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Ethiopian Airlines

Größte afrikanische Fluggesellschaft
Ethiopian Airlines
የኢትዮጵያ አየር መንገድ
Logo der Ethiopian Airlines
Airbus A350 (ET-AUA) der Ethiopian Airlines
IATA-Code: ET
ICAO-Code: ETH
Rufzeichen: ETHIOPIAN
Gründung: 1945
Sitz: Addis Abeba, AthiopienÄthiopien Äthiopien
Drehkreuz:

Addis Abeba

Heimatflughafen:

Addis Abeba

Unternehmensform: Staatsbesitz[1]
IATA-Prefixcode: 071
Leitung:

Tewolde GebreMariam (CEO)[1]

Mitarbeiterzahl: 7.801[2]
Umsatz: US$ 2,1 Milliarden[2] (2014)
Fluggastaufkommen: 11,0 Millionen (2017)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: ShebaMiles
Flottenstärke: 117 (+ 48 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.ethiopianairlines.com

Ethiopian Airlines (amharisch የኢትዮጵያ አየር መንገድ), bis 1965 Ethiopian Air Lines, ist die nationale Fluggesellschaft Äthiopiens mit Sitz in Addis Abeba und Basis auf dem Flughafen Addis Abeba sowie Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance. Sie ist mit 11 Millionen Passagieren pro Jahr (Stand 2017) die größte Fluggesellschaft Afrikas.[3]

GeschichteBearbeiten

 
Eine DC-3 der Ethiopian in Lalibela 1974
 
Boeing 787-8 der Ethiopian

Ethiopian Air Lines wurde am 21. Dezember 1945 mit Hilfe der US-amerikanischen TWA gegründet. Der Betrieb wurde am 8. April 1946 mit einem wöchentlichen Flug zwischen Addis Abeba und Kairo mit einer Douglas DC-3 aufgenommen. Am 20. August 1965 erfolgte die Umbenennung in Ethiopian Airlines.[4]

Die Fluggesellschaft wird oftmals als „eine der zuverlässigsten und profitabelsten Airlines in der dritten Welt“ beschrieben, da sie unter anderem eine vergleichsweise moderne Flotte betreibt und gehobene Dienstleistungen wie etwa ein eigenes Vielfliegerprogramm anbietet.

Am 18. Februar 2009 gab Ethiopian Airlines bekannt, sich um die Mitgliedschaft in der internationalen Luftfahrtallianz Star Alliance, an der unter anderem Lufthansa und Singapore Airlines teilnehmen, beworben zu haben.[5] Im September 2010 wurde der Beitritt zur Star Alliance bestätigt, er erfolgte schließlich am 13. Dezember 2011.[6]

Am 17. November 2010 übernahm Ethiopian Airlines ihre erste Boeing 777-200LR, gleichzeitig die 900. ausgelieferte Boeing 777.[7] Am 14. August 2012 erhielt Ethiopian Airlines als erste afrikanische Fluggesellschaft ihren ersten Boeing 787-8 Dreamliner.[8] Am 3. Oktober 2014 erhielt sie die zehnte 787. Damit ist Ethiopian Airlines größter Betreiber dieses Typs in Afrika.[9]

Im Dezember 2017 hat Ethiopian Airlines eine Mobile App lanciert. Heute kann damit Buchung, Bezahlung, Einchecken, Speichern der Bordkarte und Self-Boarding vorgenommen werden.[10]

BeteiligungenBearbeiten

Im Jahr 2018 erhielt Ethiopian die Rechte, mit einem eigenen Ableger nationale Flüge in Mosambik anzubieten. Hierfür wurde Ethiopian Mozambique Airlines gegründet.[11] Zudem ist Ethiopian Airlines seit Mitte 2018 mit 20 Prozent an der Eritrean Airlines beteiligt[12] und wurde mit dem Aufbau einer neuen Nationalfluggesellschaft für den Tschad, Tchadia Airlines, beauftragt.[13]

Ethiopian Mozambique AirlinesBearbeiten

Ethiopian Airlines will bei ihrer mosambikanischen Tochter (Stand November 2018) zunächst zwei Boeing 737-800 einsetzen. Geplant sind zunächst ab Dezember 2018 [veraltet] 42 wöchentliche Flüge nach Nampula, Pemba über Nampula, Tete über Beira, Nacala, Pemba und Tete.[14]

Ethiopian in MalawiBearbeiten

Ethiopian Airlines ist mit 49 % an Malawian Airlines beteiligt.

