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Mulleklenkes
Bild des Objektes
Basisdaten
Ort: Karlshöhe, Südweg, 52074 Aachen
Land: Nordrhein-Westfalen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 342 m ü. NHN
Koordinaten: 50° 44′ 44,3″ N, 6° 2′ 35,5″ O
Verwendung: Fernmeldeturm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm
Turmdaten
Bauzeit: 1984
Betriebszeit: seit 1984
Gesamthöhe: 133 m
Daten zur Sendeanlage
Wellenbereich: UKW, DAB+
Rundfunk: UKW, DAB+
Sendetypen: DVB-T2, DAB+, Richtfunk
Positionskarte
Mulleklenkes (Nordrhein-Westfalen)
Mulleklenkes
Mulleklenkes
Lokalisierung von Nordrhein-Westfalen in Deutschland

Der Mulleklenkes ist ein etwa 7 km südwestlich des Aachener Stadtzentrums gelegener Sendeturm. Er steht auf der Karlshöhe, einem Höhenzug im Aachener Stadtwald, nahe dem Dreiländereck und in unmittelbarer Nähe zur belgischen Grenze. Dadurch ist er der am westlichsten gelegene Sender in Deutschland. Der 133 m hohe Turm (Typenturm FMT 12) wurde 1984 fertiggestellt. Die Baukosten betrugen 5,6 Millionen DM.[1] Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm (DFMG), eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom mit Sitz in Münster.

Mulleklenkes ist kein Spitzname, sondern der offizielle Name des Turms. Der Name setzt sich zusammen aus den beiden Öcher-Platt-Wörtern mullen (klönen, schwatzen) und Klenkes (abgespreizter kleiner Finger der rechten Hand, Aachener Erkennungszeichen). Die Sendeanlage selbst wird als Sender Aachen-Stadt oder Sender Aachen-Karlshöhe bezeichnet.

Frequenzen und ProgrammeBearbeiten

Analoges Radio (UKW)Bearbeiten

Seit dem Jahr 1992 wird von hier der Radio NRW-Lokalfunk verbreitet. Zunächst wurde auf der Frequenz 100,1 MHz das Programm Radio Aachen für die Stadt Aachen verbreitet. Seit der Auflösung des Senders und der Übernahme der Empfangsregion durch Antenne AC, welcher fortan für die gesamte StädteRegion Aachen zuständig ist, wird auf der Frequenz 100,1 MHz ebenfalls Antenne AC ausgestrahlt.

Die Frequenz 102,7 MHz des Deutschlandfunks interferiert mit den Frequenzen des DLFs vom Sender Wesel (102,8 MHz) und vom Sender Nordhelle (102,7 MHz), weshalb der Empfang des Programms nur in unmittelbarer Nähe zum Sender rausch- und störungsfrei möglich ist.

Früher wurde auf der Frequenz 97,7 MHz zusätzlich das Programm Radio Alaaf zur Karnevalszeit verbreitet.[2]

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND) / gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H) / vertikal (V)
100,1 Antenne AC _ANTENNE D098 1,0 D (010°-140°) V
102,7 Deutschlandfunk __DLF___ D210 0,5 D (340°-200°) H

Digitales Radio (DAB+)Bearbeiten

Der bundesweite DABplus-Multiplex (auch „Bundesmux“ genannt) ging im August 2011 mit 27 Sendern in Betrieb. Diese Startinseln werden seither zu einem bundesweiten Sendernetz ausgebaut. Ihm kommt besondere Bedeutung zu, weil damit erstmals auch einzelne Regionen versorgt werden, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht durch Digitalradio erreicht wurden und in weiteren Regionen erstmals der DAB-Nachfolgestandard AAC (DAB+) eingeführt wurde.

Der Bundesmux im Kanal 5C wird von diesem Standort mit 5 kW verbreitet. Da im benachbarten Ausland ebenfalls Aussendungen auf dem Kanal stattfinden, wird gerichtet gesendet. Nach Westen findet folglich eine Ausblendung statt.

Block Programme
(Datendienste)
ERP Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB-Block der Media Broadcast: 5,0

Ehemaliges analoges Fernsehen (PAL)Bearbeiten

Vor der Umstellung auf DVB-T wurden folgende Fernsehprogramme im analogen PAL-Standard ausgestrahlt (jeweils in horizontaler Polarisation):

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
26 511,25 RTL (Nordrhein-Westfalen) 0,10 D (350–140°) H
27 519,25 Sat.1 (Nordrhein-Westfalen) 0,10 D (350–140°) H
30 543,25 ZDF 0,01 D (150–200°) H
33 567,25 WDR Fernsehen (Aachen) 0,01 D (150–200°) H
37 599,25 ZDF 320,00 D (000–140°) H
52 719,25 Das Erste (WDR) 0,02 D (150–200°) H
58 767,25 WDR Fernsehen (Aachen) 400,00 D (010–140°) H
60 783,25 VOX 0,10 D (350–140°) H

Die kleineren Sendeleistungen stellen Füllsender dar und versorgten die Siedlungen Preuswald und Bildchen südlich des Sendeturms. Die gerade im Vergleich zu heute ganz erheblichen Sendeleistungen im Hunderte-kW-Bereich wurden hingegen für die Grundnetzsender aufgewendet, die in Richtung Nordosten zur Versorgung Aachens und Umgebung strahlten. Die Privaten Fernsehprogramme wurden bereits im Zusammenhang mit der DVB-T-Einführung im Großraum Köln/Bonn am 8. November 2004 abgeschaltet. Das Fernsehprogramm RTL auf Kanal 26 wurde schon am 24. Mai 2004 abgeschaltet.

