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Marelli

italienischer Automobilzulieferer
(Weitergeleitet von Magneti Marelli)

GeschäftsbereicheBearbeiten

Antriebsstrang VerbrennungsantriebeBearbeiten

Marelli ist einer der größten Zulieferer von Kraftstoff-Einspritzsystemen für Verbrennungsmotoren. Die Entwicklung des PKW-Dieseldirekteinspritzers in den 1980er-Jahren und des Common-Rail-Einspritzsystems in den 1990er-Jahren entstanden jeweils unter Federführung des italienischen Unternehmensstamms Magneti Marelli. Der Fiat Croma mit Magneti-Marelli-Ausrüstung war 1987 – ein Jahr vor dem Audi 100 TDI – der erste PKW mit Diesel-Direkteinspritzung. Im Jahr 2009 trug diese Unternehmenssparte etwa 850 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei.

Antriebsstrang ElektroantriebeBearbeiten

Das Segment der Elektroantriebe befindet sich seit der Unternehmensfusion zu Marelli im Aufbau.

Cockpit, InterieurBearbeiten

Für die Unternehmenssparte der Kombiinstrumente wurde einst das Unternehmen Veglia Borletti in den Konzernverbund mit eingegliedert. Es werden auch Instrumente unter dem Namen Jaeger vertrieben, einer Marke, die gemeinsame Wurzeln mit dem Luxusuhrenhersteller Jaeger-LeCoultre hat.

Ersatzteile, ZubehörBearbeiten

In der weltweiten Distribution von Ersatzteilen erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2012 mit 585 Mitarbeitern in Südamerika, Europa und den USA einen Umsatz von 340 Millionen Euro.

FahrzeugaußenbeleuchtungBearbeiten

Im Jahr 1999 legten Magneti Marelli und Bosch ihre Beleuchtungssparten in einem Joint Venture zusammen und gründeten dazu ihr gemeinsames Tochterunternehmen Automotive Lighting, an dem sie jeweils zu 50 % beteiligt waren. Nach zwei Jahren reduzierte Bosch seinen Anteil auf 25 % und verkaufte schließlich im Jahr 2003 auch seine restlichen Anteile an Magneti Marelli. Seitdem ist dieses Unternehmen mit Hauptniederlassung in Reutlingen die umsatzstärkste Sparte im Konzern und erzielte 2016 etwa 4 Milliarden Euro Umsatz. In weltweit 2 Entwicklungs-, 13 Applikationszentren und 23 Produktionsstätten werden hierfür rund 18.000 Mitarbeiter beschäftigt.

MotorsportBearbeiten

Marelli ist auch als Zulieferer im Motorsport tätig. Unter anderem rüstete das Unternehmen schon die Formel-1-Teams von Ferrari, Renault, Toyota, Red Bull Racing und BMW-Sauber aus und liefert seit 2016 die Einheitselektronik für die MotoGP-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft.

GeschichteBearbeiten

Marelli entstand 2019 aus der Fusion der Vorgängerunternehmen Calsonic Kansei und Magneti Marelli. Für die Übernahme von Magneti Marelli zahlte Calsonic Kansei 5,8 Milliarden Euro an den vorherigen Eigentümer Fiat-Chrysler.[3]

Calsonic KanseiBearbeiten

Calsonic Kansei (jap. カルソニックカンセイ株式会社) ist ein japanischer Automobilzulieferer, der 2000 aus der Verschmelzung der Unternehmen Calsonic und Kansei entstand.[4] Das Unternehmen produziert verschiedene Zulieferteile für die Automobilindustrie, darunter I-Tafeln, Abgas- und Klimasysteme sowie andere elektronische Komponenten. Calsonic Kansei war börsennotiert, bis es 2017 von KKR übernommen und dekotiert wurde. Der vormals größte Aktionär Nissan hatte seine Anteile zu diesem Zeitpunkt schon KKR angedient.[5]

Magneti MarelliBearbeiten

Magneti Marelli war ein italienischer Automobilzulieferer, der 1919 gegründet wurde und zum Automobilkonzern Fiat Chrysler Automobiles gehörte. Das Unternehmen fertigte vornehmlich elektrische und elektronische Komponenten für die Automobilindustrie.

Der Name leitet sich von Magnetartikeln ab, die in Form von Zündanlagen, Zündspulen und Generatoren (Lichtmaschinen) in Automobile und Motorräder eingebaut wurden und werden.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Calsonic Kansei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Commons: Magneti Marelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Calsonic Kansei and Magneti Marelli unite to form single Marelli. Abgerufen am 10. Mai 2019 (englisch).
  2. Magneti Marelli: Calsonic Kansei übernimmt italienischen Zulieferer. Abgerufen am 9. Mai 2019.
  3. Magneti Marelli: Verkauf für 5,8 Milliarden Euro. Euronews, 3. Mai 2019, abgerufen am 13. Mai 2019.
  4. Calsonic Kansei: History abgerufen am 5. Oktober 2018
  5. Reuters: KKR to buy Nissan-backed supplier Calsonic for up to $4.5 billion abgerufen am 5. Oktober 2018