Hauptmenü öffnen

Fernmeldeturm Hünenburg

Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG in Bielefeld
Fernmeldeturm Hünenburg
Bild des Objektes
Basisdaten
Ort: Bielefeld
Land: Nordrhein-Westfalen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 309,9 m ü. NN
Koordinaten: 52° 0′ 52,7″ N, 8° 28′ 27,3″ O
Verwendung: Fernmeldeturm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm
Turmdaten
Bauzeit: 1972
Betriebszeit: seit 1972
Gesamthöhe: 165 m
Betriebs­räume: 49,6 m, 55 m, 89 m, 123,5 m
Daten zur Sendeanlage
Letzter Umbau (Sender): August 2018
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, DAB, Mobilfunk, Richtfunk
Positionskarte
Fernmeldeturm Hünenburg (Nordrhein-Westfalen)
Fernmeldeturm Hünenburg
Fernmeldeturm Hünenburg
Lokalisierung von Nordrhein-Westfalen in Deutschland
Fernmeldeturm Hünenburg

Der Fernmeldeturm Hünenburg ist ein 164 m hoher Fernmeldeturm der Deutschen Funkturm, eine Tochterfirma der Deutschen Telekom. Er wurde 1972 von der Deutschen Bundespost auf der Hünenburg in Bielefeld im heutigen Bezirk Brackwede errichtet. Der Typenturm vom Typ FMT 3/72 ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. In unmittelbarer Nachbarschaft steht der außer Betrieb gesetzte alte Fernmeldeturm, der heute als Aussichtsturm genutzt wird.

Der Fernmeldeturm Hünenburg besitzt in 40 m Höhe einen zylindrischen Betriebsraum mit 2.500 Kubikmeter Volumen. Auf diesem befindet sich in 49,6 m Höhe eine Plattform mit Richtfunkantennen. Eine zweite kleinere Plattform mit Richtfunkantennen trägt der Turm in 55 m Höhe. Weitere Plattformen für kleinere Richtfunkantennen existieren in 89 m und 123,5 m Höhe. Zwischen 123,5 m und 146,25 m sind am rot-weiß gestrichenen Antennenträger die Antennen für UKW-Rundfunk angebracht. Die Spitze ab 146,5 m Höhe ist ein GFK-Zylinder, der nach einem Austausch im Juli 2018 leistungsfähigere UHF-Sendeantennen enthält.

Darüber hinaus ist der Fernmeldeturm das höchste Bauwerk von Bielefeld.

Inhaltsverzeichnis

Frequenzen und ProgrammeBearbeiten

Analoger Hörfunk (UKW)Bearbeiten

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/ gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/ vertikal (V)
103,0 BFBS Germany _BFBS_1_ D390 70,8 D (310-260°) H

Digitales Radio (DAB / DAB+)Bearbeiten

Seit dem 25. Mai 2012[1] strahlt der Fernmeldeturm Hünenburg digitalen Hörfunk auch in DAB+ aus. Die Übertragung des bundesweiten Multiplex erfolgt in vertikaler Polarisation auf DAB-Kanal 5C im Gleichwellennetz mit anderen Sendern.

Block Programme ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 6,3 ND

Die DAB-Ausstrahlung des WDR-Multiplexes auf Kanal 12D wurde Ende des Jahres 2011 vorläufig eingestellt.

Kanal Frequenz
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP
(kW)
12D 229,072 Radio für NRW

Domradio (DAB)
WDR 2 (DAB)
WDR VeRa (DAB)
1LIVE (DAB+)
1LIVE diggi (DAB+)
WDR KiRaKa (DAB+)
WDR Funkhaus Europa (DAB+)
WDR Event (DAB+)

0,25

Digitales Fernsehen (DVB-T / DVB-T2)Bearbeiten

In Ostwestfalen-Lippe erfolgte die Umstellung auf den DVB-T2-Standard mit HEVC Bildcodierung am 25. April 2018.[2] Das private Programmangebot von Freenet TV, welches wegen eines verzögerten Antennentauschs erst am 20. August 2018 hinzukam,[3] wird vom Fernmeldeturm Hünenburg im Gleichwellenbetrieb mit den Standorten Osnabrück (Schinkelturm) und Münster (Stadt) gesendet. Optional lassen sich zusätzliche im WDR-Angebot und bei Freenet TV connect als Verknüpfung enthaltene Programme über eine Internetverbindung wiedergeben, falls das Empfangsgerät HbbTV (ab Version 1.5) unterstützt (WDR via IP: ARD-alpha HD, BR FS Süd HD, hr-fernsehen HD, rbb Berlin HD und SR Fernsehen HD).