Ethiopian im TschadBearbeiten

Ethiopian Airlines ist mit 49 % an Tchadia Airlines beteiligt.

Ethiopian in TogoBearbeiten

Ethiopian Airlines ist mit 25 % an Asky Airlines beteiligt.

Ethiopian in GhanaBearbeiten

Ethiopian Airlines ist seit 6. Dezember 2018 in den Aufbau eines neuen Flagcarrier für Ghana involviert. Der Flugbetrieb soll 2019, zunächst mit vier Flugzeugen auf regionalen Verbindungen, aufgenommen werden. Bis zu 49 Prozent der Anteile sollen Ethiopian Airlines gehören.[15]

FlugzieleBearbeiten

 
Flugziele der Ethiopian Airlines

Ethiopian Airlines fliegt von Addis Abeba neben afrikanischen Zielen international auch Ziele in Europa, Asien, Amerika und den Mittleren Osten an. Im deutschsprachigen Raum sind Frankfurt am Main und Wien gegenwärtig die einzigen Ziele.[16]

Seit Januar 2018 darf Ethiopian Airlines Direktflüge von der Elfenbeinküste in die Vereinigten Staaten anbieten. Grundlage ist ein Luftfahrtabkommen zwischen den Staaten.[17]

Darüber hinaus unterhält die Gesellschaft Codeshare-Abkommen unter anderem mit South African Airways, Lufthansa, TAAG Angola Airlines, Gulf Air, Brussels Airlines und Saudi Arabian Airlines.

FlotteBearbeiten

 
Boeing 737-800 der Ethiopian
 
Boeing 757-200 der Ethiopian

Aktuelle FlotteBearbeiten

Mit Stand August 2019 besteht die Flotte der Ethiopian Airlines aus 117 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 6,4 Jahren:[18]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[19][20][21] Anmerkungen Sitzplätze[22][23]
(Business/Economy)
Airbus A350-900 12 12 348 (30/318)
Boeing 737-700 7 mit Winglets; eine betrieben für Malawian Airlines; zwei betrieben für Asky Airlines 118 (16/102)
Boeing 737-800 17 mit Winglets; eine betrieben für Asky Airlines 154 (16/138)
Boeing 737-800SF 2 Frachtflugzeuge Cargo
Boeing 737 MAX 8 4 25 erste Auslieferung am 2. Juli 2018[24], seit 11. März 2019 alle inaktiv[25] 160 (16/144)
Boeing 767-300ER 6 2 mit Winglets; 1 betrieben für den Humanitären Flugdienst der Vereinten Nationen 223 (24/199)
Boeing 777-200LR 6 321 (34/287)
Boeing 777-300ER 4 399 (34/365)
Boeing 777F 10 Frachtflugzeuge Cargo
Boeing 787-8 19 eine inaktiv 270 (24/246)
Boeing 787-9 4 4 313 (30/283)
De Havilland DHC-8-400 26 7 eine betrieben für Malawian Airlines; je zwei betrieben für Asky Airlines und Tchadia Airlines 78 (-/78)
71 (7/64)
Gesamt 117 48

Ehemalige FlugzeugtypenBearbeiten

 
Eine Convair CV-240 der Ethiopian in Dire Dawa 1960
 
Eine Douglas DC-6 der Ethiopian in Frankfurt 1967

Zuvor betrieb Ethiopian Airlines auch folgende Flugzeugtypen:[26][27]

ZwischenfälleBearbeiten

 
Eine mit der 1968 verunglückten baugleiche Boeing 720, 1983
 
Die 1996 verunglückte Boeing 767 ET-AIZ, 1993

Von 1948 bis zum 15. März 2019 kam es bei Ethiopian Airlines zu 42 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 20 davon kamen 477 Menschen ums Leben.[28][29] Beispiele:

