Liste von Zwischenfällen mit der Douglas DC-6

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Die Liste von Zwischenfällen mit der Douglas DC-6 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Douglas DC-6.

Während der Einsatzzeit der DC-6 kam es von 1947 bis Januar 2019 zu 185 Totalverlusten des Flugzeugs. Bei 98 davon kamen 2203 Menschen ums Leben. Bei 87 der 185 Vorfälle waren dagegen keine Todesfälle zu beklagen.[1] Beispiele:

1940er-JahreBearbeiten

  • Am 17. Juni 1948 hatte die Besatzung einer Douglas DC-6 der United Air Lines (NC37506) wegen eines Feueralarms den Laderaum mit Kohlenstoffdioxid (CO2) gefüllt. Beim anschließenden Sinkflug mit Neigung der Nase nach unten begann durch ein Ventil vom Laderaum das CO2 in das Cockpit zu kriechen, wodurch die Besatzung handlungsunfähig wurde. Die Maschine geriet in einen unkontrollierten Flugzustand und stürzte bei Mount Carmel (Pennsylvania) in eine Schneise mit Hochspannungsleitungen. Unter den 43 Insassen gab es keine Überlebenden (siehe auch United-Air-Lines-Flug 624).[3][4]

1950er-JahreBearbeiten

  • Am 24. August 1951 unterschritten die Piloten einer DC-6B der United Air Lines (N37550) im Landeanflug auf den Flughafen Oakland die vorgeschriebene Mindestflughöhe und flogen in einer Flughöhe von 300 Metern in einen Hügel. Alle 6 Crewmitglieder und 44 Passagiere an Bord kamen ums Leben.[9][10]
  • Am 1. September 1951 landete eine von Los Angeles kommende DC-6 der Mexicana de Aviación (XA-JOR) während des Anflugs auf den Flughafen Mexiko-Stadt in einem fast trockengelegten See. Alle vier Crewmitglieder und 38 Passagiere überlebten die Bruchlandung. Das Flugzeug war nicht mehr zu reparieren.[11]
  • Am 11. Februar 1952 stürzte eine Douglas DC-6 der National Airlines (N90891) nach dem Start vom Flughafen Newark in ein Wohnhaus in Elizabeth, New Jersey. Von den 63 Insassen starben 29, außerdem noch 4 Einwohner. Ursachen waren eine selbsttätige Verstellung des Propellers Nummer 3 auf Umkehrschub, gefolgt vom fehlerhaften Abstellen des funktionierenden Triebwerks Nummer 4. Damit konnte die Höhe nicht gehalten werden; die Maschine stürzte in die Stadt.[12][13]
  • Am 22. März 1952 gegen 10:50 Uhr verunglückte eine Passagiermaschine des Typs DC-6 der niederländischen Fluggesellschaft KLM (PH-TPJ) während des Landeanfluges auf den Flughafen Frankfurt zwischen Sachsenhausen und Neu-Isenburg. Nach der Kollision mit Bäumen ging das Wrack in Flammen auf. Dabei kamen 36 Passagiere und neun Mitglieder der Besatzung ums Leben, nur zwei Personen überlebten schwer verletzt. Es war das bis dahin schwerste zivile Flugzeugunglück in Deutschland. Das Flugzeug war auf dem Weg von Johannesburg über Rom nach Amsterdam und sollte in Frankfurt zwischenlanden (siehe KLM-Flug 592).[14]
  • Am 18. Dezember 1954 kollidierte eine Douglas DC-6B der italienischen Fluggesellschaft Linee Aeree Italiane (I-LINE) beim vierten Anflugversuch im Nebel mit der Anflugbefeuerung am Flughafen New York-Idlewild, stürzte in das kalte Wasser der Jamaica Bay und explodierte. Von den 32 Menschen an Bord starben 26, 6 überlebten. Ursache des zur Kollision führenden instabilen Anflugs war Übermüdung der Besatzung, die rund 30 Stunden auf der Strecke von Rom über Mailand, Paris, Shannon, Gander und Boston nach New York eingesetzt wurde.[16][17]
  • Am 13. Februar 1955 wurde eine Douglas DC-6 der belgischen Sabena (OO-SDB) auf dem Weg von Brüssel nach Leopoldville (Kongo) über Rom-Ciampino 96 Kilometer nordöstlich von diesem Flughafen in 1700 Meter Höhe in den Berg Monte Terminillo geflogen. Die Besatzung hatte teilweise die Orientierung verloren und war weit vom Kurs abgekommen. Alle 29 Insassen wurden getötet.[18]
  • Am 1. November 1955 explodierte eine DC-6B der United Air Lines (N37559) bei Longmont (Colorado) in 3300 Meter Höhe 56 Kilometer nördlich Denver, nachdem im Gepäckraum eine Bombe detoniert war. Alle 44 Menschen an Bord fanden den Tod. Die Bombe war vom Sohn einer Passagierin deponiert worden, der vorher eine Lebensversicherung auf seine Mutter abgeschlossen hatte (siehe auch United-Air-Lines-Flug 629).[19][20]
  • Am 24. November 1956 kamen beim missglückten Start einer DC-6B der Linee Aeree Italiane (I-LEAD) 34 Insassen ums Leben, darunter der italienische Dirigent Guido Cantelli. Etwa 15 Sekunden nach dem Abheben vom Flughafen Paris-Orly sank die Maschine wieder und flog 600 Meter hinter dem Startbahnende in ein Haus. Ein Passagier überlebte den Absturz. Der Flug sollte von Rom über Paris und Shannon nach New York verlaufen. Die Ursache für den Höhenverlust nach dem Abheben konnte nicht geklärt werden.[22]
  • Am 15. Januar 1957 wurde eine DC-6A/C-118A (53-3263) zerstört, als auf der McChord Air Force Base zwei Wartungshangars ausbrannten. Die anwesenden Personen konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.[23]
  • Am 19. Februar 1958 wurde bei der Bruchlandung einer DC-6B der niederländischen KLM (PH-DFK) auf dem Flughafen Kairo-Almaza ein Besatzungsmitglied tödlich verletzt (siehe auch KLM-Flug 543).[25]
  • Am 26. Dezember 1958 geriet eine DC-6B der Union Aéromaritime de Transport (UAT) (F-BGTZ) beim Start vom Flughafen Salisbury (heute Harare) in 15 Metern Höhe während eines sich nähernden Gewitters in eine Böenwalze und verlor dadurch immer weiter an Geschwindigkeit. Trotz Vollgas sank sie wieder zu Boden und fing Feuer. Die Maschine sollte, von Johannesburg kommend, nach dieser Zwischenlandung am Unfallort weiter nach Brazzaville und dann über Nizza nach Paris fliegen. Drei der siebzig Insassen kamen ums Leben.[26]

