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Europa – Demokratie – Esperanto
Logo EDE.png
Bundes­vorstand Konrad Gramelspacher, Steffen Eitner, Georg Hennemann
Gründung 2003
Website http://e-d-e.eu

Europa – Demokratie – Esperanto (Kurzbezeichnung: EDE), auf Esperanto Eŭropo – Demokratio – Esperanto, ist eine europäische politische Bewegung, die sich mittels der Plansprache Esperanto für eine Verbesserung der Verständigung und eine Stärkung der Demokratie in Europa einsetzt. Der französische EDE-Landesverband Europe, démocratie, espéranto nahm an allen Europawahlen seit 2004 teil, der deutsche Verband nahm mit dem Status einer „sonstigen politischen Vereinigung“ an der Europawahl 2009 teil.

1. Internationale EDE-Konferenz in Straßburg, 27. Februar – 1. März 2009

GeschichteBearbeiten

EDE wurde am 21. Oktober 2003 in Straßburg als Dachverband auf europäischer Ebene (EDE-Föderation) gegründet.

Noch im selben Jahr wurde ein Landesverband in Frankreich mit Sitz in Paris ins Leben gerufen, der dort als politische Partei organisiert ist. In Frankreich bestehen auch einige regionale EDE-Verbände.

 
Infoblatt von EDE zur EU-Wahl 2019, Seite 1

Die Gründung des deutschen Landesverbandes „Europa - Demokratie – Esperanto e. V.“ erfolgte am 1. Februar 2004 in Emden. Am 5. Juli 2008 wurde der Verband in Wiesbaden neu gegründet, um als „sonstige politische Vereinigung“ an der Europawahl 2009 teilzunehmen. Wiesbaden wurde dabei auch Sitz des Vereins.

In 20 EU-Ländern hat EDE mittlerweile Kontaktadressen.[1] Auch in Brasilien verfügt EDE über eine Sektion.[2]

Seit 2004 nimmt EDE an Europawahlen teil – in Frankreich 2004, 2009 und 2014, in Deutschland 2009. 2019 wird der französische Landesverband teilnehmen, der deutsche konnte nicht genügend Unterschriften zur Zulassung sammeln.[3][4][5]

Inhaltliches ProfilBearbeiten

EDE setzt sich für Verständigung, Frieden und Gerechtigkeit ein. Die Menschen sollen einander mit allseitiger Achtung begegnen und in einen freien, gleichberechtigten und offenen Dialog treten. Um diesen Dialog über Grenzen hinweg zu fördern, soll Esperanto als neutrale und leicht erlernbare Brückensprache verbreitet werden. EDE weist dabei darauf hin, dass Esperanto bereits heute von Menschen auf der ganzen Welt aktiv für die internationale Kommunikation verwendet wird. Man möchte sich „für kleine zielführende Schritte einsetzen, die zur Popularisierung des Esperanto beitragen, damit es sich dann wegen des immer weiter steigenden praktischen Werts auch von selbst weiter verbreitet“. Langfristig soll Esperanto zur ersten Fremdsprache werden. Die Muttersprachen, National-, Regional- und Minderheitensprachen sollen dabei jedoch keineswegs verdrängt, sondern gestärkt und bewahrt werden.

 
Infoblatt von EDE zur EU-Wahl 2019, Seite 2

EDE unterstützt den Prozess der europäischen Einigung und befürwortet die Europäische Union. Der deutsche EDE-Landesverband betont, dass der Vertrag von Lissabon „in eine richtige Richtung“ weist, an verschiedenen Stellen allerdings weiterer Diskussionsbedarf besteht. Dazu stellt er auch die Idee zur Diskussion, dass die EU-Bürger auch per Referendum über die Annahme des Vertrags entscheiden. Der französische EDE-Landesverband steht dem Vertrag von Lissabon eher kritisch gegenüber und fordert, dass eine eigens für diesen Zweck vom Volk gewählte Versammlung eine neue EU-Verfassung ausarbeiten soll, über die dann die EU-Bürger per Referenden abstimmen sollen.[6]