Ehemaliges Digitales Fernsehen (DVB-T)Bearbeiten

Die DVB-T-Ausstrahlungen vom Mulleklenkes liefen im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten. Am 20. November 2007 wurden die analogen Fernsehsignale durch die folgenden DVB-T-Aussendungen (in vertikaler Polarisation) ersetzt:[3] Am 29. März 2017 wurde mit Einführung von DVB-T2 die Übertragung eingestellt.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennen-diagramm
rund (ND) /
gerichtet (D)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
SFN
E26 514 ZDFmobil 05 D 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Colonius (Köln-Ehrenfeld),
Bonn (Venusberg),
Aachen (Stolberg-Donnerberg),
Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),
Gummersbach (Kerberg),
Engelskirchen (Hohe Warte)
E37 602 ARD regional (WDR Aachen) 10 D 64-QAM 1/2 1/4 14,93 Aachen (Stolberg-Donnerberg),
Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes)
E50 706 ARD Digital (WDR) 10 D 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Colonius (Köln-Ehrenfeld),
Bonn (Venusberg),
Aachen (Stolberg-Donnerberg),
Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),
Gummersbach (Kerberg),
Engelskirchen (Hohe Warte)

Digitales Fernsehen (DVB-T2 HD)Bearbeiten

Die DVB-T2 HD-Ausstrahlungen vom Mulleklenkes laufen im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten. Am 31. Mai 2016 wurde mit der Ausstrahlung des Hochauflösenden DVB-T2 HD in Nordrhein-Westfalen begonnen.[4] Seit dem 29. März 2017 wird nur noch in DVB-T2 HD ausgestrahlt.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennen-diagramm
rund (ND) /
gerichtet (D)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
SFN
E26 514 ARD Digital (WDR1-Süd HD) 10 D 64-QAM 
(16k-Modus extended)
3/5 19/128 22,0 Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),

Aachen (Stolberg-Donnerberg), Bonn (Venusberg), Gummersbach (Kerberg), Engelskirchen (Hohe Warte), Köln (Colonius)

E29 538 ZDFmobil 5 D 64-QAM 
(16k-Modus extended)
3/5 19/128 22,0 Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),

Aachen (Stolberg-Donnerberg), Bonn (Venusberg), Dortmund (Florianturm), Düsseldorf (Rheinturm), Essen (Fernsehturm), Gummersbach (Kerberg), Hagen, Engelskirchen (Hohe Warte), Köln (Colonius), Langenberg (Hordtberg), Wesel, Wuppertal (Küllenhahn)

E35 586 ARD Digital (WDR2 HD) 10 D 64-QAM 
(16k-Modus extended)
1/2 19/128 18,34 Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),
Aachen (Stolberg-Donnerberg),

Bonn (Venusberg), Dortmund (Florianturm), Düsseldorf (Rheinturm), Essen (Fernsehturm), Gummersbach (Kerberg), Hagen, Engelskirchen (Hohe Warte), Kleve, Köln (Colonius), Langenberg (Hordtberg), Wesel, Wuppertal (Küllenhahn)

E40 626 Freenet TV 1 32 D 64-QAM 
(16k-Modus extended)
3/5 19/128 22,0 Colonius (Köln-Ehrenfeld),
Bonn (Venusberg),
Sender Wesel,
Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),
Fernsehturm Essen
Florianturm,
Sender Langenberg,
Rheinturm
E29 650 Freenet TV 2 32 D 64-QAM 
(16k-Modus extended)
3/5 19/128 22,0 Colonius (Köln-Ehrenfeld),
Bonn (Venusberg),
Sender Wesel,
Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),
Fernsehturm Essen
Florianturm,
Sender Langenberg,
Rheinturm
E36 594 Freenet TV3 32 D 64-QAM 
(16k-Modus extended)
3/5 19/128 22,0 Colonius (Köln-Ehrenfeld),
Bonn (Venusberg),
Sender Wesel,
Aachen (Karlshöhe-Mulleklenkes),
Fernsehturm Essen
Florianturm,
Sender Langenberg,
Rheinturm

GalerieBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Chronik der Stadt Aachen 1984 (PDF; 16 kB)
  2. Senderfotos Rheinland
  3. DVB-T Empfangsprognose für die Region Aachen. (PDF; 919 kB) Projektbüro DVB-T Nordrhein-Westfalen (Überallfernsehen), abgerufen am 2. Dezember 2007.
  4. Empfangsgebiete von DVB-T2 HD – Erste Stufe ab 31. Mai 2016 als PDF-Datei