Flughafen Guatemala-Stadt

Flughafen in Guatemala

Der Internationale Flughafen von Guatemala-Stadt „La Aurora“ (span.: Aeropuerto Internacional La Aurora, Ciudad de Guatemala) ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Guatemalas Hauptstadt Guatemala-Stadt. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten und der ersten Stufe des Ausbauprogrammes wurde er Ende 2007 zum modernsten Flughafen Zentralamerikas. Linienflüge aus deutschsprachigen Ländern nach Guatemala-Stadt gibt es über Mexiko, die USA und Spanien.

Aeropuerto Internacional La Aurora
Flughafen Guatemala-Stadt (Guatemala)
(14° 34′ 59,78″ N, 90° 31′ 38,91″W)
Kenndaten
ICAO-Code MGGT
IATA-Code GUA
Koordinaten

14° 35′ 0″ N, 90° 31′ 39″ WKoordinaten: 14° 35′ 0″ N, 90° 31′ 39″ W

Höhe über MSL 1509 m (4951 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km südlich von Guatemala-Stadt
Straße 11 Avenida Z13
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Betreiber Dirección General de Aeronautica Civil
Passagiere 1.996.214 (2006)
Luftfracht 63.138 t (2006)
Flug-
bewegungen
93.176 (2006)
Start- und Landebahn
01/19 2987 m × 60 m Asphalt

Baumaßnahmen und PläneBearbeiten

Das aus den 1960er Jahren stammende Terminal mit seinem ins Vorfeld gebauten Pier wurde von 2005 bis 2007 völlig umgebaut. Statt nach Osten verläuft er nunmehr parallel zur Start- und Landebahn in Nord-Süd-Richtung. An den 2007 fertiggestellten nördlichen Pier können Flugzeuge beidseitig andocken. Die drei weiteren Ausbaustufen sehen zunächst einen Pier in südlicher Richtung und dann die Verlängerung der beiden Flügel in nördlicher und südlicher Richtung vor. Im Süden muss aus diesem Grund das Frachtterminal entfernt werden. Auf dem östlich der Start- und Landebahn gelegenen militärischen Teil soll das Hauptquartier der Luftstreitkräfte Guatemalas zunächst verbleiben. Dieser Teil dient auch als Regierungsflughafen. Im Osten und Süden befinden sich auch Einrichtungen für Inlandsflüge und die Allgemeine Luftfahrt.

Da die knapp drei Kilometer lange Start- und Landebahn weder in nördlicher (Verkehrsachse Bulevar Liberación) noch in südlicher (Colonia Santa Fé und Barranco Río Guadrón) Richtung verlängert werden kann, ist der über 1500 Meter hoch gelegene Flughafen für Großraumflugzeuge wie die Boeing 747 oder den Airbus A-340 nur eingeschränkt nutzbar. Voll betankt können Maschinen dieser Größe von Guatemala aus nicht zu Nonstopflügen über den Atlantik starten. Aus diesem Grund ist beispielsweise Iberia gezwungen, Flüge nach Madrid über Panama-Stadt oder San Salvador durchzuführen. Da der Rest des Flughafens komplett von Wohngebieten eingeschlossen ist und keine weiteren Start- und Landebahnen mehr gebaut werden können, plante man lange Zeit einen Großflughafen bei Escuintla nahe der Pazifikküste. Diese Pläne hat man jedoch aus Kostengründen aufgegeben.

ZwischenfälleBearbeiten

  • Am 8. Juni 1978 geriet ein mit Pferden und Kühen beladener und in Miami gestarteter Frachter des Typs Douglas DC-6BF der guatemaltekischen Aviateca (TG-ADA) im Endanflug auf den Flughafen Guatemala-Stadt außer Kontrolle und stürzte auf ein kleines, mitten in einem Wohngebiet gelegenes Fußballfeld. Obwohl sich der Unfall im Stadtgebiet ereignete, kam außer den drei getöteten Besatzungsmitgliedern am Boden niemand zu Schaden. Als Unfallursache wurde eine Schwerpunktverlagerung im Endanflug festgestellt, nachdem sich die nicht ordnungsgemäß festgebundenen Tiere im Frachtraum umherbewegten (siehe auch Flugunfall einer Douglas DC-6 in Guatemala-Stadt 1978).[1]
  • Am 8. Januar 1981 wurden an einer Lockheed L-188 Electra der honduranischen SAHSA (HR-SAW) auf dem Flughafen La Aurora ein Triebwerksschaden und ein Defekt des zugehörigen Generators festgestellt. Die Passagiere gingen von Bord und der Kapitän beschloss die Maschine mit nur drei Triebwerken zu einer Reparatur nach Tegucigalpa zu fliegen. Kurz nach dem Start stürzte die Maschine in ein Wohngebiet in Guatemala-Stadt und ging in Flammen auf. Alle sechs Besatzungsmitglieder – die einzigen Insassen – kamen ums Leben, außerdem wurden 38 Personen am Boden verletzt. Es stellte sich heraus, dass im Anfangssteigflug ein weiterer Generator ausgefallen war, außerdem war die Maschine fehlerhaft getrimmt (siehe auch Flugunfall einer Lockheed L-188 Electra der SAHSA).
  • Am 28. April 1995 überschoss eine aus Miami kommende Douglas DC-8-54AF Jet Trader (N43UA), die auf einem Frachtflug durch die US-amerikanischen Millon Air für Lineas Aereas Mayas betrieben wurde, das Landebahnende in Guatemala-Stadt und stürzte eine Böschung herunter in ein Wohngebiet. An Bord der Maschine gab es keine Todesopfer, jedoch starben sechs Menschen am Boden (siehe auch Millon-Air-Flug 705).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Flughafen Guatemala City – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unfallbericht DC-6BF TG-ADA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. August 2020.
  2. Unfallbericht DC-6B N84BL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  3. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 1216 im Aviation Safety Network (englisch)