2012 mit 13,2 % und zehn Mandaten ihr bisher bestes Ergebnis. Das Ziel, mit der SPD eine rot-grüne Mehrheit zu erlangen, wurde zwar verfehlt; da sich jedoch der dänisch und friesisch orientierte SSW erstmals bereit erklärte, Regierungsverantwortung zu übernehmen, wurden Koalitionsverhandlungen über die Bildung einer sogenannten "Küstenkoalition" aus SPD, Grünen und SSW aufgenommen.

Nach der Wahl von Torsten Albig zum Ministerpräsidenten am 12. Juni 2012 nahm das Regierungsbündnis seine Arbeit auf. Die Grünen waren mit Monika Heinold (Finanzministerin) und Robert Habeck (Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) für zwei Ressorts verantwortlich.

Am 30. Oktober 2012 gaben die Grünen das Ergebnis einer landesweiten Urabstimmung zur Nordstaatsfrage bekannt. Demnach votierten 55,1 % der abstimmenden Mitglieder für die Fusion des Bundeslandes Schleswig-Holstein mit benachbarten Bundesländern.

19. Legislaturperiode (2017–)Bearbeiten

Bei der Landtagswahl am 7. Mai 2017 erzielten die Grünen mit ihrem Spitzenduo bestehend aus Monika Heinold und Robert Habeck mit 12,9 % der Zweitstimmen ihr historisch zweitbestes Ergebnis in Schleswig-Holstein. Gleichzeitig verlor die Küstenkoalition, das Bündnis aus SPD, Grünen und SSW, ihre Mehrheit. Nach Sondierungsgesprächen mit CDU und FDP beschloss ein außerordentlicher Parteitag am 23. Mai 2017 mit 87 % der Delegiertenstimmen in Koalitionsverhandlungen mit beiden Parteien einzutreten. Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen wurde am 19. Juni 2017 im Rahmen eines weiteren außerordentlichen Parteitages der Koalitionsvertrag beraten. Dieser empfahl den Mitgliedern mit 75,2 % der Delegiertenstimmen im Rahmen einer Online-Mitgliederbefragung dem Koalitionsvertrag zuzustimmen. Die Online-Mitgliederbefragung, deren Ergebnis der Landesvorstand für bindend erklärte, fand im Zeitraum vom Montag, 19. Juni 2017, 20 Uhr, bis Montag, 26. Juni, 8 Uhr statt. Nach Ende der Abstimmung gab die damalige Landesvorsitzende, Ruth Kastner, das Ergebnis im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt: Insgesamt stimmten bei einer Wahlbeteiligung von 59,6 %, 84,3 % für den ausgehandelten Koalitionsvertrag. Innerhalb des Jamaika-Bündnisses unter der Führung des CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günther sind die Grünen weiterhin mit Monika Heinold als Finanzministerin vertreten. Robert Habeck wurde wieder Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung; nach seinem Wechsel in die Bundespolitik folgte ihm 2018 Jan Philipp Albrecht in dieses Amt.

Am 7. Oktober 2017 fanden im Rahmen eines ordentlichen Parteitages in Neumünster turnusmäßig die Wahlen zum Landesvorstand statt. Die Vorsitzende Ruth Kastner, sowie Schatzmeister Markus Stiegler und Beisitzerin Resy de Ruijsscher kandidierten nicht erneut für ihre Ämter. Arfst Wagner unterlag in einer Kampfabstimmung gegen Steffen Regis. Somit wurde ein komplett neuer Landesvorstand gewählt, der von nun an aus Ann-Kathrin Tranziska (Vorsitzende), Steffen Regis (Vorsitzender), Anna Louisa Rogge (Schatzmeisterin), Kerstin Mock-Hofeditz (Beisitzerin) sowie Malte Krüger (Beisitzer) besteht.

PersonenBearbeiten

FraktionsvorsitzendeBearbeiten

 
Robert Habeck (2009), ehem. Fraktionsvorsitzender im Landtag von Schleswig-Holstein (2009–2012)
Zeitraum Vorsitzende
Mai 1996 - März 2000 Irene Fröhlich
März 2000 - März 2005 Karl-Martin Hentschel
März 2005 - Mai 2006 Annemarie Lütkes
Juni 2006 - Oktober 2009 Karl-Martin Hentschel
Oktober 2009 - Juni 2012 Robert Habeck
seit Juni 2012 Eka von Kalben

Ergebnisse bei den LandtagswahlenBearbeiten

 
Landtagswahlergebnisse[2]
Jahr Stimmen Sitze
1979 2,4 % 0
1983 3,6 % 0
1987 3,9 % 0
1988 2,9 % 0
1992 5,0 %* 0
1996 8,1 % 6
2000 6,2 % 5
2005 6,2 % 4
2009 12,4 % 12
2012 13,2 % 10
2017 12,9 % 10

*) 4,97 %

JugendorganisationBearbeiten

 
Grüne Jugend Schleswig-Holstein

Die Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein ist die Grüne Jugend Schleswig-Holstein. Sie ist politisch, wie organisatorisch unabhängig von der Partei. Gegründet wurde die Jugendorganisation 1988 als Grün-Alternative Jugend Schleswig-Holstein (GAJ SH). Diese Gründung wird auch als Gründung des Bundesverbands der Grünen Jugend angesehen.[3] Derzeit hat die Grüne Jugend Schleswig-Holstein 264 Mitglieder, die in zehn Basisgruppen organisiert sind. Die Basisgruppen findet man in Flensburg, Nordfriesland (Husum), Schleswig, Rendsburg, Kiel, Dithmarschen (Meldorf/Heide), Neumünster, Geesthacht, Pinneberg, Bad Segeberg und Lübeck.[4]

aktueller Vorstand der Grünen Jugend Schleswig-Holstein[5]
Posten Name
Sprecher Hannah Wolf, Finn Petersen
Politische Geschäftsführung Jonathan Morsch
Schatzmeister Luca Köpping
Frauen, Inter-, Transpersonen- und genderpolitische Sprecher Laura Mews
Beisitzer Uta Boßmann

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. sh-gruene.de: Der Norden wird GRÜN. 28. Februar 2019, abgerufen am 23. März 2019.
  2. Ergebnisse der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein
  3. gruene-jugend-sh.de: Geschichte, abgerufen am 2. August 2018.
  4. gruene-jugend-sh.de: Basisgruppen, abgerufen am 14. November 2018.
  5. gruene-jugend-sh.de: Landesvorstand, abgerufen am 2. August 2018.