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Der Ferrari F300 war ein Formel-1-Rennwagen, den die Scuderia Ferrari 1998 in der Formel-1-Weltmeisterschaft einsetzte.

Ferrari F300

Ferrari F300 in der Michael Schumacher Private Collection

Konstrukteur: Scuderia Ferrari
Designer: Ross Brawn (techn. Direktor)
Rory Byrne (Designer)
Willem Toet (Aerodynamik)
Vorgänger: F310B
Nachfolger: F399
Technische Spezifikationen
Chassis: Wabenkernsandwich-Monocoque aus CFK
Motor: Ferrari Tipo 047, 3,000 cm³, 80° V10-Saugmotor
Federung vorn: Doppelquerlenkerachse mit Drehstabfeder, Schubstrebe und Tellerfeder
Federung hinten: Doppelquerlenkerachse mit Drehstabfeder, Schubstrebe und Tellerfeder
Länge: 4340 mm
Breite: 1795 mm
Höhe: 961 mm
Gewicht: 600 kg
Reifen: Goodyear
Benzin: Shell
Statistik
Fahrer: 3. DeutschlandDeutschland Michael Schumacher
4. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Eddie Irvine
Erster Start: Großer Preis von Australien 1998
Letzter Start: Großer Preis von Japan 1998
Starts Siege Poles SR
16 6 3 6
WM-Punkte: 133
Podestplätze: 19
Führungsrunden: 269 über 1256,380 km

Inhaltsverzeichnis

AllgemeinesBearbeiten

 
Luca Cordero di Montezemolo bei der Präsentation des Ferrari F300 in Maranello (1998)
 
Ein Ferrari F300 beim Goodwood Festival of Speed 2008

Der Wagen wurde erstmals wenige Tage vor Weihnachten von Michael Schumacher geheim auf der hauseigenen Teststrecke in Fiorano getestet, bevor er am 7. Januar offiziell der Öffentlichkeit in Maranello präsentiert wurde. Am 12. Januar wurde erstmals sinnvoll der Wagen auf die kommende Saison abgestimmt, allerdings konnten nur 30 Runden absolviert werden. Am zweiten Tag konnte aufgrund von Getriebeprobleme, das Getriebe wählte grundlos die neutrale Schaltposition aus, nur 21 Runden zurückgelegt werden. Da dieses Problem lange Zeit nicht behoben werden konnte, wurden Tests in Jerez um eine Woche verschoben, damit der Testfahrer Nicola Larini nahe der Zentrale weiter die Probleme analysieren kann. Als die Tests in Jerez begonnen haben, bekam Schumacher weitere, neue elektronische Probleme.

Mit sechs Saisonsiegen konnte Schumacher die Weltmeisterschaft lange Zeit offen halten. Die Entscheidung fiel bei den letzten beiden Rennen. Vor dem Großen Preis von Luxemburg hatten Schumacher und McLaren-Pilot Mika Häkkinen jeweils 80 Punkte erreicht. Am Nürburgring überholte Häkkinen den aus der Pole-Position gestarteten Schumacher nach dem ersten Boxenstopp und fuhr zum Sieg. Beim letzten Rennen in Großen Preis von Japan musste Schumacher vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen, weil er am Vorstart den Motor des F300 abgewürgt hatte. Im Rennen fiel der nach einem Reifenschaden aus und in beiden Meisterschaften – Fahrer und Konstrukteure – musste sich die Scuderia mit dem zweiten Rang begnügen. Am Ende der Saison schied man insgesamt drei Mal aufgrund individueller Fehler und jeweils ein Mal wegen des Motors, Getriebes und eines geplatzten Reifens aus.

Technik und EntwicklungBearbeiten

 
Motor (Tipo 047) des Ferrari F300
 
Der Heckflügel des F300; ①, ② und ③ sind die einzelnen aerodynamischen Elemente; mit Hilfe der mit der Nr. ④ gekennzeichneten Löcher ist die Anpassung des Anstellwinkels der aerodynamischen Elemente möglich; die übrigen Löcher (⑤) ermöglichen die Fixierung eines weiteren Elements.

Ross Brawn war der technische Direktor, ihm unterstanden der Designer Rory Byrne und der Aerodynamiker Willem Toet. Der F300 wurde von Byrne komplett neu entworfen, da die FIA das Reglement vor der Saison 1998 geändert hatte. So musste der Wagen nun rund 20 Zentimeter schmaler an der Front sowie am Heck sein.

Als Motor wurde der Ferrari Tipo047 3,0 Liter V10-Saugmotor eingesetzt, welcher bei einer Drehzahl von 17.300/min etwa 590 kW (805 PS) leistete. Der Innendurchmesser eines Zylinders beträgt 96 Millimeter, der Kolben bewegt sich etwa 41,4 Millimeter auf- beziehungsweise abwärts. Der Hubraum beträgt 2996,62 Kubikzentimeter, das Verdichtungsverhältnis zwischen Gesamtvolumen und dem verbliebenen Restraum beträgt 12,3:1. Der Motor wurde während der Saison insgesamt zwei Mal überarbeitet und wurde als Version B und C bezeichnet. Das Getriebe besteht aus einem elektronisch-hydraulischem Siebengang-Halbautomatikgetriebe eigener Entwicklung.

Byrne baute einen schnellen und standfesten Rennwagen, der dem McLaren MP4/13 aber aerodynamisch unterlegen war. Der Wagen wurde während des Jahres mehrmals überarbeitet. Beim Großen Preis von San Marino kamen zusätzliche Flügel am Chassis hinzu, die später von der FIA aus Sicherheitsgründen verboten wurden. Für die Rennen in Deutschland und Belgien gab es eine Variante mit längerem Radstand. Ab dem Großen Preis von Kanada erhielten die F300 neue Frontflügel und einen neuen Diffusor. Durch diese Änderungen wurde die Aerodynamik des Rennwagens merklich verbessert.

Lackierung und SponsoringBearbeiten

Der Wagen wurde im klassischen Ferrari-rot mit weißen Akzenten gehalten. Als Hauptsponsor platzierte Marlboro ihr Logo auf die Airbox und den Heckflügel des Boliden. Auf den Seitenkästen, der Nase sowie am seitlich oberen Ende des Heckflügels prangert das Logo des Treibstofflieferanten Shell, auf den Spiegeln wurde das Logo von Tommy Hilfiger angebracht. Am Frontflügel und der Nasenspitze befinden sich die Marken von Telecom Italia (seitlich am Frontflügelende), Goodyear (Frontflügel), Fiat und Magneti Marelli (beide Nasenspitze). Magneti Marelli war außerdem auch seitlich am unteren Ende des Heckflügels zu finden. Der Juwelier Asprey hat auf den Seitenkästen neben dem Shell-Logo auch ihre eigene Marke noch platziert.

FahrerBearbeiten

Gefahren wurde der F300 wie in den Vorjahren von Michael Schumacher und Eddie Irvine. Luca Badoer wurde neuer Test- und Ersatzfahrer und ersetzte Gianni Morbidelli und Nicola Larini.

ErgebnisseBearbeiten

Fahrer Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
Formel-1-Saison 1998                                 133 2.
Deutschland  M. Schumacher 3 DNF 3 1 2 3 10 1 1 1 3 5 1 DNF 1 2 DNF
Vereinigtes Konigreich  E. Irvine 4 4 8 3 3 DNF 3 3 2 3 4 8 DNF DNF 2 4 2
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ferrari F300 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien