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Eurosport 1 ist ein auf Sportberichterstattung spezialisiertes paneuropäisches Fernseh-Spartenprogramm mit Sitz in Paris, das von Eurosport, einem Tochterunternehmen des US-amerikanischen Medienkonzerns Discovery Communications, betrieben wird. Bis zum 12. November 2015 war der Name des Senders identisch mit dem Namen des Unternehmens.

Eurosport 1
Senderlogo
Logo ab 13. November 2015
Allgemeine Informationen
Empfang: Analog: Kabel
Digital: DVB-T2, DVB-C, DVB-S, DVB-S2, IPTV
Eigentümer: Discovery Communications
Auflösung: 576i (SDTV) (Eurosport 1 SD)
1080i (HDTV) (Eurosport 1 HD)
Geschäftsführer: Peter Hutton
Sendebeginn: 5. Februar 1989 (als Eurosport)
13. November 2015 (als Eurosport 1)
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Sport)
Marktanteil: 0,7 % (2013)[1]
Website: eurosport.de
Liste von Fernsehsendern

Mit Ausnahme der deutschsprachigen Version ist der Empfang von Eurosport 1 kostenpflichtig.[2]

Inhaltsverzeichnis

LogosBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen Eurosport und der TV-Sender, der damals noch denselben Namen wie das Unternehmen trug, wurden 1989 unter Mitwirkung von einzelnen Sendern der Europäischen Rundfunkunion (EBU) gegründet und nahm am 5. Februar 1989 seinen Sendebetrieb auf. Betreiber war zu diesem Zeitpunkt der britische private Satellitensender SKY des Medienunternehmers Rupert Murdoch. Seit 1991 ist der Sender in Issy-les-Moulineaux bei Paris ansässig. Alleiniger Gesellschafter des Senders war bis zum 12. Dezember 2012 der französische Privatsender TF1. Seit dem 13. Dezember 2012 war Discovery Communications mit 20 % an Eurosport beteiligt und erhöhte seine Anteile auf 51 % am 21. Januar 2014 und erhielt damit die Stimmenmehrheit.[3][4] Am 11. April 2014 wurde bekannt, dass die EU-Kommission nicht nur der Erhöhung der Anteile auf 51 %, sondern auch einer möglichen Komplettübernahme von Eurosport durch Discovery Communications zugestimmt hat.[5]

Zwischenzeitlich stellte der damals noch britische TV-Sender Eurosport am 6. Mai 1991 um 2:00 Uhr MESZ seinen Sendebetrieb ein. Dem Sender war im Februar 1991 vor der zuständigen EG-Behörde eine Frist gesetzt worden, den Zusammenschluss seiner 17 Mitgliedsfirmen aufzulösen. Der Grund: Das Eurosport-Konsortium habe sich eine unlautere Vorrangstellung verschafft und verdränge andere Anbieter von Sportsendungen vom Markt. Eurosport galt bis dahin als größter paneuropäischer Satelliten-TV-Sender.[6] Die Wiederaufnahme des Sendebetriebes erfolgte am Mittwoch, den 22. Mai 1991[7] um 19:30 Uhr. Die tägliche Sendezeit wurde jedoch zunächst drastisch gekürzt. Bis zur Einstellung des Sendebetriebes zum 6. Mai 1991 startete der Programmtag von Eurosport bereits morgens um 05:00 Uhr, allerdings wurden wochentags bis ca. 08:30 Uhr und an den Wochenenden bis ca. 10:00 Uhr jedoch keine eigenen Programme ausgestrahlt, sondern sportfremde Sendungen in englischer Sprache von Sky News und Sky One übernommen, darunter Sendungen wie das religiöse Hour of Power und Kindersendungen wie Fun Factory und DJ-Kat-Show.[8] Nach der Übernahme durch TF1 wurde zunächst nur noch sehr eingeschränkt gesendet: wochentags erst ab 14:00 Uhr und an den Wochenenden ab 09:00 Uhr. Ab Jahresbeginn 1992 wurde das Programm stetig ausgebaut und auch wochentags wieder ab 09:00 Uhr ausgestrahlt.[9]

