Juliane Kleemann

deutsche Pfarrerin und Politikerin (SPD)

Juliane Kleemann (* 1970 in Sangerhausen, geborene Rau) ist eine deutsche evangelische Pfarrerin und seit dem 24. Januar 2020 eine der beiden Vorsitzenden des Landesverbands Sachsen-Anhalt der SPD. Am 6. Juni 2021 wurde sie in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt.

Juliane Kleemann 2020

Studium und BerufBearbeiten

Juliane Kleemann studierte in Halle und Bochum evangelische Theologie. Ihr Vikariat absolvierte sie 1997–1999 in Halle (Saale), anschließend war sie bis 2003 Pfarrerin in Löbejün. Von 2003 bis 2009 arbeitete sie als persönliche Referentin von Bischof Axel Noack (Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen) in Magdeburg. Außerdem absolvierte sie eine Ausbildung zur Gemeindeberaterin/Organisationsentwicklerin beim Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision (IPOS) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Von Dezember 2009 bis Dezember 2018 war sie Theologische Referentin im Zentrum Mission in der Region (ZMiR) der EKD. Seit Januar 2019 ist sie Theologische Referentin der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi).[1] Sie ist verheiratet mit dem Superintendenten des Kirchenkreises Stendal, Michael Kleemann.

Partei und PolitikBearbeiten

Im Jahr 2014 trat Kleemann in die SPD ein. Im Jahr 2016 kandidierte Kleemann in Stendal für ein Landtagsmandat in Sachsen-Anhalt.[2] Sie landete zwar nur auf dem dritten Platz, die erreichten 20,4 % der Erststimmen sind aber dennoch beachtlich, da die SPD in ihrem Wahlkreis bei der gleichen Wahl nur 11,8 % der Zweitstimmen erreichte.[3] Seit den Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt 2019 sitzt Kleemann als Abgeordnete für die SPD im Kreistag des Landkreises Stendal.

2019 setzte sich Kleemann in der Urwahl zur Parteivorsitzenden des SPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt mit 46,6 % knapp gegen Katharina Zacharias (45,1 %) durch. Der Landesparteitag am 24. Januar 2020 wählte sie daraufhin mit 89,9 % neben Andreas Schmidt zur Vorsitzenden. Damit wird die SPD in Sachsen-Anhalt erstmals von einer Doppelspitze geführt.[4]

Bei der Landtagswahl am 6. Juni 2021 kandidierte sie im Wahlkreis 04 Stendal für das Direktmandat und erhielt 11,8 Prozent der Stimmen.[5] Sie zog über Platz 5 der Landesliste ins Parlament ein.[6]

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Mit Erfolg daneben. Anmerkungen zur Prozessdidaktik. In: Hans-Hermann Pompe und Thomas Schlegel: Mitmenschen gewinnen. Wegmarken für Mission in der Region (Kirche im Aufbruch 2). Leipzig 2011, S. 129–144, ISBN 978-3-374-02800-9.
  • Gemeinsam mit Hans-Hermann Pompe: Erschöpfte Kirche? geistliche Dimensionen in Veränderungsprozessen (Kirche im Aufbruch 18). Leipzig 2015, ISBN 978-3-374-04128-2.
  • Gemeinsam mit Hans-Hermann Pompe: Gemeinden geistlich begleiten. Kompendium. Berlin 2019, DNB 1199623040.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Webseite der Arbeitsstelle.
  2. Donald Lyko: Altmark-Liebe auf den zweiten Blick. In: Volksstimme. 20. Februar 2016, abgerufen am 25. Januar 2020.
  3. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Wahl des 7. Landtages von Sachsen-Anhalt am 13. März 2016. Abgerufen am 25. Januar 2020.
  4. SPD in Sachsen-Anhalt wählt Doppelspitze: Attacken gegen CDU. In: Die Welt. 24. Januar 2020, abgerufen am 25. Januar 2020.
  5. Ergebnis der Wahl am 6. Juni 2021 im Wahlkreis Stendal
  6. Gewählte Bewerber bei der Landtagswahl am 6. Juni 2021