Folgende DVB-T2-Bouquets werden übertragen:

Kanal Frequenz
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP
(kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
SFN mit
24 498 Freenet TV Mux 1 32 ND H Bielefeld (Hünenburg), Münster (Stadt), Osnabrück (Schinkelturm)
26 514 WDR Mux 2 20 ND H Bielefeld (Hünenburg), Minden (Jakobsberg), Teutoburger Wald (Bielstein)
27 522 Freenet TV Mux 2 32 ND H Bielefeld (Hünenburg), Münster (Stadt), Osnabrück (Schinkelturm)
31 554 WDR Mux 1 (BI / SI)Anm. 20 ND H Bielefeld (Hünenburg), Minden (Jakobsberg), Teutoburger Wald (Bielstein)
33 570 Gemischter Multiplex von ZDF und freenet TV 20 ND H Bielefeld (Hünenburg), Minden (Jakobsberg), Teutoburger Wald (Bielstein)
39 618 Freenet TV Mux 3 32 ND H Bielefeld (Hünenburg), Münster (Stadt), Osnabrück (Schinkelturm)
Anm. gemeinsamer Multiplex für die Regionen OWL und Südwestfalen

Sendeparameter

Verwendet von (HD-Programme pro Mux) Modulations-
verfahren
Coderate FFT-Modus Guard-
intervall
Pilottöne Datenrate
[Mbit/s]
Freenet TV (5–7) 64-QAM 2/3 32k extended 1/16 Pilot Pattern 4 27,6
ZDF (5) 64-QAM 3/5 16k extended 19/128 Pilot Pattern 2 22,0
WDR Mux I (5) 64-QAM 1/2 16k extended 19/256 Pilot Pattern 2 19,5
WDR Mux II (5) 64-QAM 1/2 16k extended 19/128 Pilot Pattern 2 18,2

Analoges FernsehenBearbeiten

Die Verbreitung der öffentlich-rechtlichen Programme ZDF und WDR Fernsehen (Bielefeld) in analogem PAL wurde zum 29. Mai 2006 eingestellt. Bis zum DVB-T Umstieg in der Region Düsseldorf/Ruhrgebiet am 8. November 2004 wurden folgende Programme gesendet:

Kanal Frequenz
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
33 567,25 ZDF 317 ND H
36 591,25 VOX 0,5 D H
38 607,25 Sat.1 (Nordrhein-Westfalen) 0,126 D H
46 671,25 WDR Fernsehen (Bielefeld) 500 ND H
59 775,25 RTL (Nordrhein-Westfalen) 1 D H

Erneuerung der Spitze 2018Bearbeiten

Am 26. Juli 2018 wurde die Spitze vom Schweizer Spezialunternehmen Swiss Helicopter AG vormals Heliswiss mit einem Transporthubschrauber des Typs Kamow Ka-32A12 ausgetauscht, um sechs DVB-T2-Multiplexe über leistungsfähige UHF-Sendeantennen abzustrahlen. Dabei wurde mit dem Helikopter zunächst ein Zwischenring als Verbindungssegment montiert, bevor der 15 m hohe und 4,3 Tonnen schwere GFK-Zylinder mit einem Durchmesser von ca. 1,6 m auf den Turm aufgesetzt werden konnte.[4][5]

AussichtsturmBearbeiten

 
Aussicht vom Fernmeldeturm Hünenburg

Bereits 1952 ließ die Deutsche Bundespost auf dem Hünenberg einen Fernmeldeturm errichten. Er wurde für die FREDA-Richtfunkgeräte (Frequenzmodulierte Dezimeterwellen-Anlage) der Fernseh-Übertragungsstrecke Hamburg–Köln des damaligen NWDR benötigt. Dieser Turm wurde 1972 mit der Errichtung des neuen Typenturms überflüssig und zurückgebaut, wobei die Antennenplattformen entfernt und einige Zwischendecken eingezogen wurden. Heute wird er als Aussichtsturm mit Café und einem Museum zur Geschichte des Hünenbergs genutzt. Von der 40 Meter hohen Aussichtsplattform mit Rundumsicht kann ein weiter Blick über den Teutoburger Wald geworfen werden.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten