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Sozialdemokratische Partei Europas

politische Partei in der Europäischen Union
Sozialdemokratische Partei Europas
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Sergei Stanischew (2009)
Partei­vorsitzender Sergei Stanischew
General­sekretär Achim Post
Gründung 10. November 1992
Gründungs­ort Den Haag
Haupt­sitz rue Guimard, 10-12
1040 Brüssel
Belgien
Jugend­organisation Young European Socialists (YES)
Parteinahe Stiftung Foundation for European Progressive Studies
Aus­richtung Sozialdemokratie, Progressivismus
Farbe(n) rot
Parlamentssitze
143/751
Staatliche Zuschüsse 7.154.167 € (2016, vorläufig)
EP-Fraktion S&D
Website www.pes.eu

Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE; englisch Party of European Socialists, PES; französisch Parti socialiste européen, PSE) ist eine europäische politische Partei. Sie umfasst 33 sozialdemokratische und sozialistische Parteien sowie Arbeiterparteien aus der gesamten Europäischen Union und aus Norwegen sowie weitere assoziierte Parteien aus mehreren anderen europäischen Ländern und der Türkei. Im Europäischen Parlament gehören ihr 143 der 751 Europaabgeordneten an. Die Fraktion der SPE, der noch weitere Parteien angehören, trägt den Namen Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D) und umfasst insgesamt 154 Mitglieder.

MitgliedsparteienBearbeiten

VollmitgliederBearbeiten

Staat Partei[1] Abkürzung MdEP[2] Nationale
Abgeordnete
Belgien  Belgien Parti Socialiste PS
2/21
20/150
Socialistische Partij Anders sp.a
1/21
9/150
Bulgarien  Bulgarien Bălgarska Socialističeska Partija BSP
5/17
80/240
Danemark  Dänemark Socialdemokraterne S
3/13
48/179
Deutschland  Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
16/96
152/709
Estland  Estland Sotsiaaldemokraatlik Erakond SDE
2/6
10/101
Finnland  Finnland Suomen sosialidemokraattinen puolue SDP
2/13
40/200
Frankreich  Frankreich Parti socialiste PS
2/74
20/577
Griechenland  Griechenland Kinima Allagis KINAL
2/21
22/300
Irland  Irland Irish Labour Party LP
0/11
7/158
Italien  Italien Partito Socialista Italiano PS
0/73
0/630
Partito Democratico PD
19/73
111/630
Kroatien  Kroatien Socijaldemokratska Partija Hrvatske SDP
3/11
54/151
Lettland  Lettland Sociāldemokrātiskā Partija „Saskaņa“ SDPS
2/8
22/100
Litauen  Litauen Lietuvos socialdemokratų partija LSDP
2/11
8/138
Luxemburg  Luxemburg Lëtzebuerger Sozialistesch Arbechterpartei LSAP
1/6
10/60
Malta  Malta Partit Laburista PL
4/6
37/67
Niederlande  Niederlande Partij van de Arbeid PvdA
6/26
9/150
Norwegen  Norwegen Arbeiderpartiet Ap na
49/160
Osterreich  Österreich Sozialdemokratische Partei Österreichs SPÖ
5/18
40/183
Polen  Polen Sojusz Lewicy Demokratycznej SLD
5/51
24/460
Unia Pracy UP
0/51
0/460
Portugal  Portugal Partido Socialista PS
9/21
106/230
Rumänien  Rumänien Partidul Social Democrat PSD
8/32
139/329
Schweden  Schweden Sveriges socialdemokratiska arbetareparti SAP
5/20
100/349
Slowakei  Slowakei SMER – sociálna demokracia[3] SMER
3/13
49/150
Slowenien  Slowenien Socialni demokrati SD
2/8
10/90
Spanien  Spanien Partido Socialista Obrero Español PSOE
20/54
123/350
Tschechien  Tschechien Česká strana sociálně demokratická ČSSD
0/21
15/200
Ungarn  Ungarn Magyar Szocialista Párt MSZP
1/21
15/199
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Labour Party Labour
10/73
247/650
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich (Nordirland  Nordirland) Social Democratic and Labour Party SDLP
0/73
0/650
Zypern Republik  Zypern Kinima Sosialdimokraton EDEK
1/6
5/56
na Kein EU-Mitgliedsland

Assoziierte ParteienBearbeiten

Staat Partei[1] Abkürzung
Albanien  Albanien Partia Socialiste e Shqipërisë PSS
Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina Socijaldemokratska partija Bosne i Hercegovine SDP
Bulgarien  Bulgarien Partei bulgarischer Sozialdemokraten PBS
Island  Island Samfylkingin Samfylking
Nordmazedonien  Nordmazedonien Socijaldemokratski Sojuz na Makedonija SDSM
Montenegro  Montenegro Demokratska Partija Socijalista Crne Gore DPS
Socijaldemokratska Partija Crne Gore SDP
Schweiz  Schweiz Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP
Serbien  Serbien Demokratska Stranka DS

Parteien mit BeobachterstatusBearbeiten

Staat Partei[1] Abkürzung
Agypten  Ägypten Ägyptische Sozialdemokratische Partei ESDP
Andorra  Andorra Partit Socialdemòcrata PS
Georgien  Georgien Georgischer Traum KO
Israel  Israel Awoda
Meretz-Jachad
Lettland  Lettland Latvijas Sociāldemokrātiskā Strādnieku partija LSDSP
Marokko  Marokko Union Socialiste des Forces Populaires USFP
Moldau Republik  Moldau Partidul Democrat din Moldova PDM
Palastina Autonomiegebiete  Palästina Fatah
San Marino  San Marino Partito dei Socialisti e dei Democratici PSD
Tunesien  Tunesien Demokratisches Forum für Arbeit und Freiheit Ettakatol
Nordzypern  Türkische Republik Nordzypern Cumhuriyetçi Türk Partisi CTP

Darüber hinaus gehören der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament Abgeordnete anderer Parteien an, die an keiner Europapartei beteiligt sind oder an einer, die nur wenige Abgeordnete stellt. Beispiele hierfür sind die französische linksliberale Partei Parti radical de gauche oder die griechische Partei "To Potami".

GeschichteBearbeiten

Die Anfänge der internationalen Kooperation zwischen sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien gehen auf die Arbeiterbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die gemeinsame Mitgliedschaft in der Sozialistischen Internationale bildete für die sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien in West-Europa die Grundlage für ihre Zusammenarbeit im Rahmen der sich abzeichnenden europäischen Integration.

Im Januar 1957 führten sozialdemokratische Parteien der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) erstmals einen Kongress in Luxemburg durch und verständigten sich auf die Schaffung eines Verbindungsbüros (Liaison Bureau of the Socialist Parties of the European Community). Auf dem 8. Kongress Ende Juni 1971 in Brüssel wurde das Verbindungsbüro in Office of the Social Democratic Parties of the European Community umbenannt.

Auf der Sitzung des Verbindungsbüros am 5. April 1974 in Luxemburg wurde der in Deutschland bezeichnete Bund der Sozialdemokratischen Parteien der Europäischen Gemeinschaft als europäischer Parteienzusammenschluss gegründet. Die Parteien konnten sich allerdings nicht auf einen einheitlichen Namen einigen, was zu einer unterschiedlichen Definition des Parteizusammenschlusses führte: federatie in den Niederlanden, union in Frankreich, Bund in Deutschland, confederation in Großbritannien, confederazione in Italien und samenslutingen in Dänemark. Der Sitz des Parteibüros wurde kurze Zeit später von Luxemburg nach Brüssel verlegt. Der erste Präsident des Bundes wurde der Deutsche Wilhelm Dröscher (SPD), ihm zur Seite standen die zwei Stellvertreter Sicco Mansholt (ehemaliger Präsident der EG-Kommission) und Robert Pontillon (Internationaler Sekretär der französischen Sozialisten).

