Hauptmenü öffnen

Europäische Freie Allianz

Gruppe europäischer Parteien aus der nationalen und regionalen Linken
Europäische Freie Allianz
Logo der EFA
Alyn Smith
Partei­vorsitzender Alyn Smith (SNP)[1]
General­sekretär Jordi Solé (ERC)
Schatz­meisterin Anke Spoorendonk (SSW)
Gründung 1981
Gründungs­ort Brüssel
Haupt­sitz Boomkwekerijstraat 1,
1000 Brüssel, Belgien[2]
Jugend­organisation European Free Alliance Youth
Parteinahe Stiftung Center Maurits Coppieters
Aus­richtung Regionalismus
Separatismus
Minderheitenpolitik
Farbe(n) Purpur
Staatliche Zuschüsse 777.490 Euro (2016, vorläufig)
Europaabgeordnete
12/751
EP-Fraktion Grüne/EFA (8)
EKR (3)
GUE/NGL (1)
Website www.e-f-a.org

Die Europäische Freie Allianz (EFA) ist eine europäische politische Partei, die nationale, regionale und autonome Parteien der Europäischen Union umfasst. Heute sind 35 europäische Regionalparteien Mitglied der EFA. Vorsitzender der EFA ist seit 11. Juni 2019 Alyn Smith von der Scottish National Party.[1]

Die Mitglieder treten zur Europawahl an. Die EFA bildet seit 1999 offiziell eine Fraktionsgemeinschaft unter dem Namen Die Grünen/Europäische Freie Allianz. Die EFA stellt in der Fraktion den ersten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, dies ist derzeit Alyn Smith.[3] Einige EFA-Abgeordnete haben sich aber anderen Fraktionen angeschlossen. Seit der Europawahl 2019 ist die EFA mit zwölf Abgeordneten im Europaparlament vertreten.[4]

Im Ausschuss der Regionen gehören die Mitglieder der EFA der Fraktion Europäische Allianz an.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Mitglieder der EFA im Europaparlament
jeweils zu Beginn der Legislatur
Jahr Abgeordnete Fraktion
1979
1/410
CDI
1984
3/434
RBW
1989
8/518
RBW
1994
3/567
ERA
1999
7/626
G/EFA
2004
5/732
G/EFA
2009
7/736
G/EFA
2014
11/751
G/EFA, EKR
2019
12/751
G/EFA, EKR

Die EFA wurde 1981 in Brüssel als eine Vereinigung zur Kooperation von politischen Parteien, die sich von der traditionellen Politik unterscheiden und einen umfassenden Regionalismus sowie die Dezentralisierung in den Vordergrund stellen, gegründet. Im Jahre 1994 hat sich die EFA als Föderation von Parteien im Einklang mit den Bestimmungen des Artikels 138 A der Verträge der Europäischen Union konstituiert. Auf einem Kongress am 25. und 26. März 2004 in Barcelona wurde die EFA als politische Partei, gemäß den neuen EU-Vorschriften (EC 2004/2003; Entscheid des Rats und des Europäischen Parlaments vom 4. November 2003), gegründet. Am 13. Oktober 2004 wurde die Europäische Freie Allianz offiziell als politische Partei auf europäischer Ebene anerkannt.

Am 11. März 2006 feierte die EFA im Rahmen einer Vollversammlung in Brüssel ihr 25-jähriges Bestehen.

MitgliedsparteienBearbeiten

Die EFA hat (Stand 28. Juni 2016) 38 Mitgliedsparteien:[5]

Land Partei[6] Region bzw. Minderheit MdEP Nationale
Abgeordnete
Belgien  Belgien Nieuw-Vlaamse Alliantie Flandern  Flandern
3/12
25/150
Bulgarien  Bulgarien OMO Ilinden PIRIN Slawische Mazedonier - -
Danemark  Dänemark Schleswigsche Partei Deutsche in Nordschleswig - -
Deutschland  Deutschland Bayernpartei Bayern  Bayern - -
Die Friesen Friesen in   Ostfriesland - -
Südschleswigscher Wählerverband Dänen und Nordfriesen in Südschleswig - -
Lausitzer Allianz   Lausitz und Sorben in Sachsen und Brandenburg - -
Finnland  Finnland Ålands Framtid Åland  Åland - -
Frankreich  Frankreich Unvaniezh Demokratel Breizh Bretonen in Bretagne  Bretagne -
1/577
Unitat Catalana[7] Katalonien  KatalonienNordkatalonien (Languedoc-Roussillon) - -
Partit Occitan Okzitanien  Okzitanien - -
Partitu di a Nazione Corsa Korsika  Korsika
1/74
-
Mouvement Région Savoie Savoyen  Savoyen - -
Unser Land Elsass  Elsass - -
Griechenland  Griechenland ESA-Vinozhito Slawische Mazedonier - -
Italien  Italien Partito Sardo d’Azione   Sardinien - -
Süd-Tiroler Freiheit Sudtirol  Südtirol - -
ALPE (Autonomie – Liberté – Participation – Écologie)[8]   Aostatal - -
Liga Veneta Repubblica[9]   Venetien - -
Slovenska skupnost Slowenen - -
Kroatien  Kroatien Lista per Fiume - Lista za Rijeku   Fiume/Rijeka - -
Niederlande  Niederlande Fryske Nasjonale Partij   Fryslân - -
Osterreich  Österreich Enotna Lista Kärntner Slowenen - -
Polen  Polen Ruch Autonomii Śląska   Schlesien - -
Rumänien  Rumänien Erdélyi Magyar Néppárt Ungarn - -
Slowakei  Slowakei Magyar Kereszténydemokrata Szövetség (MKDSZ-MKDA) Ungarn
Spanien  Spanien Aralar Baskenland  Baskenland
1/350
Eusko Alkartasuna
1/54
*
1/350
Bloque Nacionalista Galego Galicien  Galicien -
Esquerra Republicana de Catalunya Katalonien  Katalonien
2/54
9/350
Chunta Aragonesista Aragonien  Aragonien - -
PSM-Entesa Nacionalista Balearische Inseln  Balearische Inseln - -
Bloc Nacionalista Valencià[10] Valencia  Valencia
1/350
Tschechien  Tschechien Moravské zemské hnutí   Mähren - -
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Scottish National Party Schottland  Schottland
3/6
35/650
Plaid Cymru Wales  Wales
1/4
4/650
Mebyon Kernow – The Party for Cornwall[11]   Cornwall - -
Yorkshire Party   Yorkshire - -
* Ana Miranda Paz von Bloque Nacionalista Galego hat ein gemeinsames Mandat mit Pernando Barrena von Eusko Alkartasuna (im Parteienverband mit EH Bildu)[12]

Beobachtende MitgliederBearbeiten

Land Partei Region bzw. Minderheit MdEP Nationale
Abgeordnete
Griechenland  Griechenland Komma Isotitas, Irinis ke Filias[10] Westthrakientürken - -
Italien  Italien L'Altro Sud   Sizilien - -
Pro Lombardia Indipendenza   Lombardei - -
Lettland  Lettland Latvijas Krievu savienība Russen
1/8
-
Polen  Polen Kaszëbskô Jednota   Kaschuben - -
Spanien  Spanien Nueva Canarias Kanarische Inseln  Kanarische Inseln -
1/350

Assoziierte MitgliederBearbeiten

Parteien außerhalb der Europäischen Union können seit April 2015 assoziierte Mitglieder werden.[10]

Land Partei Region bzw. Minderheit Nationale
Abgeordnete
Aserbaidschan  Aserbaidschan Demokratische Partei Arzachs Bergkarabach Republik  Bergkarabach
7/33
Serbien  Serbien Liga socijaldemokrata Vojvodine Vojvodina  Vojvodina
4/250

