Burg Stargard

Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Burg Stargard (bis 1929: Stargard) ist eine Kleinstadt südöstlich von Neubrandenburg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Burgberg steht die mittelalterliche Burg Stargard, welche der Stadt und der Herrschaft Stargard ihren Namen gab. Der Ort ist seit dem Jahr 1992 Sitz des Amtes Stargarder Land, dem weitere fünf Gemeinden angehören.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Burg Stargard
Burg Stargard
Deutschlandkarte, Position der Stadt Burg Stargard hervorgehoben

Koordinaten: 53° 30′ N, 13° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Stargarder Land
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 76,55 km2
Einwohner: 5384 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17094
Vorwahl: 039603
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 021
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mühlenstraße 30
17094 Burg Stargard
Website: www.burg-stargard.de
Bürgermeister: Tilo Lorenz (CDU)
Lage der Stadt Burg Stargard im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
BrandenburgLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Ludwigslust-ParchimBeggerowBorrentinHohenbollentinHohenmockerKentzlinKletzinLindenberg (Vorpommern)MeesigerNossendorfSarowSchönfeld (bei Demmin)SiedenbrünzowSommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)UtzedelVerchenWarrenzinDatzetalFriedlandGalenbeckBasedow (Mecklenburg)Basedow (Mecklenburg)FaulenrostGielowKummerow (am See)MalchinNeukalenAlt SchwerinFünfseenGöhren-LebbinMalchow (Mecklenburg)Nossentiner HüttePenkowSilz (Mecklenburg)WalowZislowMirowPriepertPeenehagenWesenberg (Mecklenburg)Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte)Blankensee (Mecklenburg)BlumenholzCarpinGodendorfGrünow (Mecklenburg)HohenzieritzKlein VielenKratzeburgMöllenbeck (bei Neustrelitz)Schloen-DratowSchloen-DratowUserinWokuhl-DabelowBeseritzBlankenhofBrunn (Mecklenburg)NeddeminNeuenkirchen (bei Neubrandenburg)NeverinSponholzStavenTrollenhagenWoggersinWulkenzinZirzowAnkershagenKucksseePenzlinMöllenhagenAltenhof (Mecklenburg)BollewickBuchholz (bei Röbel)BütowEldetalFinckenGotthunGroß KelleKieveLärzLeizenMelzPribornRechlinRöbel/MüritzSchwarz (Mecklenburg)SietowStuerSüdmüritzGrabowhöfeGroß PlastenHohen WangelinJabelKargowKlinkKlocksinMoltzowMoltzowTorgelow am SeeVollrathsruheBurg StargardBurg StargardCölpinGroß NemerowHolldorfLindetalPragsdorfBredenfeldeBriggowGrammentinGülzow (bei Stavenhagen)IvenackJürgenstorfKittendorfKnorrendorfMölln (Mecklenburg)RitzerowRosenowStavenhagenZetteminAltenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)AltentreptowBartow (Vorpommern)BreesenBreestBurowGnevkowGolchenGrapzowGrischowGroß TeetzlebenGültzKriesowPripslebenRöckwitzSiedenbollentinTützpatzWerder (bei Altentreptow)Wildberg (Vorpommern)WoldeGroß MiltzowKublankNeetzkaSchönbeckSchönhausen (Mecklenburg)VoigtsdorfVoigtsdorfWoldegkDargunDemminFeldberger SeenlandschaftNeubrandenburgNeustrelitzWaren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt etwa acht Kilometer südlich der Kreisstadt Neubrandenburg im Tal der Linde, die in der Stadt im Mühlenteich aufgestaut wird. Im Süden des Stadtgebiets liegen der Gramelower und der Teschendorfer See. Eine Grundmoräne mit Höhen bis zu 126,8 m ü. NHN beim Ortsteil Loitz bestimmt das Stargarder Land (eine historische Landschaftsbezeichnung). Zu den markanten Erhebungen innerhalb oder nahe der Stadtbebauung zählen der etwa 90 Meter hohe Burgberg, der 89 Meter hohe Galgenberg und der 86,3 Meter hohe Klüschenberg. Das Gelände fällt im Westen zum Tollensesee auf bis zu 14,8 m ü. NHN ab. An diesem zehn Kilometer langen See hat die Gemarkung der Stadt einen Uferanteil. Das Stargarder Land mit Anbauflächen am Burgberg und am nahen Schloss Rattey ist das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands.

Der Ort südöstlich des Oberzentrums Neubrandenburg ist nach dem Raumentwicklungsprogramm ein Grundzentrum.[2]

StadtgliederungBearbeiten

Zu Burg Stargard gehören folgende 11 Ortsteile:[3]

GeschichteBearbeiten

NameBearbeiten

Der Ort, vermutlich die Burg, wurde zuerst 1170 als Stargart urkundlich genannt, welche dem Bistum Havelberg (angeblich) zur Stiftung des Klosters Broda geschenkt worden war. Die betreffende Urkunde hat sich jedoch als Fälschung und der Ort Staregart darin als Zusatz aus späterer Zeit erwiesen, datierend wohl um 1244.[4] Aus dem Altpolabischen übersetzt heißt stary alt und gard bedeutet Burg, also Alte Burg. In der frühen Neuzeit wurde die Stadt im Unterschied zu Stargard im heutigen Westpommern auch als Alt Stargard bezeichnet.[5] Seit der Eingemeindung der Burg ins Stadtgebiet, um Verwechslungen mit den anderen namensgleichen Städten zu vermeiden, führt die Stadt seit 1929 den Namen Burg Stargard.[6]

MittelalterBearbeiten

 
Bergfried der Burg Stargard

Die deutsche Siedlung von Händlern und Handwerkern wuchs seit dem frühen 13. Jahrhundert am Fuße einer spätmittelalterlichen Burg, die für die Kolonisation des slawischen Gebietes zentrale Bedeutung hatte und früh zum politischen Zentrum der nach ihr benannten Herrschaft Stargard wurde. 1250 entstand der Bergfried. Für ältere Vorgängersiedlungen, die verschiedentlich vermutet werden, fehlt bis heute der wissenschaftliche Nachweis. Auch für slawische Vorgängerbauten erbrachten archäologische Untersuchungen auf dem Burgberg keinen Beleg.

1259 wurde Stargard mit dem brandenburgischen Stadtrecht belehnt.[7] Nach der Heirat von Heinrich II. (dem Löwen) 1292 als Wittum von den Askaniern in die Hände der Fürsten, später Herzöge zu Mecklenburg gelangt, war Stargard 1352 bis 1471 eine der Residenzen der Nebenlinie Mecklenburg-Stargard der mecklenburgischen Dynastie. Stargard wurde Landstadt in Mecklenburg und als solche Teil der Städte im Stargardischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der 1523 vereinten Landstände vertreten waren.

17. bis 19. JahrhundertBearbeiten

Im Dreißigjährigen Krieg war Stargard als Hauptquartier des kaiserlichen Generals Tilly (1631) letztmals von strategischer Bedeutung. In der Folgezeit verlor die Burg schnell an Bedeutung und wurde Sitz eines herzoglichen Verwaltungsamtes.

Die Stadt war vom allgemeinen Niedergang des Landstrichs nach dem Dreißigjährigen Krieg mitbetroffen und wurde 1758 bei einem Großbrand zu weiten Teilen zerstört. Danach sank die Stadt Stargard (ab 1929: Burg Stargard) zur unbedeutenden Landstadt herab und verlor im frühen 20. Jahrhundert die letzten überörtlich wirkenden Behörden.

