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Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017/3000 m Hindernis der Frauen

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 fand am 9. und 11. August 2017 in London, Großbritannien, statt.

Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017
Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen
Stadt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London
Ort Olympiastadion London
Teilnehmerinnen 42 Athletinnen aus 25 Ländern
Wettkampfphase 9. August 2017 (Vorläufe)
11. August 2017 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Gold Gold Emma Coburn (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Silbermedaillen Silber Courtney Frerichs (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Bronzemedaillen Bronze Hyvin Kiyeng Jepkemoi (KeniaKenia KEN)
Letzte Überquerung des Wassergrabens im
3000-Meter-Hindernislauf

Es gab einen US-amerikanischen Doppelsieg. Den Weltmeistertitel gewann Emma Coburn, Zweite wurde Courtney Frerichs. Bronze ging an die Kenianerin Hyvin Kiyeng Jepkemoi.

Inhaltsverzeichnis

RekordeBearbeiten

Weltrekord Bahrain  Ruth Jebet 8:52,78 min Paris, Frankreich 27. August 2016
Meisterschaftsrekord Russland  Jekaterina Wolkowa 9:06,57 min WM in Ōsaka, Japan 27. August 2007

VorläufeBearbeiten

 
Die Vierte der letzten Weltmeisterschaften Sofia Assefa schied diesmal als Fünfte ihres Vorlaufs bereits in der Vorrunde aus
 
Keine Chance aufs Weiterkommen nach Rang zwölf in ihrem Vorlauf für die Tschechin Lucie Sekanová
 
Die Dänin Anna-Emilie Møller schied als Achte ihres Vorlaufs aus
 
Die hier in einem Rennen von 2018 führende Finnin Camílla Richardson erreichte nach ihrem zwölften Platz im zweiten Vorlauf nicht das Finale
 
Rang elf in ihrem Vorlauf reichte der Kanadierin Maria Bernard nicht für den Finaleinzug

Aus den drei Vorläufen qualifizierten sich die jeweils drei Ersten jedes Laufes – hellblau unterlegt – und zusätzlich die sechs Zeitschnellsten – hellgrün unterlegt – für das Halbfinale.

Lauf 1Bearbeiten

9. August 2017, 19:05 Uhr Ortszeit (20:05 Uhr MESZ)

Platz Name Land Zeit (min)
1 Gesa Felicitas Krause Deutschland  Deutschland 9:39,86
2 Hyvin Kiyeng Jepkemoi Kenia  Kenia 9:39,89
3 Purity Cherotich Kirui Kenia  Kenia 9:40,53
4 Fadwa Sidi Madane Marokko  Marokko 9:40,61
5 Sofia Assefa Athiopien  Äthiopien 9:40,88
6 Irene Sánchez-Escribano Spanien  Spanien 9:46,59
7 Maëva Danois Frankreich  Frankreich 9:49,21
8 Alycia Butterworth Kanada  Kanada 9:51,50
9 Marija Schatalowa Ukraine  Ukraine 9:54,21
10 Lennie Waite Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 9:54,97
11 Tigist Getent Mekonen Bahrain  Bahrain 9:55,42
12 Lucie Sekanová Tschechien  Tschechien 10:09,67
13 Charlotta Fougberg Schweden  Schweden 10:21,21
DSQ Colleen Quigley Vereinigte Staaten  USA IAAF Rule 163.3b – Fehler am Wassergraben[1]

Lauf 2Bearbeiten

9. August 2017, 19:22 Uhr Ortszeit (20:22 Uhr MESZ)

Platz Name Land Zeit (min)
1 Beatrice Chepkoech Kenia  Kenia 9:19,03
2 Ruth Jebet Bahrain  Bahrain 9:19,52
3 Courtney Frerichs Vereinigte Staaten  USA 9:25,14
4 Aisha Praught-Leer Jamaika  Jamaika 9:26,37
5 Geneviève Lalonde Kanada  Kanada 9:31,81 SB
6 Birtukan Fente Athiopien  Äthiopien 9:33,99 SB
7 Özlem Kaya Turkei  Türkei 9:37,06 SB
8 Anna-Emilie Møller Danemark  Dänemark 9:44,12
9 Maria Larsson Schweden  Schweden 9:48,13
10 Amina Bettiche Algerien  Algerien 9:53,06
11 Victoria Mitchell Australien  Australien 10:00,40
12 Camilla Richardsson Finnland  Finnland 10:07,04
13 Teresa Urbina Spanien  Spanien 10:21,90
DNS Luiza Gega Albanien  Albanien

Lauf 3Bearbeiten

9. August 2017, 19:22 Uhr Ortszeit (20:22 Uhr MESZ)

Platz Name Land Zeit (min)
1 Celliphine Chepteek Chespol Kenia  Kenia 9:27,35
2 Emma Coburn Vereinigte Staaten  USA 9:27,42
3 Genevieve LaCaze Australien  Australien 9:27,53 SB
4 Winfred Mutile Yavi Bahrain  Bahrain 9:28,00
5 Etenesh Diro Athiopien  Äthiopien 9:31,87
6 Belén Casetta Argentinien  Argentinien 9:35,78 SR
7 Fabienne Schlumpf Schweiz  Schweiz 9:36,08
8 Peruth Chemutai Uganda  Uganda 9:43,04
9 Rosie Clarke Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 9:49,36
10 Viktória Gyürkés Ungarn  Ungarn 9:52,66
11 Maria Bernard Kanada  Kanada 9:59,45
12 Francesca Bertoni Italien  Italien 10:01,36
13 María José Pérez Spanien  Spanien 10:01,84
14 Tuğba Güvenç Turkei  Türkei 10:13,03