Nach den ersten unmittelbaren Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 1979 stellten die Mitgliedsparteien des Bundes die meisten Abgeordneten und konnten mit 113 gegenüber den 107 Parlamentariern der EVP die stärkste Fraktion bilden.

Die zweiten Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 1984 konnten die im Bund zusammenschlossenen Parteien deutlicher als gegenüber 1979 gewinnen und bildeten in der zweiten Legislaturperiode mit 130 Fraktionsmitgliedern gegenüber 110 der EVP erneut die stärkste Gruppierung im Parlament.

Aufgrund des Maastricht-Vertrages zur Gründung der Europäischen Union und des revidierten EG-Vertrag mit Artikel 138a der eine Norm zu europäischen Parteien beinhaltet, wurde auf dem Kongress in Den Haag am 9. und 10. November 1992 die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) gegründet (in den Landessprachen einiger Mitgliedsparteien unter dem Namen Sozialistische Partei Europas). Ebenfalls 1992 schlossen sich die sozialistischen und sozialdemokratischen Jugendorganisationen als Europäische Jungsozialisten (ECOSY) zusammen.

Die europäische Parteienvereinigung besteht aus 32 Parteien aus allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie der norwegischen Arbeiderpartiet. In Kroatien, Mazedonien, der Schweiz und der Türkei ist die SPE mit assoziierten Parteien vertreten.

Von April 2004 bis zum 24. November 2011 war der ehemalige dänische Ministerpräsident und Europaabgeordnete Poul Nyrup Rasmussen Vorsitzender der SPE. Sein Nachfolger ist der Vorsitzende der Bulgarischen Sozialistischen Partei Sergei Stanischew, welcher das Amt zunächst als Interimspräsident ausübte[4] und auf dem Parteikongress im September 2012 formell im Amt bestätigt wurde.

Im Europäischen Parlament bildet die SPE eine eigene Fraktion, der jedoch auch einige nationale Parteien angehören, die nicht Mitglied der SPE sind. Die Progressive Allianz der Sozialisten und Demokraten (S&D) ist seit der Europawahl 2009 mit 184 Sitzen die zweitstärkste Fraktion des Parlaments und die einzige, die Mitglieder aus allen 27 EU-Staaten hat. Fraktionsvorsitzender ist der österreichische Sozialdemokrat Hannes Swoboda.

ParteivorsitzendeBearbeiten

Sergei StanischewPoul Nyrup RasmussenRobin Cook (Politiker)Rudolf ScharpingWilly ClaesGuy SpitaelsVítor ConstâncioJoop den UylRobert PontillonWilhelm Dröscher 

Die folgende Liste führt die Präsidenten der SPE (bzw. bis November 1992 des Bundes der Sozialdemokratischen Parteien der EG) auf.

Präsident Staat Nationale Partei Amtszeit
1. Wilhelm Dröscher Deutschland  Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) April 1974 Januar 1979
2. Robert Pontillon Frankreich  Frankreich Parti Socialiste (PS) Januar 1979 März 1980
3. Joop den Uyl Niederlande  Niederlande Partij van de Arbeid (PvdA) März 1980 Mai 1987
4. Vítor Constâncio Portugal  Portugal Partido Socialista (PS) Mai 1987 Januar 1989
5. Guy Spitaels Belgien  Belgien Parti Socialiste (PS) Februar 1989 Mai 1992
6. Willy Claes Belgien  Belgien Socialistische Partij Anders (sp.a) November 1992 Oktober 1994
7. Rudolf Scharping Deutschland  Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) März 1995 Mai 2001
8. Robin Cook Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Labour Party Mai 2001 24. April 2004
9. Poul Nyrup Rasmussen Danemark  Dänemark Socialdemokraterne (S) 24. April 2004 24. November 2011
10. Sergei Stanischew Bulgarien  Bulgarien Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) 24. November 2011

