Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Funkturm Leipzig

Funkturm Leipzig
 Der Funkturm Leipzig am 27. Oktober 2015

Der Funkturm Leipzig am 27. Oktober 2015
Basisdaten
Ort: Leipzig
Land: Sachsen
Staat: Deutschland
Verwendung: Mobil- und Richtfunk, Rundfunkdienste und DVB-T
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm GmbH
Turmdaten
Bauzeit: 2015
Baustoff: Stahl
Gesamthöhe: 190,7[1] m
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Sendetyp: DVB-T, DVB-T2, DAB+
Positionskarte
Funkturm Leipzig (Sachsen)
Funkturm Leipzig
Funkturm Leipzig
Koordinaten: 51° 18′ 48,6″ N, 12° 23′ 35,7″ OVorlage:Infobox Sendeanlage/Wartung/Formatierungsfehler Lagepunkt

Der Funkturm Leipzig ist ein 2015 errichteter 191 Meter hoher Sendeturm im Ortsteil Zentrum-Südost in Leipzig (Sachsen), der am 19. Mai 2016 seinen Regelbetrieb aufgenommen hat und 2017 die volle Leistung erreichen soll. Er ist vorgesehen für die Verbreitung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T2) und des Digitalradios (DAB+)[2]

Inhaltsverzeichnis

AufbauBearbeiten

Er ist der höchste für funktechnische Zwecke errichtete freistehende Stahlfachwerkturm in Deutschland und nach dem Kamin des Stahl- und Hartgusswerks Bösdorf in Knautnaundorf (205 Meter) das zweithöchste Bauwerk in Leipzig.[3][4] Der Turm steht an der Richard-Lehmann-/Ecke Zwickauer Straße nahe dem alten Messegelände sowie in Sichtweite zum Panometer. Er wurde von der Berliner Firma Steffens & Nölle GmbH im Auftrag der Deutschen Funkturm GmbH, einer Tochter der Deutschen Telekom AG, errichtet.[5]

Die vier Fundamentblöcke im Abstand von je 25 Metern fassen 250 Kubikmeter Beton. Die Gitterkonstruktion aus feuerverzinktem Stahl besitzt eine Masse von 300 Tonnen und eine Höhe von 170 Metern. [6] Die Herstellung und Lieferung der Stahlkonstruktion erfolgte durch den spanischen Spezialisten für Stahlgittermaste Imedexsa. Die Sendeantennen werden von einer 21 Meter hohen Ummantelung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) umgeben, die an ihrer Spitze einen Blitzfangkorb trägt.

Bis zu dieser Höhe wurde der Turm mit einem mobilen 750-Tonnen-Großkran montiert, wobei die einzelnen Ebenen auf der Erde vorgefertigt worden waren. Am 28. September 2015 wurde mit dem Aufsetzen der Teilsegmente auf den Turmschaft begonnen. Die Endhöhe ohne Antenne wurde am 3. Oktober erreicht. Am 26. Oktober wurde der 21 Meter hohe Antennenschaft mit dem Blitzfangkorb in drei Teilen mit einem Transporthubschrauber Super Puma montiert. Damit steht der Turm mit seiner endgültigen Höhe von 191 m für die Aufnahme des technischen Equipments bereit.[7]

Bisher nutzt die Deutsche Funkturm AG einen in etwa 500 Meter Entfernung befindlichen Schornstein der Stadtwerke Leipzig. Der Neubau erfolgt, da am alten Senderstandort keine Erweiterungen mehr möglich sind.[4]

Bilder aller Montageschritte unter commons:Funkturm Leipzig.

BetriebBearbeiten

Der Betrieb des Turmes begann am 16. Mai 2016 mit der Abstrahlung der Rundfunksender als Digital-Radio (DAB). Dabei werden der deutschlandweite DAB+-Programmblock 5C und der DAB-Block 9A (Sachsen) in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern übertragen. (Einzelheiten siehe Tabelle.)

Der Fernsehbetrieb startete am 31. Mai 2016 mit einem vorläufigen Betrieb. Sechs Programme in HD-Qualität wurden per DVB-T2 übertragen: ARD, ZDF, Sat 1, Pro Sieben, RTL und VOX.[8] Seit dem 29. März 2017 wird das komplette Programmangebot wie in der unten stehenden Tabelle ausgestrahlt.

Frequenzen und ProgrammeBearbeiten

Digitales Radio (DAB)Bearbeiten

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 10 ND

Casekow (ab Mitte Oktober 2017)

9A
MDR Sachsen
10 ND Chemnitz, Dresden, Freiberg, Geyer, Hoyerswerda, Leipzig, Löbau, Neustadt, Oschatz, Schöneck


Digitales Fernsehen (DVB-T2)Bearbeiten

Die DVB-T2 HD-Ausstrahlungen aus Leipzig sind in der Regel im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten. Ausnahme ist der Multiplex MDR 1 (ARD) auf Kanal 35.

Alle kursiv dargestellten Sender sind verschlüsselt und nur über die DVB-T2 HD-Plattform freenet TV empfangbar.

Kanal Fre­quenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
An­tennen­dia­gramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polari­sation
hori­zontal (H) /
vertikal (V)
Modu­lations­ver­fahren FEC Guard­inter­vall Bitrate 
(MBit/s)
Gleichwellennetz (SFN)
35 586 MDR 1 (ARD) 100 ND V 64-QAM 3/5 19/256 23,6 -
24 498 MDR 2 (ARD) 100 ND V 64-QAM 3/5 19/256 23,6 Halle-Stadt, Wittenberg, Leipzig/Messegrund
49 698 Substream 0:

ZDF

(ZDFmobil)

Substream 1: MEDIA BROADCAST

Substream 0:

Substream 1:

100 ND V 64-QAM 3/5 19/128 22 Halle-Stadt, Leipzig/Messegrund
43 650 MEDIA BROADCAST

(RTL Group)

50 ND V 64-QAM 2/3 1/16 27,6 Halle-Stadt, Leipzig/Messegrund
28 530 MEDIA BROADCAST

(ProSiebenSat.1 Media)

50 ND V 64-QAM 2/3 1/16 27,6 Halle-Stadt, Leipzig/Messegrund
26 514 MEDIA BROADCAST Substream 0:

Substream 1:

  • freenet.TV Info
  • ssu (System Software Update service)
50 ND V 64-QAM 2/3 1/16 27,6 Halle-Stadt, Leipzig/Messegrund

WeblinksBearbeiten

  Commons: Funkturm Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://mopo24.de/Leipzig?page_n32=4#!nachrichten/riesig-so-hoch-sind-sachsens-hoechste-21698
  2. Neuer Funkturm soll im Frühsommer 2016 erstmals senden. Leipziger Volkszeitung, 21. Oktober 2015, S. 17
  3. Baustart für künftig höchstes Gebäude der Stadt auf RadioLeipzig.de vom 10. April 2015
  4. a b Matthias Roth: „Deutlich wahrnehmbar“: Leipzig legt Bebauungsplan für 191-Meter-Funkturm vor. Leipziger Volkszeitung, 8. Juli 2014
  5. Neuer Funkturm wächst in Leipzig in die Höhe. LVZ-Website 2. Oktober 2015 15:45 Uhr
  6. 191 Meter! Telekom baut Riesenturm in Leipzig. Mopo24.de, vom 27. März 2015
  7. Super Puma bringt Funkturm in Endform, Leipziger Volkszeitung, 27. Oktober 2015, S. 15
  8. Leipzigs neuer Riese funkt jetzt. Leipziger Volkszeitung, 1. Juni 2016, S. 18