Am 13. Januar 1993 fusionierte Eurosport mit dem damals noch konkurrierenden paneuropäischen Fernsehsender Sportkanal, der in Großbritannien als Screensport sein Programm ausstrahlte und sich offiziell zuletzt The European Sports Network bezeichnete. Um den seit Jahren andauernden kostspieligen lizenzrechtlichen Streitereien vor Gericht zu entgehen, einigten sich die Betreiber beider Sender auf deren Zusammenlegung. Der daraus entstandene Sender wurde unter Namen Eurosport weitergeführt, jedoch mit dem Zusatz The European Sports Network.[10] Der Sendebetrieb wurde auf den bisherigen Frequenzen von Eurosport fortgeführt. Der Sportkanal stellte seinen Sendebetrieb am 5. März 1993 ein. Am 16. September 2013 gab Discovery Communications bekannt, dass Eurosport ab dem 28. September 2013 einen amerikanischen Ableger betreiben wird.[11]

Im Juni 2015 sicherte sich Discovery mit seinem Sender Eurosport überraschend die europäischen Rechte ab den Olympischen Winterspielen 2018 bis 2024.[12]

Am 23. Juli 2015 wurde bekannt, dass Discovery sämtliche Anteile an Eurosport besitzt.[13]

Ab 13. November 2015 erhielt Eurosport ein Relaunch mit einem neuen Logo und ein neues Claim „Fuel Your Passion“ (deutsch: „Stärke deine Leidenschaft“). Seitdem heißt der bisherige TV-Sender nicht mehr Eurosport, sondern Eurosport 1.[14]

EmpfangBearbeiten

Eurosport 1 sendet heute in 59 Ländern Europas, des Nahen Ostens sowie Nordafrikas und kann damit eigenen Angaben zufolge von rund 120 Mio. TV-Haushalten empfangen werden. Derzeit wird das Programm in 20 verschiedenen Sprachen (englisch, deutsch, französisch, niederländisch, spanisch, italienisch, dänisch, schwedisch, norwegisch, finnisch, polnisch, russisch, griechisch, türkisch, portugiesisch, rumänisch, tschechisch, ungarisch, bulgarisch, serbisch) angeboten, womit 96 % der Eurosport-Zuschauer die Möglichkeit haben, den Sender in ihrer Muttersprache zu empfangen. In Deutschland (Eurosport Deutschland), Großbritannien (British Eurosport), Frankreich (Eurosport France), den skandinavischen Staaten (Eurosport Nordic), Polen (Eurosport Poland) und Italien (Eurosport Italia) werden eigene Programmfenster angeboten, dazu gibt es seit kurzem eine Eurosport-Version in Asien (Eurosport Asia/Pacific), die in neun Ländern der Region ausgestrahlt wird.

In Deutschland kann man den Sender über Satellit, Kabel, IP-TV sowie in einigen Regionen via DVB-T empfangen. Seit dem 9. März 2010 sendet Eurosport auch in Deutschland in der digitalen Technik im Format 16:9.

ProgrammBearbeiten

Der Sender berichtet über ein breites Spektrum von Sportarten. Das Grundgerüst stellt die Live-Berichterstattung von

Außerdem ist Eurosport Plattform für Sportarten wie:

Eurosport strahlt ebenso regelmäßig Fun- und Extremsportsendungen aus, wie z. B. die wöchentlichen Formate YOZ oder WATTS und beispielsweise die Berichterstattungen von Großereignissen wie den X-Games oder LG Action Sports. 1990, 1994 und 1998 konnte der Sender sogar die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in großen Teilen live übertragen. Von Anfang bis Mitte der 1990er Jahre wurde dabei fast ausnahmslos vom Pariser Studio aus kommentiert. Bis einschließlich 2006 übertrug Eurosport die Rennen der Champ-Car-Serie, ehe deren Übertragung zu Eurosport 2 wechselte. 2008 wurde seitens des Vermarkters der Motorrad-Weltmeisterschaft bekanntgegeben, dass der Sender nach 17 Jahren die Ausstrahlungsrechte für die Motorrad-WM verlieren werde. 2015 kehrte die Motorrad-WM zu Eurosport zurück. Bis Ende 2012 strahlte Eurosport regelmäßig die Damentennisturniere der WTA Tour aus. Der Vertrag mit dem neuen Vermarkter der TV-Rechte wurde jedoch während der laufenden Saison nicht mehr verlängert, da diesem das Gebot von Eurosport für die Ausstrahlungsrechte ab 2013 zu niedrig war. Somit beschränkt sich das Damentennis bei Eurosport seit der Saison 2013 hauptsächlich auf die Übertragung von drei der insgesamt vier jährlichen Grand-Slam-Turniere, es ist jedoch möglich, dass weiterhin vereinzelt Turniere im Rahmen kurzfristiger Vereinbarungen übertragen werden.[15]

