Liste von Zwischenfällen mit der Curtiss C-46

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Die Liste von Zwischenfällen mit der Curtiss C-46 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Curtiss C-46.

Vom Erstflug 1940 bis September 2019 kam es mit C-46 zu 1085 Totalschäden. Das entspricht rund einem Drittel (34,11 Prozent) aller 3181 produzierten Flugzeuge dieses Typs. Bei 293 davon kamen 2566 Menschen ums Leben. Der weit überwiegende Teil der Verluste ereignete sich im militärischen Einsatz (73 %) sowie bei Frachtflügen (17 %); lediglich 7 % entfielen auf zivile Passagierflüge.[1] Auszüge:

1940er-JahreBearbeiten

1950er-JahreBearbeiten

  • Am 5. Juni 1950 kam es bei einer C-46F der Westair Transport (N1248N) zum Ausfall eines Triebwerks und daraufhin zur Überhitzung des anderen. Etwa 480 Kilometer vor der Küste von Melbourne, Florida, USA, wurde eine Notwasserung im Atlantik durchgeführt. Von den 65 Insassen überlebten 37, jedoch ertranken 28.[6]
  • Am 4. Januar 1951 versuchte der Kapitän einer überladenen C-46D-15-CU der Monarch Air Service (N79982), vom Chicago Midway Airport (Illinois) mit zu geringer Leistungseinstellung der Triebwerke zu starten. Es kam zum Strömungsabriss und Kontrollverlust. Bei der Bruchlandung knapp außerhalb des Flughafens brach Feuer aus. Alle 48 Insassen überlebten (3 Besatzungsmitglieder und 45 Passagiere).[7][8]
  • Am 29. September 1951 wurde eine C-46D-15-CU der bolivianischen Frigorífico Cooperativo Los Andes (CB-43) auf dem Flughafen La Paz so schwer beschädigt, dass eine Reparatur unmöglich wurde. Es gab keine Todesopfer.[9]
  • Am 7. April 1957 verunglückte eine gerade in Bagé nach Porto Alegre gestartete C-46A der brasilianischen VARIG (PP-VCF) aufgrund eines Feuers im Fahrwerkschacht. Dessen Intensität führte zum Abbrechen der linken Tragfläche, woraufhin das Flugzeug auf das Flughafengelände stürzte. Die fünfköpfige Besatzung sowie die 35 Passagiere wurden getötet.[10]
  • Am 3. Oktober 1957 brach an Bord einer C-46A der Lebanese International Airways (OD-ACK) nach dem Start vom Flughafen Beirut ein Feuer aus. Beim Versuch der Rückkehr ging die Kontrolle über die Steuerung verloren und die Maschine stürzte etwa 18 Kilometer vor der Küste ins Meer. Alle 4 Besatzungsmitglieder und 23 Passagiere des nach Kuwait geplanten Fluges kamen ums Leben.[11]
  • Am 19. Juni 1958 verunglückte eine C-46F der Luxembourg Airlines (LX-LAA) bei einem Trainingsflug auf dem Flughafen Stuttgart. Bei der Landung brach das linke Hauptfahrwerk, das Flugzeug kam von der Bahn ab und fing Feuer. Es gab keine Todesopfer, die Maschine wurde jedoch zerstört.[12]

1960er-JahreBearbeiten

 
Unfall der LANICA, 5. April 1960
  • Am 8. Juni 1962 musste eine C-46/CW-20 der Transair Sweden (SE-CFB) nach einem Landeunfall in Albertville (Kongo) als Totalverlust abgeschrieben werden. Personen kamen nicht zu Schaden. Die vordere Rumpfsektion mit Cockpit wurde abmontiert und zur Reparatur des Schwesterflugzeugs SE-CFC verwendet.[17][18]
  • Am 20. Juni 1964 stürzte eine C-46D der taiwanesischen Civil Air Transport (B-908) kurz nach dem Start vom Flughafen Taichung infolge von Kontrollverlust nach einem Triebwerksausfall ab. Alle 57 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 52 Passagiere, wurden getötet. Es war der Unfall mit den meisten Todesopfern bei einer C-46 im zivilen Betrieb.[21]
  • Am 6. März 1966 prallte eine C-46A der Transair Sweden (SE-CFG) unmittelbar vor dem Aufsetzen in Bunia gegen eine Bodenwelle. Die Maschine setzte den Flug nach Stanleyville fort, wurde dort aber aufgrund der Schadenshöhe ausgemustert.[22][23]

