Buffalo Airways

Airline mit Sitz in Yellowknife, Kanada.

Buffalo Airways ist eine im Familienbesitz befindliche Charter- und Linienfluggesellschaft mit Sitz in Yellowknife, Northwest Territories, Kanada. Sie betreibt Passagierliniendienste und bietet Fracht- und Passagier-Charterflüge in den Regionen Northwest Territories, Alberta und Yukon an. Auch Feuerlöscheinsätze und die Beförderung von flüssigen Brennstoffen („Bulk Fuel“) werden durchgeführt.

Buffalo Airways Ltd.
Douglas C-54 der Buffalo Airways
IATA-Code:
ICAO-Code: BFL
Rufzeichen: BUFFALO
Gründung: 1970
Sitz: Yellowknife,
KanadaKanada Kanada
Drehkreuz:
Heimatflughafen: Yellowknife Airport
Unternehmensform: Private Corporation
Leitung: Joe McBryan
Flottenstärke: 50
Ziele: national
Website: www.buffaloairways.com

GeschichteBearbeiten

 
Sitz der Buffalo Airways auf dem Yellowknife Airport

Die Gesellschaft wurde 1970 von Joe McBryan, genannt Buffalo Joe, mit dem Kauf einer Douglas DC-3 gegründet. Die Charterdienste von der Heimatbasis Yellowknife waren so erfolgreich, dass er bald weitere Maschinen und Personal anheuern musste, um schließlich mit je einem Dutzend DC-3 und DC-4 die Aufträge innerhalb der Northwest Territories und rund um den Großen Sklavensee bewältigen zu können. Bis heute fliegt die Gesellschaft nur eine feste Linie zwischen Yellowknife und Hay River am gegenüberliegenden Seeufer.

Um 1980 schlossen viele Minengesellschaften in den Northwest Territories, die von Buffalo Airways mit Gütern, Treib- und Brennstoffen versorgt wurden. Die Folge war der Konkurs von Buffalo Airways. Die Maschinen wurden bis auf eine DC-3 verkauft, um einen Neustart zu beginnen. Neue Diamantenfunde nahe Yellowknife gaben der Gesellschaft wieder neuen Auftrieb. Die Flotte wurde u. a. durch weitere DC-3 und DC-4, die auf Auktionen ersteigert wurden, wieder vergrößert. Heute befördert Buffalo Airways mit zum Teil über 70 Jahre alten Maschinen wieder alles, was sich mit einem Flugzeug befördern lässt.

Die weltweit einzigen heute noch im Linienbetrieb eingesetzten DC-3 fliegen auf der von Buffalo Airways bedienten Strecke Yellowknife nach Hay River.

Buffalo Airways fliegt heute eine Curtiss C-46 Commando, die 1961 von der Lufthansa für das Cargo-Geschäft angemietet war. Der Lufthansa-Kranich ist bis heute auf der Lackierung vorhanden.

Aufgrund der schlechten Sicherheitsstatistik wurde Buffalo Airways von der regulierenden Behörde, Transport Canada, die Betriebserlaubnis (AOC – Air Operator Certificate) per 30. November 2015 temporär entzogen, bis der Nachweis erbracht wird, dass die Regeln und Vorschriften dauerhaft eingehalten werden können.[1]

Mit dem 12. Januar 2016 hat die Airline die Lizenz für kommerzielle Flüge von Transport Canada wieder zurückerhalten.[2]

FlotteBearbeiten

 
Curtiss C-46 der Buffalo Airways mit dem Kranich der Lufthansa auf dem Rumpf
 
Lockheed L-188 Electra und Beechcraft 95 Travel Air der Buffalo Airways

Aktuelle FlotteBearbeiten

Laut kanadischem Luftfahrtregister betreibt die Gesellschaft mit Stand Juli 2018 50 Luftfahrzeuge:[3]

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen
Air Tractor AT-802 08
Beechcraft 55 Baron 01
Beechcraft 65 Queen Air 02
Beechcraft 95 Travel Air 02
Beechcraft 100 King Air 04
Canadair CL-215-1A10 01 Löschflugzeuge
Cessna 185E Skywagon 01
Cessna 310Q 01
Curtiss C-46 Commando 02
Douglas DC-4/C-54 12
Douglas DC-3/C-47 06
Lockheed L-188 Electra 08
Aero Commander 690C 02
Gesamt 50 -

Ehemalige FlugzeugtypenBearbeiten

ZwischenfälleBearbeiten

Bei Buffalo Airways kam es von 1994 bis Dezember 2018 zu fünf Totalschäden von Flugzeugen. Dabei gab es keine Todesfälle.[4]

