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Utzedel

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Utzedel führt kein Wappen
Utzedel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Utzedel hervorgehoben

Koordinaten: 53° 52′ N, 13° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Demmin-Land
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 25,87 km2
Einwohner: 468 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17111
Vorwahl: 039993
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 148
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Goethestraße 43
17109 Demmin
Bürgermeisterin: Gisela Schönbeck
Lage der Gemeinde Utzedel im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
BrandenburgLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Ludwigslust-ParchimBeggerowBorrentinHohenbollentinHohenmockerKentzlinKletzinLindenberg (Vorpommern)MeesigerNossendorfSarowSchönfeld (bei Demmin)SiedenbrünzowSommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)UtzedelVerchenWarrenzinDatzetalFriedlandGalenbeckBasedow (Mecklenburg)Basedow (Mecklenburg)FaulenrostGielowKummerow (am See)MalchinNeukalenAlt SchwerinFünfseenGöhren-LebbinMalchow (Mecklenburg)Nossentiner HüttePenkowSilz (Mecklenburg)WalowZislowMirowPriepertPeenehagenWesenberg (Mecklenburg)Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte)Blankensee (Mecklenburg)BlumenholzCarpinGodendorfGrünow (Mecklenburg)HohenzieritzKlein VielenKratzeburgMöllenbeck (bei Neustrelitz)Schloen-DratowSchloen-DratowUserinWokuhl-DabelowBeseritzBlankenhofBrunn (Mecklenburg)NeddeminNeuenkirchen (bei Neubrandenburg)NeverinSponholzStavenTrollenhagenWoggersinWulkenzinZirzowAnkershagenKucksseePenzlinMöllenhagenAltenhof (Mecklenburg)BollewickBuchholz (bei Röbel)BütowEldetalFinckenGotthunGroß KelleKieveLärzLeizenMelzPribornRechlinRöbel/MüritzSchwarz (Mecklenburg)SietowStuerSüdmüritzGrabowhöfeGroß PlastenHohen WangelinJabelKargowKlinkKlocksinMoltzowMoltzowTorgelow am SeeVollrathsruheBurg StargardBurg StargardCölpinGroß NemerowHolldorfLindetalPragsdorfBredenfeldeBriggowGrammentinGülzow (bei Stavenhagen)IvenackJürgenstorfKittendorfKnorrendorfMölln (Mecklenburg)RitzerowRosenowStavenhagenZetteminAltenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)AltentreptowBartow (Vorpommern)BreesenBreestBurowGnevkowGolchenGrapzowGrischowGroß TeetzlebenGültzKriesowPripslebenRöckwitzSiedenbollentinTützpatzWerder (bei Altentreptow)Wildberg (Vorpommern)WoldeGroß MiltzowKublankNeetzkaSchönbeckSchönhausen (Mecklenburg)VoigtsdorfVoigtsdorfWoldegkDargunDemminFeldberger SeenlandschaftNeubrandenburgNeustrelitzWaren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

Utzedel ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Die Gemeinde liegt südöstlich von Demmin. Sie gehört dem Amt Demmin-Land an, das seinen Verwaltungssitz in Demmin hat.

GeografieBearbeiten

Utzedel liegt ca. sieben Kilometer südöstlich von Demmin. Durch den Westen des Gemeindegebietes fließt der Augraben, nördlich davon die Tollense.

NachbargemeindenBearbeiten

OrtsteileBearbeiten

  • Utzedel
  • Leistenow
  • Dorotheenhof
  • Teusin
  • Roidin

GeschichteBearbeiten

Utzedel wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt, als der pommersche Herzog Wartislaw III. dem Kloster Dargun den Besitz bestätigte. Die Feldsteinkirche stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Das Gut befand sich seit 1500 im Besitz der Familie von Maltzahn, zusammen mit den später in der Nähe entstandenen Vorwerken Dorotheenhof und Karolinenberg.[2] Über eine längere Zeit wurden diese Güter von der Familie Walsleben gepachtet. 1737 lösten der Rittmeister Gustav Adolf von Maltzahn und der Oberhofmeister Carl Friedrich von Maltzahn diese Güter von den Pächtern aus, welche so bis 1930 unter direkter der Verwaltung der Maltzahns verblieben. Die Ruine des Gutshauses stammt von um 1800.

