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Flughafen Perpignan

Flughafen in Frankreich

Der Flughafen Perpignan (IATA: PGF, ICAO: LFMP; franz. Aéroport de Perpignan-Rivesaltes) ist ein Verkehrsflughafen bei Perpignan im Département Pyrénées-Orientales im Südwesten Frankreichs.

Aéroport Perpignan-Rivesaltes
Rivesaltes - Aéroport - Accueil passagers.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LFMP
IATA-Code PGF
Koordinaten

42° 44′ 27″ N, 2° 52′ 11″ OKoordinaten: 42° 44′ 27″ N, 2° 52′ 11″ O

44 m (144 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km nordwestlich von Perpignan
Basisdaten
Fläche 200 ha
Terminals 1
Passagiere 376.603 (2016)[1]
Luftfracht 0 (2016)[1]
Flug-
bewegungen
4.368 (2016)[1]
Kapazität
(PAX pro Jahr)
700.000
Start- und Landebahnen
33/15 2500 m × 45 m Asphalt
13/31 1265 m × 25 m Asphalt

Lage und VerkehrsanbindungBearbeiten

Der Flughafen liegt etwa 5 Kilometer nordwestlich von Perpignan. Es besteht eine regelmäßige Busverbindung vom Flughafen in die Stadt, zudem stehen am Flughafenterminal Taxis bereit.

GeschichteBearbeiten

Die Fliegerei am heutigen Flughafen begann bereits 1910 durch den Aéroclub du Roussillon.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Aérodrome de la Llabanère am 13. Mai 1923 eröffnet. In den 1920er Jahren war der Flugplatz eine Etappenstation der Aéropostale für Flüge nach Nordafrika. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs kamen hier ab Sommer 1936 viele Flüchtlinge an und in Gegenrichtung brachen hier viele Journalisten nach Spanien auf.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lag hier ab Ende 1939 bis Mai 1940 die 114. Squadron der britischen Royal Air Force, eine Blenheim-Bomberstaffel. Nach der Besetzung Vichy-Frankreichs Ende 1942 durch die deutsche Wehrmacht übernahm ein Kommando der deutschen Luftwaffe den Flugplatz. Er wurde umgehend Basis der 2. Staffel der Jagdgruppe West mit Bf 109E/F/G und Fw 190A, die hier bis in den Februar 1943 verblieb.

In der Zeit ab 1945 wurde Perpignan Ausgangsort von Fluglinien nach Algerien und Marokko. Mit dem Beginn der Vermarktung der Costa Brava in den 1950er Jahren wurde der Flughafen Ziel britischer Charterflüge.

Ein neues und größeres Passagierterminal entstand zwischen 1963 und Juli 1965 mit einer Teileröffnung im April 1964. Wenige Monate zuvor, im Februar 1964, wurde der Flugplatz zu einem internationalen Flughafen umklassifiziert. Er war damals fünftgrößter Flughafen des Landes. Im Jahr 1977 wurde er Aéroport International Perpignan-Rivesaltes umbenannt.

Am 28. November 2008 kam es in der Nähe Perpigans zum Absturz eines Air New Zealand A320, der sich auf einem Testflug nach einer Inspektion bei einem lokalen Wartungsunternehmen befand.

Nach fünfzig Jahren des Betriebs durch die örtliche Industrie- und Handelskammer, Chambre de commerce et d’industrie de Perpignan et des Pyrénées-Orientales, übernahm die Firma Veolia den Betrieb des Flughafens am 22. April 2011.

BetriebBearbeiten

Der Flughafen wird von Veolia und dem Département Pyrénées-Orientales betrieben und kann auf einer Gesamtfläche von 1715 m² jährlich bis zu 700.000 Passagiere abfertigen. Die Start- und Landebahn 15/33 ist mit einem Instrumentenlandesystem der CAT I ausgestattet sowie in Richtung 15 mit einem Precision Approach Path Indicator.

Fluggesellschaften und ZieleBearbeiten

Perpignan verfügt über eine regelmäßige Linienverbindung der Air France nach Paris-Orly. Darüber hinaus bestehen mehrere Verbindungen zu europäischen Zielen, die hauptsächlich von Billigfluggesellschaften bedient werden, beispielsweise von Ryanair nach London-Stansted.

ZwischenfälleBearbeiten

  • Am 11. September 1963 flog eine Vickers Viking 1B der Airnautic (Luftfahrzeugkennzeichen F-BJER) auf dem Weg von London-Gatwick zum Flughafen Perpignan in den Berg Pic de la Roquette, fast 50 km südwestlich am Zielflughafen vorbei. Alle 40 Insassen, 4 Besatzungsmitglieder und 36 Passagiere, wurden infolge dieses Navigationsfehlers getötet. Dies war der folgenschwerste Unfall einer Vickers Viking.[2]
  • Am 3. Juni 1967 kollidierte eine Douglas DC-4/C-54A der britischen Air Ferry (G-APYK) im Anflug auf den Flughafen Perpignan in knapp 1200 Meter Höhe mit dem Mont Canigou, rund 40 Kilometer südwestlich des Zielflughafens. Die vollbesetzte Maschine kam als Charterflug vom britischen Flughafen Manston. Alle 88 Menschen an Bord wurden getötet (5 Besatzungsmitglieder und 83 Passagiere). Es handelt sich um den Unfall einer DC-4 mit den meisten Todesopfern. Als beitragende Ursachen für den Orientierungsverlust der Piloten wurden eine Kohlenmonoxyd-Vergiftung sowie schlechte Sprachkenntnisse der Flugsicherung in Perpignan ermittelt.[3][4][5][6]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Statistik auf der Website des Ministère de l'écologie, du développement durable et de l'énergie. (PDF; 2,55 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: developpement-durable.gouv.fr. Ministère de l'écologie, du développement durable et de l'énergie, archiviert vom Original am 29. April 2017; abgerufen am 12. Mai 2017 (französisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.developpement-durable.gouv.fr
  2. Unfallbericht Viking 1B F-BJER, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2017.
  3. Unfallbericht DC-4 G-APYK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Dezember 2018.
  4. Maurice J. Wickstead: Airlines of the British Isles since 1919. Air-Britain (Historians) Ltd., Staplefield, W Sussex 2014, ISBN 978-0-85130-456-4, S. 35.
  5. Tony Merton Jones: British Independent Airline since 1946, Vol. 1. Merseyside Aviation Society & LAAS International, Liverpool & Uxbridge 1976, ISBN 0-902420-07-0, S. 30.
  6. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 100 (englisch), Oktober 2006, S. 151.