Neuere ZeitBearbeiten

In der Zeit des Nationalsozialismus bewohnte das jüdische Ehepaar Sehlmacher aus Berlin eine Wohnung am Papiermühlenweg. Nach einer Denunziation wegen „Abhörens von Feindsendern“ wurde Ehefrau Gertrud in das KZ Auschwitz zur Vernichtung deportiert, während Ehemann Ernst im Zuchthaus Dreibergen-Bützow ums Leben kam. Während des Zweiten Weltkrieges mussten jüdische Frauen aus Polen, der Sowjetunion und Frankreich im Nemerower Holz unter primitivsten Bedingungen ein Nebenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück errichten, wo Produktionsstätten und unterirdische Wege zur Herstellung von Zulieferteilen für die V 1 hergestellt wurden. 1200 bis 2000 Frauen mussten hier Zwangsarbeit verrichten. Im April 1945 wurde das Lager „Waldbau“ geräumt und die KZ-Häftlinge auf einen Todesmarsch bis nach Malchow getrieben, wo die noch Lebenden von der Roten Armee befreit wurden.

Burg Stargard gehörte seit 1934 zum Landkreis Stargard im Land Mecklenburg und ab 1946 zum Kreis Neubrandenburg, der 1952 in den gleichnamigen DDR-Bezirk eingegliedert wurde (seit 1990 Land Mecklenburg-Vorpommern). Von 1994 bis zur Kreisgebietsreform 2011 lag die Stadt im Landkreis Mecklenburg-Strelitz, seitdem im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Nach der politischen Wende und dem Beitritt zur Bundesrepublik wurde ab 1991 im Rahmen der Städtebauförderung mit der Sanierung der Burg und des historischen Stadtkerns begonnen. Jedoch gerieten zentrale Bereiche der Altstadt seither zunehmend in Verfall. Als Grundzentrum der Region ist Burg Stargard heute bei leicht steigenden Einwohnerzahlen beliebter Wohnort im Speckgürtel des nahegelegenen Oberzentrums Neubrandenburg.

Bis November 2015 bestand auf dem Burg Stargarder Klüschenberg ein Tierpark, der bei seiner Erbauung 1968 vor allem als Ausflugsziel für Einwohner der Bezirksstadt Neubrandenburg vorgesehen war. Die Stadt Neubrandenburg zog sich jedoch nach 1990 aus der Finanzierung zurück, sodass die Kleinstadt Burg Stargard den jährlichen Zuschuss von 150.000 Euro nicht mehr aufbringen konnte (bei einem jährlichen städtischen Haushaltsminus von rund 800.000 Euro). Zudem wären umfassende Investitionen in den stark sanierungsbedürftig gewordenen Park notwendig geworden. Ein vom Tierparkförderverein initiiertes Bürgerbegehren wurde abgelehnt, da nicht genügend Unterschriften gesammelt werden konnten.[8] Im Januar 2017 wurden die letzten Tiere aus dem Stargarder Tierpark abgeholt. Das Tierparkgelände soll mit Mitteln des Landes wieder zu einem Ausflugspark mit neu gestaltetem Platz an der Freilichtbühne werden.[9] Die nächstgelegenen Tiergärten befinden sich in Neustrelitz, bei Altentreptow (Naturerlebnispark Mühlenhagen) und in Ueckermünde.

Zu den Veränderungen in der Zugehörigkeit der Stadt zur Verwaltungsgemeinschaft Amt Stargarder Land seit 1992 siehe den entsprechenden Artikel.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Sabel eingegliedert.