Bis 1756 war die Familie von Walsleben im Besitz des Gutes. Es folgten die Holleben und die Bolten, bis dann die Familie von Heyden durch Wichard Wilhelm von Heyden 1825 das Gut erwarb. Der Gutspark wurde von Peter Joseph Lenné Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltet. 1945 war Bogislaw von Heyden letzter Besitzer auf dem 400 ha großen Gut. Sein Schwiegersohn Carl Christian Hesse kaufte das Anwesen der Gutsanlage nach 1990 zurück.[3]

Das 1970 errichtete moderne Treib- und Schmierstofflager der Nationalen Volksarmee war das größte Depot in der DDR und ist heute Betriebsstoffdepot der Bundeswehr.

Leistenow wurde 1291 erstmals urkundlich erwähnt. Die einfache Kirche Leistenow stammt aus der Zeit um 1700.

BW

Roidin (Schreibweise bis ins 10. Jahrhundert: Reudin) hatte schon im Mittelalter eine Kirche. 1669 erfolgte ein Neubau einer Fachwerkkirche, die abgerissen werden musste. Die neugotische Kirche Roidin wurde 1874 geweiht. Gutsbesitzer war u. a. die Familie von Maltzahn. Das unsanierte Gutshaus stammt aus der Zeit um 1860.

EingemeindungenBearbeiten

Seit dem 13. September 1973 gehört Leistenow zu Utzedel.[4] Am 1. Juni 2004 wurde Teusin eingegliedert.[5]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Ruine des Gutshauses Utzedel von um 1800 mit Gewölbe und verwildertem Garten
  • Feldsteinkirche Utzedel aus der Mitte des 13. Jahrhunderts
  • Slawischer Burgwall auf dem Carolinenberg in Utzedel
  • Kirche Leistenow: Einfacher Putzbau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Ausstattung stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Altar zeigt Gemälde der Kreuzigung, des Abendmahles und die Wappen der Familien von Walsleben und von Borcke.
  • Gutshaus Leistenow von 1842 mit Gutspark, gestaltet von Lenné
  • Kirche Roidin: neugotische Feldsteinkirche aus dem 19. Jahrhundert
  • Wassermühle Roidin: Um 1805 erbaut, in ruinösem Zustand, mit Francis-Turbine aus dem 20. Jahrhundert, Rekonstruktion geplant[6]
  • Findling Davids-Stein: zweitgrößter Findling im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
  • 129 Meter hoher Fernmeldeturm der BWI Informationstechnik aus Stahlbeton auf dem Gelände des Betriebsstoffdepot der Bundeswehr. (Koordinaten: 53° 52′ 9″ N, 13° 6′ 53″ O)

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde wird hauptsächlich durch die Landwirtschaft geprägt.

Der Ortsteil Utzedel, der sich im Norden des Gemeindeterritoriums befindet, liegt direkt an der Landstraße 271. An der Bahnstrecke Stralsund–Neubrandenburg–Berlin liegt ein Haltepunkt, welcher stündlich bedient wird. Am Bahnhof Utzedel zweigt ein Gleis zum Betriebsstoffdepot der Bundeswehr ab, das nach wie vor genutzt wird.

Die Bundeswehr unterhält auf dem Gelände des Bundeswehrdepots Ost ein Lager für Treib- und Schmierstoffe mit rund zehn Millionen Liter Kerosin und Dieselkraftstoff. Das Depot besteht seit 1972 und wurde bis 1990 von der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzt.[7]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Dieter Heuer (* 8. August 1942), ehemaliger deutscher Ringer

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen, II. Teils – Band I., Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ückermünde, Anklam 1868. (Digitalisat vorhanden)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://books.google.de/books?id=gtQAAAAAcAAJ&dq=Utzedel&hl=de&pg=PA51#v=onepage&q=Utzedel&f=false
  3. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 114, ISBN 3-88042-636-8
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  6. Rettung für die Wassermühle von Roidin auf NDR.de vom 26. September 2019.
  7. https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Bundeswehr-Treibstofflager-auf-dem-Pruefstand,bundeswehr1522.html