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Ferrari 375MM
Ferrari 375MM

Der Ferrari 375MM war ein Rennsportwagen, der von 1953 bis 1964 bei Sportwagenrennen zum Einsatz kam und bei der Scuderia Ferrari entwickelt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung und TechnikBearbeiten

Die Mechanik des 375MM beruhte auf dem 340MM, der ebenfalls 1953 zum Einsatz kam. Von den 23 gebauten Fahrzeugen wurde eines von Vignale karossiert, die weiteren 22 kamen von Pininfarina; entweder als Spider oder als Berlinetta. Zum Unterschied zum 340MM hatte der 375MM einen längeren Radstand und ein synchronisiertes Viergang-Getriebe. Auch die Motoren waren unterschiedlich. Wahlweise kamen 4,5- oder 4,6-Liter-Lampredi-V12-Motoren zum Einsatz, die bis zu 340 PS leisteten.

RenngeschichteBearbeiten

Das Renndebüt gab der 375MM im Juni 1953 beim 12-Stunden-Rennen von Reims. 1953 zählte das Langstreckenrennen auf dem Circuit de Reims-Gueux nicht zur in diesem Jahr neu eingeführten Sportwagen-Weltmeisterschaft. Dennoch konnte das Rennen mit einem starken Starterfeld aufwarten. Die Scuderia meldete einen 375MM mit der Fahrgestellnummer 0322AM, der von Piero Carini und Umberto Maglioli gefahren wurde. Im Rennen wurde das Fahrzeug nach einem Fehler beim Tankstopp disqualifiziert[1].

Beim zweiten Renneinsatz folgte der erste Sieg. Beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps meldete die Scuderia drei 375MM. Luigi Villoresi und Alberto Ascari pilotierten Fahrgestell 0320AM; das in Reims disqualifizierte Chassis 0322AM fuhren diesmal Giuseppe Farina und Mike Hawthorn, während Carini und Maglioli in das Fahrgestell 0318AM wechselten. Von den drei Ferraris fielen zwei aus. Fahrgestell 0320AM hatte Kupplungsschaden; Carini und Maglioli wurden von defekten Ventilen gestoppt. Der dritte Wagen gewann das Rennen überlegen. Nach 24 Stunden Fahrzeit hatten Farina und Hawthorn im Ziel einen Vorsprung von 18 Runden auf den von der Ecurie Echse gemeldeten Jaguar C-Type der von James Scott-Douglas und Guy Gale gefahren wurde[2]. Am 30. August fand zum ersten Mal das ADAC-1000-km-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings statt. Unter den Augen des deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss siegten Ascari/Farina auf einem 375MM. Nachdem die Scuderia sich nicht an der Tourist Trophy beteiligte, musste die Carrera Panamericana die Entscheidung in der Weltmeisterschaft bringen, da Ferrari in der Wertung nur mit zwei Punkten Vorsprung vor Jaguar in Führung lag.

Wie im Vorjahr leitete der Ferrari-Händler Franco Corrnachia den Einsatz. Das Rennen forderte neun Todesopfer, darunter auch die beiden Ferrari-Piloten Stagnoli und Scotuzzi, die nach einem Reifenplatzer verunglückten[3]. Es endete mit einem Dreifachsieg für Lancia und deren D24, in der Reihenfolge Juan Manuel Fangio vor Piero Taruffi und Eugenio Castellotti. Die beiden Privatfahrer Guido Mancini und Fabrizio Serena di Lapigio, die einen 375MM fuhren, sicherten der Scuderia mit dem vierten Gesamtrang den ersten Titel eines Sportwagen-Weltmeisters.

1953 bestritt die Scuderia mit dem 375MM das 12-Stunden-Rennen von Casablanca, das mit einem Sieg von Giuseppe Farina und Piero Scotti endete[4]. Es war der letzte Werkseinsatz mit einem 375MM.

Nach diesem Rennen wurden die verbliebenen Chassis verkauft. Jim Kimberly fuhr mit Fahrgestell 0364AM in der US-amerikanischen Sportwagenmeisterschaft 1954 von Sieg zu Sieg und Phil Hill beendete auf dem von Allen Guiberson gemeldeten Fahrgestell 0286AM gemeinsam mit Partner Richie Ginther die Carrera Panamericana als Gesamtzweite. Zweite wurden auch die beiden Argentinier Carlos Najurieta und César Rivero beim 1000-km-Rennen von Buenos Aires 1955.

In den 1950er-Jahren war der 375MM ein begehrtes und erfolgreiches Fahrzeug, vor allem bei Rennen in Nordamerika. Insgesamt konnten mit diesem Ferrari-Sportwagentyp 56 Rennsiege erzielt werden. Zum letzten Mal kam ein 375MM 1964 bei einem Sportwagenrennen in den Vereinigten Staaten zum Einsatz.

Literatur und QuellenBearbeiten

  • Pino Casamassima: Storia della Scuderia Ferrari. Nada Editore, Vimodrome 1998, ISBN 88-7911-179-5.
  • Peter Braun/Gregor Schulz: Das große Ferrari Handbuch. Heel, Königswinter 2006, ISBN 3-89880-501-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ferrari 375MM – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 12-Stunden-Rennen von Reims 1953
  2. 24-Stunden-Rennen von Spa 1953
  3. Dziedzic, Hörner, Kistler, Braun, Ferrari Rennsportwagen und Prototypen, Seite 24, Ferrari World, Herbst 1998
  4. 12-Stunden-Rennen von Casablanca 1953