Kommentatoren und ReporterBearbeiten

 
Jürgen Höthker (r.) im Interview mit Heiner Brand
 
Karsten Migels

Chefredakteur in Paris ist der Franzose Alexandre Daquo. Für die deutsche Sprachversion zeichnet Ingolf Cartsburg verantwortlich.

Viele ehemalige Kommentatoren des Deutschen Fernsehfunks der DDR fanden bei Eurosport nach der Wende ein neues Zuhause. Dirk Thiele wurde zusammen mit Sigi Heinrich für den Adolf-Grimme-Preis 2005 nominiert.[16] 2008 nahmen die beiden stellvertretend für Eurosport den Deutschen Fernsehpreis entgegen (siehe Auszeichnungen).

Bekannte deutsche Kommentatoren/Reporter des Senders sind oder waren:

Experten des Senders sind oder waren:

Videotext/AustastlückeBearbeiten

Ärger gab es 2003, als Eurosport mit einem Erotikanbieter kooperierte, um einen Abo-Dienst für Pornofilme unter der Bezeichnung Sexxxcast.TV über die Austastlücke anzubieten. Da Eurosport zum damaligen Zeitpunkt aber noch im Digitalpaket des ZDF vertreten war, entstand viel Wirbel (das ZDF drohte sogar mit dem Rauswurf von Eurosport aus dem Digitalpaket, was am 1. Januar 2006 nach Änderungen am Rundfunkstaatsvertrag trotzdem geschah) und die Kooperation wurde schon nach kurzer Zeit wieder beendet. Wiederbelebungsversuche seitens des Diensteanbieters scheiterten. Die Übertragungstechnik hierzu wird als TV Radio Cast bezeichnet.

AuszeichnungenBearbeiten

Eurosport gewann den Deutschen Fernsehpreis 2008 in der Kategorie „Beste Sportsendung“ für seine Berichterstattung von den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Stellvertretend für das gesamte Team nahmen die Kommentatoren Sigi Heinrich und Dirk Thiele die Auszeichnung entgegen. Der Deutsche Fernsehpreis 2017 in der Kategorie „Beste Sportsendung“ ging ebenfalls an den Sender, dieses Mal für seine Übertragung der Damenfinals der Australian und US Open 2016.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zuschaueranteile. KEK-online.de, 2013, abgerufen am .
  2. Quo vadis Eurosport: Ein Sender voller Missverständnisse DWDL.de vom 7. Juni 2010.
  3. DWDL.de: Option gezogen: Discovery übernimmt Eurosport
  4. digitalfernsehen.de digitalfernsehen.de: Elefantenhochzeit: Discovery schluckt Eurosport
  5. digitalfernsehen.de: EU-Kommission genehmigt Übernahme von Eurosport durch Discovery
  6. ARD/ZDF, Videotext-Tafel 180 vom 4. Mai 1991.
  7. Infosat Ausgabe 8/1996 Seite 50
  8. Quelle: Hörzu Nr. 42/1990.
  9. Quelle: Hörzu Nr. 36/1991
  10. Infosat Nr. 59, Februar 1993, S. 8.
  11. digitalfernsehen.de: „Eurosport expandiert nach Nordamerika“
  12. Spiele 2018 bis 2024: Eurosport schnappt ARD und ZDF Olympia-Rechte weg bei www.faz.net, 29. Juni 2015
  13. quotenmeter.de
  14. dwdl.de
  15. Keine Vertragsverlängerung: Kein Damentennis mehr bei Eurosport. tennisnet.com, 18. Oktober 2012, archiviert vom Original am 16. September 2013, abgerufen am 24. März 2013.
  16. grimme-institut.de: Nominierte 2005 (Memento vom 10. März 2016 im Internet Archive)
  17. Er starb am 29. Juni 2015, siehe Gustav Büsing stirbt nach Herzinfarkt in Le Mans