Fârliug

Gemeinde in Rumänien
Fârliug, Fîrliug
Firluck
Furluk, Furlug
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Fârliug (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Caraș-Severin
Koordinaten: 45° 29′ N, 21° 51′ OKoordinaten: 45° 29′ 17″ N, 21° 50′ 57″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Fläche: 130,47 km²
Einwohner: 2.136 (2014)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 327200
Telefonvorwahl: (+40) 02 55
Kfz-Kennzeichen: CS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[1])
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Fârliug, Dezești, Duleu, Remetea-Pogănici, Scăiuș und Valea Mare
Bürgermeister: Borduz Ioan (PSD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 80
loc. Fârliug, jud. Caraș-Severin, RO-327200
Lage im Kreis Caraș-Severin
Josephinische Landnahme

Fârliug (auch Fîrliug, deutsch: Firluck, ungarisch: Furluk, Furlug) ist eine Gemeinde im Kreis Caraș-Severin, in der Region Banat, im Südwesten Rumäniens. Zu der Gemeinde Fârliug gehören auch die Dörfer Dezești, Duleu, Remetea-Pogănici, Scăiuș und Valea Mare.

Geografische LageBearbeiten

Fârliug liegt im Nordwesten des Kreises Caraș-Severin, an der Grenze zum Kreis Timiș. Die Ortschaft wird von der Nationalstraße DN58A, die Reșița mit Lugoj verbindet, durchquert und befindet sich in 22 km Entfernung von Lugoj und 25 km von Reșița.[2]

NachbarorteBearbeiten

Duleu Remetea-Pogănici Scăliuș
Valeapai   Zorlencior
Bărbosu Ezeriș Dezești

GeschichteBearbeiten

Im Laufe der Jahrhunderte traten verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens auf: 1690–1700 Ferlyug, 1717 Firluck, 1804 Furluk, 1808 Furlog, 1888 Furlung, Furlocu, 1913 Furluk, 1909/1919: Fârliu, Furlug, Furlog, Fîrliug[3]

Eine erste Erwähnung der Festung Aizis, die an der Hauptverkehrsstraße Lederata–Tibiscum zwischen Kastell Bersobis und Caput Bubalis lag, stammt aus der Tabula Peutingeriana. Aizis wird von vielen Historikern auf dem Territorium des heutigen Fârliug vermutet. Andere Historiker vermuten jedoch Ezeriș als das ehemalige Aizis.[4]

Der Name Ferliug erscheint erstmals 1690 in den Zeitdokumenten. Auf der Josephinischen Landaufnahme von 1717 ist Firluck mit 100 Häuser eingetragen. Nach dem Frieden von Passarowitz (1718) war die Ortschaft Teil der Habsburger Krondomäne Temescher Banat.[4]

1821 erwarben die Familien Gaspary und Kucerny Grundbesitz im Dorf. Ein ganzes Jahrhundert war die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes eng mit diesen beiden Familien verbunden. Sie errichteten Gutshäuser und Mühlen im Dorf. Der Vertrag von Trianon am 4. Juni 1920 hatte die Dreiteilung des Banats zur Folge, wodurch Fîrliug an das Königreich Rumänien fiel. Die Familie Kucerny verkaufte daraufhin ihre Güter und verließ den Ort. Die Familie Gaspary blieb bis 1921, als sie durch die Bodenreform im Königreich Rumänien enteignet wurde. Die letzten Güter der Familie Gaspary wurden 1948 nationalisiert.

Nachdem das Banat an Rumänien fiel, gehörte Fârliug zunächst zum Kreis Caraș, Stuhlbezirk Bocșa. 1933 wurde das Dorf dem Kreis Severin, Stuhlbezirk Lugoj zugeteilt. Seit 1968 gehört es zum Kreis Caraș-Severin.[4]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Volkszählung[5] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 2101 2056 10 31 4
1910 2643 2537 42 14 50
1930 2436 2344 12 15 65
1977 1422 1406 1 3 12
2002 947 930 ? ? 12

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  2. comuna-firliug.ro, Die Gemeinde Fârliug
  3. Tekintö (Memento vom 10. Juli 2011 im Internet Archive), Siebenbürger Ortschaften
  4. a b c comuna-firliug.ro, Geschichte
  5. kia.hu (PDF; 858 kB), E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Caraș-Severin laut Volkszählungen von 1880 - 2002