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Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (Partei)

Europäische politische Partei
Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa
Alliance of Liberals and Democrats for Europe Party
Logo der ALDE
Hans van Baalen by Moritz Kosinsky1.jpg
Partei­vorsitzender Hans van Baalen[1]
General­sekretär Jacob Moroza-Rasmussen
Stell­vertretende Vorsitzende Henrik Bach Mortensen, Dita Charanzová, Timmy Dooley, Fredrick Federley, Luis Garicano, Ilhan Kyuchyuk, Markus Löning, Joanna Schmidt, Annelou van Egmond[1]
Schatz­meister Gašper Koprivsek[1]
Gründung 26. März 1976 als Föderation
30. April 2004 als Partei
Haupt­sitz Rue d’Idalie 11 - box 2 B-1050 Brüssel
Jugend­organisation European Liberal Youth
Zeitung Liberal Bulletin
Parteinahe Stiftung European Liberal Forum
Aus­richtung Liberalismus
Farbe(n) Hellblau, Dunkelblau, und Magenta (offiziell), Gelb (üblich)
Parlamentssitze
78/751
Staatliche Zuschüsse 2.337.149 € (2016, vorläufig)
Mitglieder­zahl 68 Parteien (Stand 11. August 2019),[2] 2576 individuelle Mitglieder (Stand 17. Februar 2017)[3]
EP-Fraktion Renew Europe
Website www.aldeparty.eu
Altes Logo ELDR
Logo ELDR (bis 2012)
Altes Logo ALDE 2012–2016

Die Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE, auch ALDE-Partei) ist eine politische Partei auf europäischer Ebene, die liberale Mitgliedsparteien in ganz Europa umfasst.

Geschichte und GegenwartBearbeiten

Die liberale Partei wurde auf Einladung u. a. von Martin Bangemann am 26. März 1976 in Stuttgart von 14 Parteien aus damals sieben EG-Mitgliedstaaten zunächst als Föderation der Liberalen und Demokratischen Parteien in der Europäischen Gemeinschaft gegründet. Daraus wurden 1977 die Europäischen Liberalen und Demokraten (ELD) und 1986 die Europäischen Liberalen, Demokraten und Reformer (ELDR). Am 30. April 2004 erfolgte die Gründung als offizielle „politische Partei auf europäischer Ebene“ unter dem Namen Europäische Liberale, Demokratische und Reformpartei (ELDR). Am 10. November 2012 wurde die Partei nach ihrer seit 2004 bestehenden Fraktionsgemeinschaft in ALDE umbenannt. Sie ist als internationale Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht (AISBL) organisiert. Zurzeit (Stand 2019) hat sie 68 Mitgliedsparteien.[2] Deutsches Mitglied ist die FDP, österreichisches Mitglied sind die NEOS, Schweizer Mitglieder sind die FDP.Die Liberalen und die Grünliberale Partei.

OrganisationBearbeiten

Das Sekretariat der ALDE befindet sich in Brüssel. Im Europäischen Parlament bildet die ALDE mit den Zentristen der Europäischen Demokratischen Partei seit der Europawahl 2004 eine gemeinsame Fraktion, die von 2004 bis 2019 den Namen Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE-Fraktion) trug. 2019 wurde als Nachfolgerin die Fraktion Renew Europe gegründet. Diese Fraktion verfügt derzeit über 108 Abgeordnete im Europäischen Parlament, davon 78 von der ALDE-Partei. Zwischenzeitlich stellte die ALDE-Fraktion die meisten Regierungschefs in der Europäischen Union und war somit stärkste Kraft im Europäischen Rat.

Die Jugendorganisation der ALDE ist die European Liberal Youth (LYMEC), die von der Hamburger FDP-Politikerin Svenja Hahn geführt wird.[4] LYMEC ist im Wesentlichen ein Dachverband der ihm angehörenden Mitgliedsorganisationen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Zudem hat die Organisation auch Individualmitglieder. Auf Deutschland bezogen ist die Organisation der Europaverband der Jungen Liberalen und der Liberalen Hochschulgruppen. Die Arbeit von LYMEC basiert auf drei Säulen: Interessensvertretung gegenüber der Mutterpartei und Fraktion ALDE Group, Netzwerk und Austausch, sowie Fortbildungsangebote für die Mitglieder schaffen.

Auch die ALDE-Partei hat Individual Members. Diese Mitgliedschaft ist nicht abhängig von einer nationalen Parteizugehörigkeit. Die Individual Members organisieren sich selbst im sogenannten Steering Committee und haben in einigen Ländern nationale Koordinatoren.

Unterlagen der europäischen Liberalen (ELDR, ALDE und LYMEC) werden im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach gesammelt.