1970er-JahreBearbeiten

  • Am 5. Juni 1972 flog eine C-46A der Air America („EM-2“) auf dem Flug von Hue während eines radargestützten Anflugs auf den Flughafen Pleiku in einen Hügel, nachdem der Funkkontakt verloren gegangen war. An Bord befanden sich überwiegend US-amerikanische und südvietnamesische Soldaten. Alle 32 Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 29 Passagiere, wurden getötet.[24]

1980er-JahreBearbeiten

1990er-JahreBearbeiten

2000–2009Bearbeiten

  • Am 20. Dezember 2000 waren mit einer Curtiss C-46A der Everts Air (N1419Z) rund 7800 Liter Treibstoff zur Landepiste Nondalton (Alaska) geliefert worden. Auf dem Rückflug zum Flughafen Kenai wurde die Maschine in 800 Meter Höhe bei schlechtem Wetter in einen Berg geflogen. Die beiden Piloten wurden getötet.[27]

2010–2019Bearbeiten

  • Am 25. September 2015 kam es bei einer C-46A der Buffalo Airways (C-GTXW) auf einem Linienflug vom Flughafen Yellowknife nach Norman Wells zu einem Triebwerksausfall. Der Propeller konnte jedoch nicht in Segelstellung gebracht werden, so dass aufgrund des hohen Luftwiderstands eine Notlandung erforderlich wurde. Bei einer Bauchlandung mit spätem Aufsetzen auf dem Flugplatz Déline rutschte das Flugzeug noch 200 Meter über das Landebahnende hinaus und wurde irreparabel beschädigt. Die vierköpfige Besatzung blieb unverletzt.[28]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unfallstatistik Curtiss C-46, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Oktober 2019.
  2. HistoryLink 2007: A Curtis Commando R5C transport plane crashes into Mount Rainier (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  3. Unfallbericht C-46 Bu 39528, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  4. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 49 (englisch), Juni 1993, S. 54.
  5. Unfallbericht C-46 N79978, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
  6. Unfallbericht C-46 N1248N, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
  7. Unfallbericht C-46 N79982, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Januar 2018.
  8. ICAO Aircraft Accident Digest 2, Circular 24-AN/21, Montreal 1951 (englisch), S. 45–46.
  9. Unfallbericht C-46 CB-43, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. August 2017.
  10. Unfallbericht C-46 PP-VCF, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. August 2017.
  11. Unfallbericht C-46 OD-ACK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. März 2017.
  12. Unfallbericht C-46 LX-LAA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Oktober 2019.
  13. Unfallbericht C-46 LV-GED, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Januar 2016.
  14. Unfallbericht C-46 OB-QAM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. August 2019.
  15. Unfallbericht C-46 AN-AIN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. August 2019.
  16. Unfallbericht C-46 HK-390, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. August 2019.
  17. Curtiss C-46 Commando i Sverige. Svensk Flyghistorisk Tidskrift, ISSN 1100-9837, Oktober 2017 (schwedisch), S. 23.
  18. Unfallbericht Curtiss C-46 SE-CFB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. August 2018.
  19. Curtiss C-46 Commando i Sverige. Svensk Flyghistorisk Tidskrift, ISSN 1100-9837, Oktober 2017 (schwedisch), S. 24.
  20. Unfallbericht C-46 SE-CFF, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. August 2018.
  21. Unfallbericht C-46 B-908, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  22. Curtiss C-46 Commando i Sverige. Svensk Flyghistorisk Tidskrift, ISSN 1100-9837, Oktober 2017 (schwedisch), S. 23.
  23. Unfallbericht C-46 SE-CFG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. August 2018.
  24. Unfallbericht C-46 „EM-2“, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  25. Unfallbericht C-46 YN-BVL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  26. Unfallbericht C-46 HK-2716, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  27. Unfallbericht C-46 N1419Z, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. August 2019.
  28. Unfallbericht C-46A C-GTXW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.