  • Am 9. Januar 1968 kam es mit einer Boeing 720 der Ethiopian Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen ET-AAG), die von Middle East Airlines geleast war, auf dem Flughafen Beirut zu einer harten Landung auf dem Bugfahrwerk. Es herrschte starker Regen und Windböen mit bis zu 45 Knoten. Das Bugfahrwerk brach zusammen; es entstand ein Feuer, welches letztlich die Maschine zerstörte. Alle 49 Insassen blieben unversehrt.[30]
  • Am 15. September 1988 hob eine Boeing 737-200 (ET-AJA) auf dem Flughafen von Bahir Dar gerade ab, als einige Tauben in beide Triebwerke gesaugt wurden. Beide Triebwerke verloren durch den Vogelschlag an Schubkraft. Der Cockpit-Besatzung gelang trotzdem noch eine Notlandung in der Nähe des Flughafens, bei der jedoch 35 der 98 Passagiere ums Leben kamen (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 604).[32]
  • Am 23. November 1996 entführten drei Männer eine Boeing 767-200ER (ET-AIZ) auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi, Kenia und forderten von den Piloten, sie sollten stattdessen nach Australien fliegen. Beteuerungen des Kapitäns, dass die Maschine für einen solchen Flug nicht genug Kerosin an Bord habe, glaubten sie nicht. Der Kapitän drehte unbemerkt ab und flog auf die Komoren zu. Wegen Treibstoffmangels führten die Piloten eine Notwasserung vor Grande Comore durch. Dabei überschlug sich das Flugzeug und 125 der 175 Insassen kamen um. Die Notlandung wurde von am Strand anwesenden Touristen auf Video festgehalten (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 961).[33]
  • Am 25. Januar 2010 stürzte eine Boeing 737-800 (ET-ANB) fünf Minuten nach dem Start vom Flughafen Beirut ins Mittelmeer. Alle an Bord der Maschine befindlichen 82 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder starben. Im Abschlussbericht der Libanesischen Zivilluftfahrtbehörde werden als wahrscheinliche Absturzursache Pilotenfehler durch chronische Übermüdung genannt (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 409).[34]
  • Am 17. Februar 2014 entführte auf einem Flug von Addis Abeba nach Rom der Erste Offizier eine Boeing 767-300 (ET-AMF), nachdem der Kapitän auf Toilette gegangen war. Anschließend flog er die Maschine nach Genf, um dort politisches Asyl zu beantragen. Während er Warteschleifen flog, drohte er, die Maschine abstürzen zu lassen, falls der Kapitän nicht aufhört, die Cockpittür aufzubrechen. Bei der Landung befand sich nur noch Treibstoff für wenige Flugminuten an Bord.[35] Schweizer Behörden stellten später fest, dass der Erste Offizier nicht urteilsfähig war (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 702).
  • Am 10. Januar 2015 verunglückte eine Boeing 737-400F mit dem Kennzeichen ET-AQV auf dem Ethiopian-Airlines-Flug 4030 bei der Landung auf den Flughafen Accra. Alle drei Crewmitglieder überlebten den Absturz.[36]
  • Am 10. März 2019 stürzte eine erst Ende 2018 ausgelieferte Boeing 737 MAX 8 mit dem Kennzeichen ET-AVJ mit 149 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern auf dem Flug von Addis Abeba nach Nairobi ab. Etwa sechs Minuten nach dem Start, gegen 5:40 Uhr (MEZ) ging der Funkkontakt verloren, die Absturzstelle liegt bei Debre Zeyit, ca. 35 km östlich von Addis Abeba. Alle Menschen an Bord starben, die Absturzursache ist unbekannt.[37][38][39][40] Dies war nach dem Lion-Air-Flug 610 bereits der zweite Absturz einer Boeing 737 MAX 8 binnen weniger Monate (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 302).