GründungsmitgliederBearbeiten

Folgende neun Parteien gründeten 1976 die Europäischen Liberaldemokraten (ELD):[5]

Weitere fünf Parteien nahmen im Laufe des Jahres 1976 den Beobachterstatus in der ELD an:[5]

MitgliedsparteienBearbeiten

 
  • Staaten mit Vollmitgliedern (und möglicherweise assoziierten Parteien)
  • Staaten mit assoziierten Parteien
  • VollmitgliederBearbeiten

    Staat Partei[2] MdEP Nationale
    Abgeordnete
    Mitglied seit
    Andorra  Andorra Partit Liberal d’Andorra (Liberale Partei) *
    4/28
    März 1996
    Armenien  Armenien Armenischer Nationalkongress * - März 2016
    Belgien  Belgien Open Vlaamse Liberalen en Democraten (Open VLD) (Flämische Liberale und Demokraten)
    2/21
    14/150
    März 1976
    Mouvement Réformateur (MR) (Partei für Freiheit und Fortschritt (PFF))
    2/21
    20/150
    März 1976
    Bulgarien  Bulgarien Dwischenie sa Prawa i Swobodi (Bewegung für Rechte und Freiheiten)
    3/17
    38/240
    Dez. 2001
    Danemark  Dänemark Venstre (Dänemarks Liberale Partei)
    3/13
    34/179
    März 1976
    Det Radikale Venstre (Dänemarks Sozialliberale Partei)
    2/13
    8/179
    Feb. 1992
    Deutschland  Deutschland Freie Demokratische Partei
    5/96
    80/709
    März 1976
    Estland  Estland Eesti Reformierakond (Estnische Reformpartei)
    2/6
    34/101
    Dez. 1995
    Eesti Keskerakond (Estnische Zentrumspartei)
    1/6
    26/101
    Juli 2003
    Finnland  Finnland Suomen Keskusta (Finnische Zentrumspartei)
    2/13
    31/200
    März 1992
    Svenska Folkpartiet (Schwedische Volkspartei)
    1/13
    9/200
    Juli 1992
    Frankreich  Frankreich Mouvement radical (Radikale Bewegung)
    1/74
    17/577
    Nov. 2018
    Union des démocrates et indépendants (Union der Demokraten und Unabhängigen) -
    21/577
    Dez. 2016
    Irland  Irland Fianna Fáil (Republikanische Partei)
    1/11
    20/166
    April 2009
    Island  Island Viðreisn (Reform) *
    4/63
    Feb. 2019
    Italien  Italien Più Europa (Mehr Europa) -
    3/630
    Feb. 2019
    Radicali Italiani (Italienische Radikale) - - Okt. 2004
    Kosovo  Kosovo Aleanca Kosova e Re (Allianz Neues Kosovo) * - Nov. 2009
    Kroatien  Kroatien Istarski demokratski sabor/Dieta Democratica Istriana (Istrische Demokratische Versammlung)
    1/11
    2/151
    Mai 2006
    Hrvatska narodna stranka – Liberalni demokrati (Kroatische Volkspartei – Liberale Demokraten) -
    14/151
    Dez. 2001
    Lettland  Lettland Latvijas attīstībai (Für Lettlands Entwicklung)
    1/8
    5/100
    April 2013
    Litauen  Litauen Darbo partija (Arbeitspartei)
    1/11
    2/141
    Mai 2012
    Lietuvos Respublikos liberalų sąjūdis (Bewegung der Liberalen)
    1/11
    14/141
    Okt. 2006
    Luxemburg  Luxemburg Demokratesch Partei (Demokratische Partei)
    2/6
    13/60
    März 1976
    Moldau Republik  Moldau Partidul Liberal (Liberale Partei) * - Okt. 2010
    Niederlande  Niederlande Democraten 66
    2/26
    19/150
    Dez. 1994
    Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (Volkspartei für Freiheit und Demokratie)
    4/26
    33/150
    März 1976
    Nordmazedonien  Nordmazedonien Liberalno Demokratska Partija (Liberal-Demokratische Partei) *
    2/120
    Dez. 2016
    Norwegen  Norwegen Venstre (Liberale Partei) *
    9/169
    Okt. 2000
    Osterreich  Österreich NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum
    1/18
    15/183
    Mai 2014
    Polen  Polen Nowoczesna (Die Moderne) -
    27/460
    Juni 2016
    Portugal  Portugal Iniciativa Liberal (Liberale Initiative) - - Dez. 2017
    Rumänien  Rumänien Uniunea Salvați România (Union Rettet Rumänien)
    4/32
    27/329
    Juli 2019
    Russland  Russland Российская демократическая партия "Яблоко" (Jabloko) * - Okt. 2008
    Schweden  Schweden Liberalerna (Die Liberalen)
    1/20
    19/349
    Juli 1991
    Centerpartiet (Zentrumspartei)
    2/20
    22/349
    April 2000
    Schweiz  Schweiz FDP.Die Liberalen *
    29/200
    Okt. 1993
    Grünliberale Partei *
    16/200
    Juli 2019
    Slowakei  Slowakei Progresívne Slovensko (Progressive Slowakei)
    2/32
    - Nov. 2018
    Slowenien  Slowenien Lista Marjana Šarca (Liste von Marjan Šarec)
    2/8
    13/90
    Nov. 2018
    Stranka modernega centra (Partei der modernen Mitte) -
    10/90
    Nov. 2014
    Spanien  Spanien Ciudadanos (Staatsbürger)
    7/54
    32/350
    Juni 2016
    Tschechien  Tschechien ANO 2011 (Ja 2011)
    6/21
    78/200
    Nov. 2014
    Ukraine  Ukraine Громадянська позиція (Bürgerliche Position) * - Juni 2016
    Європейська партія України (Europäische Partei der Ukraine) * - Mai 2013
    Ungarn  Ungarn Momentum Mozgalom (Momentum-Bewegung)
    2/21
    - Nov. 2018
    Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Liberal Democrats (Liberaldemokraten)
    16/73
    12/650
    Nov. 1988
    Zypern Republik  Zypern Enomeni Dimokrates (Vereinigte Demokraten) - - Dez. 1996

