Issy-les-Moulineaux

französische Gemeinde

Issy-les-Moulineaux ist eine französische Stadt mit 68.451 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) südwestlich von Paris. Sie ist 6,6 km vom Pariser Stadtzentrum entfernt und liegt im Département Hauts-de-Seine innerhalb der Region Île-de-France. Sie ist eine der am dichtesten besiedelten Gemeinden in Europa. Die Einwohner werden Isséens genannt.

Issy-les-Moulineaux
Wappen von Issy-les-Moulineaux
Issy-les-Moulineaux (Frankreich)
Issy-les-Moulineaux
Region Île-de-France
Département Hauts-de-Seine
Arrondissement Boulogne-Billancourt
Kanton Issy-les-Moulineaux (Hauptort)
Gemeindeverband Métropole du Grand Paris und
Grand Paris Seine Ouest
Koordinaten 48° 49′ N, 2° 16′ OKoordinaten: 48° 49′ N, 2° 16′ O
Höhe 28–96 m
Fläche 4,25 km2
Einwohner 68.451 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 16.106 Einw./km2
Postleitzahl 92130
INSEE-Code
Website www.issy.com

Issy-les-Moulineaux wandelte sich von einer industriellen Vergangenheit zu einem zentralen Dienstleistungsstandort (Val de Seine), der sich auf Medien und Telekommunikation spezialisiert hat. Trotz der stark anwachsenden Bevölkerung gibt es hier immer noch mehr Arbeitsplätze als Einwohner.

NameBearbeiten

Früher wurde Issy-les-Moulineaux einfach Issy genannt, abgeleitet von mittellateinischen Issiacum/Isciacum, (Eigentum von Isicius/Iccius, einem gallo-römischen Landbesitzer). Andererseits kann der Name auch aus dem Keltischen kommen und bedeutet dann so viel wie unter dem Holz.

1893 wurde Issy offiziell in Issy-les-Moulineaux umbenannt. Les Moulineaux hieß eine kleine Ortschaft im Gebiet der Kommune; offenbar kam der Name Les Moulineaux von Windmühlen (franz. moulins), die dort standen.

GeschichteBearbeiten

 
Villa Haussmann (moderne Kopie der Haussmann-Architektur)

Am 1. Januar 1860 wurde Paris um Gebiete angrenzender Gemeinden vergrößert. Aus diesem Grund wurde etwa ein Drittel der Kommune von Issy-les-Moulineaux der Stadt Paris zugeschlagen; dieses Gebiet entspricht heute im Wesentlichen dem Stadtteil Javel im 15. Arrondissement von Paris.

Im späten 19. Jahrhundert wurde ein großes Areal in Issy als Militärübungsplatz genutzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Pionierzeit der Luftfahrt, entwickelte sich diese Areal zu einem Flugplatz und zum ersten Zentrum der französischen Luftfahrt. Das Flugfeld in Issy-les-Moulineaux war Schauplatz zahlreicher Flugexperimente, Erstflüge und Flugwettbewerbe. Dort versammelten sich Fotografen, Zeitungsreporter und Geheimdienstler aus anderen Ländern, um über die Entwicklungen zu berichten.[1]

VerwaltungBearbeiten

Issy ist in zwei Kantone aufgeteilt:

Bürgermeister von Issy-les-Moulineaux:

  • 1903–1908: Auguste Gervais
  • 1908–1911: Henri Mayer
  • 1911–1919: Léon-Victor Clément
  • 1919–1922: Justin Oudin
  • Februar–Mai 1923: Saint-Martin (besondere Delegation)
  • Mai–Oktober 1923: Eugène Demarne
  • 1923–1935: Justin Oudin
  • 1935–1939: Victor Cresson
  • 1945–1949: Fernand Maillet
  • 1949–1953: Jacques Madaule
  • Mai–Juli 1953: Fernand Maillet
  • 1953–1973: Bonaventure Leca
  • 1973–1980: Raymond Menand
  • 1980–heute: André Santini
 
Tramlinie 2, Issy-Val de Seine

BaudenkmälerBearbeiten

Siehe: Liste der Monuments historiques in Issy-les-Moulineaux

VerkehrBearbeiten

Issy-les-Moulineaux besitzt zwei Métrostationen der Linie 12: Mairie d’Issy und Corentin Celton.

Außerdem hat Issy-les-Moulineaux zwei Stationen der Linie RER C: Issy-Val de Seine und Issy. Zusätzlich wird die Gemeinde an drei Haltestellen von der Straßenbahnlinie T2 angefahren: Les Moulineaux, Jacques-Henri Lartigue, und Issy - Val de Seine.

Für Hubschrauber steht der Hubschrauberlandeplatz Issy-les-Moulineaux zur Verfügung.

UnternehmenBearbeiten

Überregional bedeutsame Unternehmen mit Sitz in Issy-les-Moulineaux sind der Konzern Accor, der Verkehrskonzern Transdev Group und der Papierhersteller Arjowiggins mit europaweit 8000 Beschäftigten.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Issy-les-Moulineaux nennt folgende zwölf Partnerstädte:[2][3]

Stadt Land seit Typ
Dapaong Togo  Togo 1989 Städtepartnerschaft
Dongcheng, Peking China Volksrepublik  Volksrepublik China 1998 Städtepartnerschaft
Dschulfa, Isfahan Iran  Iran 2018 Städtefreundschaft
Etschmiadsin   Armenien  Armawir, Armenien 1989 Städtepartnerschaft
Frameries   Belgien  Hainaut, Belgien 1979 Städtepartnerschaft
Futian, Shenzhen China Volksrepublik  Guangdong, Volksrepublik China 2013 Städtefreundschaft
Guro, Seoul Korea Sud  Südkorea 2005 Städtepartnerschaft
Hounslow, London Vereinigtes Konigreich  England, Vereinigtes Königreich 1982 Städtepartnerschaft
Ichikawa   Japan  Kantō, Japan 2009 Städtefreundschaft
Leshan China Volksrepublik  Sichuan, Volksrepublik China 2003 Städtefreundschaft
Macerata   Italien  Marche, Italien 1982 Städtepartnerschaft
Nahariya   Israel  Israel 1994 Städtepartnerschaft
Pozuelo de Alarcón   Spanien  Madrid, Spanien 1990 Städtepartnerschaft
Weiden in der Oberpfalz   Deutschland  Bayern, Deutschland 1954 Städtepartnerschaft

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

SportBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes des Hauts-de-Seine. Flohic Éditions, 2. Auflage, Charenton-le-Pont 1993, ISBN 2-908958-95-3, S. 212–229.

WeblinksBearbeiten

Commons: Issy-les-Moulineaux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Charles Harvard Gibbs-Smith: The Aeroplane: An Historical Survey of Its Origins and Development. Her Majesty's Stationery Office, London 1960.
  2. Website Issy-les-Moulineaux: Jumelages et partenariats internationaux, abgerufen am 17. Oktober 2016
  3. Villes jumelles ǀ Issy-les-Moulineaux. Abgerufen am 29. August 2020.