Mit Wirkung vom 27. September 2009 wurde die Gemeinde Teschendorf mit den Ortsteilen Gramelow und Loitz eingemeindet.[10]

Zum 25. Mai 2014 erfolgte die Eingemeindung von Cammin mit den Ortsteilen Godenswege und Riepke.[11]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1990 3824
1995 4176
2000 4607
2005 4624
2010 5002
Jahr Einwohner
2015 5496
2016 5387
2017 5398
2018 5402
2019 5384

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[12]

PolitikBearbeiten

StadtvertretungBearbeiten

Bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009, am 25. Mai 2014[13] und am 26. Mai 2019[14] verteilten sich die Sitze der Stadtvertretung wie folgt:

Partei / Wählergruppe Sitze 2009 Sitze 2014 Sitze 2019
CDU 5 8 8
Die Linke 4 2 3
Stargard 2030 1 3
AfD - 2
Einzelbewerber 3 2 -
SPD 3 1 -
Wählergruppe Cammin 1 -
Freie Wählergemeinschaft Stargard 1 -
NPD 1 -
Wählergruppe Stargard 2 -
FDP 1 -

BürgermeisterBearbeiten

  • 2001–2008: Bärbel Bredemeier
  • seit 2008: Tilo Lorenz (CDU)

Lorenz wurde in der Bürgermeisterwahl am 3. Mai 2015 mit 79,5 Prozent der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von sieben Jahren gewählt.[15]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber ein golden bewehrter roter Adler.“[16]

Das Wappen wurde vor 1978 neu gezeichnet und unter der Nr. 214 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das Wappen zeigt in Anlehnung an ältere Stadtsiegel das Wappenbild der Markgrafen von Brandenburg, den roten Adler, und verweist damit auf den Markgrafen als Stadtgründer und Stadtherrn.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot, Weiß und Rot gestreift. Die roten Streifen nehmen je ein Fünftel, der weiße Streifen nimmt drei Fünftel der Länge des Flaggentuchs ein. Der weiße Streifen ist in der Mitte mit der Figur des Stadtwappens belegt: mit einem gelb bewehrten roten Adler. Die Figur nimmt drei Fünftel der Höhe des Flaggentuchs ein. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 3:2.[17]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der Umschrift „STADT BURG STARGARD • LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE“.[17]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

  • Marne im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein seit 1990
  • Tychowo im Powiat Białogardzki der Woiwodschaft Westpommern in Polen seit 2006

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Burg StargardBearbeiten

 
Burganlage
 
Burgkapelle
 
Stadtkirche in der Altstadt
  • Die Burg Stargard, die nördlichste Höhenburg Deutschlands, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde als Backsteinbau ursprünglich für den Markgrafen von Brandenburg errichtet und umfasst heute elf Gebäude, u. a. Hauptburg, Marstall mit dem Heimatmuseum, Torhaus, Reste vom Bergfried (Umbau 1821–23 durch Friedrich Wilhelm Buttel), Altes Herrenhaus (15. Jh.), Neues Oberes Tor (16. Jh.), Amtsschreiberhaus (18. Jh.), Burgschänke (19. Jh.), Stallhaus (19. Jh.).
  • Stadtkirche, nach dem Stadtbrand 1758 im heute bestehenden Zustand errichtet. Ursprünglich stand an ihrer Stelle eine dreischiffige Pfeilerbasilika aus Feldsteinen aus dem 13. Jahrhundert. Der mittelalterliche West-Turm wurde 1894 durch einen neugotischen Backsteinturm ersetzt.
    • Ausstattung: Kanzelaltar (1770), Taufstein (13. Jahrhundert)
  • Heilig-Geist-Hospital, ältestes erhaltenes Gebäude der Stadt (1290) aus Feldsteinen; 1576 wurde die ursprüngliche Kirche zum Hospitalgebäude umfunktioniert.
  • Historischer Stadtkern mit dem rechtwinkligen Straßennetz, nach dem Stadtbrand von 1758 entstanden
    • Ehemaliger Gasthof Zum Weißen Hirsch von 1760
    • Wohnhaus der Malerin Marie Hager mit ständiger Ausstellung
  • Drei Gedenksteine auf dem Denkmalberg, einer Anhöhe hinter der Kirche, für die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914/18 sowie für die Opfer des Faschismus 1933–1945
  • Gedenkstein von 1948 (bzw. 1952) auf dem Grab des jüdischen Ehepaares Sehlmacher, das der Shoa zum Opfer fiel
  • Sowjetischer Soldatenfriedhof in der Nähe des Bahnhofs mit Gedenkstein für die dort begrabenen 18 Opfer von Krieg und Zwangsarbeit
  • Sommerrodelbahn am Rand der Stadt
  • Weinbaugebiet Stargarder Land, gilt als nördlichstes Weinbaugebiet Deutschlands, Weinbau an den Rebflächen Teufelsbruch und Burg; insgesamt stehen in Burg Stargard auf einer Fläche von ca. 0,2 ha 1200 Rebstöcke der Sorten Regent, Blauer Portugieser, Müller-Thurgau, Phoenix, Ortega und Elbling.