Zu Themen, die nicht direkt die Sprachen- oder Europapolitik betreffen, äußert sich EDE eher zurückhaltend. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich betont EDE die Bedeutung von Ökologie und Nachhaltigkeit. Der deutsche EDE-Landesverband nimmt auch Stellung zu Themen wie Wirtschafts-, Finanz-, Arbeits-, Sozial- und Gesundheitspolitik; diese Stellungnahmen sind jedoch bewusst allgemein gehalten. Generell betont EDE, dass man sich den humanistischen Ideen des Autors der Sprache Esperanto, Ludwig Zamenhof, verpflichtet fühlt und sich auch auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN und die Allgemeine Erklärung der Sprachenrechte der katalanischen NGO CIEMEN stützt.

StrukturBearbeiten

EDE ist organisiert als Dachverband auf europäischer Ebene (EDE-Föderation).

In Frankreich gibt es einen Landesverband mit Sitz in Paris, der dort als politische Partei organisiert ist. In Frankreich bestehen auch einige regionale EDE-Verbände. Der deutsche Landesverband „Europa - Demokratie – Esperanto e. V.“ wurde als Verein[7] in Wiesbaden neu gegründet, um als „sonstige politische Vereinigung“ an der Europawahl 2009 teilzunehmen. Eine Teilnahme an Bundestags- oder Landtagswahlen ist bislang nicht geplant, so dass eine Anerkennung als Partei im Sinne des Parteiengesetzes noch nicht nötig ist.

Außer in Frankreich und Deutschland haben sich bislang in Ungarn[8], Polen[9] und Großbritannien[10] größere Gruppen von EDE-Unterstützern organisiert.

In insgesamt 20 EU-Ländern hat EDE Kontaktadressen.[1]

EDE hat auch In Brasilien eine Sektion, allerdings nur mit beratend-beobachtendem Status, weil Brasilien kein Mitgliedsstaat der Europäischen Union ist.[2]

Europa-Wahl 2019Bearbeiten

 
EDE übergibt 5 240 Unterstützer-Unterschriften an den Bundeswahlleiter, 23. März 2009

Der französische und der deutsche EDE-Landesverband wollen an der Europawahl 2019 teilnehmen.[11][12]

In Deutschland sammelte der EDE-Landesverband im Jahr 2019 Unterstützungsunterschriften. Im März 2019 teilte die Partei auf ihrer Website mit, dass sie in Frankreich zur Europawahl teilnehmen wird, aber nicht in Deutschland, da dort nicht genügend Unterschriften zur Zulassung gesammelt werden konnten.[5]

Durch EDE-Deutschland wird ein wöchentlicher informletero (Rundbrief) in elektronischer Form (eMail, Website und Facebook) herausgegeben.[13]

WahlergebnisseBearbeiten

2004Bearbeiten

 
Spitzenkandidat 2009 in Dtl.: Reinhard Selten – Nobelpreisträger Ökonomie (1994), Foto 2001

Der französische EDE-Landesverband nahm an der Europawahl 2004 teil und erhielt 0,15 % der Stimmen. Die absolute Zahl der Stimmen betrug 25.259.[14]

Da sich der deutsche EDE-Landesverband erst recht kurz vor der Europawahl 2004 gründete, gelang es ihm nicht, rechtzeitig die erforderlichen 4.000 Unterstützungsunterschriften beim Bundeswahlleiter einzureichen. Dies gelang erst bei der Europawahl 2009.

2009Bearbeiten

Spitzenkandidat zur Europawahl in Deutschland 2009 war Reinhard Selten, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 1994.[15] Bei der Wahl erreichte die EDE 11.722 Stimmen (0,045 %).[16] Zahlenmäßig wurden dabei in Baden-Württemberg mit 2.175 die meisten Stimmen in einem Bundesland gezählt, prozentual am besten abgeschnitten hat EDE mit 0,15 % in Mecklenburg-Vorpommern. In Frankreich erhielt die EDE 28.944 Stimmen (0,17 %).[17][18]

2014Bearbeiten

In Frankreich erhielt EDE 33.115 Stimmen (0,18 %).