    Assoziierte ParteienBearbeiten

    Staat Partei[2] MdEP Nationale
    Abgeordnete
    Mitglied seit
    Armenien  Armenien Leuchtendes Armenien *
    18/132
    Feb. 2019
    Aserbaidschan  Aserbaidschan Müsavat Partiyası (Gleichheitspartei) * - Okt. 2007
    Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina Liberalno demokratska stranka (Liberal-Demokratische Partei) * - Dez. 2017
    Naša stranka (Unsere Partei) *
    2/42
    Juni 2016
    Georgien  Georgien Freie Demokraten *
    8/150
    Nov. 2012
    Republikanische Partei Georgiens * - Okt. 2007
    Gibraltar  Gibraltar Liberal Party of Gibraltar (Liberale Partei Gibraltars) -
    3/17
    Mai 2015
    Italien  Italien Team Köllensperger - - März 2019
    Kroatien  Kroatien Građansko-liberalni savez (Bürgerlich-Liberale Allianz) - - Dez. 2017
    Hrvatska socijalno-liberalna stranka (Kroatische Sozial-Liberale Partei) -
    1/151
    März 1994
    Pametno (Klug) - - Dez. 2017
    Malta  Malta Partit Demokratiku (Demokratische Partei) -
    2/67
    Dez. 2017
    Montenegro  Montenegro Liberalna Partija Crne Gore (Liberale Partei Montenegros) *
    1/81
    Nov. 2014
    Russland  Russland Партия народной свободы (Partei der Volksfreiheit) * - Okt. 2008
    Slowenien  Slowenien Stranka Alenke Bratušek (Partei von Alenka Bratušek) -
    5/90
    Nov. 2014
    Ukraine  Ukraine Сила людей (Die Kraft der Menschen) * - Nov. 2018
    Ungarn  Ungarn Magyar Liberális Párt (Ungarische Liberale Partei) -
    1/199
    April 2013
    Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Alliance Party of Northern Ireland (Allianzpartei Nordirlands)
    1/73
    - April 2018
    Weissrussland  Weißrussland Партыя свабоды і прагрэсу (Partei für Freiheit und Fortschritt) * - Nov. 2013

    * Nicht in der Europäischen Union

    ALDE-Mitglieder in europäischen InstitutionenBearbeiten

    Europäischer RatBearbeiten

     
    Länder mit ALDE-Ratsmitglied sind gelb markiert

    Die ALDE stellt derzeit (Juni 2019) sechs der 28 Staats- oder Regierungschefs, die dem Europäischen Rat angehören:

    Europäische KommissionBearbeiten

    Der seit 2014 amtierenden Kommission Juncker gehören fünf Kommissare aus Mitgliedsparteien der ALDE an. Einer von ihnen ist Vizepräsident.

    Kommissar/-in Ressort Mitgliedsstaat nationale Partei
    Andrus Ansip Digitaler Binnenmarkt

    Digitale Wirtschaft und Gesellschaft
    Vizepräsident

    Estland  Estland RE
    Margrethe Vestager Wettbewerb Danemark  Dänemark RV
    Věra Jourová Justiz, Verbraucher und Gleichstellungsfragen Tschechien  Tschechien ANO
    Cecilia Malmström Handel Schweden  Schweden Lib
    Violeta Bulc Verkehr und Weltraum Slowenien  Slowenien SMC

    LiteraturBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. a b c ALDE Party elects new Bureau members. In: alde. 10. November 2018, abgerufen am 12. Juli 2019 (britisches Englisch).
    2. a b c d ALDE Party - Member Parties. In: alde. Abgerufen am 14. Februar 2019 (britisches Englisch).
    3. http://www.epgencms.europarl.europa.eu/cmsdata/upload/bed1663e-ec2d-4cd6-b5b0-f3f96c3a70fc/08_Application_PART_08_2017_03_20_ALDE.pdf
    4. https://www.aldeparty.eu/news/svenja-hahn-elected-new-lymec-president
    5. a b Dimitri Almeida: The Impact of European Integration on Political Parties: Beyond the Permissive Consensus. Taylor & Francis, 2012, ISBN 978-1-136-34039-0 (google.de [abgerufen am 7. August 2017]).