BargensdorfBearbeiten

CamminBearbeiten

QuastenbergBearbeiten

VeranstaltungenBearbeiten

Jährlich findet am zweiten August-Wochenende das Burgfest auf der Burg Stargard statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Burg Stargard

Durch den Westen des Stadtgebiets führt die Bundesstraße 96 von Berlin nach Neubrandenburg. Von dieser zweigt die Landesstraße L 31 ab, die durch die Kernstadt führt und in Alt Käbelich eine Verbindung zur Bundesstraße 104 herstellt. Über die in Burg Stargard beginnende L 331 gelangt man in südlicher Richtung nach Stolpe zur Bundesstraße 198. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Neubrandenburg-Ost an der A 20 (RostockDreieck Uckermark). Sie ist in etwa 17 Kilometern zu erreichen.

Burg Stargard besitzt einen von der Regional-Express-Linie RE 5 (Stralsund–Berlin–Wünsdorf-Waldstadt) bedienten Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Stralsund.

Weitere Verbindungen in die umliegenden Ortschaften bestehen mit den regionalen Bussen der MVVG.

BildungBearbeiten

  • Grundschule Kletterrose, Klüschenbergstraße 17
  • Regionale Schule Burg Stargard, Klüschenbergstraße 13

SportBearbeiten

Sportstätten

Sportplatz an der Gartenstraße von 2010, Turnhalle der Regionalen Schule, Motocross-Bahn

Vereine

  • SV Burg Stargard 09, dessen Fußballmannschaft in der Saison 2019/20 in der Staffel I der Kreisoberliga Mecklenburgische Seenplatte spielt; die Handballerinnen spielen in der Bezirksklasse Ost.
  • VfL Burg Stargard mit Leichtathletik, Breitensport, Yogagruppen
  • Motorsportclub Fichtenring
  • Schützenverein Burg Stargard
  • Sportfischerverein Burg Stargard

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1901: Friedrich Wilhelm Blank, Kantor und Lehrer[18]
  • 1968: Max Reinfarth, aktiv beim Aufbau der Stadt nach dem Krieg, half beim Aufbau der Konsumgenossenschaft in Stadt und Kreis[18]
  • 1998: Ernst Gay (1927–2012), Bürgermeister und Ortschronist[19]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit Burg Stargard verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

  • Gottlob Burchard Genzmer (1716–1771), bedeutender mecklenburgischer Naturforscher der Spätaufklärung, war hier Pastor und Präpositus
  • Friedrich Genzken (1817–1875), Jurist, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, war hier Stadtsyndikus und Bürgermeister
  • Fritz Scharenberg (1846–1916), Jurist, Amtsrichter und Bürgermeister
  • Mathilde Block (1850–1932), Malerin und Kunststickerin, arbeitete viereinhalb Jahre als Erzieherin auf der Burg Stargard
  • Johanna Beckmann (1868–1941), Scherenschnitt-Künstlerin, verbrachte hier ihre Kinder- und Jugendzeit
  • Marie Hager (1872–1947), Landschafts- und Architekturmalerin
  • Ernst Gay (1927–2012), Bürgermeister Burg Stargards von 1965 bis 1984, Ehrenbürger seit 1998