Ehemalige MitgliederBearbeiten

Land Partei Region bzw. Minderheit Bemerkung
Belgien  Belgien Partei der deutschsprachigen Belgier Deutschsprachige Gemeinschaft  Deutschsprachige Gemeinschaft 2009 aufgelöst, die meisten Mitglieder sind in die ProDG eingetreten, welche de facto die Nachfolge-Organisation ist
ProDG Deutschsprachige Gemeinschaft  Deutschsprachige Gemeinschaft -
Volksunie Flandern  Flandern 2001 Aktivitäten beendet
Sociaal-liberale Partij Flandern  Flandern 2009 Aktivitäten beendet
Litauen  Litauen Polska Partita Ludowa Polen -
Ungarn  Ungarn Megújult Magyarországi Roma Összefogás Párt Roma
Frankreich  Frankreich Ligue Savoisienne Savoyen  Savoyen -
Italien  Italien Lega Nord Padanien 1994 suspendiert, 1996 ausgetreten
Alleanza Libera Emiliana - Libertà Emiliana   Emilia-Romagna
Union Valdôtaine   Aostatal 2007 ausgeschlossen (aufgrund langjähriger Nichtbeteiligung an den EFA-Strukturen)
Union für Südtirol Sudtirol  Südtirol 2008 ausgeschlossen (aufgrund ihrer Opposition zur Bilbao-Deklaration von 2007)
Movimento per l'Indipendenza della Sicilia   Sizilien -
Rumänien  Rumänien Erdély-Bánság Liga Siebenbürgen und Banat -
Slowakei  Slowakei Magyar Föderalista Párt Ungarn Aktivitäten beendet
Strana zivnostnikov Slovenska SzS Prešov und Košice
Spanien  Spanien Eusko Alderdi Jeltzalea-Partido Nacionalista Vasco Baskenland  Baskenland 2004 ausgetreten, nun Mitglied der EDP
Partido Andalucista Andalusien  Andalusien 2015 aufgelöst

ZieleBearbeiten

Am 9. November 2000 veröffentlichte die EFA eine programmatische Brüsseler Deklaration, in der die „staatenlosen Nationen“ Europas die Prinzipien ihres Regionalismus darlegen. Demnach ist die EFA Verfechterin einer Europäischen Union freier und untereinander solidarischer Völker, begründet auf dem Subsidiaritätsprinzip. Sie handelt im Sinne:

  • der Verteidigung der Menschen- und Völkerrechte,
  • des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung,
  • eines Aufbaus einer gerechten Gesellschaft mit einer politischen Solidarität, die Fortschritt, sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit fördert,
  • einer Neuorientierung der Europäischen Union, die zu sehr von ihren wirtschaftlichen Konzepten beeinflusst ist und die zu sehr zu einer Politik der Liberalisierung, des Wettbewerbs und des Zentralismus tendiert,
  • der Gewaltlosigkeit beim Verfolgen politischer Ziele,
  • der Abschaffung der Kernenergie und der Entwicklung alternativer Energien,
  • der Sicherstellung der Teilnahme der Regionen mit konstitutioneller Machtbefugnis an den Sitzungen des Ministerrats, wenn sich diese mit Angelegenheiten befassen, die in den Kompetenzbereich der Regionen fallen, zwecks Verbesserung der Anerkennung der historischen Nationen und Regionen,
  • des direkten Zugangs der historischen Nationen und Regionen zum Europäischen Gerichtshof,
  • der demokratischen Reformen der europäischen Institutionen und einer Stärkung des Ausschusses der Regionen und
  • der Verteidigung und des Schutzes der sprachlichen und kulturellen Unterschiede in der Europäischen Union.

2007 wurden die Grundsätze der EFA in der Bilbao-Deklaration erweitert. Diese enthält:

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Alyn Smith elected President of EFA group in the European Parliament. In: e-f-a.org. 11. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019 (englisch).
  2. contact address, at European Free Alliance
  3. https://www.thenational.scot/news/17698970.snp-mep-alyn-smith-elected-president-of-efagreens-group/
  4. http://www.e-f-a.org/news/news/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=761
  5. http://www.e-f-a.org/whos-who/member-parties/
  6. Mitgliedsparteien der Europäischen Freien Allianz
  7. Unitat Catalana (Memento des Originals vom 23. Januar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unitatcatalana.blogspot.be
  8. ALPE (Autonomie - Liberté - Participation - Écologie)
  9. Liga Veneta Repubblica
  10. a b c http://www.nationalia.info/en/news/2126
  11. Mebyon Kernow - The Party for Cornwall
  12. EFA parties win 12 seats at European Parliament elections. In: e-f-a.org. 27. Mai 2019, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).