  • Am 26. Juni 1994 ging bei einer Douglas DC-3C der Buffalo Airways (Luftfahrzeugkennzeichen C-FROD) im Anflug auf den Flughafen Fort Simpson der Treibstoff aus. Das Flugzeug war seit der letzten Betankung bei sechs Flügen 4:37 Stunden geflogen. Nach dem kompletten Triebwerksausfall versuchte der Kapitän, den Flugplatz im Gleitflug zu erreichen. Allerdings reichte dies nicht mehr ganz; die Maschine flog 900 Meter von der Landebahn entfernt in Bäume und wurde zerstört. Die beiden Besatzungsmitglieder des Frachtfluges überlebten. Eine Parallele ergab sich sechs Jahre später, als ein Airbus A310 der deutschen Hapag-Lloyd ohne Treibstoff 660 Meter vor der Landebahn in Wien aufschlug (siehe Hapag-Lloyd-Flug 3378).[5]
  • Am 28. August 2002 streifte eine vom Flughafen Yellowknife kommende Douglas DC-4 der Buffalo Airways (C-GQIC) bei der Landung auf dem Flugplatz Diavik, Nordwest-Territorien (Kanada) die Anflugbefeuerung und setzte kurz vor dem Landebahnanfang auf. Das Flugzeug drehte sich, die rechte Tragfläche brach ab, und es kam etwa 300 Meter weiter zum Stillstand. Ein Feuer brach aus, die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Beide Besatzungsmitglieder des Frachtfluges wurden nur leicht verletzt.[6]
  • Am 2. August 2003 setzte eine Douglas DC-4 der Buffalo Airways (C-GBSK) bei der Landung auf dem Flugplatz Ulu Mine Strip, Nordwest-Territorien (Kanada), vor der Landebahn auf. Das Fahrwerk brach zusammen, die Tragflächen rissen ab und fingen Feuer, der Rumpf rutschte nach rechts von der Landebahn ab. Diese besteht aus Schotter und ist knapp 1200 Meter lang. Die vier Besatzungsmitglieder des Frachtfluges blieben unverletzt.[7]
  • Am 5. Januar 2006 startete eine Douglas DC-4 der Buffalo Airways (C-GXKN) vom Flughafen Norman Wells, Nordwest-Territorien (Kanada), zu einem Frachtflug zum Flughafen Yellowknife. Sechs Minuten nach dem Start kam es zu einem Triebwerksbrand und Ausfall des Motors Nr. 2. Der Einsatz der im Motor eingebauten Feuerlöschflaschen blieb wirkungslos. Der Propeller Nr. 2 wurde in Segelstellung gebracht, aber gleichzeitig ging der Propeller des Triebwerks Nr. 1 ebenfalls in Segelstellung. Kurz vor einer bereits eingeleiteten Außenlandung erlosch das Feuer, und die Piloten flogen mit nur zwei laufenden Triebwerken zurück zum Startflugplatz. Bei der Notlandung kam die Maschine von der Landebahn ab und erst 20 Meter vom Landebahnrand im tiefen Schnee zum Stillstand. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Die vier Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.[8]
  • Am 25. September 2015 kam es bei einer Curtiss C-46A der Buffalo Airways (C-GTXW) auf einem Linienflug vom Flughafen Yellowknife nach Norman Wells zu einem Triebwerksausfall. Der Propeller konnte jedoch nicht in Segelstellung gebracht werden, so dass aufgrund des hohen Luftwiderstands eine Notlandung erforderlich wurde. Bei einer Bauchlandung mit spätem Aufsetzen auf dem Flugplatz Déline rutschte das Flugzeug noch 200 Meter über das Landebahnende hinaus und wurde irreparabel beschädigt. Die vierköpfige Besatzung blieb unverletzt.[9]

TriviaBearbeiten

Die Fluggesellschaft und ihre Bediensteten waren Gegenstand der kanadischen Reality-TV-Dokumentation Ice Pilots NWT (sechs produzierte Staffeln 2009–2014, Ausstrahlung im deutschsprachigen Raum bei Servus TV, n-tv, Sport1, ZDFinfo, Deutsches Anlegerfernsehen, ProSieben MAXX, S1 und bei DMAX).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Buffalo Airways – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Government of Canada,Transport Canada: Transport Canada suspends Buffalo Airways' Air Operator Certificate. In: news.gc.ca. 1. Dezember 2015, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  2. CBCNews: Buffalo Airways' licence reinstated by Transport Canada. Regulator says it will 'closely monitor airline to verify it is taking corrective actions on safety issues. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  3. Canadian Civil Aircraft Register. Transport Canada, abgerufen am 24. Juli 2018 (englisch, In der Suchmaske unter "Owners Name" den Namen der Gesellschaft eingeben).
  4. Daten über die Fluggesellschaft Buffalo Airways im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  5. Unfallbericht DC-3 C-FROD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  6. Unfallbericht DC-4 C-GQIC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  7. Unfallbericht DC-4 C-GBSK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  8. Unfallbericht DC-4 C-GXKN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.
  9. Unfallbericht C-46A C-GTXW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.