LiteraturBearbeiten

  • Klaus von Oertzen: Geschichte der Burg Stargard in Mecklenburg. Brünslow, Neubrandenburg 1887.
  • [Burg] Stargard : Name, Geschichtliches, Burg, Bergfried, Krummes Haus, Kirchliches, Ortsanlage, Stadtkirche, Kleinkunstwerke, Kapelle zum Heiligen Geist (Hospital), Rathaus, Bürgerhäuser, Jungfernbrunnen, Willkomm. In: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Im Auftrage des Ministeriums (Abteilung für Unterricht und Kunst). I. Band, III. Abteilung: Die Amtsgerichtsbezirke Friedland (2. Hälfte), Stargard und Neubrandenburg – bearbeitet von Georg Krüger. Kommissionsverlag der Brünslowschen Verlagsbuchhandlung (E. Brückner), Neubrandenburg 1929, S. 87–127 (Digitalisat [abgerufen am 12. August 2018]).
  • Paul Steinmann: Burg Stargard. Niederdt. Beobachter, Schwerin 1938.

Burg Stargard wurde literarischer Schauplatz in der Kurzgeschichte Das Eiserne Kreuz von Heiner Müller[20], welche die Selbsttötung einer Stargarder Familie beim Heranrücken der Roten Armee gegen Kriegsende zum Inhalt hat.

WeblinksBearbeiten

Commons: Burg Stargard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Hauptsatzung der Stadt Burg Stargard. 10. April 2019, § 1 – Name/Wappen/Flagge/Dienstsiegel – 2) – (sitzungsdienst-stargarder-land.de [PDF; 5,5 MB; abgerufen am 30. September 2019]).
  4. Ernst Eichler, Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  5. Philipp Hainhofer, 1617, zitiert in III. Im Land der Gotik und der Zauberei. In: Reiseführer über die Wege der Lubinischen Karte. lubinus.pl, , S. 48.
  6. Helge Bei der Wieden, Roderich Schmidt (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 12: Mecklenburg/Pommern (= Kröners Taschenausgabe. Band 315). Kröner, Stuttgart 1996, ISBN 3-520-31501-7, S. 12–13. [bei ERNST/MÜHLMER fälschlich: nach 1933.]
  7. Eine Stadtrechtsverleihung 1253 durch Pommernherzog Barnim I. bezieht sich nicht auf die (später) mecklenburgische Stadt (Burg) Stargard, sondern auf Stargard (Pommern).
  8. Tierpark-Aus: Burg Stargard sucht Interessenten für 250 Zootiere, Nordkurier, 31. Oktober 2015
  9. Tierpark Burg Stargard: Die letzten Bewohner ziehen aus, NDR, 25. Dezember 2016
  10. Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 1.1. bis 31.12.2009. (PDF; 108 kB) Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 11. Januar 2010, S. 4, abgerufen am 27. August 2015.
  11. Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 1.1. bis 31.12.2014. (PDF; 63 kB) Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 13. Januar 2015, S. 3, abgerufen am 27. August 2015.
  12. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  13. Amtsblatt „Stargarder Zeitung“, Ausgabe Mai 2014, abgerufen am 26. Februar 2018
  14. Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Kommunalwahl am 26.05.2019 zur Stadtvertretung der Stadt Burg Stargard
  15. CDU-Mann Lorenz bleibt Bürgermeister in Burg Stargard. In: Die Welt, 3. Mai 2015.
  16. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge produktionsbüro TINUS, Schwerin 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 292.
  17. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  18. a b Ehrenbürger der Stadt
  19. Die Chronik war sein Lebenswerk. In: Stargarder Zeitung, 28. September 2013.
  20. In: Heiner Müller: Werke. Band 2: Die Prosa. Hrsg. von Frank Hörnigk. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1999. S. 72–74.