1960er-JahreBearbeiten

  • Am 10. September 1961 stürzte eine DC-6B der US-amerikanischen President Airlines (N90773) etwa eine Minute nach dem Abheben vom Flughafen Shannon (Irland) ab. Die Maschine sollte nach Gander (Neufundland) fliegen und geriet in eine immer steiler werdende Linkskurve, bis sie schließlich mit etwa 90 ° Schräglage 1500 Meter von der Startbahn entfernt in den Fluss Shannon stürzte. Alle 83 Menschen an Bord, 6 Besatzungsmitglieder und 77 Passagiere, kamen ums Leben. Als Ursache dieses zweitschwersten Unfalls einer DC-6 wird ein technischer Defekt angenommen.[30]
  • Am 13. April 1963 verunglückte eine DC-6B der Sterling Airways (OY-EAP) bei der Landung am Flughafen Kopenhagen-Kastrup. Das Flugzeug war auf einem Überführungsflug aus Las Palmas mit nur drei laufenden Triebwerken. Kurz vor der Landebahn waren Flughöhe und Geschwindigkeit zu weit abgesunken. Beim Versuch des Durchstartens mit drei Triebwerken kippte das Flugzeug scharf nach rechts und schlug mit der Tragflächenspitze 50 Meter neben der Landebahn auf, woraufhin der Flügel brach. Die dreiköpfige Flugbesatzung überlebte, die Maschine wurde zerstört.[31]
  • Am 24. Februar 1967 führte die Besatzung einer DC-6B der Northeast Airlines (N8224H) nach einer explosiven Dekompression eine Notlandung in New York durch. Alle 14 Insassen überlebten. Aufgrund der Schadenshöhe wurde das Flugzeug als Totalverlust abgeschrieben.[35]

1970er-JahreBearbeiten

1980er-JahreBearbeiten

 
Die am 20. Juli 1996 verunglückte DC-6 der Northern Air Cargo, April 1985
  • Am 24. Juli 1985 stürzte eine aus Bogota kommende DC-6B der Kolumbianischen Luftwaffe (FAC-902) 32 Kilometer nördlich vom Zielort Leticia in den Dschungel. Die Maschine war aufgrund eines Streiks der Avianca-Piloten im zivilen Inlandsverkehr eingesetzt worden. Auslöser war wohl der Ausfall des Triebwerks Nr. 3 während des Durchflugs eines starken Niederschlagsgebiets. Alle 80 Insassen (76 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder) kamen ums Leben.[41]

1990er-JahreBearbeiten

  • Am 5. Mai 1990 stürzte ein Frachter des Typs DC-6BF der US-amerikanischen Aerial Transit Company (N84BL) kurz nach dem Start vom Flughafen Guatemala-Stadt in ein Wohngebiet. Außer den drei Besatzungsmitgliedern kamen 24 Menschen am Boden ums Leben. Die Maschine war auf dem Weg nach Miami, als Triebwerksprobleme entstanden.[42]
 
Die am 15. September 2001 verunglückte DC-6 „Swing tail“ der Northern Air Cargo, Juni 1989
  • Am 20. Juli 1996 fing nach dem Start vom Flughafen Emmonak das Triebwerk Nummer 3 einer DC-6A der Northern Air Cargo Feuer (N313RS). Beim anschließenden Anflug zum Versuch einer Notlandung auf dem Russian Mission Airport brach die rechte Tragfläche ab, die Maschine kippte nach rechts und stürzte ab. Alle 4 Personen an Bord wurden getötet. Die Unfallursache ging auf Materialermüdung im Triebwerk und unzureichende Ausbildung der Piloten für Notsituationen zurück.[43]

Ab 2000Bearbeiten

  • Am 25. September 2001 brach während der Landung auf dem Flugplatz Alpine, 100 km westlich von Deadhorse, der linke Flügel einer DC-6BF der Northern Air Cargo ab (N867TA). Die Maschine drehte infolgedessen nach links und rutschte von der Landebahn. Beim anschließend entstehenden Feuer brannte der Mittelteil der Maschine aus, sodass ein irreparabler Schaden entstand und das Flugzeug abgeschrieben werden musste. Alle drei Insassen konnten sich retten und überlebten. Die zerstörte Maschine war eine der beiden einzigen zu DC-6B-ST („Swing tail“) umgebauten DC-6.[44]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unfallstatistik Douglas DC-6, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Februar 2019.
  2. Unfallbericht DC-6 NC37510, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
  3. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 47 (englisch), Dezember 1992, S. 110.
  4. Unfallbericht DC-6 NC37506, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. November 2015.
  5. James J. Halley: Broken Wings. Post-War Royal Air Force Accidents. Air-Britain (Historians), Tunbridge Wells, 1999, ISBN 0-85130-290-4, S. 76.
  6. Unfallbericht Kollision Northolt, DC-6 SE-BDA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  7. Unfallbericht Kollision Northolt, Avro York MW248, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  8. Unfallbericht DC-6 N37543, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Januar 2018.
  9. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 53 (englisch), Juni 1994, S. 94/53.
  10. Unfallbericht DC-6 N37550, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. August 2017.
  11. Unfallbericht DC-6 XA-JOR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. August 2017.
  12. Air-Britain Archive: Casualty compendium (englisch), Juni 1994, S. 94/54.
  13. Unfallbericht DC-6 N90891, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. August 2017.
  14. Unfallbericht DC-6 PH-TPJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Februar 2016.
  15. Unfallbericht DC-6B PH-DFO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Mai 2017.
  16. Air-Britain Archive: Casualty compendium (englisch) part 62, September 1996, S. 96/87.
  17. Unfallbericht DC-6B I-LINE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. August 2017.
  18. Unfallbericht DC-6 OO-SDB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  19. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 65 (englisch), Juni 1997, S. 97/53.
  20. Unfallbericht DC-6B N37559, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. August 2017.
  21. Unfallbericht DC-6B F-BGOD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. August 2017.
  22. Unfallbericht DC-6B I-LEAD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. November 2017.
  23. Unfallbericht DC-6A/C-118A 53-3263, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2018.
  24. Unfallbericht DC-6A N34954, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2017.
  25. Unfallbericht DC-6B PH-DFK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Januar 2020.
  26. Unfallbericht DC-6 F-BGTZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. August 2017.
  27. Unfallbericht Kollision Rio, 25. Februar 1960: DC-3 PP-AXD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Februar 2019.
  28. Unfallbericht Kollision Rio, 25. Februar 1960: DC-6 Bu 131582, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Februar 2019.
  29. Unfallbericht DC-6 N90779, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. Oktober 2019.
  30. Unfallbericht DC-6B N90773, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  31. Unfallbericht DC-6B OY-EAP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2018.
  32. Unfallbericht DC-6B F-BIAO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. September 2019.
  33. Unfallbericht DC-6B F-BHMS, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. August 2017.
  34. Unfallbericht DC-6B CC-CCG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. August 2017.
  35. Unfallbericht DC-6B N8224H, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. März 2019.
  36. Unfallbericht DC-6B OY-EAN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2018.
  37. Unfallbericht DC-6B FrAF 43748, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Mai 2017.
  38. Unfallbericht DC-6B SX-DAE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Januar 2016.
  39. Unfallbericht L-188AF HK-1976, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. Januar 2019.
  40. Unfallbericht DC-6 HK-756, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. Januar 2019.
  41. Unfallbericht DC-6B FAC-902, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2018.
  42. Unfallbericht DC-6B N84BL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  43. Unfallbericht DC-6 N313RS, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2018.
  44. Unfallbericht DC-6 N867TA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2018.