FinaleBearbeiten

11. August 2017, 21:25 Uhr Ortszeit (22:25 Uhr MESZ)

Nach den Resultaten der großen Meisterschaften aus den letzten Jahren wurde ein spannendes Rennen erwartet. Zum engeren Favoritenkreis gehörten die Olympiasiegerin von 2016 Ruth Jebet aus Bahrain, die Weltmeisterin von 2015 und Olympiazweite von 2016 Hyvin Kiyeng Jepkemoi aus Kenia, die US-amerikanische Olympiadritte von 2016 Emma Coburn und die deutsche WM-Dritte von 2015 Gesa Felicitas Krause. Sicher zu beachten sein würden auch weitere junge Athletinnen vor allem aus Afrika.

Die Läuferinnen legten von Beginn an ein hohes Tempo vor, das bis zum Ende durchgezogen wurde. Geprägt wurde das Rennen durch zwei Vorfälle, die mitentscheidende Bedeutung für den Ausgang hatten. In der Anfangsphase lief die unerfahrene Kenianerin Beatrice Chepkoech, Vierte der aktuellen Weltjahresbestenliste, am Wassergraben vorbei, kehrte um, als sie ihren Fehler bemerkte, und überquerte das Hindernis in regulärer Form. Dadurch verlor sie viel Zeit, stellte jedoch den Anschluss zum Feld und zur Spitze trotz des hohen Tempos schnell wieder her. Gleich in der darauffolgenden Runde stürzte Chepkoech, nachdem sie wieder herangelaufen war, an einem Hindernis. Sie selber konnte das Rennen anschließend schnell wieder fortsetzen. Einige der hinter ihr liegenden Läuferinnen waren allerdings durch das nun notwendige Abstoppen und dadurch bedingten weiteren Stürzen deutlicher beeinträchtigt. Am meisten betroffen war Krause, die stolperte und vom unabsichtlichen Tritt einer Läuferin auf ihr Bein getroffen wurde. Sie rappelte sich zwar auf und lief das Rennen mit Schmerzen zu Ende, hatte jedoch keine Chance, im Kampf um vordere Platzierungen mit einzugreifen.

Bedingt durch die Stürze und das hohe Tempo mit 1000-Meter-Abschnitten von nur knapp über drei Minuten wurde das Feld nun weit auseinandergezogen. Die Abstände vergrößerten sich von Runde zu Runde. Am Ende kämpften noch vier Läuferinnen um die Medaillen. Die beiden Kenianerinnen Jepkemoi und Chepkoech führten vor den beiden US-Amerikanerinnen Coburn und Courtney Frerichs. Mit deutlichem Abstand folgte Jebet. Am letzten Wassergraben beschleunigte Coburn und übernahm die Spitze. Es entstand eine kleine Lücke zu Frerichs und Jepkemoi. Chepkoech hatte leichte Probleme mit diesem Wassergraben und verlor dadurch den Anschluss. Auf der Zielgeraden setzte sich Emma Coburn weiter ab von ihren Konkurrentinnen und lief als neue Weltmeisterin durchs Ziel. Mit 9:02,58 min stellte sie einen neuen Weltmeisterschaftsrekord auf, die letzten tausend Meter hatte sie unter drei Minuten bewältigt. Die Titelverteidigerin attackierte währenddessen noch einmal die zweite US-Amerikanerin. Courtney Frerichs behauptete sich jedoch und gewann die Silbermedaille. Hyvin Kiyeng Jepkemoi wurde Dritte vor Beatrice Chepkoech und Ruth Jebet. Mit Celliphine Chepteek Chespol belegte eine dritte Kenianerin Rang sechs vor der Äthiopierin Etenesh Diro und Winfred Mutile Yavi, einer weiteren Läuferin aus Bahrain. Gesa Felicitas Krause kam auf den neunten Platz.

Platz Athletin Land Zeit (min)
  Emma Coburn Vereinigte Staaten  USA 9:02,58 CR
  Courtney Frerichs Vereinigte Staaten  USA 9:03,77 PB
  Hyvin Kiyeng Jepkemoi Kenia  Kenia 9:04,03
4 Beatrice Chepkoech Kenia  Kenia 9:10,45
5 Ruth Jebet Bahrain  Bahrain 9:13,96
6 Celliphine Chepteek Chespol Kenia  Kenia 9:15,04
7 Etenesh Diro Athiopien  Äthiopien 9:22,46
8 Winfred Mutile Yavi Bahrain  Bahrain 9:22,67 PB
9 Gesa Felicitas Krause Deutschland  Deutschland 9:23,87
10 Purity Cherotich Kirui Kenia  Kenia 9:25,62
11 Belén Casetta Argentinien  Argentinien 9:95,99 SR
12 Genevieve LaCaze Australien  Australien 9:26,25 SB
13 Geneviève Lalonde Kanada  Kanada 9:29,99 NR
DSQ Aisha Praught-Leer Jamaika  Jamaika IAAF Rule 163.3b – Fehler am Wassergraben[1]
DNS Birtukan Fente Athiopien  Äthiopien

Weblinks und QuellenBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Wettkampfregeln der IAAF, Seite 73 (PDF), abgerufen am 13. Dezember 2018