TriviaBearbeiten

Ethiopian Airlines ist eine von nur wenigen Fluggesellschaften weltweit, deren IATA-Code (ET für Ethiopian Airlines) identisch mit dem Landeskürzel in den Luftfahrzeugkennzeichen (ET für Äthiopien) ist.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ethiopian Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Unternehmensprofil. Ethiopian Airlines, abgerufen am 24. Juni 2013 (englisch).
  2. a b Factsheet Ethiopian Airlines (Star Alliance) 2014 abgerufen am 4. Oktober 2014 (englisch)
  3. The ten biggest African airlines. Routes Online, 5. Juli 2018.
  4. Daten über die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines Ethiopian Airlines im Aviation Safety Network
  5. aero.de: „Ethiopian Airlines will Star Alliance beitreten“@1@2Vorlage:Toter Link/www.aero.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (18. Februar 2009)
  6. airliners.de – Ethiopian tritt Star Alliance bei 13. Dezember 2011
  7. prnewswire.com – Boeing Delivers Its 900th 777 Airplane to Ethiopian Airlines (Memento des Originals vom 21. November 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prnewswire.com (englisch) 17. November 2010
  8. aero.de – Ethiopian Airlines erhält erste 787 am 14. August 7. August 2012
  9. ethiopianairlines.com – Ethiopian Receives its 10th B787, the Largest Operator of the Aircraft in Africa (englisch) abgerufen am 4. Oktober 2014
  10. Ethiopian Airlines: Neue Mobile-App für einfaches Reisemanagement. In: austrianwings.info. 29. Mai 2019, abgerufen am 30. Mai 2019.
  11. Ethiopian Mozambique Airlines. ch-aviation. Abgerufen am 25. Juli 2018.
  12. Ethiopian Airlines steigt bei Eritrean Airlines ein. AeroTelegraph, 26. Juli 2018.
  13. Tschad soll neue Nationalairline bekommen. AeroTelegraph, 7. August 2018.
  14. Ethiopian Mozambique Airlines outlines planned network. ch-aviation, 5. November 2018.
  15. Ethiopian Airlines to add four aircraft to Ghana carrier. ch-aviation, 13. Dezember 2018.
  16. ethiopianairlines.com – Reiseziele, abgerufen am 14. September 2015.
  17. Ethiopian Airlines to start Ivory Coast longhaul ops in 2Q18. ch-aviation, 12. Januar 2018.
  18. Ethiopian Airlines Fleet Details and History. Abgerufen am 26. August 2019.
  19. Airbus - Orders & Deliveries (englisch), abgerufen am 17. November 2017
  20. Boeing - Orders and deliveries (englisch), abgerufen am 17. November 2017
  21. Ch-aviation – Ethiopian orders more B777 freighters; warms to B797 (englisch), abgerufen am 17. November 2017
  22. ethiopianairlines.com – Seat maps (englisch) abgerufen am 17. November 2017
  23. Ch-aviationEthiopian Airlines (englisch), abgerufen am 17. November 2017
  24. Boeing – Boeing delivers first 737 MAX for Ethiopian Airlines (englisch), abgerufen am 18. Juli 2018
  25. Erste Länder stoppen Boeing 737-8 Max. In: Tagesschau.de. 11. März 2019, abgerufen am 11. März 2019.
  26. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1967–2007.
  27. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Sutton, UK, 2008–2013.
  28. Unfallstatistik Ethiopian Airlines von 1948 bis 1965, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. März 2019.
  29. Unfallstatistik Ethiopian Airlines ab 1965, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. März 2019.
  30. Unfallbericht B-720 ET-AAG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2018.
  31. Unfallbericht B-707 ET-ACD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 31. Januar 2019.
  32. Unfallbericht B-737-200 ET-AJA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Juni 2016.
  33. Unfallbericht B-767-200 ET-AIZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Juni 2016.
  34. Unfallbericht B-737-800 ET-ANB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Juni 2016.
  35. All The Details of Ethiopian Airlines’ Flight 702 Being Hijacked. 16. Februar 2014, abgerufen am 15. März 2019.
  36. Unfallbericht B-737-400 ET-AQV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Juni 2016.
  37. Keine Überlebenden bei Absturz von Boeing 737 nahe Addis Abeba. welt.de, 10. März 2019, abgerufen am 10. März 2019.
  38. Flugzeug mit mehr als 150 Menschen an Bord abgestürzt. SPIEGEL ONLINE, 10. März 2019, abgerufen am 10. März 2019.
  39. Flugzeug mit 157 Insassen abgestürzt. tagesschau.de, 10. März 2019, abgerufen am 10. März 2019.
  40. Leonie Greife: Ethiopian-Airlines-Flieger kurz nach Start abgestürzt. 10. März 2019, abgerufen am 10. März 2019.