KritikBearbeiten

Im Zusammenhang mit der Zulassung von EDE zur Europawahl 2009 in Deutschland wurde EDE in der Presse gelegentlich als „recht skurrile Wählervereinigung“[19] bezeichnet oder in einem Atemzug mit der Pogo-Partei genannt.[20]

Doch auch innerhalb der Esperanto-Bewegung ist EDE nicht unumstritten. So plädierte der spätere Vorsitzende der Esperanto-Weltjugend TEJO, Gregor Hinker, im Jahr 2004 in der Verbandszeitschrift der Deutschen Esperanto-Jugend dafür, EDE nicht zu unterstützen, da sich Esperanto „nicht als Fundament einer politischen Partei“ eigne und die Vielfalt der politischen Meinungen in der Esperanto-Bewegung zeige, „wie absurd die Idee einer politischen Esperanto-Partei ist“.[21]

 
Teilnehmer der Gründungsversammlung des Vereins "Europa - Demokratie - Esperanto" in Wiesbaden, 5. Juli 2008
 
Vorstand des Vereins "Europa - Demokratie - Esperanto" am Tag der Neugründung, 5. Juli 2008
 
Teilnehmer*innen der 1. Internationalen EDE-Konferenz in Straßburg, 27.02.-01.03.2009
 
Info-Stand in Kehl (Baden-Württemberg) während der 1. internationalen EDE-Konfernz in Straßburg, 27.02.-01.03.2009
 
Infostand in Wiesbaden, März 2009

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Website der EDE-Föderation
  2. a b EDE Brasilien. 21. September 2018, abgerufen am 21. September 2018 (Esperanto).
  3. EDE: EDE Deutschland zur Europawahl 2019. In: Website. EDE Deutschland, abgerufen am 21. September 2018 (deutsch).
  4. EDE Frankreich zur Europawahl 2019. EDE Frankreich, abgerufen am 21. September 2018 (französisch).
  5. a b Konrad Gramelspacher: Europawahl: informletero Nr 4/2019 | Rundbrief 4/2019 (19. März 2019). In: Website des Bundesverbandes. 19. März 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch, Esperanto).
  6. Programm des französischen EDE-Landesverbands zur Europawahl 2009
  7. EDE: EDE Struktur. In: Website. EDE Deutschland, abgerufen am 18. Dezember 2018 (deutsch).
  8. EDE-HU
  9. EDE-PL
  10. EDE: EDE Großbritannien. In: Website. Federacio EDE, 18. Dezember 2018, abgerufen am 18. Dezember 2018 (Esperanto).
  11. EDE: EDE Deutschland zur Europawahl 2019. In: Website. EDE Deutschland, abgerufen am 21. September 2018 (deutsch).
  12. EDE Frankreich zur Europawahl 2019. EDE Frankreich, abgerufen am 21. September 2018 (französisch).
  13. EDE Deutschland: wöchentlicher informletero (Rundbrief). In: Website. EDE Deutschland, 18. September 2018, abgerufen am 18. Dezember 2018 (deutsch, Esperanto).
  14. Website des französischen Innenministeriums mit den Ergebnissen der Europawahl 2004
  15. Der Bundeswahlleiter (Memento des Originals vom 13. April 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  16. Endgültiges Ergebnis der Europawahl 2009 (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  17. Vergleiche die Ergebnis-Tabelle in der französischsprachigen Wikipedia
  18. Website des französischen Innenministeriums mit den Ergebnissen der Europawahl 2009
  19. WAZ Gladbeck, 17. April 2009.
  20. Welt online, 2. April 2009.
  21. kune 4/2004 (Memento des Originals vom 8. November 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.esperanto.de (PDF), S. 18.

WeblinksBearbeiten