GeneralsekretäreBearbeiten

Generalsekretär Staat Nationale Partei Amtszeit
1. Manfred Michel Deutschland  Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) April 1974 Juli 1977
2. Dick Toornstra Niederlande  Niederlande Partij van de Arbeid (PvdA) Juli 1977 November 1982
3. Mauro Giallombardo Italien  Italien Partito Socialista Italiano (PSI) November 1982 Oktober 1989
4. Axel Hanisch Deutschland  Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Oktober 1989 November 1992
5. Jean-François Vallin Frankreich  Frankreich Parti Socialiste (PS) November 1992 September 1999
6. Antony Beumer Niederlande  Niederlande Partij van de Arbeid (PvdA) September 1999 Juni 2004
7. Philip Cordery Frankreich  Frankreich Parti Socialiste (PS) Juni 2004 September 2012
8. Achim Post Deutschland  Deutschland Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) September 2012 -

ParteikongressBearbeiten

Die SPE organisiert alle zweieinhalb Jahre einen europaweiten Kongress,[5] einmal im Jahr der Wahlen zum Europäischen Parlament, und einmal zur Halbzeit.

SPE-Mitglieder in europäischen InstitutionenBearbeiten

Europäischer RatBearbeiten

 
Länder mit SPE-Ratsmitglied sind rot markiert

Die SPE stellt derzeit (Juni 2019) sieben der 28 Mitglieder (Staats- und/oder Regierungschefs) des Europäischen Rats:

Europäische KommissionBearbeiten

Der seit 2014 amtierenden Kommission Juncker gehören acht Kommissare aus Mitgliedsparteien der SPE an. Drei von ihnen sind Vizepräsidenten.

Kommissar/-in Ressort Mitgliedsstaat nationale Partei
Frans Timmermans Bessere Rechtssetzung, interinstitutionelle Beziehungen, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechtecharta,
Erster Vizepräsident sowie Stellvertreter von Juncker
Niederlande  Niederlande PvdA
Federica Mogherini Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik,
Vizepräsidentin
Italien  Italien PD
Maroš Šefčovič Energieunion,
Vizepräsident
Slowakei  Slowakei SMER
Pierre Moscovici Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zollunion Frankreich  Frankreich PS
Karmenu Vella Umwelt, Fischerei und maritime Angelegenheiten Malta  Malta MLP
Vytenis Andriukaitis Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Litauen  Litauen LSDP
Corina Crețu Regionalpolitik Rumänien  Rumänien PSD
Neven Mimica Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung Kroatien  Kroatien SDP

Europäisches ParlamentBearbeiten

Nach einer Vereinbarung mit der EVP hat der SPE-Abgeordnete Martin Schulz nach der Hälfte der Legislaturperiode von 2009 bis 2014 Jerzy Buzek als Präsidenten des Europäischen Parlamentes abgelöst. Am 1. Juli 2014 wurde Schulz mit 66,8 % erneut zum Präsidenten des Parlaments gewählt.[6]

MitgliedschaftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Karte der Mitgliedsparteien. In: PES. PES, abgerufen am 5. Februar 2019.
  2. Erweiterte Suche. In: Abgeordnete Europäisches Parlament. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  3. Slovak ruling party joins European Socialist ranks. In: Euractiv. 10. Dezember 2009, abgerufen am 8. Dezember 2018 (britisches Englisch, Infolge der Koalition der SMER mit der rechtsextremen SNS wurde die Mitgliedschaft im Oktober 2006 vorübergehend ausgesetzt. 2009 wurde sie wieder als Vollmitglied aufgenommen).
  4. New PES leader opposes a ‘Europe of different speeds’. In: Euractiv. 29. November 2011, abgerufen am 7. Februar 2019 (britisches Englisch).
  5. PES Statutes. (PDF; 363 kB) adopted by the 10th PES Congress on 12th June 2015. 12. Juli 2015, S. 10, abgerufen am 8. Dezember 2018 (britisches Englisch, Kapitel IV Artikel 23): „The Congress shall be held on a regular basis, twice during each parliamentary term of the European Parliament.“
  6. Martin Schulz ist erneut Präsident des EU-Parlaments. Die Welt. 1. Juli 2014. Abgerufen am 1. Juli 2014.